Beiträge von chilipaprika

    Daraus kannst du aber nicht schließen, dass andere Praxen es so machen.

    Ich würde "a)" sagen. Wenn der Grund (nachweislich) komplett außerhalb deiner Zuständigkeit ist (Flug, Unfall, Erkrankung), dann hast du vielleicht eine kleine Chance (wobei es eben auch dein unternehmerisches Risiko ist, wenn deine Flugbuchung storniert ist oder so (dafür gibt es auch Versicherungen)).
    und dann b.

    Wie kämst du denn mit c) durch? du zahlst nicht und gehst trotzdem zum nächsten Termin (falls sie einen abmachen?)


    Ich hatte übrigens auch (nur, um die Liste zu verlängern) Ausfallhonorare als Kassenpatientin. Die ich selbst tragen musste / hätte tragen müssen. Weil es eben keine Leistung ist, die die Gesellschaft trägt.
    Mein erstes (und einziges) zu zahlendes Ausfallhonorar war 50 Euro. Ich war jung, Studentin, der Arzt hat mir es im Gespräch erklärt und hat 20 Euro von mir kassiert. Wie er zurecht meinte: Der Anruf 15 Minuten nach meinem verschusselten Termin war schon Strafe und peinlich genug, das würde ich nie wieder vergessen.

    PS: ich bin übrigens für Ausfallhonorare für Friseurtermine, reservierte Restaurantische oder für die Masse an Studis, die leider nicht zu meiner Sprechstunde kommen konnten, weil deren Schwester/Partner/Schlagmichtot sich gerade den Fuss gebrochen hat und sie waren die EINZIGE Person, die zum Krankenhaus fahren konnte.

    Ich verstehe deinen Unmut (größtenteils), möchte aber einwerfen, dass man oft Menschen im Gesundheitsbereich Unrecht tut, wenn man von denen erwartet, ihre Arbeitskraft zur Verfügung zu stellen, sie nicht abzurufen / nicht zu bezahlen und zu glauben, sie würden es aus Berufung machen.
    Sei es der Arzt, der abends um 20 Uhr beschimpft wird, weil er den Warteraum schließt, der Tierarzt, der nicht jeden dahergerannten verletzten Kater kostenlos pflegt, aber auch der Musiker, der Geld für seinen Auftritt möchte und nicht "gegen Werbung" arbeitet.

    Mein Mann und ich haben (je) einen Vertrag für Musikunterricht, ich bin bei der Musikschule, er bei einer privaten Musikschule. Wenn wir nicht können (egal ob krank, keinen Bock, Dienstreise...): Pech. Wenn wir früh genug Bescheid sagen (Dienstreise oder Urlaub), dann gab es oft die Möglichkeit, mit jemandem anderen zu tauschen.
    Aber sonst: die Menschen können doch nichts dafür, dass UNS was dazwischen kommt.

    Ich finde nicht, dass der Arzt das Recht hat, hier was zu verlangen, wenn man die Praxis gar nicht kontaktieren konnte bzw. nachweisbar einer dieser unabwendbaren Gründe vorliegt.

    Wenn es tatsächlich so ist, dass es keine Kontaktmöglichkeit gibt, dann ist es natürlich schwierig.
    Die "unabwendbaren" Gründe sind ja DEIN Risiko in DEINER Planung.

    Zitat

    Der Arzt versucht hier ja offenbar, sein wirtschaftliches Risiko auf den Kunden abzuwälzen.

    Sorry, dass ich das jetzt wieder raushole, aber so ein Satz ist ziemlich unempathisch, wenn man in unkündbarer Beamtenstellung steht, in welcher man sogar bezahlt wird, wenn man nicht verwendet wird.

    Ich weiss es wirklich nicht mehr. Ich musste gerade an einen Konventsbeschluss denken, von dem wir zu dritt felsenfest davon überzeugt waren, dass er protokolliert ist. Es gab ihn aber nicht. Verrückt, was man sich manchmal einbildet... :sterne:

    Es ist okay. Das sind die Freuden des Alters ;)

    (Ich glaube mich zu erinnern, wir seien selber Jahrgang oder du ein Jahr jünger, also sag ich es ganz bewusst... :D )

    Tatsächlich war es ja so.. Montagmorgen angerufen, nur AB dran, ich konnte gar nicht absagen. Genau so wäre es auch beim Anruf am Samstag für Montag gewesen, selbst wenn ich dann schon gewusst hätte, dass ich Montag nicht kann.

    48 Stunden sind auch selten mit Wochenende abgedeckt.
    Aber ernsthaft: das ist jetzt doofes Drücken vor Verantwortung. Ich sage nicht, dass ich es gerechtfertigt oder gar gut finde. Ich finde nur: 1) man kennt die Spielregeln (außer du hast nicht unterschrieben) und hat sie akzeptiert, 2) (und das ist der wichtigere Punkt) jetzt anfangen zu sagen "ja, zugegeben, ich habe nur 3 Stunden vorher angerufen, aber am Samstag blabla..." Ist es ein richtiger AB, wo du darauf gesprochen hast? Man sieht auch, WANN du angerufen hast.

