Wir machen vier Wochen lang Adventsgedöns in der Schule, muslimische Jugendliche fasten 4 Wochen lang. Es ist ihnen also sehr wichtig. Deswegen muss niemand mitfasten, aber -und das frage ich mich- ist es gemeinschaftsstiftend, mit syrische Gerichte zu essen und an der Feierlichkeit teilzuhaben.
Ich (!) empfinde es immer schön, daran "teilzuhaben" aber eben NICHT teilzunehmen (oder umgekehrt? keine Ahnung).
Ich bin dabei, ich höre das, was der Imam sagt (sowieso, aber auch auf Arabisch), bleibe still, während es für Andere am Tisch sehr wichtig ist. Dann gehen Viele in einen anderen Ort, um das Gebet zu verrichten, was die Nicht-Muslime eben NICHT tun. und dann wird zusammen gegessen.
Oder, wenn ich es so hinschreibe, vielleicht können wir auch einfach einmal im Jahr ein Picknick veranstalten und dann gibt's syrisches Gebäck und deutschen Kartoffelsalat (oder so) und jeder erzählt, worauf er Lust hat.
1) Es ist dann nicht mehr religiös / sondern kulturell / nationalkulturell (Es ist mir wichtig, dass unterschieden wird.)
2) Es birgt die Gefahr der Essenzialisierung ("Bringt was Typisches mit!") und es ist nicht unbedingt etwas, was wirklich in den Familien gelebt wird (was bringt es, zu erfahren, wie irgendwelche Omas vor 50 Jahren in einem anderen Land gefrühstückt habe? Bzw.: ganz anderes Ziel, als sich gegenseitig näher kennenzulernen, dann ist es egal, ob es diese Nationalitäten in der SuS-Schaft gibt).
3) Wir leben in Deutschland. Viele Schulen feiern (qua Schulgesetz, qua Alltag, qua Feiertagsregelung, qua Lehrerschaft...) das Christentum das GANZE Jahr über. ("Wisst ihr denn, warum wir am Wochenende frei hatten? Es war Ostern / Pfingsten, ..", aber auch die Literatur baut auf der christlich-westeuropäischen Kultur auf, usw.. ), WENN ich das Ziel habe, etwas Interkulturelles / Interreligiöses zu machen: dann kann man dieser Kultur / Religion auch ein eigenes Event gönnen.