Versetzungsketten wg. Lehrermangels

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    • Zum Glück macht NRW sowas noch nicht. Hier ist auch der Versetzungs/Abordnungsradius gedeckelt.
      Allerdings muss sich jeder auch bewusst sein, dass der Beamtenstatus neben schönen Vorteilen auch ein paar Nachteile hat. Die Möglichkeit der Versetzung gehört da unter anderem zu.

      Was ich persönlich nicht verstehe, ist das Gejammer der Politiker.
      Wenn man den Lehrer"markt" beschwört, muss man damit rechnen, dass der auch mal zum Nachteil des Arbeitgebers aussehen wird und nicht immer nur zum Nachteil der Bewerber.

      Würden die Bildungsstrukturen nicht kaputt gespart und fände eine realistische Bedarfsermittlung und Steuerung statt, dann gäb es auch genug Lehrer. Die Schulkinder werden ja schließlich nicht mit 6 Jahren vor der Grundschultür geboren. Da wäre genug Zeit eine adäquate Anzahl an Lehrern mit den nötigen Fächern studieren zu lassen, wenn mal jemand in die Geburtenstatistiken schaut und das Schulsystem nicht alle 5 Jahre umgebaut wird.
    • Yummi schrieb:

      Lehramtsstudent schrieb:

      Inwiefern fangen die Eltern das auf? Machen die dann Vertretungsunterricht, oder wie?
      Nein. Aber ich weiß was in Sek1 gefordert wird und übernehme die Bildung meiner Kinder dann selber.
      Du meinst also, dass die Lehrerin nicht die entsprechenden Inhalte der Bildungsstandards im geforderten Umfang vermittelt? Das dürfte nämlich ausreichen, dass die Schüler ideal für die Sek I vorbereitet werden (vorausgesetzt, sie haben neben den fachlichen auch arbeits- und sozialverhaltenstechnische Kompetenzen erworben). Sollte dies nicht der Fall sein, würde ich mal ein Gespräch mit dieser Lehrerin führen und ihr sagen, dass sie bitte schön ihren Job ordentlich zu machen habe.
    • kodi schrieb:

      Was ich persönlich nicht verstehe, ist das Gejammer der Politiker.
      Die Krokodilstränen sind ein Mittel zum Zweck.

      kodi schrieb:

      Wenn man den Lehrer"markt" beschwört, muss man damit rechnen, dass der auch mal zum Nachteil des Arbeitgebers aussehen wird und nicht immer nur zum Nachteil der Bewerber.

      Der Arbeitgeber hat an sich nie einen Nachteil. Für ihn lohnt sich die Einstellung immer, denn dass es sich lohnen muss ist überhaupt das einzige Kriterium dafür!
      Ein Arbeitgeber muss Dich nicht einstellen, aber Du als Arbeitnehmer kannst es Dir nicht leisten nicht eingestellt zu werden. Der Arbeitnehmer hat deshalb eine schwache Verhandlungsposition und kann erpresst werden.
      Diese "Versetzungskette" mag schon als Vorteil der Junglehrer scheinen, aber Opfer der Konkurrenz der Arbeitgeber sind in diesem Fall leider erstmal die älteren Kollegen!
      (Bei der Rücknahme der 8% Gehaltskürzung von Junglehrern ist das z.B. was anderes.)

      kodi schrieb:

      [...] und fände eine realistische Bedarfsermittlung und Steuerung statt, dann gäb es auch genug Lehrer.
      Da merkt man schon, dass es da ganz andere Kriterien gibt als Bedürfnisse von Schülern/Lehrern/Eltern.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Yummi schrieb:

      Lehramtsstudent schrieb:

      Inwiefern fangen die Eltern das auf? Machen die dann Vertretungsunterricht, oder wie?
      Nein. Aber ich weiß was in Sek1 gefordert wird und übernehme die Bildung meiner Kinder dann selber.
      Du meinst also, dass die Lehrerin nicht die entsprechenden Inhalte der Bildungsstandards im geforderten Umfang vermittelt? Das dürfte nämlich ausreichen, dass die Schüler ideal für die Sek I vorbereitet werden (vorausgesetzt, sie haben neben den fachlichen auch arbeits- und sozialverhaltenstechnische Kompetenzen erworben). Sollte dies nicht der Fall sein, würde ich mal ein Gespräch mit dieser Lehrerin führen und ihr sagen, dass sie bitte schön ihren Job ordentlich zu machen habe.
      Bringt dir nichts, wenn es keine Vetretungsreserve gibt und Unterricht ausfällt.

      news4teachers.de/2017/09/lehre…bernehmen-den-unterricht/
    • kodi und auch andere schreiben:
      Allerdings muss sich jeder auch bewusst sein, dass der Beamtenstatus neben schönen Vorteilen auch ein paar Nachteile hat. Die Möglichkeit der Versetzung gehört da unter anderem zu.

