Umgewöhnen ist schwierig. Wenn es in den neuen Klassen besser läuft als in denen, die du schon letztes Jahr unterrichtet hast, dann bist du auf einem guten Weg. Das klingt so, als ob dir das dieses Jahr schon besser gelungen ist.
In einer Klasse, die ich jetzt im zweiten Jahr habe, kamen die Kinder deutlich kommunikativer aus den Sommerferien als sie es vorher waren. Wir haben ein Handzeichen vereinbart, dass die Schüler ohne zu sprechen geben können, um Ruhe einzufordern. Und ich verlange in Übungsphasen mehr Einzelarbeit. Es dürfen noch mit dem Partner die Ergebnisse verglichen werden, aber nur durch zeigen und schauen. Wer eine Zusatzerklärung benötigt, muss zu mir kommen, damit nur an einer Stelle im Raum gesprochen wird, und sich niemand übertönen muss.
Die ersten Male habe ich das Zeichen gegeben, dann wurde es viel zu oft von allen möglichen Schülern gegeben. Die Phase war etwas nervig. Aber jetzt wird es nur noch von den Schülern eingesetzt, die lärmempfindlicher sind und tatsächlich mehr Ruhe als ihre Mitschüler benötigen, um erfolgreich zu arbeiten.
Im Unterrichtsgespräch wird es nie so leise, wie bei konzentrierter Einzelarbeit. Was da aber helfen kann, ist bewusstes Leisesprechen. Damit meine ich natürlich kein Flüstern, das in der letzten Reihe kaum noch zu hören ist. Das wäre auch nicht besonders stimmschonend. Einfach genau so laut sprechen, dass die letzte Reihe alles gut verstehen kann, wenn niemand anderer in der Klasse spricht. +