Beiträge von Sissymaus

    Wer ich mein Leben lang keine Annehmlichkeiten des Sozialstaates in Anspruch nehme,

    Das ist übrigens eine Ansicht, die sich so gar nicht mit meiner Sozialisierung deckt.

    Ich bin zunächst mal mit allem auf mich allein gestellt und selbst verantwortlich, dass ich meine Rechnungen und mein Essen zahlen kann. Wenn ich das besonders gut kann (bezahlen), weil ich die Möglichkeit hatte zu studieren und heute gut verdiene, dann sehe ich es als selbstverständlich an, auch mehr in den Sozialstaat einzuzahlen als andere. Das bildet ja unsere Steuerstruktur auch ab, indem der Steuersatz mit dem Einkommen steigt.

    Wenn ich das aus Gründen nicht kann, dann bin ich glücklich, dass ich im Sozialstaat lebe und dann eine Wohnung und Geld für Essen bekomme. Und am Ende meines Lebens bin ich ggf. froh, dass ich darauf nie angewiesen war.

    Ich sehe es absolut nicht so, dass ich das, was ich eingezahlt habe, auch wieder rausnehmen darf. Im Grunde ist das für mich wie zB die Hausratversicherung, die ich hoffentlich nie brauche, obwohl ich sie seit 25 Jahren bezahle.

    Ich bekomme im Bekanntenkreis mit, wie da manchmal getrickst wird, vor allem mit Pflege. Ist für mich moralisch fragwürdig. Ich lebe gut mit meinem Geld und freue mich auch, wenn am Ende was für meine Kinder übrig bleibt. Wenn nicht, dann ist das eben so. Ich ermögliche meinen Kindern eine gute Ausbildung (eins ist damit auch durch, Juchuh!), damit sie eben nicht auf mein Erbe angewiesen sind.

    Ich habe selbst eine Person, die in einem Pflegeheim betreut wird, in der Familie. Es geht halt alles Geld drauf, was die Person an Einkommen erhält, das Haus musste verkaufen werden und trotzdem müssen die Angehörigen noch Geld zusteuern.

    Verrückt ist, dass Menschen Häuser für die Altersvorsorge kaufen, diese aber dann lieber an die Kinder überschreiben und die Allgemeinheit für die Pflege aufkommen lassen.

    Gibt’s in Sachsen kein Quereinstiegs-Programm? Ich wurde seinerzeit mit E13 besoldet. Das klappte ganz gut.

    Ansonsten muss man dann vielleicht seine Reserven und sein Erspartes angreifen. Es gibt hier im ÖD wenig Bereitschaft, das Risiko eines Berufswechsels zu bezahlen. Ich schreibe „Bereitschaft“ weil ich im Bekanntenkreis bei einer Verwaltungsstelle erlebt hab, dass man doch deutlich über der ausgeschriebenen Besoldung verhandeln konnte. Aber das war eben kommunales Entgelt und nicht Landesrecht.

    Aktuell 4 pro Woche für eine langfristig ausgefallene Kollegin plus ggf. 2 weitere durch Vertretungsbereitschaften. Wenn man das auf ein Halbjahr hochrechnet kommt da einiges zusammen. Deputat deshalb nicht, da sie sich nicht sicher ist ob sie das auch langfristig schafft und sie dann leichter Stunden wieder abgeben kann. (Kurzform)

    Da sie in Teilzeit unterrichtet werden die Stunden ja eh nach Deputat bezahlt.

    Teilzeit und Mehrarbeit? Das ist doch gar nicht möglich. Da müssen die Stunden aufgestockt werden. Und das muss natürlich auch schneller gehen, dass das nachgezahlt wird.

    also, dass dein Plan nicht funktioniert, hast du ja durch viele hier erfahren. Aber hier noch meine Gedanken zu deiner Situation:


    Bist du alleinerziehend?
    Haben die Kinder einen Vater?
    Nimm ihn in die Pflicht. Du solltest unbedingt die Verbeamtung anstreben. Das Ref ist in Teilzeit möglich und auch weniger stressig als eine PE, bei der du mehr Stunden machen musst. Ref ist viel betreuter und auch mit insgesamt 6 Monaten Hospitation strukturiert. Das ist machbar.

    Außerdem ist es ein Teil der Ausbildung. Unterschätze nicht die Entwicklung und die Lernkurve. Man beschäftigt sich sehr intensiv mit Lerngruppen, Didaktik, Methodik und Wirksamkeit von Unterricht.

    Trau dich und sieh zu, dass du es anfängst, schön allein wegen der finanziellen Unabhängigkeit!

    Dr. Rakete Reg Dich nicht so auf, es haben schon alle Recht. Hier steht nicht, ob es sich um einen Anfänger handelt, noch, ob er Kinder hat, noch wo er wohnt oder ob er Vorerkrankungen hat. Und das alles hat einen so großen Einfluss auf das Netto, dass man hier einfach keine Aussage treffen sollte! Hier scheint jemand so wenige Kenntnisse zu haben, dass man das doch wohl mindestens erwähnen muss.

    Weil das Risiko viel zu groß ist bei dem kleinen Arbeitsmarkt nachher gar keine Stelle zu bekommen, weil gerade wieder der Schweinezyklus greift.

    Fahrzeugtechniklehrer waren nie arbeitslos, genausowenig wie Maschinenbau oder Elektrotechnik. Wenn es doch passiert, liegen die Gründe wohl eher bei der fehlenden „Passung“ von Bewerber und Schule.

    Ist es in der großen weiten Welt vielleicht doch anstrengender?

    Oh ja. Und man ist viel viel später zuhause. Ich rede da von 21 Uhr statt von 15 Uhr.

    Manchmal passiert es auch, dass man heute erfährt, dass man morgen für eine Woche übers Wochenende zum Montageort geschickt wird, weil da was nicht läuft. Und dabei ist’s egal, ob Wochenende ist. Und ob man das vor 2 Wochen nicht schon mal hatte.

    Und wenn man dann plötzlich nicht mehr gebraucht wird, hat man die Kündigung auf dem Tisch. Das wird bei dem Vergleich gern verschwiegen.

    Obige Beispiele sind übrigens nicht ausgedacht.

    ach so: DAS natürlich. das habe ich erlebt.
    Ich meinte es so, als wäre das Seminar grundsätzlich der Feind und die Schule die Alliierte. Das sehe ich bei einigen KuK und das finde ich total doof. Also von Anfang an auf bad cop good cop gehen, obwohl es - meiner Meinung nach - eine Ausbildungsallianz sein sollte.

    Ja, da gebe ich Dir Recht. Zunächst gehen wir doch mal davon aus, dass wir gemeinsam an dem Erfolg der Ausbildung interessiert sind. Das ist auch aus meiner Erfahrung die Regel. Wenns dann hakt, kann die Schule immer noch Schützenhilfe leisten, wenns denn gerechtfertigt ist.

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