Beiträge von chilipaprika

    Ich kann German schon irgendwie verstehen. Es mag in anderen Berufen auch eine schlechte Trennschärfe geben, aber unser Beruf ist dafür prädestiniert. Meiner Meinung nach.

    btw: ich bin gestern um 5 Uhr mit dem Fahrrad zur Schule gefahren. Auf dem Rad habe ich während der Fahrt den Tag strukturiert, Gespräche geplant, ... Um 17 Uhr bin ich auf dem Fahrrad zurückgefahren. Auch dabei habe ich mir Gedanken zur Woche und den kommenden Wochen gemacht und Termine mental vorbereitet. Sachen, die ich sonst am Schreibtisch machen würde. Zu hause war ich um 19 Uhr. Hatte ich einen 14-Stunden-Arbeitstag in der Arbeitszeit-Erfassung? Oder war das Nach-Hause-Weg?

    eine gute Vorbereitung, die (z.B.) zwei Stunden nur im Kopf stattfindet?
    Keine Notizen erfordert, keine Dokumentenerstellung? Ich bin sicher, dass das anschließende Aufschreiben im Büro nicht wesentlich kürzer ist als ohne Gedanken beim Radeln.
    Und das sage ich als eine, die bei KEINER Arbeitsstelle die Trennschärfe schafft (ich habe heute Überstundenausgleich und schon 5 Mails geschrieben.. :( ) UND deren Gehirn leider NIE Pause macht. Trotzdem habe ich keinen 24 Stunden-Dienst. (und für die Spitzfindigen hier: Ja, leider schaltet mein Hirn beim Schlafen auch kaum aus)

    aber das ist dann genau die Definition von Ausbildungsunterricht!
    Das mit der anderen Schule ist die erste Lösung, haben wir widerum ganz oft für den Ausbildungsunterricht, der selbstständige Unterricht kann auch oft kooperativ sein..
    Wir reden aneinander vorbei mit den Begrifflichkeiten, die NRW-Referendar*innen drehen nicht Däumchen im Ausbildungsunterricht sondern unterrichten, der Fachlehrer ist halt auch dabei. Je nach Situation in Teamteaching oder eben komplett alleine unter Beobachtung.

    Alterra erzählt wie es an ihrer Schule gehandhabt wird. Das muss ja nicht zwingend richtig sein. Außerdem hat sie mir insofern nicht widersprochen, als dass sie bestätigt, dass sie zu 50:50 sowohl in FR als auch UF ausbilden. Was ja der TE verwehrt werden soll. Überigens habe die Vorgaben der Studienseminare recherchiert, die wohl eher maßgeblich sind.

    steht "soll" oder "muss" in den Vorgaben?

    Wir reden hier von Ausnahmen, wenn etwas gar nicht geht. In den zwei mir aktuellen bekannten Fällen geht es nicht anders. Kurse kann man sich nicht backen, es geht ja nicht mal darum, dass ein Kollege ins Minus ginge, sondern, dass es keinen Kurs gäbe. Alternative: Übernahme eines Leistungskurses. Grandios.

    Mit "Häh" und "Stimmt doch gar nicht." Kann ich leider nichts anfangen. Vielleicht kannst du ja einfach mal sagen, wie es in NRW abläuft. Dann wäre auch niemand verwirrt. CDL hatte ja auch schon gefragt. Ich scheine also nicht die Einzige zu sein, die es nicht verstanden hat.

    hat er:

    Zitat von kleiner grüner frosch

    Ich habe noch kein Bundesland gesehen, daher gür NRW:

    Du MUSST in jedem Fach Ausbildungsunterricht haben. (Den hast du ja scheinbar auch.)

    Du MUSST NICHT unbedingt in jedem Fach eigenverantwortlich unterrichten. (Wäre mir zumindest neu.)

    Auch wenn ich als Schulleiter gut verstehen kann, dass du das möchtest und das natürlich einrichten würde.

    du musst trotzdem deine Stunden haben, du MUSST aber nicht alleine im Raum sein.

    In Hessen hat man an beruflichen Schulen bspw. zunächst eine 3-monatige Hospitationsphase, in der man sich alles Mögliche anschauen kann, nicht nur die eigenen Fächer. Danach bekommt man einen Stundenplan, bei dem das Studienseminar streng darauf achtet, dass man in beiden Fächern gleich viele Stunden unterrichtet- pro Fach(richtung) sind das 6 Stunden, von den man je zwei Stunden doppeltbesetzt ist mit Mentor*in. Das heißt, dass man je 4 Stunden komplett selbständig hält und je 2 doppeltbesetzt mit Mentor*in. Dabei sitz die Mentorin im Unterricht und fibt am Ende Feedback. Diese Stunden bekommen Sie ebenfalls komplett aufs Deputat angerechnet. (Und ich glaube zusätzlich eine Stunde für die Anleitung/Besprechung, da bin ich mir aber nicht ganz sicher.)

