Gibt es das denn wirklich so oft bei euch? Ich habe das noch nie erlebt; weder in meinem eigenen Referendariat noch bei den Refis an meiner Schule. Mag ja Zufall sein, aber bisher waren in meinem Umfeld die Referander*innen im Examen nicht viel schlechter oder viel besser als vorher. Da gab es nie großartige Notenunterschiede.
Ich denke, das Problem ist auch, was bewertet werden soll. In mündlichen Prüfungen wird doch wesentlich mehr Wissen abgefragt als in bei einer Unterrichtslehrprobe. Das ist irgendwie klarer. Beim Unterrichtsbesuch fließt dagegen neben der Planung (Wo es ja auch oft viele Möglichkeiten gibt.) und Durchführung ja auch die Lehrerpersönlichkeit mit ein (z.B. Wie steht man vor der Klasse.) Wenn man sich da unsympathisch ist, wird es schwieriger für den Referendar.
Ich finde es daher auch gut, dass in BW der Fachleiter zur Prüfungslehrprobe immer mit einem fremden unabhängigen Zweitprüfer kommt.
Allerdings waren in meinen Lehrproben auch deutlich weniger Prüfer anwesend als bei Humblebee. Bei fünf Prüfern dürfte es keinen großen Unterschied machen, ob einen alle bereits kennen oder nicht. Man wird ja nicht mit allen fünfen nicht zurechtkommen.
Und Vorteile hat die Kenntnis der Prüfer ja auch:
Man kann sich den Wünschen der Prüfer etwas anpassen. Eine sehr gute Mitreferendarin hat beispielsweise einen Chemieprüfer bekommen, der immer Schülerexperimente sehen wollte, hatte aber keines eingeplant, weil sie es nicht wusste. Und das war am Ende der einzige Kritikpunkt. Da wäre es hilfreich gewesen, wenn sie ihn vorher gekannt hätte.
Ich glaube daher nicht, dass man die Prüfungsordnung eines Bundeslandes als besonders schlecht oder gut herauspicken kann.
LG DFU