    Andererseits: könnte er die weitere Behandlung verweigern, wenn nicht gezahlt wird?

    Selbstverständlich.
    Warum sollte er dich sonst behandeln? Du schließt mit einem Privatarzt einen Vertrag.
    1) Wenn du den nicht erfüllst, warum sollte er seinen Teil erfüllen?
    2) Wenn du jetzt ganz neu wärst und jetzt beim Kennenlernen den Vertrag nicht unterschreiben würdest / unterschrieben hättest, dann hätte er dich nicht angenommen.

    Nun trudelt eine Rechnung von rd. 150 Euro Ausfallhonorar ein.

    Ein Ausfallhonorar bemisst sich ja in der Regel an der geplanten Rechnung. Hattest du einen mehrstündigen Termin?

    Muss man das hinnehmen bzw. hat jemand solche Erfahrungen schon gemacht? Ich vermute, das bei der Krankenkasse bzw. Beihilfe einzureichen würde zur Ablehnung führen.

    Krankenkasse und Beihilfe werden es ablehnen (zurecht, es wurde ja keine Leistung erbracht).
    Du hast vermutlich etwas unterschrieben, gab es einen Passus mit Verschiebungen/Verminderung des Ausfallhonorars, wenn du schnell den nächsten Termin hast? War dir das Risiko nicht zu hoch? (Bei Ärzten mit Ausfallhonorar habe ich partout immer aufgepasst und wirklich versucht, nicht montags einen Termin zu haben.)

    Also: ich weiß, dass die meisten Parteien in ihrer Satzung eine Unvereinbarkeitsregelung haben, dass man nicht in einer anderen Partei Mitglied sein darf. Vielleicht hast du es da verwechselt?
    Aber auch da kenne ich Menschen, die (auf Antrag) geklärt haben, dass zb SPD und SPÖ sich nicht ausschließen, weil unterschiedliche Länder und ähnliche Ziele. und ich kenne mindestens eine Person in Österreich, die in einem hohen politischen Amt steht und in Deutschland noch wählt (und "Fördermitglied" einer Partei in Deutschland auch ist)
    Meine Parteiengagement-Zeit war vor meiner Einbürgerung, deswegen war ich eh nie betroffen (sowieso nicht, weil es die andere Richtung gewesen wäre), seitdem bin ich desillusioniert und deswegen konnte ich Deutsche werden :D

    Es gibt natürlich auch Mitbürger, die das Pronomen "es" für sich bevorzugen. Wenn du die Pronomen jedes Menschen respektierst, solltest du auch hier keine Ausnahme machen, da dies sonst als übergriffig gegenüber diesen Personen empfunden werden könnte.

    Hast du jemals solche Menschen getroffen oder übernimmst du dabei Behauptungen, die von komischen Menschen getätigt werden?

    Ich kenne durchaus einige (selbst geforderte) Formulierungen für Menschen, die sich nicht dem Geschlecht zugehörig fühlen, dem sie zugeordnet werden) und "es" ist mir noch nie untergekommen (was natürlich keine allgemeingültige Wahrheit sein muss, die anekdotische Evidenz kann ja auf meiner Seite sein.

    Darf ich fragen, wie sich das anfühlt?

    Klar. Ich kann ganz gut damit leben.
    In Deutschland kann ich die Herkunft nicht ewig verstecken (schöner Euphemismus), in Frankreich wird mir sehr oft gesagt, wie gut mein Französisch ist (zwar ab und zu holprig und mit Akzent, aber ziemlich gut ;) ).
    Mir tut es weh für meine Eltern. aber mein Leben ist hier und die Einbürgerung war für mich ein sehr bewusster Schritt: ich wollte endlich wählen dürfen.

    und wenn ich jetzt drüber nachdenke: spätestens wenn mit meinen Eltern was wäre, hätte ich ein Problem (komischer spontaner (verrückter) Gedanke: ich kann mich nicht beim Notar ausweisen).

    Mindestens die USA und Kanada gehen auch, aber mit denen gibt es auch keine Probleme, die Türkei ist für mich ein Sonder- und auch der einzige Problemfall was Doppelstaatler angeht.

    Hat sich das geändert?
    Doppelte Staatsbürgerschaft: Deutschland – USA - Schlun & Elseven (se-legal.de)


    Deutschland erkennt die doppelte Staatsbürgerschaft qua Geburt an, aber sonst nicht (wirklich freiwillig) bei der Einbürgerung. Die Tatsache, dass zb. ich eine doppelte Staatsbürgerschaft (auf dem Papier) habe, liegt nur daran, dass das EU-Recht Deutschland dazu zwingt.


