Beiträge von chilipaprika

    das Lehrerforum ist für alle Lehrkräfte da.
    Sorry fürs Schnipigsein, die Situation in den Bundesländern, wo die Verbeamtung erst vor kurzem möglich ist, ist natürlich anders, das gehört finde ich auch zu den Infos im Beitrag.
    Trotzdem mag ich eine solche Pauschalisierung nicht. Es fällt mir nicht auf, dass die paar Angestellten meiner Schule (von denen ich weiß, dass sie angestellt sind) den Laden schmeißen. Sie machen sich kein schönes Leben, sind sich aber zum Teil auch dessen bewusst, dass sie durch den Lohnunterschied auch nicht für die Schule aufs Schlachtfeld gehen sollen.

    Allerdings möchte ich ergänzen, dass ich jetzt feststelle, dass sich Kinder quasi an nichts erinnern, das sie vor dem 3 1/2 Lebensjahr erlebt haben und daher ist es fü das Kind vermutlich weniger ein Problem, wenn Du Dich ihm erst in ein paar Jahren widmest.

    Dem möchte ich ganz eindeutig zustimmen.
    Ich habe ÜBERHAUPT keine (negativen) Erinnerungen, dass ich (französisches Kind der 80er) ab dem zweiten Lebensmonat bei der Ganztagstagesmutter war (und es wird bei euch nicht mal das sein), dann in der Vorschule und so weiter.
    Allerdings habe ich wiederum sehr STARKE und NEGATIVE Erinnerungen daran, wie meine Mutter mir ständig unterbuttert hat, dass sie "wegen uns" keine Karriere gemacht hat, "wegen uns" nicht mehr auswärts arbeitet und "für uns" zuhause ist.
    (und ich konnte als 10jährige schon denken "nö, du wurdest gefeuert und hast nirgendwo wieder einen Job gefunden und ehrlich: ich hätte gerne, dass du nicht immer da bist".)

    Nicht jede*r ist wie meine Eltern gestört, aber was ich sagen will: Wenn du die Entscheidung getroffen hast, dann hast DU sie getroffen. und wenn ihr sie - wie in einer guten Beziehung sicher angebracht - zusammen trefft, dann habt ihr sie im Vernehmen getroffen. Jammer bitte NIE im Beisamen deiner Frau oder deines Kindes, wie schön es mit A15 gewesen wäre, dass der Urlaub jetzt schöner wäre oder du weniger Langeweile hättest. Auch nicht beiläufig neidisch auf den Kollegen.

    Ich sprach nicht von der Oberstufe (also nicht in meinen Beispielen), aber ich dachte (korrigiere mich bitte!), wenn du vom (Schweizer) Gymnasium sprichst, hast du eher Formen des Kurzgymnasiums im Blick (weil doch verbreiteter?) und damit automatisch reifere Schüler*innen, wo man mehr nach Motivation sortieren konnte.
    In vielen BL in Deutschland entscheiden die Eltern, so dass nicht wenige Schüler*innen aufs Gym in die 5. Klasse kommen, um noch "alle Chancen zu haben" (was die meisten meiner Eltern meinen: runterrutschen ist kein Problem, dann hat das Kind immernoch Gymnasialluft gehabt, und man weiß nie, es gibt genug, die eben bis zum Ziel hochrutschen...)

    das Gymnasium in der Schweiz hat auch eine viel ältere Schüler*innenschaft (oder? Es sind doch "nur" die letzten 4, oder manchmal 6 Jahre?) und die anderen Schularten haben vielleicht eine bessere Anerkennung.
    Ich sage es mal so: auf dem Dorf in Niedersachsen war das Gymnasium auch anders, und meine Schwiegereltern und Mann können bis heute nicht verstehen, warum so viele Eltern ihr Kind an ein Gymnasium anmelden würden, wenn die Empfehlung es nicht hergibt. Die Kids aller dort gebliebener Freunde meines Mannes (es sind ja auch im Prinzip alle und von der 10er Clique haben nur 2 das Abitur, mein Mann nach Umweg auf der Realschule) sind an allen Schulformen und haben im Anschluss alle einen Job / eine Ausbildung und werden sich mit ihrer jeweiligen Ausbildung ein schönes Häuslein bauen können. Trotz Preissteigerungen und so.
    Es sind trotz nur 100km weltweit unterschiedliche Umweltbedingungen.

