Punkte statt Noten - Warum?

    • So was ähnliches wie Valerius meine ich auch gehört zu haben. Es braucht ja eine Mindestpunktzahl um zum Abi zugelassen zu werden. So ist das recht einfach berechenbar.

      Kann mich aber auch irren, ist schließlich ja nicht mein Zirkus ^^
    • Weil's in der Oberstufenverordnung steht.

      Gruß !

      ps: Als Lehrer wirst du nicht dafür bezahlt, über bildungspolitische Entscheidungen nachzudenken!
      Mikael - Experte für das Lehren und Lernen

      "In theory there is no difference between theory and practice. In practice there is." (Yogi Berra)

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    • Valerianus schrieb:

      Damit Leute die keine Ahnung von Mathematik haben, nur addieren müssen und so tun können als wären Noten intervallskalierbar.
      Das ist die technokratische Standard-Antwort derer, die nicht wahrhaben wollen, dass es bei so einer Art der Benotung vor allem Transparenz geht. Keine Art der Benotung ist wirklich "gerecht", auch wenn sie noch so mathematisch korrekt ist. Punkte sind für den Schüler wenigstens nachvollziehbar und berechenbar.
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      Früher war mehr Lametta!
    • Ich bin mir gerade nicht sicher, ob ich dich richtig verstanden habe, aber was genau kritisierst du?

      1. Leute die keine Ahnung von Mathematik haben: das sind vermutlich über 95% der Bevölkerung, aber das ist in Deutschland ja gesellschaftlich anerkannt.
      2. nur addieren müssen: Das Punktesystem ermöglicht, wie LittleAnt schon ausgeführt hat sehr einfach Zulassung und Durchschnittsnote durch Addition berechnen zu können, der Grundrechenart, der die meisten Menschen mächtig sein dürften
      3. Noten sind nicht intervallskalierbar: man darf aus Noten keine Mittelwerte bilden, das macht keinen Sinn, weil der Abstand zwischen Note 1 und Note 2 nicht derselbe ist wie zwischen Note 2 und Note 3. Im Punktesystem verschwindet aber z.B. das Problem, dass du keine 6+ hast oder der Unterschied in den Intervallen 1,0 [+0,3] 1,3 [+0,4] 1,7 [+0,3] 2,0, aber sinnvoll wird es dadurch eben trotzdem nicht
      The price of freedom is eternal vigilance. (Leonard H. Courtney)
    • Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund: In der Grundschule werden oft Berichtszeugnisse verwendet, in der Sekundarstufe I die Noten 1 bis 6, in der Sekundarstufe II die Punkte 0 bis 15, die Abtirunote ist dann wieder eine "normale" Note, diesmal aber mit Nachkommastellen, genau wie die Noten an der Uni, und Arbeitszeugnisse / Beurteilungen werden wieder In Berichtsform geschrieben. Wer da eine Logik erkennt, dem ist nicht zu helfen.

      Es ist einfach politisch so gewollt, was sich dann in den entsprechenden Gesetzen und Verordnungen äußert.

      Gruß !
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    • Valerianus schrieb:

      man darf aus Noten keine Mittelwerte bilden, das macht keinen Sinn,
      Doch darf man, wenn es die Notenverordnung zulässt. Ob es mathematisch Sinn macht spielt dabei keine Rolle. Die Bildung eines arithmetischen Mittels ist für den Schüler wie gesagt nachvollziehbar, der vielgelobte pädagogische Spielraum ist es nicht.
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    • Und wenn die Notenverordnung sagt der Himmel ist rosa, dann schwingt sich TequilaSunrise auf sein Einhorn und reitet zu den Glücksbärchis. Was ist denn das für eine Argumentationsweise?
      Die Bildung des (zulässigen) Medians wäre für Schüler genauso nachvollziehbar (ist in fast allen Schulformen Thema in der Unterstufe), nur könnte man dann halt nicht mehr so tun, als ob man Noten auf 2 Nachkommastellen genau mathematisch berechnen kann (von den Fehlerintervallen bei der Notengebung will ich gar nicht erst anfangen).
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    • Mikael schrieb:

      Es gibt keinen nachvollziehbaren Grund: In der Grundschule werden oft Berichtszeugnisse verwendet, in der Sekundarstufe I die Noten 1 bis 6, in der Sekundarstufe II die Punkte 0 bis 15, die Abtirunote ist dann wieder eine "normale" Note, diesmal aber mit Nachkommastellen, genau wie die Noten an der Uni, und Arbeitszeugnisse / Beurteilungen werden wieder In Berichtsform geschrieben. Wer da eine Logik erkennt, dem ist nicht zu helfen.