      Das hat mit Beamtenstatus gar nix zu tun, Versetzungen können natürlich auch tarifbeschäftigte Lehrer treffen....(jene können bei 'Weigerung' oder Vorgehen gegen eine Versetzung allerdings viel leichter in Gefahr laufen, gekündigt zu werden)
    • wossen schrieb:

      kodi und auch andere schreiben:
      Allerdings muss sich jeder auch bewusst sein, dass der Beamtenstatus neben schönen Vorteilen auch ein paar Nachteile hat. Die Möglichkeit der Versetzung gehört da unter anderem zu.
      Das hat mit Beamtenstatus gar nix zu tun, Versetzungen können natürlich auch tarifbeschäftigte Lehrer treffen....(jene können bei 'Weigerung' oder Vorgehen gegen eine Versetzung allerdings viel leichter in Gefahr laufen, gekündigt zu werden)
      Tarifbeschäftige können aber auch selbst kündigen, sind also viel weniger stark an das Land gebunden. Und wenn auch in anderen Bundesländern ein Mangel besteht, findet man bestimmt schnell wieder ne Stelle.

      Wenn ich als Tarifbeschäftiger aufs Dorf versetzt werden würde, und dafür umziehen müsste, könnte ich unkompliziert in ein anderen Bundesland gehen, wo ich vielleicht eher in der Stadt lande. Als Beamter ist das doch viel schwieriger, oder etwa nicht? Klar müsste ich auch als Angestellter dafür alle Zelte abbrechen, aber das muss ich bei ner Versetzung nach was weiß ich wo ja ohnehin.
    • Es geht bei diesen 'Versetzungsketten' laut Mitteilung nicht darum, dass Kollegen umziehen müssen. Das wäre ja bei einer Familie noch schöner, damit der Junglehrer Yuppie ja seinen geliebten Stadtwunsch erfüllt bekommt. Es geht wohl um Entfernungen von an die 30 +/- Kilometer.
      Klar kann man das auch einem älteren Kollegen zumuten (ich fahre das beispielsweise auch - freiwillig) und trotzdem finde ich dieses Vorgehen eine Frechheit, wobei es natürlich schwer ist einen Schuldigen auszumachen.
      Trotzdem denke ich, dass gerade ältere Kollegen zu Hause andere Verpflichtungen (Kinder, Enkelkinder, pflegebedürftige Eltern...) haben als der Neueinsteiger, die einfach nur den hippen Lifestyle genießen wollen.Da schmerzt eine Autifahrt von 1 Stunde täglich dann doch. Beamtenstatus hin oder her.
    • svwchris schrieb:

      Klar kann man das auch einem älteren Kollegen zumuten (ich fahre das beispielsweise auch - freiwillig) und trotzdem finde ich dieses Vorgehen eine Frechheit, wobei es natürlich schwer ist einen Schuldigen auszumachen.
      Warum ist das schwer? Es ist doch ganz klar wer verantwortlich bzw. "schuldig" ist: das KM, das so vorgeht.
    • marphy schreibt:
      Wenn ich als Tarifbeschäftiger aufs Dorf versetzt werden würde, und dafür umziehen müsste, könnte ich unkompliziert in ein anderen Bundesland gehen, wo ich vielleicht eher in der Stadt lande.

      ...und hast als Tarifbeschäftigter u.U. massive Gehaltseinbußen, weil man beim Wechsel Erfahrungsstufen einbüßt...(beim neuen Arbeitgeber gibts in der Regel höchstens Erfahrungsstufe 3 nach dem TVL bei Stellenwechsel mit Neueinstellung). Das ist auch so eine Absurdität...

      Außerdem komplett neues Bewerbungsverfahren (so einfach ist das vor allem bei etwas fortgeschrittenem Alter auch nicht). Ganz davon abgesehen, dass Bundeslandwechsel in der Regel mit Totalumzug verbunden ist (...und nicht mit mehr Fahrzeit wie in der Regel bei Versetzungen)
    • Also ich denke auch, auf Junglehrer und ihre Ansprüche zu schimpfen, ist der falsche Weg.
      Wenn ich mir eine Stelle aussuchen kann, steigen logischerweise meine Ansprüche. Wenn ich fünf Stellen im Radius von 1-100 km aussuchen kann und mir die Entfernung wichtig ist, dann werde ich die passende Stelle auswählen. Weil ich es mir aussuchen kann.
      Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken, ob man es nicht genauso gemacht hätte, wenn man in der Position gewesen wäre...
    • Es geht doch gar nicht um das aussuchen. Wenn eine Stelle in der Stadt benötigt wird, dann kannst du dich logischerweise darauf bewerben.

