Beiträge von chilipaprika

    und ohne das Ref zu verteufeln: Es ist, genauso wie der Berufseinstieg (egal welche Branche), eine herausfordernde Zeit und je nach Persönlichkeitstyp gibt es total unterschiedliche Lösungen.
    Ich habe ca. 6 Monate vor meiner Ref-Bewerbung/-Zuweisung eine (mittelferne) Beziehung angefangen, von der ich die Zuversicht hatte, "es könnte der Richtige werden". Als die Zuweisung mich in eine entgegengesetzte Richtung schickte, war für mich schnell klar (auch wegen anderer zu berücksichtigender Faktoren): Ablehnen und das BL wechseln, um - total antifeministisch - zum Freund zu ziehen bzw. direkt bei ihm das Ref zu machen.
    Ausgehend von MEINER Persönlichkeit war mir klar: das Ref und eine Fernbeziehung sind nichts für mich, weil ich mich nie an "Wochenende frei für den Freund" halten könnte.
    Ausgehend von SEINER Persönlichkeit wusste ich: er kann damit umgehen, dass ich da bin, er aber nur eine Stunde abends was von mir hat.

    Heute sind wir zusammen verheiratet, zwischendurch hatte ich ein paar Jahre für die Planstelle eine Zweitwohnung unter der Woche. Das war nicht spaßig, aber unsere Beziehung war da stark genug. Im Ref hätte ICH es nicht geschafft.
    Aber ich kenne viele, die es als Erleichterung empfunden haben, die Woche für sich zu haben. (und ich kenne nicht wenige, denen das Zusammenwohnen im Ref die Beziehung gekostet hat)

    ja, werden sie.
    Immer noch nicht schnell genug, aber es war ein Beispiel: Nur, weil statistisch gesehen viele Freundschaften intrakulturell bleiben (und es sich vielleicht in den letzten Jahrzehnten immer mehr vermischt), ist es kein (pädagogischer, moralischer, rechtlicher) Grund, eine Trennung (wieder) zu herstellen.
    Und genauso ist es bei anderen Differenzlinien. Inklusion mag schwierig sein, es kostet verdammt viel Kraft und Geld, aber das sollte sich ein Land wie Deutschland leisten wollen.

    Die Frage finde ich berechtigt und ich kann mich an eine Userin (weiß aber nicht mehr, wer es ist und hätte spontan dich genannt, Zauberwald), die erzählte, ihre Kinder seien in inklusiven Settings beschult worden, und es gab ganz tolle Freundschaften, aber ab der Pubertät trennten sich trotz gemeinsamer Beschulung doch die Freundschaften. Weil die Entwicklung und die Interessen auseinander gingen.
    (Ich sage das nicht als Argument gegen eine gemeinsame Beschulung, finde aber auch, dass man das betrachten muss, auch im Sinne des Kindes, Anschluss zu haben. Also mehr Kinder mit Gemeinsamkeiten..)

    Ich bin in einigermaßen inklusiven Settings in die Schule gegangen (reines Gesamtschulsystem, das Förderschulsystem ist ein anderes und die Kinder sind in der Regel in den "normalen" Schulen gewesen (zumindest L und ESE nicht GE). Ich halte mich nicht für eine bewusst diskriminierende Person aber meine Freundschaften waren mit Kindern, mit denen ich sehr viel kognitiv teilte. Da spielte die Kultur für mich gar keine Rolle. NATÜRLICH hat es viel damit zu tun, dass das Kognitive für mich schon mein Leben lang im Vordergrund steht und mein Kommunikationsweg ist. Es gibt aber Menschen, die nach Interessen (Sport, Spezialinteresse, ..) oder Kultur Freundschaften eher schließen.
    Man soll sich halt dessen bewusst sein, dass ein Teil (!) der Anknüpfungspunkte wegfällt. Da es allerdings kein Grund (mehr!) ist, alle türkischstämmige Kinder separat zu beschulen, geht es nur darum, den Schulunterricht so zu gestalten, dass Anknüpfungspunkte und Verbindungsmöglichkeiten entstehen können.

    Ich möchte allerdings betonen: Ich war am Anfang irritiert bis genervt ("Störung meiner Effizienz"), aber die allermeisten Gespräche drehen sich auch stark um die Arbeit, die aller wenigsten Minuten drehen sich im Alltag um die Kinder oder das Hobby (ausgenommen oft die Mittagspause) und es sind oft wertvolle Informationen. Es sind quasi kleine informelle Dienstbesprechungen... Wissen, was jemand in seinem Projekt macht, wofür er verantwortlich ist, usw..
    Ich musste auf die harte Tour lernen, dass "Effizienz" der eigenen Arbeit nicht darunter "leidet", sondern dass es auch dazu gehört.
    Ich muss aber auch zugeben: Am Ende habe ich 2-3 Tage in Präsenz, 2 im HO gehabt, und es war die perfekte Mischung. An einem Tag war der absolute Austausch sehr zentral und meine restlichen Präsenztage habe ich an den Tagen gelegt, wo die allermeisten im HO waren, so dass es für mich eine super Balance war. Socializing will ich nicht mehr unterschätzen, aber ich will trotzdem in meiner kleinen ruhigen Höhle in Ruhe arbeiten. Auch da galt immer: Wenn man um 7 im Büro ist, hat man schon 90 Minuten perfekte Ruhe und kann sich dann auf die Menschen mehr freuen :D

