Das ist auch so eine dämliche Unart hier in Deutschland. Wenn jemand auf eine Anrede mit Doktor besteht, kann ich nicht anders als die Person zu belehren, dass es nur ein akademischer Grad ist und kein Titel und er sich den sonst wohin schmieren kann...
Wobei meine Erfahrung ist, dass oft auch Andere darauf bestehen.
Meine allererste Erfahrung der Art war im Studium, ich suchte einen Dozenten eines sehr kleinen Faches, sein Büro wäre also in der Bibliothek gewesen.
"Guten Morgen, ich möchte gerne mit Herrn Goldt sprechen", werde ich wohl in meinem charmantesten französisch geprägten Deutsch gesagt haben, so ca. 2 Wochen nach meiner Ankunft in Deutschland, total eingeschüchtert und unsicher.
"Ich weiß nicht, ob Herr Goldt da, aber ich könnte schauen, ob Herr DOKTOR Goldt zu sprechen ist", antwortete eine leicht in die Jahre gekommene Sekretärin/Bibliothekarin/Hilfsfrau des Faches.
Über die nächsten Jahre nutzte ich zwar ihr gegenüber (und ihm gegenüber) immer ehrfurchtvoll den Titel, ihm schien es egal zu sein, zumal er lieber in der Studiensprache sprechen wollte, die ich gar nicht beherrschte :-D, aber SIE wiederum hatte neue Regeln der Satzprosodie entwickelt, wo der Doktortitel (Grad) ständig betont wurde.