Beiträge von chilipaprika

    [Meinem Bruder, 8 Jahre jünger als ich, habe ich mal beigebracht, dass 'Tussi' eine nette Begrüßung für Frauen jeden Alters sei.]

    Mein Papa hat seinen Wehrdienst in Deutschland gemacht und einigen (offensichtlich nicht oberschlauen) Kollegen, die unbedingt Beleidigungen auf Französisch lernen wollten "mon chat a quatre pattes" beigebracht. So sollen wohl irgendwelche betrunkene Soldaten nachts durch Kaiserlautern gröllend rumgeirrt sein.

    Den SuS zu verbieten sich in der Sprache ihres Heimatlandes zu unterhalte,

    Nichts für ungut, ich korrigiere: "sich in der Sprache ihrer Familie zu unterhalten".

    Heimat kann sehr wohl (auch) Deutschland sein, aber zu Hause oder mit bestimmten Personen sprechen sie etwas Anderes.

    Jetzt soll hier jede*r darüber nachdenken, wie schwer oder einfach es ihr/ihm fallen würde, ab nächster Woche draußen auf der Straße nur noch auf Englisch mit seinen Nachbarn zu sprechen, mit denen er/sie schon seit Jahren auf Deutsch kommuniziert.
    Oder gar mit Verwandten.

    Sag mal, Landesbeamter. Deine persönliche Zufriedenheit ist sowas von nachrangig, das hast du mit der Planstelle, bzw mit der Verbeamtung im Sack eingekauft. Die Unterrichtsversorgubg ist das Zauberwort und du kannst schon froh sein, dass gesichert ist, dass du amtsangemessen beschäftigt werden musst.

    Ich wäre auch zufriedener, wenn mein Fach an meiner Schule nicht sterben würde, trotzdem habe ich keinen Anspruch auf Versetzung an eine Schule mit dem Fach / mehr Stunden in dem Fach.

    Meines Erachtens gebe ich dem ausländischen Lehrerverband recht, dass es nicht kontrollierbar ist, wenn es außerhalbk des Unterrichts passiert.

    Das ist kein ausländischer Lehrerverband, sondern der dortige Lehrerverband. Wenn man nur deinen Text liest, klingt es so, als hätte sich ein ausländischer Verband in eine (inländische) Angelegenheit eingemischt.

    Ich sage den Schülern, die vermehrt türkisch sprechen zwar auch immer, dass sie es lassen sollen wenn ich das Gefühl habe, sie reden untereinander im Unterricht über mich, aber was außerhalb des Unterrichts passiert, kann ich wenig beeinflussen außer bei Pausenaufsichten.


    Achtung, ich beziehe mich nicht auf "im Unterricht", sondern auf "über mich".
    Warum glauben so viele Menschen, dass die Menschen, die in einer anderen Sprache sprechen, über einen sprechen (bevorzugt bei einigen Sprachen, selten bei Französisch oder Englisch). Sprachen sind emotional gebunden. Menschen, die bestimmte Themen (und sei es der Geburtstag der türkischen Oma, das Fastenbrechen, die Kinderlieder, die die Mama gesungen hat...) nur in einer Sprache bisher kannten, switchen mit anderen Sprecher*innen, mit denen sie schon über diese Themen gesprochen haben, schnell in die Sprache.
    Am Dialekt sehr gut sichtbar.

    Man sollte offener sein und nicht vom Schlechten ausgehen.
    Und ja, im Unterricht wird kein Türkisch gesprochen, sondern Französisch. Punkt. Auch im Deutsch- und Chemieunterricht :D

    Den aktuellen Einblick in Schulen habe ich nicht, aber auch in Büros gibt es einen hohen Krankenstand oder einen hohen Krankenstand der Kinder (in der Regel abwechselnd und dominoeffektartig).
    Auch vor Corona war es absolut üblich, dass ich in November und Dezember 6-10 Überstunden je Monat "abrechnen" kann. Da mein Stundenplaner es sicher nicht auf mich abgesehen hatte, sagt die Zahl doch was über hohe Krankenstände im Zeitraum aus. (Wobei die Monate typisch sind, weil sie fast vollständig sind - keine Schulferien - und kein Ausfall durch Praktika haben, deswegen sind es fast die einzigen Monate, wo ich je abrechnen konnte. In September hatte ich aber nie soviele Stunden, auch nicht in März oder Mai...)

    Nein, ich habe nie im Unterricht gestrickt, aber:


    Ich bin sehr dankbar für all meine Lehrer:innen, die entweder alle blind waren (waren sie nicht), oder früh wussten, wie ich ticke (oder eben gemerkt haben, dass es keinen Einfluss auf meine Leistungen hat): Ich habe in fast allen Fächern etwas anderes gemacht... (das französische System ist / war unglaublich frontal, wir haben eh meistens nur das aufgeschrieben, was an der Tafel stand oder diktiert wurde, Gespräche (mit dem Lehrer) gab es durchaus und ich war stets beteiligt (ich kann im Persönlichen sehr schüchtern sein, in "Bildungsgesprächen" bin ich aber schon immer sehr beteiligt. Auch wenn ich daneben einen Brief geschrieben habe...)
    Was ich mir doch abgewöhnen musste - zum Teil auf Bitten von Lehrkräften, die mir erklärten, dass sie mir das nicht erlauben können, wenn sie es Anderen verbieten, war 1) Quatschen (meine Noten haben nie darunter gelitten, die der Nachbarinnen aber schon.. ), 2) im Unterricht lesen :D Das war der Moment in der 3. Klasse und 4. Klasse, wo dann die Lehrerin sich doch Aufgaben für mich überlegte.

    das Problem mit dem Diskutieren mit dir, Platty, ist deine Salamitaktik.