    Es ist eine sehr lange und schwer bedeutsame Diskussion, denn jenseits des Papiers gibt es auch die Fremdzuschreibung. Ich fühle mich meinem Geburtsland auf irgendeine Art und Weise verpflichtet, habe aber seit meiner Einbürgerung nicht mehr dort gewählt (und davor auch schon einige Male nicht, aber damals hauptsächlich wegen der umständlichen Fahrerei). Obwohl ich mit meinem Wahlzettel das Leben meiner Verwandte verbessern könnte, darf ich es (in meiner moralischen Vorstellung) nicht tun.
    Wenn bei einer französischen Wahl allerdings LePen vorne steht, werde ich dann gefragt "warum WIR sowas gemacht haben" und dann auf meinen Hinweis hin, dass ich nicht wähle, warum nicht, ich könnte es verhindern. Die allermeisten Menschen haben da doppelte Maßstäbe, denn die meisten regen sich über die Doppelpässler*innen auf, die Erdogan in der Türkei zur Macht verhelfen. (zurecht. Es war für mich der Auslöser, meine Papier nicht mehr mehr aktiv zu verlängern. Ich kann mich also in Frankreich nicht als Französin ausweisen und bin de facto nur noch Deutsche).

    Mir wurde vor 15 Jahren erklärt (von Schäuble selbst, haha), dass die doppelte Staatsbürgerschaft ein Problem sei, wenn ich in der Wüste von Terroristen entführt würde: wer kümmert sich um mich? Schade, dass diese Dystopie immer realistischer zu werden scheint.
    Wie gesagt, ich habe alles auf Deutschland gesetzt, ich hoffe, Schäuble kommt nicht vorbei und sagt "ach, die Chili mit dem Akzent, Macron soll sich um sie kümmern".

    Für die Frage der Integration halte ich die doppelte Staatsbürgerschaft aber auch für einen Nebenkriegsschauplatz.

    Ja. Weil es den Menschen egal ist, was man für eine Staatsbürgerschaft, man bleibt "der Türke", "der Syrer", "der Russe".

    Handlungskonzept Unterrichtsversorgung | Bildungsportal NRW (schulministerium.nrw)

    Befristetes Angebot eines berufsbegleitenden Vorbereitungsdienstes an Grundschulen und Sekundarstufen I für Master of Education Absolvent:innen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen

    Um die sich abzeichnenden Personalüberhänge im Lehramt für Gymnasien und Gesamtschulen zu nutzen, ist für Studienabsolventinnen und -absolventen für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen mit einem der Schulform entsprechenden Unterrichtsfach die Möglichkeit geschaffen worden, im unmittelbaren Anschluss an ihre universitäre Ausbildung den berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst (OBAS) für das Lehramt an Grundschulen oder für das Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen aufzunehmen und die entsprechende Lehramtsbefähigung zu erwerben.

    Die berufsbegleitende Ausbildung erfolgt - auch für das Lehramt an Grundschulen - in zwei Fächern. An Grundschulen erfolgt im Rahmen der berufsbegleitenden Ausbildung nach OBAS eine Ausbildung in zwei Unterrichtsfächern der Grundschule, wobei die Ausbildung obligatorisch mindestens in einem der Fächer Deutsch oder Mathematik erfolgen muss.

    Anders als bei einem Schulformwechsel nach Abschluss der gesamten Ausbildung werden die Master-Absolventinnen und -Absolventen im Rahmen eines berufsbegleitenden lehramtsbezogenen Vorbereitungsdienstes für das Lehramt an Grundschulen oder das Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen frühzeitig für die schulformspezifischen Anforderungen dieses anderen Lehramts ausgebildet. Das berufsbegleitende Format des Vorbereitungsdienstes ist um sechs Monate verlängert und ist mit einer höheren Vergütung verbunden.

    Befristung auf fünf Jahre.

    (nur eine von vielen "interessanten" Maßnahmen.
    Handlungskonzept Unterrichtsversorgung | Bildungsportal NRW (schulministerium.nrw)

    Tatsächlich?

    Mit der Zeit werde ich immer glücklicher, dass meine Kinde beide durch die Grundschule durch sind. Noch ein paar Jahre und der Nachzügler hat auch ganz geschafft, was allgemeinbildende Schule angeht.

    Ich weiß, ich weiß, unpassender Vergleich, nicht steinigen, aber ganz ernsthaft: die Zulassung und Prüfung zum Hundetrainer ist langsam schwieriger als eine Zulassung als Lehrkraft (und mehr Geld bringt es sicher auch (kurzfristig) ein, wenn ich unsere Rechnungen sehe :D )

    Die Forderung eines Abschlags mit Hinweis /Drohung auf angefallenen Zinsen (also für die Verspätung) hat schon bei einigen Menschen (mir inklusive) für Wunder gesorgt. Auf einmal hatte ich nach zwei Tagen einen Abschlag (ohne Zinsen), auf den ich seit 8 Wochen wartete.

    Susannea Starten bei euch die Referendare sofort mit eigenen Klassen, bei denen sie alles selbst verantworten müssen?

    Nicht Susannea, nicht Berlin/Brandenburg, aber: in NDS steigt man ab dem ersten Tag mit eigenen Klassen ein (zumindest im allgemeinbildenden Bereich, ich glaube, es könnte im berufsbildenden Bereich wegen des Starts in November anders sein), in NRW (Start Mai/November) unterrichten und bewerten die Referendare ab August/Februar vollständig eigenständig.

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