    (Hervorhebung durch mich)
    Kann es sein, dass du deinen Fall übergeneralisierst?

    Viele Reffis könnten auch auf die Idee kommen, dass es gleich sein muss, wenn es hinkommt, aber zum Beispiel in meinen Ref-Fächern ging es nicht und es ginge nirgendwo. Ich hatte je Fach durchgängig (in NDS 3 Halbjahre) eine Lerngruppe. Eine vierstündige, eine zweistündige. Die vierstündigen Lerngruppen im Zweitfach sind in der Oberstufe, wo ich nicht drin war.

    In NRW gibt es auch die Hospitationsphase und dann auf 2 Halbjahre 18 Halbjahresstunden BdU (oder wie ich jetzt gelernt habe: SAU). es kann 9-9 sein, es kann 10-8 sein, der Rest wird aufgefüllt mit Ausbildungsunterricht. Es gibt Fächer, die nur in der Oberstufe sind, und wenn es aus welchem Grund auch immer in der Stufe, wo Referendar*innen typischerweise eingesetzt sind (Stufe 11 von 13) nicht geht, kann die Schule durchaus sagen auf die Idee kommen, dass sie nicht möchte, dass ein Referendar einen Grund- oder Leistungskurs eigenständig unterrichtet.

    Von daher könnte ich mir vorstellen (!), dass wir alle dem Glaube unterliegen /unterlagen, es sei Pflicht, es auch in 99% klappt, manchmal aber nicht, wie ich mich jetzt erinnert habe.

    Andererseits habe ich mal ein paar Semester Spanisch als Drittfach studiert, war in der Schule auch sehr gut, habe aber gemerkt, dass das ohne Auslandsaufenthalt niemals funktioniert hätte und habe es deswegen auch an den Nagel gehangen. Ob es das spätere Einsetzen der Sprache in der Schule war, weniger Alltagsbezug zur Sprache oder was auch immer, es klappte nicht wirklich flüssig.

    So, und jetzt zur "Versöhnung": DAS merkt nicht jede*r. und viele haben eine Zweier-Kombi und ziehen es also "trotzdem" durch.
    Ich habe jede Woche Bewerbungen auf Englisch auf dem Schreibtisch, jeden Monat Französisch und Spanisch.
    Englisch: Zwischen "fehlerfrei schreiben" und es gibt keine komplexe Satzstrukturen sind auch Welten. Ich habe alle paar Wochen Sachen vorliegen, da ist in der ganzen Bewerbung kein einziges Phrasalverb und noch dazu Fehler in der Adverbnutzung.
    Französisch/Spanisch: keine Angleichung der weiblichen Person, kein Subjonctif/subjontivo, die Negativklammer ist entweder keine Klammer mehr oder hat nur einen Teil (schriftlich!)

    Referendar*innen im Unterricht: nach 18 Monaten Ref ist die Passivkonstruktion weiterhin falsch, auf JEDEM Arbeitsblatt habe ic Fehler gefunden (egal ob Ausbildungsunterricht oder eigener Unterricht, wenn ich zu Besuch war), basale Fehler an der Tafel.
    Ich rede NICHT von meiner (super!) Reffin, die den zweiten Weltkrieg in der Oberstufe unterrichtet hat, und 1-2 Sprachmittel nachlernen musste und den ganzen Waffenarsenal nicht kannte.
    Ich rede nicht mal (sorry, Französischbeispiel), dass jemand den passé simple nicht bilden kann oder sich schwer tut, gewisse Präpositionen einzusetzen.
    Come on, ich bin nicht blöd, ich ü40 und mehr als die Hälfte meines Lebens im "Sprachbad" und weiß um die Fehler, die ich mache. Ich spreche von Leuten, die mir behaupten, dass sie sich vom Auslandsaufenthalt haben befreien lassen, weil sie es nicht bräuchten und nach 6 Monaten Schreikrampf meinerseits weiterhin "jouer à / jouer de" (1. Lektion im 2. Lernjahr) falsch verwenden oder "vous pouvez écrivez" Arbeitsblatt schreiben.

    Also: ein Auslandsaufenthalt löst nicht alle Probleme, einige Menschen kommen auch ohne gut durch, aber die Tatsache, dass Einige gut durchkommen, sollte nicht dazu führen, dass man es runterspielt. Immerhin unterrichten wir auch mehr als "nur" Grammatik (auch wenn es mir leider oft so vorkommt).

