Beiträge von chilipaprika

    Hallihallo!
    Was passiert eigentlich mit Schüler*innen, deren Eltern NICHT unterschrieben haben, dass sie sich in Kleingruppen in einer Stadt bewegen dürfen?
    Dürfte man rein theoretisch die Teilnahme an der Fahrt von einer solchen Unterschrift abhängig machen? (weil zum Beispiel die Stadtrallye nicht gemacht werden kann, die fremdsprachlichen Settings nicht wahrgenommen werden können, usw..)
    und wenn man es nicht darf / nicht tut: hat man als Lehrkraft die Pflicht, besagte Schüler*innen durch genau diese Aktivitäten zu begleiten oder kann man sagen "Pech, ich sitze hier zwei Stunden, du auch" ?
    Mich würde sowohl interessieren, wie ihr das löst / gelöst habt, wie es rechtlich ist.
    Bundesland ist NRW, wo die Teilnahme an den meisten Klassenfahrten Pflicht ist (auch wenn mehrere aus XY-Gründen nicht teilnehmen, andere Baustelle). Mein konkreter Anlass ist aber tatsächlich eine angeblich freiwillige Fahrt (?), das weiß ich nicht so genau.

    Altersgruppe: 8. Klasse aufwärts.
    Vielen Dank im Voraus.

    Laut einem anderen Beitrag von dir warst du im Frühjahr noch kein Lebenszeitbeamter, daher kannst du dich aktuell noch gar nicht auf die Stelle bewerben, das geht erst ein Jahr nach Ende der Probezeit.

    Hat sich die Regelung geändert?
    Gilt ja nicht für jede*n aber ICH zum Beispiel hätte mich sofort nach Ende der Probezeit auf eine Beförderungsstelle bewerben dürfen. Die Leute soll es ja geben.

    Nein, natürlich machen wir es nicht so. Wäre zu einfach und effizient.
    Ich war dieses Jahr noch nicht von Wandertagen betroffen, aber alle Klassen einer Stufe hatten einen kulturelle Tagesausflug zum selben Ort, der aber nur eine Klasse auf einmal haben kann. Also 4 verschiedene Tage mit je 2 Lehrkräfte den ganzen Tag.

    Auf jeden Fall!
    Einiges ist hausgemacht (ja, alle Wandertage könnten an EINEM Tag sein, dann wären keine Schienen betroffen, die zb wie Reli oder zweite Fremdsprache mehrere Klassen betreffen, oder es gäbe Kollegenausfall), einiges durch Vorgaben (Berufsorientierung, mehrtägige Praktika und "Potenzialanalyse", also diese Pflichttermine, wo man kaum Einfluss hat).
    Aber ja, generell ist der Kern unserer Arbeit (Unterricht!) Beiwerk zu den anderen Aktivitäten. Dass man bei den anderen Aktivitäten auch viel lernt und wichtige Kompetenzen erwirbt, will ich nicht anzweifeln, trotzdem braucht man keinen Französisch- oder Geschichtslehrplan, wenn er regelmäßig dem Mathe-Wettbewerb, Nachhaltigkeitspreis, Medienscout-Ausbildung, Minimarathon, etc zum Opfer fallen darf, ohne dass man sich beschweren "darf".

    Ja, ein Teil des Problems (und der Lösung) liegt aber auch wahrscheinlich in dem Punkt: Ihr habt in der Schweiz Überstunden, die ihr irgendwo ansammeln durftet. Und wenn man von ein paar Ausnahmen (Berlin, Teilzeit in einigen BL) absieht: wir haben keine Überstunden, sondern, es ist einfach "abgegolten".
    Und wenn meine Stunden ausfallen, weil eine (Teil-)Klasse weg ist, habe ich nicht nur Druck mit dem Lehrstoff (weil wir eben auch da den Unterschied haben, dass wir nicht so frei in unserer inhaltlichen Gestaltung sind, wie ihr), sondern im Falle einer ganzen Klasse habe ich sogar Minus-Stunden, die aber natürlich mit Vertretung der weggefahrenen Kolleg*innen aufgefangen werden können (nicht automatisch zur selben Zeit).

    ;)
    (Aber wenn jemand in meinem Unterricht sitzt, der aus Genf kommt, bin ich in der Lage zu googeln und mich zu erkundigen. NIE würde
    - alles für bare Münze nehmen
    - auf die "hochfranzösische Pariser Variante" bestehen (und dabei ist es meine).

    Eine Mitstudentin, Muttersprachlerin aus Afrika, ist in der Ausspracheprüfung mehrfach durchgefallen, weil sie das r gerollt hat, dabei sprach sie ein reineres Französisch als wir (die NICHT mal die Prüfung antreten brauchten).

    Ich bin offen fürs Lernen.

    chilipaprika : Wir nutzen A toi.

    Ach, ich dachte, du hattest schon mehrmals von Oberstufe gesprochen und wärst am Gym.

