Beiträge von chilipaprika

    Wir sind in der freien Marktwirtschaft. Was soll denn eine Konkurrenz da bringen? (abgesehen davon, dass es KMK-Vorgaben und einheitliche Standards gibt (offiziell)).

    Und sorry, mein Laptop ist heute in einer Mischung aus Wut und Hundekarma zu Boden gefallen, die I-Taste hängt ein bisschen.

    Nebenbei: Deine Tendenz, passiv aggressiv die Tippfehler anderer User als mit eckigen Klammern korrigierten Zitaten anzuprangern, macht dich nicht besonders sympathischer. Aber wenn der Inhalt für ein Gespräch nicht mehr reicht, gerne.

    Das hat nichts mit dem Bewertungsraster an sich zu tun (die wir in der Oberstufe benutzen sollen, in der Sek1 nicht unbedingt), sondern die festen Vorgaben, wie viel AFB1, 2 und3 anteilig gelten, usw.
    Und wenn ich mich nicht täusche, bemängeln ziemlich alle BL (inklusive deins) den Niveauverfall und die Noteninflaton, egal, ob sie Gutachten, freie Texte oder Raster haben.
    In NRW fällt es hier vielleicht am meisten auf, weil hier sehr viele NRWler*innen sind. Weil darunter auch viele aus diesen betroffenen Fächern. Und seien wir mal ehrlich: NRW war nie super gut. Also: der umgekehrte Fahrstuhleffekt kommt auch an Grenzen.
    Ich vermute, Berliner oder Bremer Sek2-Sprachkolleg*innen würden Ähnliches berichten, aber: haben wir überhaupt welche hier?

    Kein Gesetz, keine Regelung wurde geschaffen, um die Menschen zu gängeln, sondern um Transparenz und Gerechtigkeit zu schaffen. In der Masse sind sie jedoch einengend, daher wäre der Gegenvorschlag durch Reduktion mehr Eigenverantwortung, in dem Fall der Lehrkräfte, zu erzielen. Es soll weiterhin Rahmenbedingungen geben, aber weniger, wodurch Lehrkräfte wieder mehr Freiraum bekommen.

    Nein.
    "Eigenverantwortung" würde auch nicht dazu führen, dass das Nveau viel höher ist (wir kennen ja die Zentralen Abschlussprüfungen), sondern, dass einige KuK sich noch weniger an Regeln halten und ich noch mehr Arbeit habe.

    Soll jetzt ein Kollege 70% für die sprachliche Richtigkeit vergeben, ein anderer nur 20%?

    Maylin85 : Die [nachträgliche Ergänzung: verpflichtende Verwendung von] Bewertungsraster[n] in NRW sind erneut ein Beispiel für überbordende Bürokratie. Würde man das alles reduzieren, es finden sich ja so viele Beispiele, es würden sich so viele Probleme lösen lassen - und Lehrkräfte könnten sich auf sinnvolle Aufgaben konzentrieren. Zudem, warum mussten Lehrkräfte in Studium und Vorbereitungsdienst Diagnostikveranstaltungen belegen, wenn man ihnen dann am Ende doch wieder nicht zutraut, SchülerInnenleistungen selbstständig zu beurteilen?

    Was hat das mit Bürokratie zu tun, eine vergleichbare Bewertungsbasis zu schaffen?
    Transparenz zu schaffen?

    Soll es etwa besser sein, dass Herr Müller unter einer Arbeit "3, befriedigend" schreibt? Als Begründung ggf. "mein Bauchgefühl" nennt? oder eine Seite sprachliches Gutachten formulieren muss?
    Ich bin SEHR dankbar, dass ich diese EWH habe. EInmal gemacht, bepunkten, ankreuzen / markieren, ich erspare mir 99% Gespräche mit SuS, in der Theorie können sie von alleine ihre Fehler beheben und daran arbeiten.

    Und das hat doch nichts mit der Diagnostik zu tun.
    Natürlich wird uns zugetraut. Trotzdem wird festgelegt, dass der sprachliche Anteil nur soviel ist und der inhaltliche Anteil auf die drei AFB aufzuteilen ist, usw.

    Provokant nachgefragt:
    Komischerweise haben die meisten von uns keine Probleme damit, dass in Sport auch viel mehr Kriterien eine Rolle spielen, als we hoch man gesprungen ist. Warum echauffieren wir uns dann darüber, dass kaum noch die unregelmäßigen Verben lernt?

    Wenn man mit der Schulform nichts zu tun hat, versteht man das kaum, auch dass es keine 5 oder 6 geben darf. Und dann bekommen die Schüler/innen ein Abiturzeugnis? Ist das ein Fachabitur oder was kann man damit anfangen?