    Also: Ausbildungsunterricht ist doch nicht Hospitation! (und erst recht nicht, wenn es keinen bedarfsdeckenden / eigenverantwortlichen Unterricht gäbe).
    Ich habe sowohl in NDS im Ausbildungsunterricht jenseits vielleicht einer Doppelstunde den ganzen Quartal unterrichtet, je nach Fach/Lerngruppe/Mentor/Leistungsstand engmaschig betreut oder frei mit Rückmeldungen und Nachbesprechungen, als auch in NRW erwarte ich, dass der/die Reffi so schnell wie möglich unterrichtet (in der Regel eine eigene Unterrichtsreihe zum Beispiel). Auch da gibt es je nach Leistungsvermögen des Reffis mehr Anleitung, mehr Vor- und Nachbesprechung. Es sollte seine Reihe sein, ich habe aber die Verantwortung und gebe die Leitplanken, im Rahmen dessen man sich bewegen darf, sowie die Rückmeldungen zur Verbesserung..

    Von nicht ausbilden können war keine Rede.

    Manch einer wird das Gegenteil behaupten: wird der Referendar nicht eigenverantwortlich eingesetzt, so erhält er um so mehr Ausbildungsunterricht, da die zu unterrichtende Gesamtstundenzahl ja die gleiche bleibt.

    stimmt.
    Und gleichzeitig nachgedacht, einen ähnlichen Fall gibt es gerade an meiner Schule und eine Mitreffi der Referendarin, weil es überhaupt in der Schule kaum Stunden gibt, ich hatte es kurz verdrängt.

    Oh wow, sorry.

    Ich hätte angenommen (sorry, naive Logik), dass eine Schule, die in einem Fach nicht ausbilden kann, dies auch meldet und es auch Folgen hat.

    Dann bin ich noch dankbarer, dass ich (in NDS) eine Franz-Klasse hatte, weil es dort quasi ein Lehrer pro Lerngruppe gab..

    Die Schule ist verpflichtet, dir die Stunden zu geben. Ob deine KuK Minusstunden bekommen oder nicht, ist es nicht dein Problem (und das sage ich als Kollegin, die schon mehrfach Klassen an Reffis abgegeben hat. Mal mit anderer Lerngruppe, mal mit Minus. War ich happy? Nein. War das die Schuld vom Reffi? Nein. Hätte ich lieber meine Stunden behalten, gegen die Ausbildung des Reffis (falls ich überhaupt die Wahl hätte, was ich nicht habe): NEIN.

    Wird schon!

    Ist es, ist es aus heutiger Sicht.

    Die Pflicht in NRW liegt bei 12 Wochen, ich muss mindestens einmal alle 2 Wochen einem Studi sagen, dass wenn mein 15-16wöchiges Angebot ihm nicht passt, er gerne alleine woanders was suchen kann.

    Ein Streit ist auch mal um 3 Tage (12,5 Wochen) entfacht.

    Offiziell hätte ich 1 oder 3 Jahre Ausland gehabt (Doppelabschluss), MIR (und meinem Anspruch) hätte ein Jahr sogar nicht /nur knapp gereicht. Wahrscheinlich eine Kombi aus ‚schwerer Sprache‘, ‚Grundausbildung nicht so gut‘ (trotzdem durchgehend Klassenbeste und eine 1 im Abi - was sehr viel über das frz Abitur aussagt) und ‚doof‘ ?!

    Aber: ich hatte noch nie eine*n Franz-Kolleg*in /Reffis, dessen Fremdsprachenkenntnisse ich annähernd respektiere, der weniger als 8 Monate im Ausland war. Ältere Generationen ausgenommen.

    Ist anekdotisch natürlich, es wird aber nicht besser, da man aus der Schulzeit bestimmte Sachen nicht mitnimmt (in den meisten Sprachen)

    Nicht böse sein, ich werde jetzt etwas sagen, was sicher Vielen nicht gefällt:

    (Und vermutlich / vielleicht ist es in Englisch ja gaaaaanz anders)

    Ich hatte ja auch (Mit-)Reffis, die (mit oder ohne Auslandsaufenthalt) der Meinung waren, sie hätten es nicht gebraucht.

    Tja, ich sehe/sah es (zum Teil deutlich) anders, und das zum Teil eben nach dem Aufenthalt.

    Edit: ich hörte und las deren Sprache. Und sie hätten es noch nötig gehabt.

    Ausnahmen gibt es natürlich, ist klar, genauso wie es Leute gibt, die nach 2 Jahren ein drittes bräuchten.

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