    Keine Angst, ich habe es nicht als Angriff auf mich gewertet (wenn überhaupt: auf die Gymnasialzunft!). Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand heutzutage auch nur ohne minimale Differenzierung auskommt.

    Aber vielleicht (ganz sicher!) ist meine Schule so untypisch, dass ich vergessen habe, wie ein ‚richtiges Gymnasium‘ ist?

    Okay, also letztlich gibst du den Schwächeren Lernhilfen und Übematerial an die Hand, weil sie zu Hause nicht unterstützt werden. Das ist natürlich sehr nett von dir, aber ich glaube trotzdem, dass das nicht der Normalfall ist.

    Sorry: Das hört sich wie von jemandem an, der keine Ahnung vom Lehrerberuf hat und mir erklären möchte, dass ich zuviel Zeit in meine Arbeit reinstecke und ALLE anderen Lehrer*innen sich nur die Jahre / Jahrzehnte alte Unterlagen aus dem Schrank ziehen.

    Nein, glaub mir, ich habe zur Zeit WIRKLICH nicht die Kraft, viel mehr reinzustecken, als ich brauche (gut, ich arbeite nicht AUSSCHLIEßLICH mit dem Buch, wenn du es so meinst). Ich arbeite sehr weit von meinem Anspruch und bin durchaus frustriert, aber ich mache das, was ich brauche,

    1) damit mir meine Lerngruppen nicht (noch mehr) explodieren

    2) um nicht den Schnitt NOCH MEHR unten zu haben

    3) um noch die abzuholen, wo es Hoffnung gibt.

    Die meisten Kolleg*innen am Gymnasium, die ich kenne, erwarten, dass die Jugendlichen selbständig lernen oder sie müssen eben die Schulart verlassen.

    Tja, Sachsen teilt sich vielleicht nicht umsonst die vorderen Ränge mit Bayern.
    Ich bin in NRW und werde mich nicht anmaßen, über Vorurteile über sächsische und bayrische Lehrkräfte zu urteilen, meine Schüler*innenschaft sowie die Systembedingungen (Übertritt-, Bestehens- und Wiederholungsregelungen) lassen ein Verhalten wie von dir beschrieben, nicht zu.
    Und meine Schüler*innen kleben bis zum bitteren Ende (wo sie dann auch keinen Schluabschluss haben, ist aber so), ich habe sie also im Unterricht (oder nicht, man muss ja nur alle 19 Tage kommen, um keine zu riesigen Probleme zu haben)

    Im Fremdsprachenunterricht:
    - Kleinschrittigere Aufgaben

    - Tips (wie man die Form bildet, wo man die Form finden kann, zum Beispiel)

    - bei der Schreibproduktion den SuS die Möglichkeit geben, zusätzliche Materialien zu nutzen, oder gar einen kompletten Raster mit Aufbau und Hinweisen

    - bei Grammatikübungen gibt es immer unterschiedliche Niveaus, es ist zwar nur eine Differenzierung in dem Sinne, dass einige SuS mindestens die erste Stufe erreichen müssen, andere die dritte, aber es ist zum Beispiel in der 10. Klasse einer bald abgewählten Fremdsprache notwendig.

    Ich nutze sehr viele digitale Apps (learnapps, Kahoot, Kreuzworträtsel, ..) und sie sind mit Niveaustufen betitelt, so dass die SuS zum Beispiel sowohl deutsch-französische Vokabelafragen, als auch "Lückentext-Abfragen" haben können, bei der Grammatik ähnlich. Einige SuS überspringen die eine Übung, einige müssen die erste Übung mehrmals durchlaufen.

    Und ja, in der Klassenarbeit darf ich nicht differenzieren, da müssen einige SuS mehr üben als andere, bzw. in der 9. / 10. Klasse geht es einigen SuS in meinem Fach nur noch darum, die 4 zu erreichen, einige wollen sich steigern und in die Oberstufe.