    1) Du regst dich über die geistige An-/Abwesenheit einer strickenden Person auf.

    2) Einige erklären, dass man durchaus zuhören kann, dass eine solche (monotone) Aktion sogar helfen kann (ich gehöre zum Personenkreis, habe aber irgendwann verstanden, dass dies nicht gesllschaftlicher Konsens sei, also stricke ich nur unter der Kamera in Zoom oder kritzle in Konferenzen).

    3) DANN erzählst du, wie eine Person (die zufällig die strickende Person ist), sich unglaublich unverschämt und respektlos verhält.

    4) du regst dich auf, dass kein Mensch es unverschämt findet, wenn jemand strickt.


    Zwischen: "ich beschäftige meine Finger, damit mein Hirn dem Gesagten folgen kann" und "ich klatsche virtuell meinem Gesprächspartner eine ins Gesicht" gibt es Welten.

    warum glauben denn soviele, dass eine Kritik an dem System Neid ist?
    Ich kann doch etwas kritisieren, weil ich dafür Kriterien und Werte habe. Und ich kann Gesetze auch kritisieren, auch wenn ich sie kritisiere.
    Ich kritisiere genug Sachen, von denen ich profitiere, ich darf doch auch Sachen kritisieren, von denen ich auch nicht profitiere.
    Ich will auch nicht mehr Geld, ich will, dass das Geld ins System geht.
    und WENN ich "mehr Geld" möchte: ich will weniger arbeiten. Was ein ganz klarer Fall von Faulheit wäre, da ich bekanntlich keine Kinder habe.

    Nicht direkt, aber @Chillipaprika nannte diese Tatsache in einem bestimmten Zusammenhang, der sich für mich so darstellte, als müssten man alle Menschen gleich unterstützen. Muss man eben nicht, wenn man von den einen Menschen als Staat weniger profitiert als von den anderen.

    Der Staat profitiert sehr viel mehr von mir, weil ich zwar keinen Beitrag zum Rentensystem erziehe, dafür aber nicht reduzieren darf (zumindest in vielen Bundesländern), mich stärker in irgendwelche Löcher stopfen kann, ohne dass ich mich (effektiv) beschweren kann, usw.
    Klar, ein zukünftiger Beitragszahler wäre schöner, aber ganz umsonst ist mein Leben auch nicht.

    in diesem Flickenteppich an "Kompensationen" für die Menschen mit Kindern (Kindergeld, Zuschläge, Kinderfreibeträge, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, yyy) (die nebenbei gesagt alle einzeln Sinn ergeben) und "Strafen" für Kinderlosen (Zusatzbeitrag zur Pflegeversicherung, Ausgleich der Vereinbarkeit von Beruf und Familie im System, ..) wird das Ganze aber nicht gerechter.

    Jemandem zu sagen "du hättest heiraten können" (ich weiß, so hast du es nicht gesagt, aber unterschwellig ist es der Gedanke) ist ein Hohn, da braucht man sich nur sehr kurz über das Adoptionssystem einzulesen (und über die Kosten und der "Markt", der dabei entstanden ist). Dann könnte ich auch sagen: dein 3. Kind kostet Geld, hättest du halt abgetrieben.

    Natürlich trägt jede*r die Konsequenzen. Aber warum greift der Staat so stark ein und das nur für bestimmte Personengruppen.

    Es ist auch schräg " sich zu rechtfertigen", dass man 3 Kinder hat.

    Es ist auch schräg, sich ständig rechtfertigen zu müssen, dass man keine Kinder hat.
    Genauso wie es Menschen gibt, wo nicht alle Kinder vollständig geplant waren (sei es Mehrfachschwangerschaften oder ups), gibt es Menschen, die wirklich gerne ihren Beitrag zur Erhaltung des Rentensystems beigetragen hätten und es nicht können.

    Stimmt: gesellschaftliche Strukturen familienfreundlicher machen, wäre super. Man könnte also das ganze Geld so investieren, dass es allen Menschen zu Gute kommt und nicht nur denjenigen, die für den Staat arbeiten (und die richtige Staatsbürgerschaft und passende Gesundheit beim Einstieg hatten).

    Okay, das verstehe ich. Wobei die Waldorfschulen sich heute von bestimmten Aussagen Steiners deutlich distanzieren. Dass er insgesamt ein seltsamer Typ war, will ich aber nicht leugnen.

    Warum wähle ich aber eine Ideologie / eine Struktur, um mich dann von einer großen Menge davon zu distanzieren?
    Warum nicht direkt eine neue künstlerisch geprägte, naturverbundene pädagogische Richtung gründen?

    Zitat

    Schau dir bitte im Gegenzug mal einen Adventsbasar einer Waldorfschule in deiner Nähe an, es ist wirklich etwas Besonderes.

    Ja, die machen echt coole, schöne Sachen.
    Einige me-too-Typen haben auch coole Filme gemacht. Macht es "ein paar Vergewaltigungen" vor ein paar Jahrzehnten wieder wett?

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