Beiträge von chilipaprika

    Eine Förderschule Schwerpunkt Hören würde immer Bedarf an den Mikrofonen und der Anlage haben, aber was ist, wenn der Bedarf an einer durchschnittlichen Realschule so aussähe, dass es mal einen Schüler mit entsprechendem Bedarf gäbe, dann mal mehrere Jahre keine und dann auf einmal drei?

    Ich persönlich fände das kein sinnvolles Management von pädagogischen Ressourcen.

    1. es ist das Eigentum bzw. geliehenes Eigentum des Kindes (das nennt man Hilfsmittel).

    2. wenn du es unbedingt mit finanzieller Effizienz rechnen willst (das meinst du mit Management pädagogischer Ressourcen): die paar tausend Euro sind schnell rentabilisiert statt Taxischein 50km jeden Tag.

    Der Förderschwerpunkt Hören ist bei weitem nicht nur Gebärdensprache, Gebärdensprache nutzende Kinder sind ziemlich sicher die große Minderheit.
    Mehrere Mikrofone und die Anlage für einen Schüler ist vielleicht teurer als für zwei, aber so ist es aber. Warum soll ein schwerhöriges Kind (ohne weiteren Bedarf und mit dieser Ausstattung sehr gut beschulbar) 30 oder 50 km fahren?

    (oder eigene Entscheidung, weil zum Beispiel bei hoher Teilzeit der Beitrag sinkt, anders als der möglicherweise sehr hohe PKV-Beitrag)
    bzw. (gelernt aus dem Forum): Planstelleninhaber*innen an Ersatzschulen (oder Ergänzungsschulen?) haben keinen Zugang zur Öffnungsklausel (ich hoffe, ich gebe es grob richtig wieder, eine Kollegin ist hier betroffen).

    (oder richtig Pech mit der PKV-Vergangenheit und Ausschlüsse, die einen doch in die GKV treiben.)

    was?
    und welche sagen dann "nein"? und auf welcher Grundlage?
    (also wir haben noch nie einen Schüler abgelehnt. Ich vermute, bei einem Rollstuhl bekämen wir ein organisatorisches Problem, aber das haben wir auch schon mal hinbekommen, als Schüler*innen zeitweise immobil waren)

    Eine blinde Lehrerin war auch mal in einer Doku zu sehen, von vollständig gehörlosen Schüler*innen mit dauerhaftem Dolmetschereinsatz weiß ich auch (also schon vor 20 Jahren). Erkämpfte Einzelfälle, aber sicher immer mehr.

    Ich muss zugeben, die Mehrarbeit ist dann pro Schüler*in nicht ohne (und ich weiß, es ist an jeder Schulform so, ist also kein Argument gegen die Beschulung am Gym, es passt kognitiv durchaus). Alle Arbeitsblätter bzw. Vokabeltests und Klassenarbeiten in Schriftgröße 28 bzw. 36 ist nicht nur ein Klick. (2 sehbeeinträchtigte Schüler*innen), alle Emotionen umschreiben oder durch andere Aufgaben ersetzen (Asperger-Schülerin), in der Parallelgruppe sind schwerhörige Schüler*innen, die alternative Aufgaben brauchen. und so weiter...
    Es ist nicht DIE Welt, aber es summiert sich wirklich, wenn fast jede Klasse (zum Teil mehrfach) betroffen ist. Und das ist ein Problem der Inklusion: die Nicht-Berücksichtigung des Mehraufwands der Inklusion und die Sparmaßnahmen, die die Länder damit fahren. Auf Kosten der Schüler*innen und Lehrkräfte.

    ich weiß nicht, was "Schildkröteneltern" sind, aber meine Nichte war auch ein bisschen traurig, ich habe ihr "alles Gute" gewünscht, mein Abikurs im selben Jahr hat Schoko und Glücksmarienkäfer bekommen.
    (Das mache ich wirklich nicht für jeden Kurs. Den Abijahrgang habe ich über 5 Jahre in 3 Fächern, mehreren Klassen und Kursen pro Jahr begleitet, es ist was Besonderes).

    Es kommt denke ich auf die Ausprägung der Autismus-Spektrums-Störung an. Leichte Fälle können am Gymnasium unterrichtet werden. Bei schweren Fällen kann eine Förderschule mit Schwerpunkt emitionale-soziale Entwicklung Sinn machen. Hier gibt es keine Pauschallösung und es sollte auf den Einzelfall geschaut werden.

    es gibt keinen leichten oder schweren Autismus, es ist ein Spektrum.

    tatsächlich waren die allerersten Vorgriffstellen umgekehrt: Ausschreibung durch die Grundschulen, mit dem Versprechen, nach 3 (?) Jahren eine Sek-II-Stelle innerhalb eines bestimmten Radius (50km?) angeboten zu bekommen.
    Das haben viele mit D/G gemacht (Überraschung!), den Grundschulen war das vielleicht egal, sie brauchten auch keine M/Ph. Viele erlitten dann einer Überraschung, als sie ihre SekII-Stelle an einer Sekundarschule bekamen (aber auch Gym und Ges. Nur mit Sekundarschulen haben einige gar nicht gerechnet).

    Ich vermute, dass das Land dann nach 1-2 Jahren gelernt hatte und deswegen die Vorgriffstellen von den Zielschulen ausgeschrieben werden durften.

    Das Angebot erzeugt auch die Nachfrage. Ich habe mal mit einer viel jüngeren Person gearbeitet (knapp 22 Jahre alt), und regelmäßig ihr ChatGPT-Account gesehen, wenn sie mir ihr Bildschirm freigab. Da waren allesamt Fragen wie "Bewerbungsschreiben", "Absage Bewerbungstermin", "Terminanfrage Bürgeramt", ...

    Und: es erleichtert tatsächlich sehr oft das Leben. Da muss man sich dessen bewusst werden.

    Du hast einen Denkfehler.
    Ich bleibe beim Beispiel Münster aber es ist hoffentlich nicht die einzige Stadt.
    Die Menschen wohnen in Münster (Mitte oder Stadtteil natürlich). Sie nehmen aber eine Stelle in Stadtlohn, Borken, Gelsenkirchen oder Bochum (ALLES reale Beispiele) an und pendeln solange, bis sie schwanger sind bzw. in Elternzeit gehen. Es ist ein Pokern mit der Zeit, aber ich kenne da einige Frauen, sie sind maximal ein Halbjahr gependelt.
    Und bei der Rückkehr aus der Elternzeit wird wohnortsnah versetzt.
    Das heißt, der Wohnort (real oder auf Papier) besteht schon vorher am Wunsch-Zielort.

Werbung