und wenn man vielleicht versucht, davon auszugehen, dass die Angabe stimmt und dass es trotzdem nicht überzogen ist.
Ich hatte schon mal (im verschulten ECTS-System) eine VL mit einem dazugehörigen Seminar. Für die VL gab es 3 ECTS-Punkte (offiziell nur 1 durch die Anwesenheit), für das Seminar 5 (offiziell nur 1 durch die Anwesenheit) und am Ende war entweder eine HA oder eine mündliche Prüfung oder Klausur (je nach Studiengang/Entscheidung) und dafür auch 2-3 Punkte. (Klausur in der VL, mündliche Prüfung beides möglich, Seminar mit HA, aber nur einmal eine Prüfungsleistung Pflicht)
Vor- und Nachbereitungszeit war für VL und passendem Seminar dasselbe. Aber klar, einige waren der Meinung: Vorlesung = Berieseln, Seminar = Berieseln aber mit Quatschen (worüber/wozu... egal) und oh mein Gott, ich kriege nur 2-3 Punkte für die Prüfungsleistung. Dass durch das Lesen der 60-100 Seiten jede Woche die mündliche Prüfung / Klausur / Hausarbeit nur noch eine Formsache war, haben die wenigsten gesehen, sondern gejammert.
Klar, ist es manchmal viel zu lesen, aber sorry, es gibt bestimmte Grundlagen, die BRAUCHT man. In den Naturwissenschaften/Mathe sieht man es gut mit (Algebra / Theoretische Physik / Anorganische Chemie) 1, 2, 3, in den Geistes- und Sozialwissenschaften ist es aber auch ein bisschen peinlich, Leute im Masterstudium zu treffen, die nur einen Theoretiker in der Soziologie kennen (da haben sie das Wahlseminar gemacht), in der Philosophie die Ideengeschichte vernachlässigt haben oder in den Fremdsprachen keinen Überblick der Literaturgeschichte haben.
Wenn ein Studiengang bei der Akkreditierung ein bestimmtes Modul als Grundlage mit viel Stoff entsprechend kreditiert haben, kann man davon ausgehen, dass es entsprechend geplant ist und im Semester parallel dazu auch passt.
Während die NaWis Übungszettel gerechnet haben, habe ich für jedes Seminar in meinem (unkreditierten) Studium 30-50 Seiten zu lesen gehabt. Tja, ich bin realistisch, 80% haben es nicht gelesen und haben dann vor den Sammelprüfungen vielleicht (?) nachgeholt. Vielleicht ist es aber auch okay, wenn man Schüler*innen / Studierenden in einigen Fächern zeigt, dass ihre Antworten nicht alle aus ihren Köpfen kommen können, sondern ein Grundwissen vorher erworben werden muss.