Hausaufgaben Kontrolle / Qualität

  • Welche Ansprüche habt iht bzgl. der vorgelegten Qualität von Hausaufgaben??


    Konkret: Im Laufe der Jahre beobachte ich , dass immer mehr Kinder nach der Schule Hort oder Kindergarten o.ä. besuchen und dort ihre Aufgaben erledigen. Die Qualität der vorgelegten Arbeiten scheint mir nachzulassen.


    Meiner Ansicht nach sollten (auch) die Eltern die Hausaufgaben begutachten und ihre Kinder an eine sinnvolle Arbeitsweise heranführen. Oder ist das zu viel verlangt? Zudem ist mir unklar, wie effizient mündliche Aufgaben wie Auswendiglernen in einer Großgruppe erledigt werden kann.


    Es würde mich freuen, eure Meinung zu hören!


    Liebe Grüße


    Ulli :rolleyes:

  • Hallo, Ulli!


    Ich verlange, dass HA vollständig, in einer ansprechenden Form und fehlerfrei sind.
    Bei Unvollständigkeit, mehreren Fehlern und Unsauberkeit müssen meine Schüler diese noch einmal vorlegen.
    Sicherlich sind die mündlichen HA ein Problem. Die Eltern sollten sich hier nicht nur auf den Hort verlassen, sondern ebenfalls mit den Kindern lernen bzw. diese abfragen. In der Praxis sieht es aber oftmals anders aus.
    Grundsätzlich können HA aber auch in einer Gruppe ganz gut gemeinsam erledigt werden. Dann müssen unbedingt die Bedingungen dafür vorhanden sein: z.B. geeignete Räumlichkeiten, eine aufsichtsführende Pädagogin, ...

    MfG Gina-Maria


    Heiterkeit ist die Mutter der glücklichen Einfälle. (Luc de Clapiers de Vauvenargues)

    • Offizieller Beitrag

    Ich finde das Heranführen an eine geeignete Arbeitsweise kann man nicht den Eltern überlassen. Es gibt ja Familien, da haben die Eltern es selber nicht gelernt - wie sollen sie es den Kindern beibringen? Für eine geeignete Atmosphäre müssen sie mE sorgen, denn das kann der Lehrer ja nicht.
    Allerdings denke ich, dass wir Lehrer den Kindern die Arbeitstechniken, die für die HA nötig sind, vermitteln müssen. Dazu kann dann auch gehören, dass wir mit den Kindern darüber sprechen, wie und wo sie ihre HA machen. Das Thema HA könnte ja auch mal Hauptthema am Elternabend sein (allerdings ist es ja leider so, dass genau die, die es bräuchten nicht kommen).


    Ich denke bei HA im Hort/ in der HA-Betreuung einer Ganztagsschule muss man auch bedenken, dass dort oft nicht die Zeit ist, mit den einzelnen Kindern über den Inhalt der Aufgaben zu sprechen. Und wenn die Kinder heim kommen, ist es oft schon spät und sie haben einen 8h Tag hinter sich. Mehr als z.B. etwas 1x1 üben kann man da nicht erwarten.


    Gruß leppy

  • Ich kann leppy nur zustimmen.
    Die HA-Betreuung im Hort ist bei uns oft so, dass sie den Ansprüchen der Eltern nicht genügt (manchmal berechtigt). Die Kinder schreiben dann alles doppelt! Soviel zur Motivation! :rolleyes:
    Man sollte immer freundlichen Kontakt zu den Eltern und zum Hort pflegen. Auch übergenaue Eltern muss man bremsen.
    Schaut mal im Hort vorbei, dann versteht man manche HA-Ergebnisse. Im (nicht belehrenden) Miteinander lassen sich viele Situationen verändern und verbessern.


    Löwenzahn

  • Hallo,
    in unserem Hort am Ort ist es so, dass grundsätzlich die Lese-Hausaufgaben nicht dort gemacht werden können. Die Erzieherinnen argumentieren, dass sie dazu weder das Personal noch geeignete Räumlichkeiten haben, denn das Lesen ist eine Einzelaufgabe, die auch noch laut vonstatten geht ... Das muss dann am Abend mit den Eltern passieren.
    Gruß venti :)

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    leppy schrieb am 11.09.2006 06:26:
    Ich finde das Heranführen an eine geeignete Arbeitsweise kann man nicht den Eltern überlassen.


    Das sehe ich auch so. Die Kinder sollten m.E. in der Lage sein, ihre Hausaufgaben auch ohne Hilfe zu erledigen.