    Ich weiß nicht, warum du gerade so um dich schlägst und persönlich, gar beleidigend wirst.
    Ganz offensichtlich ist dir ein Fehler unterlaufen, sonst hätten die SuS nicht spicken können (und WEM ist das noch nicht passiert?!). Du bist auf der Suche nach Lösungen, wir versuchen dir zu helfen und dabei die Schwachstellen zu sehen.

    1) Zwischen dem, was man an Niveau / Arbeitshaltung / Arbeit erwarten darf / können soll und der Realität sind allerdings manchmal Welten. Da müssen wir uns anpassen und "abholen" (oder konsequent mit den Noten sein).

    2) Ich habe dir nichts unterstellt, sondern nachgefragt. Ich komme nicht von der BBS und es hätte sein können, dass es Projekttage gibt, während du zum Beispiel prüfst, usw..

    3) Wenn es keine verbindliche Beschlüsse sind, hast du die Lektion gelernt: Mach, was DU willst und nicht das, was Kolleg*innen für richtig halten. Vielleicht haben sie eine andere Lerngruppe, eine andere Erfahrung, einen anderen Umgang ..

    Und wenn ich - Achtung, mein Wissen über BBS kommt vom Forumlesen! - davon ausgehe, dass Deutsch vielleicht mit einer (gar zentral gestellten?) Abschlussprüfung endet, würde ich keine Klausurersatzleistung anbieten, die womöglich das Ziel hat, besser auszufallen, als eine Klausur. Da *müssen* die faulen SuS schon jetzt dafür die Quittung bekommen, dass sie das Buch nicht lesen und/oder nicht mal im Netz vorbereitend ein paar Sachen aus dem Netz lesen, um eine halbe Interpretationsleistung zu machen.

    Wir haben eine feste Anzahl an VBs im Plan, sie werden erst bezahlt, wenn man eingesetzt wird, aber es ist es wert: alle anderen Frei- und Randstunden sind frei.

    Ausnahmen an November/Dezember-Tagen, wo fast ein Drittel des Kollegiums krank war, gibt es, aber da wird man gefragt, ob es passt oder sich jemand freiwillig meldet. (Und davor hat man eben die Doppelvertretungen.

    ach, Tröpfchen und Tröpfchen.
    Ich glaube, dysfunktionale Konstrukte halten ganz schön lange zusammen, bis sie eben zusammenbrechen.
    Kitten kann man es... oder überlegen, was wieviel Kraft wert ist (sage ich jetzt sachlich objektiv, fühle ich natürlich anders, den Prozess muss ich durchmachen. (oder wie ein doofes kleines Kind dann dankbar sein, wenn die "andere Seite" sich herablässt, auf Nachrichten zu antworten und mir frohe Weihnachten zu wünschen)

    Ich will mich nicht anmassen, die Breite der Grundschule in meinem Klassenraum zu haben, aber ich sitze gerade am 3. Korrekturstapel (bzw. lenk mich gerade ab) und glaubt mir: nicht nur differenziere ich schon nicht wenig, sondern: ich müsste es noch mehr (meine Grenzen sind die eigenen Ressourcen gerade). Soviele Tipkarten und Förder-/Fordermaterialien (eindeutig mehr Förder als Forder) kann ich kaum basteln. Aber ohne erreichen vielleicht 2-5 von 20-25 das Klassenziel…

    Können denn Schulleitungen keinen Ausfall melden, wenn die Kinder auf dem Schulhof betreut werden/ in andere Klassen aufgeteilt werden oder eine Lehrkraft zwei Klassen gleichzeitig bespaßt?

    Meine Schule hat wochen- /abschmittelang 0,00% Ausfall und ich weiß ganz genau, dass es mit Parall- (ein Lehrer, der da ist, ‚beaufsichtigt‘ den Nebenraum, nur allerletzte Notlösung bei uns) oder Einfach-/Doppelaufsicht lief (Vertretungsbereitschaft ist in der Sek1. Wir haben bis zu 3 Leute pro Stunde, die Bereitschaft stehen, aber im tiefsten Winter hat man trotzdem 2 oder gar 3 ‚unveränderte Lerngruppen‘ in nebeneinander stehenden Räumen, die ihre Vertretungsaufgaben erledigen.

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