    Gymshark und chilipaprika, wie würdet ihr denn mit SuS umgehen, die belgische oder schweizerische Formen verwenden? Also, wenn jemand konsequent 95 als nonante-cinq schreibt?

    Wenn es Muttersprachler*innen oder Rückkehrer*innen eines Auslandsaufenthaltes wären, würde ICH es akzeptieren, allerdings dann bitte konsequent und nicht nonante-cinq und quatre-vingt-dix-huit, nur weil man das quinze umgehen wollte ;)
    Wie das andere Lehrkräfte machen würden.. weiß ich nicht. Ich wage die (nicht sehr nette) These auf, dass einige Lehrkräfte alles glauben würden "es ist belgisch" :-D.
    Und ja, es ist leider so, dass ausgerechnet das Französische nicht unbedingt eine "offene Sprache", was Dialekte angeht (Mein Vater ist Dialektsprecher (auch noch aus einer anderen Region), da wusste ich schon ganz früh: niemals im Leben darf ich so sprechen und schreiben. Der Teil meiner Mutter wiederum ist zum Teil korsischsprachig. SIE leben es anders aus ;)

    dazu kommt noch, dass ja wahnsinnig viel Unterricht ausfällt und enorme Unruhe entsteht, weil gefühlt jede Woche ne andere Klasse mit ihren LehrerInnen auf Klassenfahrt ist. oder machen die dann die Schule einmal im Jahr für zwei Wochen zu?

    Ach bitte, dann könnten viele Schüler*innen (oder Lehrkräfte?) nicht an mehreren Fahrten teilnehmen..

    (Ja, auch wir haben eine große Fahrtenwoche, aber nein, nicht alle Fahrten sind da parallel möglich, weil ... oh Überraschung ... nicht alle Lehrkräfte fahren wollen / können, und einige stichhaltigere "Nein-Gründe" haben als andere.".
    Aber auch: Freiwillige zusätzliche Fahrten sollten jedem zur Verfügung stehen (Sportfahrt, interkulturelle Begegnung, Austausch, Erasmus ...)

    In meinen Französischkursen waren Dialekte bislang auch kein Thema. Wir behandeln in einer Einheit französische Jugendsprache, aber das war es auch schon.

    In den beiden auf dem Markt herrschenden Lehrwerken (gibt es überhaupt andere?) gibt es Einheiten zu Belgien und Québec, sowie zur Francophonie allgemein.
    Da wird am Rande gestreift, dass man in diesen Ländern zum Teil andere Wörter mit der selben Bedeutung verwendet.

    Offenbar. Ich find‘s auch krass. Vor allem, wenn man mehrere Kinder auf dieser Schule hat. Aber die Initiative ging wohl von den Eltern aus. Und das ist jetzt keine Privatschule oder so.

    richtig schlimm.
    Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es bei ALLEN so ist.
    Aber Gruppendynamik und der Wunsch, nicht aufzufallen .. Arme Schüler*innen, arme Eltern, die unter diesem Druck stehen.

    Wenn ich Zweifel an deiner Echtheit hätte (was ich ausdrücklich NICHT habe, aber wenn..), wäre das geschilderte Gespräch mit dem Personalrat der absolute Beweis.
    Es ist eine Schande, dass der Mensch sich Personalrat nennen darf. Bist du in einer Gewerkschaft oder Berufsverband? Kannst du einen ANDEREN Personalrat anrufen? (ich wüsste nicht, dass man an einer Person gebunden ist. Ich habe immer die Person angerufen, wonach mir war, bzw. wer Sprechstunde hatte).
    Ich halte - als Laiein natürlich - ziemlich alle genannten für falsch.
    Ich bin relativ sicher, dass das Land keine Lust auf Frühpensionierung hat, ohne das Mittel der Versetzung ausprobiert zu haben.
    Ich würde DEFINITIV die seit dem Vorfall aufgetretenen Probleme mit der SL schildern. Sachlich, schriftlich. Es gehört eben zur Situation!

    Ich würde nicht sofort vom Schuldienst abraten, aber JA: mit dem täglichen Dilemna musst du leben: AUch du wirst deine Benotung an einzelnen Tagen festmachen müssen (zum Teil, ist aber im Ref auch so, du hattest eine kontinuierliche Langzeitnote), auch du wirst nicht nur die individuelle Bezugsnorm nutzen dürfen, sondern Noten vergeben, die sich mal an die Klasse/Schule orientieren, mal an das Land (Abschlussprüfungen). Auch du wirst gleichzeitig ausbilden, unterrichten, motivieren und dann auch bewerten und sanktionieren.
    Den Spagat jeden Tag zu erleben, kann einen kaputt machen.
    Es gibt die ach so professionelle Distanz, es gibt auch Wege, IM System Sachen zu verändern, das pädagogische Konzept einer Schule ist da besonders wichtig für das Wohgefühl, aber JA, die Meta-Ebene deiner Reflexion wird dich auch für deine Schüler*innen beschäftigen.
    Probier es aus!

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