    Als Mutter ärgert es mich, wenn die Lehrerin zu erwarten scheint, dass ich mit meinem Sohn Schulstoff zu Hause durchnehme, als Lehrerin ärgert es mich, wenn ehrgeizige Mütter meinen, ich merke es nicht, wenn sie die Hausaufgaben zuvor ausarbeiten und sie der Sprößling nur abmalt.



    Hausaufgaben sehe ich als Vertiefung des Schulstoffes. Anders haben sie wenig Sinn.



    Gruß,
    Melo

  • Hey,
    hänge mich hier mal dran, weil mein Anliegen thematisch ganz gut in diesen Thread passt...


    Ich würde "meinen" Eltern gern eine schriftliche Notiz zur Erledigung der Hausaufgaben geben - sozusagen ein paar nützliche Tipps, wie sich die Hausaufgaben entspannter bzw. stressfreier bewältigen lassen.
    Beim Elternabend wurde deutlich, dass viele Schüler (4. Kl. Förderschule) ihre Hausaufgaben erst abends machen, wo sie dann häufig schon zu müde sind und eeeewig brauchen oder sich zu sehr beeilen, weil die heiß geliebte Fernsehserie gleich anfängt oder einfach nicht mehr wissen, wie die Hausaufgaben zu bearbeiten sind, etc... :rolleyes:


    Habe mir jetzt schon ein paar Dinge notiert, die auf diesen besagten Info-Zettel sollen, z.B.
    - Erledigung der Hausaufgaben zu einem festgelegten Zeitpunkt (möglichst nach dem Mittagessen)
    -Gemeinsames Anschauen der Aufgaben (und vom Kind den Arbeitsauftrag formulieren lassen)
    -evtl. am frühen Abend "Kontrolle" der Hausaufgaben
    -anschließend gemeinsames Taschepacken für den nächsten Tag
    -möglichst keine Abweichungen von diesem Tagesablauf
    -entwickeln eines Belohnungssystems (wenn die Aufgaben ordentlich erledigt sind, gibt´s ne halbe Stunde Fernsehen o.ä.)


    Hat jemand von euch vielleicht noch weitere Anregungen für diesen Hausaufgabenzettel? Bräuchte noch ´ne zündende Idee, wie man das Arbeitstempo meiner "Trödelkinder" steigern könnte...


    ?(


    Viele Grüße
    Potilla

    Man muss nicht immer jeden da abholen, wo er steht - manchmal ist es auch wichtig jemaden da zu lassen, wo er sein will!

  • @ Potilla


    Deine Gedanken sind gut, und wären einfach ideal für's Kind - allein, es setzt fast voraus, dass die Mutter Hausfrau ist, das Kind immer regelmäßig nur bis Mittag Schule hat, keine zusätzlichen Nachmittagstermine anstehen und die Familie möglichst keine anderen Kinder hat, bzw. höchstens noch jüngere Geschwister, ansonsten verlaufen die Nachmittage nicht so beschaulich, und schon gar nicht laufen sie jeden Tag gleich ab.


    Die Realität der meisten Schulkinder sieht allerdings anders aus 8o .


    Die festgelegte Zeit kann hilfreich sein, dass das für viele nicht zwangsläufig mittags sein muss, ergibt sich aus organisatorischen Gegebenheiten aber auch aus der persönlichen Leistungskurve jedes Einzelnen.


    Ein Tipp noch zum zügigen Arbeiten: manchmal hilft es, eine Küchenuhr auf eine halbe Stunde zu stellen, und das Kind gegen die Uhr arbeiten zu lassen - wird es rechtzeitig fertig, hat das Kind gewonnen (u. wird ev. belohnt), wenn nicht, hat die Uhr gewonnen. Macht vielen Spaß und hilft Zeit zu sparen .

  • Hey Müllerin,


    danke für deine Antwort - der Tipp mit der Uhr ist supi! Wird gleich mit in die Liste aufgenommen ;) !


    Die anderen Dinge bzw. eventuellen Schwierigkeiten, die du benennst sind natürlich durchaus auch zu bedenken. Allerdings sind unsere Schüler immer spätestens um 13:00 Uhr zu Hause und es ist immer mindestens ein Elternteil da (weil sehr viele Eltern meiner Schüler arbeitslos sind). Allerings gibt es auch fast immer 2 oder mehr Geschwister...


    Naja, mir ist schon klar, dass sich mit der Auflistung der Hausaufgaben-Tipps nicht alle Hausaufgaben-Probleme plötzlich in Luft auflösen, aber vielleicht schafft´s die ein oder andere Familie ja den ein oder anderen Tipp zu beherzigen - mal schaun :rolleyes:


    Lieben Gruß
    Potilla

    Man muss nicht immer jeden da abholen, wo er steht - manchmal ist es auch wichtig jemaden da zu lassen, wo er sein will!

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