      Es ist einfach politisch so gewollt, was sich dann in den entsprechenden Gesetzen und Verordnungen äußert.

      Gruß !

      Schon klar, aber irgendeine Begründung wird es wahrscheinlich trotzdem gegeben haben, als man das eingeführt hat.
      Wie man das ganze beurteilt und bewertet ist ja eh wieder eine andere Sache. Ich würde gerne erst einmal wissen wie es überhaupt dazu kam.
    • Morse schrieb:

      Schon klar, aber irgendeine Begründung wird es wahrscheinlich trotzdem gegeben haben, als man das eingeführt hat.
      Wie man das ganze beurteilt und bewertet ist ja eh wieder eine andere Sache. Ich würde gerne erst einmal wissen wie es überhaupt dazu kam.
      Vielleicht weil man im Punktesystem auch im Zeugnis feiner abstufen kann als mit Noten? So sagt es Wikipedia auch:
      de.wikipedia.org/wiki/Gymnasia…rstufe#Leistungsbewertung
    • CKR schrieb:

      Vielleicht weil man im Punktesystem auch im Zeugnis feiner abstufen kann als mit Noten?
      Darin sehe ich (neben der besagten besseren Transparenz) auch den wesentlichen Vorteil. Es hat mich selbst als Schüler schon geärgert, dass ich in Englisch immer eine 2 im Zeugnis hatte, die knapp an der 1 vorbei war. Auch wenn die Noten der Unterstufe für den späteren Werdegang noch so egal sind, ist es glaube ich speziell bei den etwas besseren Schülern häufig so, dass es sie wurmt, dass man im Zeugnis die "Tendenz nach oben" eben nicht sieht. Schon nur rein psychologisch gesehen, sind dann eben 12 oder 13 Punkte in der Oberstufe "mehr wert" als die knapp verpasste 1, von etwaigen notenbedingten Zulassungsbeschränkungen in manchen Studiengängen ganz zu schweigen.
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    • Und was spricht dann gegen das Unisystem? sehr gut (1,0) bis ausreichend (4,0) mit Zwischenstufen ist bestanden, 5 ist nicht bestanden (letztlich ist das Ausmaß des Scheiterns nämlich ehrlich gesagt auch Schülern meistens völlig egal).
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    • Valerianus schrieb:

      Und was spricht dann gegen das Unisystem? sehr gut (1,0) bis ausreichend (4,0) mit Zwischenstufen ist bestanden, 5 ist nicht bestanden (letztlich ist das Ausmaß des Scheiterns nämlich ehrlich gesagt auch Schülern meistens völlig egal).
      So wie es aus dem Wikipediaartikel rausklingt, ist es eine rechtliche Frage bezüglich der Unizulassung. Ein Notenabschlusszeugnis kann Feinabstufungen a la 2+ nicht abbilden. Und da könnte dann der S., der eine 2+ vom Lehrer erhalten hat, vielleicht klagen, weil er den entsprechenden Zugang zum Studium deshalb nicht erhalten konnte (weil auf dem Zeignis nur mit 2 gerechnet wurde). Deswegen vielleicht?
    • CKR schrieb:

      Morse schrieb:

      Schon klar, aber irgendeine Begründung wird es wahrscheinlich trotzdem gegeben haben, als man das eingeführt hat.
      Wie man das ganze beurteilt und bewertet ist ja eh wieder eine andere Sache. Ich würde gerne erst einmal wissen wie es überhaupt dazu kam.
      Vielleicht weil man im Punktesystem auch im Zeugnis feiner abstufen kann als mit Noten? So sagt es Wikipedia auch:de.wikipedia.org/wiki/Gymnasia…rstufe#Leistungsbewertung
      Das verstehe ich als Begründung nicht wirklich. Wenn es um die feinere Abstufung ginge, könnte man im Zeugnis doch einfach nicht nur ganze Noten verwenden, sonders es so machen wie in den Halbjahresinformationen . Und voilà wären auch da 15 Abstufungen da - auch ohne Punkte. Oder nicht?

      Ich kann auch Gründe vermuten (!), warum es die Punkte statt Noten gibt, z.B. um den Schülern noch deutlicher zu signalisieren, dass sich jetzt - in der Oberstufe - etwas geändert hat (Lehrer sagen "Sie" usw.)
      Ich hatte gehofft, dass das jmd. hier historisch einordnen kann - seit wann es das gibt und mit welcher Begründung es einführt wurde.