    Natürlich darf es die geben. Ich habe sie auch schon vergeben. Aber es ist wirklich wirklich wirklich schwer.
    Ich habe dieses Jahr einen Pädagogik-Kurs (12. Klasse). 3 Mädels aus dem Kurs haben Päda gewählt, weil sie Erzieherinnen oder im Pflegebereich sein wollen. Zufällig kenne ich sie aus anderen Fächern und ich würde sagen: 3-4er-Bereich.
    Warum sind sie nicht direkt in die Ausbildung? Warum sind sie nicht zum BK für eine duale Ausbildung? Gute Frage.
    Unsere Schule ist warm?
    (haha, nicht mal im ganzen Winter)

    und weißt du, was das Schlimme ist, Quittengelee ?
    Die allermeisten NRWler*innen sind nie außerhalb von NRW gewesen und halten ihr System für normal (egal ob SuS oder KuK) und können sich nicht vorstellen, wie es woanders zugeht (egal ob SuS oder KuK).
    Ich habe schon von Sachfach-KuK gehört, dass sie sich nicht vorstellen, wie eine Arbeit in der 8. Klasse aussehen könnte. Oder es zu komplex sei. Fanden meine SuS in NDS nicht, in den Praktika in RLP sah es auch möglich aus.
    Für Bio/Chemie-KuK in NRW ist es gottgegeben, dass SuS nur in D/E/M (und 2. FS/WP) Arbeiten schreiben und erst manchmal in der Oberstufe.

    Und OBWOHL ich in einem System aufgewachsen bin, in dem ich auch 10-12 Fächer hatte und in jedem Fach mindestens 3 Arbeiten pro TRImester schrieb, frage ich mich, wie man es überhaupt schadensfrei überleben kann.

    Aber was glaubt ihr? Natürlich machen wir in NRW und anderen BL ähnlichen Unterricht. Nur kapieren die SuS relativ schnell, wie hoch man springen muss.
    Dazu kommt natürlich die NRW-Besonderheit der Schriftlichkeit/Mündlichkeit und weniger Abifächer.
    Was man nur in einigen Fächern in schriftlichen Bewertungssituationen zeigen muss (Textanalyse), lernt man weniger. und wenn man nicht bestraft wird, weil man keine 100 Wörter gelernt hat (weil "Vokabeltests" kaum Gewicht haben und der Sprachanteil in der Klausur kaum relevant ist), dann entscheiden sich einige eher für eine Runde Basketball. Oder auch nicht - und hier Achtung, ich habe selbst großes Verständnis für die Kids - weil sie kaum noch Zeit dafür haben.
    Können wir uns bitte vergegenwärtigen, dass 16jährige 4-5 Tage die Woche von 8-16 oder 17 Uhr in der Schule hocken, wenige Freistunden haben, dafür keine guten Konditionen zum Arbeiten haben und dann abends noch Hausaufgaben machen müssen?

    Ja, unser System geht vor die Hunde, aber was tun wir denn Kindern und Heranwachsenden an?

    Das Problem sind aber/also nicht die Lehrpläne sondern die zugelassenen Bücher.
    Und wenn wir ehrlich sind: in kaum einem (mir bekannten) Fach (und ich habe vier in der Oberstufe...) sind Lehrwerke gut und ausreichend. Entweder müssen sie stark angereichert werden, oder man lässt sie weg und sammelt aus unterschiedlichen Büchern.

    Wie kurz erwähnt: MIR ist die Behandlung der Frankophonie in Französisch zu einseitig, aber da zu konservativ. KEINE Kritik an der Kolonialisierung, keine Kritik an der HEUTE NOCH französischen, zum Teil offiziellen, Haltung, dass die Kolonialisierung die Zivilisation gebracht hat, sondern ein "Friede Freude Eierkuchen"-Wir sprechen alle Französisch, wie toll ist das denn.

    Ich mache mit ins Horn, dass dieselben Themen immer wieder dabei sind, es hat aber mit dem dämlichen Gedanken des fächerübergreifenden und vernetzen Lernen zu tun (wo wir alle in mehreren Fächern ähnliche Sachen tun, obwohl man zumindest in den Fremdsprachen spezifischere landeskundliche Themen machen könnte.
    Aber die Aussage, dass die genannten Themen linksgrün oder so seien, macht mir echt Angst. Wenn es links ist, sich mit Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen (es wird ja nicht gelehrt, den Müll zu trennen, sondern die Bandbreite der Notwendigkeit thematisiert (oder ist es schon links zu sagen, unser Leben/Handeln sollte nachhaltig sein?!), über Diversität in unserer Gesellschaft zu sprechen, über die Folgen des (eigenen) Kolonialismus sprechen, Globalisierung als Herausforderung für uns alle zu thematisieren, ...
    Pfiu...

    mir geht es um Arnsberg und Münster.

    Ausgerechnet in der BR Arnsberg ist mir bei A14 (fast?) immer aufgefallen, dass man sich aus einem anderen Regierungsbezirk nicht bewerben darf. Bei Münster kann ich es nicht schwören (weil... surprise, ich bin in dem Bezirk und es frustriert mich weniger, bzw. es gibt gar keine Stellen, die ich hier haben möchte).
    Ich drücke dir die Daumen, dass du auf der richtigen Seite der Grenze bist.

Werbung