    Aus meiner Zeit im Amt damals kann ich zumindest anekdotisch festhalten, dass man da bei manchem Sachbearbeiter (ohne Übertreibung) gut mal 30 oder 40 Minuten nicht mehr aus dem Büro gekommen ist, wenn man "mal schnell" eine Frage hatte, weil manche da sehr entspannt mehrmals täglich ausführliche Schwätzchen gehalten haben. Hier hat man deutlich die Diskrepanz zwischen den abgeordneten Lehrkräften und den fest angestellten Sacharbeitern gesehen, die immer nur feste Arbeitszeiten kannten. Die Lehrkräfte waren viel mehr auf Effizienz gestrickt, einfach weil sie es aufgrund der normalerweise fehlenden Arbeitszeiterfassung so gewohnt waren - nicht weil sie irgendwie moralisch überlegen oder die "besseren Arbeiter" wären.

    kann ich genauso bestätigen.
    Wie oft musste ich mir (vom Stammpersonal, ob Fußvolk oder Führungskraft) "Dann wartet der Mensch eine Woche, wenn du die Mail nicht sofort beantwortest"...

    und an den eine Stunde lang verspeisten Geburtstagskuchen in meiner ersten Woche werde ich mich auch lange erinnern. Inklusive Chef, der vorbei lief und sich erfreute, dass ich als Neue auch dazugekommen war (entführt wurde) und mir später erzählte, solche Momente seien sehr wichtig für Teambuilding.
    (Die gab es so oft auch nicht, aber eben zufällig bei meinem Einstieg und ich war total irritiert)

    Selbst bei ärztlichem Perosnal in Hausarztpraxen oder so, werden die nicht dringlichen Termine verschoben und fallen trotzdem an. Müssen also nachgearbeitet werden.

    ja, wirklich nur DIE heute lebenswichtige OP... und selbst da würde ich mich als Patientin fragen, ob ich nicht lieber auf den Experten als auf die Vertretung aus einem anderen Körperteil setze... :D

    Ja, wäre toll, aber das wird nicht passieren und es ist in kaum einem akademischen Beruf der Fall, oder?
    Also: Wenn mein Mann krank ist oder Urlaub hat, macht die Vertretung nur das nötigste, damit es nicht zusammenbricht, er auch umgekehrt, mir fehlt die Fantasie, in welchen Berufen es anders ist (außer sowas wie ärztliches Personal, wo man auch vertreten wird, aber auch nur diesen einen Teil..)
    Wir sind keine Busfahrer.
    Und verdienen auch mehr als sie.
    (und ich für meinen Teil habe mehr Spass als als Busfahrerin)

    Ich bin ein bisschen irritiert, was ihr euren Stundenplanern oder Sekretariaten mitteilt.

    Sekretariat: "Ich bin krank", ggf. "Attest folgt." ggf. "Attest anbei"
    Stundenplanung: "Ich bin krank, bis XY"

    Alle anderen Infos schicke ich den jeweiligen Adressat*innen.
    WENN es mir wichtig ist, dass es ankommt und ich eh die Zeit habe, diese Mail zu tippen, dann schreibe ich auch der Kollegin, der 6A und dem Elternteil eine Mail.
    Bei unserem regelmäßigen Krankenstand routiert der Vertretungsplaner wie verrückt, er hat echt was Anderes zu tun, als noch so was zu organisieren (und in den meisten Schulen müsste mittlerweile ein digitales System sein, wo man eben der Klasse die Nachricht schickt, z.B.)

    Haben die Schulen an denen man ein Ref machen kann auch den Lehrerbedarf danach? Unabhängig davon ob es eine Planstelle wäre oder nicht?

    DAS kann ich BL-übergreifend beantworten.
    1) Nicht automatisch (bzw. selten).
    2) Nur, wenn sie (rechnerischen, anerkannten) Bedarf haben.

    Die Ausbildung von Referendar*innen gehört nicht nur zu den Dienstpflichten einer jeden Lehrkraft, sondern auch zu den Aufgaben und Pflichten jeder Schule.
    Nur weil eine Schule (Bsp. Gym) gerade 3 Deutsch- und 2 Geschichtsreffis (von 4 Menschen) hat, heißt es WIRKLICH NICHT, dass es Bedarf gibt. Hessen hat eine Begrenzung beim Refzugang, es wird schon weniger blöd als in NRW kommen, trotzdem haben die BL die Pflicht und Aufgabe, das Ende der Ausbildung (ggf. mit Wartezeit) anzubieten. Auch den Germanist*innen und Historiker*innen.

