Es mag eine Empfehlung und keine Pflicht sein, aber ich würde sie so auslegen, dass sie für meinen Unterricht gilt.
Selbst bei einer FSK 16 hätte ich bei einer 10. Klasse Probleme (was zum Beispiel auch im SoWi-Unterricht vor Jahren dazu führte, dass man "das Experiment" im Zuge von G8 nicht mehr gucken konnte.)
Nur, weil einige zu Hause beaufsichtigt oder unbeaufsichtigt die FSK nicht einhalten: das mache ich in meiner professionellen Rolle nicht! Und es ist echt schwierig, die Kinder einzuschätzen.
Ich bin jahrelang (und ich spreche von mindestens einem Jahrzehnt!) von Schindlers Liste traumatisiert gewesen, das ich mit 14 angucken "durfte", kurz nach "die Nürnberger Prozesse" (der Geschichtslehrer der 8. Klasse hatte wohl viel Zeit zu verlieren), und der Film hätte in Deutschland die passende Freigabe gehabt. Ich war halt sehr empfindlich.
Vor ein paar Jahren habe ich in meinem Unterricht den Film "Napola" gezeigt, dieser Film wird immer wieder gezeigt und ich hatte den Anruf der Mutter einer 17-jährigen Schülerin, ob ihre Tochter dem zweiten Teil bitte fernbleiben darf. Ich hatte - obwohl ich selbst zu Hause in der Vorbereitung echt Probleme hatte zu schauen - unterschätzt, dass es auch für eine Schülerin schwierig sein kann.
Ich habe das lösen können und es war nicht schlimm, aber mein Unterricht baute auf die Beobachtungsaufträge, meine Reihe werde ich nie wieder so halten.
und darüber hinaus: mit welchen Rechten (und Zugang) zeige ich einen Netflix-Film im Unterricht?