      Wenn aber Stellen auf dem Land angeboten werden und man ablehnt weil man eine Stelle nur in der Stadt will obwohl keine ausgeschrieben ist, dann ist das anders.

      Denn jetzt muss der langjährige Lehrer vom Gymnasium an die Grundschule oder jemand muss jetzt von der Stadt aufs Land fahren.

      Wenn jetzt noch Referendare schimpfen, dass sie nichts bekommen in der Stadt, dann ist das Unverständnis nun einmal groß.
    • Wäre es nicht sinnvoller, statt Leute auf das Land zu "zwingen" (davon mal abgesehen, dass das Leben auf dem Land deutlich dramastischer dargestellt wird als es tatsächlich ist :autsch: ), (auch finanzielle) Anreize zu bieten, dass die Leute dadurch motiviert freiwillig sich für das Land entscheiden? Davon hätten doch alle etwas: Wer partout in der Stadt bleiben will, verzichtet eben auf einen finanziellen Bonus, und wem das Geld wichtig ist, verzichtet auf Stadt.

      Davon mal abgesehen, dass klar sein dürfte, dass, wenn die Stadt als Wohn- und Arbeitsort bei den meisten Menschen attraktiver erscheint, das Land gerade um die Leute werben muss und günstige Immobilienpreise, sicherer Arbeitsplatz mit Bonuszahlungen und andere Annehmlichkeiten versprechen kann. Die Stadt muss all dies nicht und es reicht, auf Angebot und Nachfrage hinzuweisen. Im Übrigen gibt es nicht nur Großstädte und Kleinstdörfer mit weniger als 500 Einwohnern ;) .
    • Juditte schrieb:

      Also ich denke auch, auf Junglehrer und ihre Ansprüche zu schimpfen, ist der falsche Weg.
      Wenn ich mir eine Stelle aussuchen kann, steigen logischerweise meine Ansprüche. Wenn ich fünf Stellen im Radius von 1-100 km aussuchen kann und mir die Entfernung wichtig ist, dann werde ich die passende Stelle auswählen. Weil ich es mir aussuchen kann.
      Vielleicht sollte man mal drüber nachdenken, ob man es nicht genauso gemacht hätte, wenn man in der Position gewesen wäre...
      Kann schon sein, dass ich mir darüber auch keine Gedanken gemacht hätte.
      Viel wichtiger in diesem Kontext erscheint mir aber die Frage, ob den jungen Bewerbern so bewusst ist, was hinter den Kulissen geschieht. Erstens dürften die Schulämter den Bewerbern kaum so kommunizieren, was hinter den Kulissen geschieht. Zweitens dürften Junglehrer direkt nach dem Ref kaum den Überblick über Prozesse wie Abordnungen und Versetzungen haben, so dass sie das gar nicht nachvollziehen können.
      Die bekommen halt dann plötzlich doch das passende Angebot und freuen sich, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie das denn nun genau gelaufen ist.
      Mehr Verständnis würde sicher einen Großteil nicht davon abhalten, dei Stelle anzunehmen; aber der eine oder andere würde sich vielleicht doch nochmal überlegen, ob er in ein Kollegium möchte, aus dem er gerade den evtl. verdienten und beliebten älteren Kollegen rausgedrängt hat. Für meine erste volle Stelle würde ich mir eine angenehmere Begrüßung wünschen.
    • Zu meiner Zeit lief das so ab, dass man Stellen vorgeschlagen bekommen hat die Lehrer suchen. Da konnte man dann wählen (oder auch nicht).

      Weiß ja nicht wie das heute abläuft...
      'Welche Schule hätten sie denn gerne?'
      'Stadt oder nix.'
      'Alles klar. Wird passend gemacht.'

      ???
    • Die im Artikel genannten Zahl ("Bislang seien 50 dienstliche Versetzungen aus diesem Grund erfolgt") kann ich kaum glauben bzw. schockiert mich. Wie wurde das den Betroffenen kommuniziert? Ist das wirklich legal?
      Kennt jmd. hier einen solchen Fall?

      Wenn das Land über mehrere Jahre so verfährt und neue Kollegen erst profitieren, dann aber nach 3 Jahren selbst Opfer dieser Methode werden können, geht der Schuß womöglich nach hinten los.
      Denn falls sich diese Arbeitsbedingungen herumsprechen - dass aus heiterem Himmel eine Versetzung aus solch einem Grund ins Haus fallen kann, dass der Dienstherr so mit seinen Beamten umspringt (Stichwort "für das Wohl des Beamten und seiner Familie zu sorgen") - wird der Beruf sicher nicht attraktiver für den potentiellen Nachwuchs.