    Schulen sind natürlich bemüht, Leute, mit denen sie gute Erfahrungen haben, zu behalten, wenn sie diese brauchen. Das heißt aber nicht, dass die jeweilige Schulbehörde das "Brauchen" ähnlich sieht.
    Ich lehne mich aus dem Fenster und behaupte, die von dir angedachten Fächer, insbesondere im BBS-Bereich (Achtung, nicht nur Berufsschulen!) haben Bedarf und du müsstest nicht zu ewig warten. Ob die Schule im Nachbarsdorf allerdings Bedarf hat, ist eine andere Frage.

    nee, aber die TE sucht aber nach einer Ref-Wohnung bzw. Ref-Seminar abhängig von der möglichen Stadt, wo ihr Freund arbeiten wird.
    Dann ist es eh schon eine Art Kompromiss und Einlassung.
    Ich beziehe mich nur aufs Ref! (ich hab ja gesagt, für später spielt was Anderes eine Rolle).

    Der Freund ist eindeutig "flexibler", kann also warten, bis sie ihre Zuweisung hat, oder sie richtet sich nach ihm und dann kann es auch ein Entgegenkommen seinerseits geben (bei solchen Gehaltsunterschieden werden sie wohl kaum 50/50 bei der Miete machen)

    ... mir scheint, dass die persönlichen Vorlieben der Verantwortlichen hier auch eine Rolle spielen (was aber nicht der Fall sein sollte.)

    Wobei ich sicher bin, dass erst die persönlichen "Vorlieben" einiger Vertretungsplaner (frühzeitige Planungsmöglichkeit) und Sekretariate (Überlastung der Telefonlinie zwischen 7.15 und 7.30) dazu geführt haben, dass man sich an vielen Schulen per Mail melden darf

    oh interessant! Das habe ich bei uns noch nicht entdeckt (würde ich auch nicht erwarten). In meinem Kühlschrank habe ich aber 8 Sorten Cashew-Eis. (Wenn ich so drüber nachdenke, wäre eine Analyse unserer Gefrierkapazitäten ziemlich spannend. Natürlich normale Sachen wie Brot (okay, vermutlich nicht so normal), Pizza meines Mannes, Gemüsebeutel, aber eingefrorene zuckerfreie Kuchenstücke, zuckerfreies Eis und immer wieder verirrt sich ein Beutel mit Wollstoffen, die kurz auf Kur gehen müssen :D )

    Ich mache es gleich: Zucker und Weizen gibt es fast nur noch bei meiner Schwiegermutter, ich liebe ihre Torten, sooo oft sehen wir uns nicht und die Bauchschmerzen danach nehme ich in Kauf, versuche an dem Tag besonders aufzupassen.
    Die Entzündungswerte sind zwar noch leicht erhöht, liegt vielleicht an paar Milchprodukten, aber ernsthaft: ich will noch ein Leben.
    Und mittlerweile bin ich gar nicht mal neidisch, ich wundere mich nur, wie unterschiedlich menschliche Körper sind, denn Weizen und Zucker (sowohl süss als auch alle herzhafte Variationen) sind die Grundnahrung meines Mannes (und 80% der Bevölkerung) und dem geht es supi.

    PS: Respekt für den Zuckerverzicht! Bin leider schokoloadensüchtig...

    Es gibt Schokolade ohne (Industrie)Zucker.
    (Ich vermute, dass Sissy sich darauf bezieht und nicht auf ALLE Zuckersorten verzichtet.)

    Ich halte nichts von den Zuckerersatzen wie Maltit, Erythrit, etc... und nutze Dattelsüße. ICH merke keinen Unterschied im Genuss, bzw. merke dann manchmal umgekehrt, wie unangenehm süß Sachen sind, wenn ich doch etwas mit "richtigem" Zucker esse.

    Wenn die Stimmung an einer Schule aber nicht so doll ist, kann man auch bei "Kleinigkeiten" vielleicht auch mal zum Hörer greifen oder aus Prinzip den Partner/die Partnerin anrufen lassen, um gut zu signalisieren "Die Lehrerin hat keine Stimme, aber da Sie auf einen Anruf bestehen, mache ich das hier".
    Es gibt so viele Kämpfe anzufechten, mir wäre der Stundenplan, blöde Teilzeitkonzepte, miese Vertretungskonzepte oder was weiß ich wichtiger als ein Anruf alle 5 Jahre (wie oft hat man tatsächlich einen Infekt, wo man die Stimme so sehr schonen muss, dass man keine 20 Sekunden reden kann)
    (Im Kontext stört(e) mich wesentlich mehr, dass ich den Wecker extra aufstellen musste und dann 20 Minuten lang gegen Besetz-Zeichen kämpfen musste.)

    Wie immer sind die Lehrerforen"kollegen" die gutmütigsten und heiligsten. Spendet doch gleich all das, was ihr vom Sold noch übrig habt nach Anschaffung privaten Unterrichtsmaterials.

    Bei aller berechtigter Kritik an privater Anschaffung von Materialien, bei aller berechtigter Kritik an Kirche, beide haben nichts miteinander zu tun (oder kennst du diesbezüglich Statistiken mit Korrelationen?
    Meine Oma hat sicher weit mehr als 10% ihres Einkommens an Kirche und andere Projekte gespendet (es gibt keine Kirchensteuer in Frankreich) und sie war keine Lehrerin, sondern "nur" Witwe.

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