"der hat meinen füller...!"

  • hallo!


    kennt ihr diese äußerungen von der sorte: "der hat meinen füller!" "aber der hat zuerst meinen radiergummi genommen!" "ich hab den gar nicht..."...
    blabla und so weiter?


    es nervt mich übelst. im moment ist das bei mir verstärkt in einer 7. klasse. die äußerungen kommen manchmal als zwischenrufe, manchmal auch als reguläre wortmeldung (und wenn ich dann ne antwort zum thema erwarte, kommt so n dämlicher kommentar *grrr*)


    mir fällt da nicht recht was zu ein. meist sag ich inzwischen, dass mir scheißegal ist, wer hier mit wessen stift schreibt, aber es hält mich halt dennoch auf.


    und dann isses ja auch noch schwer zu ermitteln, wer nun wessen schreibutensil in der tasche hat und ich will mich auch überhaupt nicht damit befassen.


    ich hätte gern irgendne maßnahme, die dann eintritt, wenn jemand mit dieser bemerkung kommt, die mir schnell weiteres unterrichten ermöglicht und dennoch auch dazu führt, dass jeder seine eigenen schreibwaffen wiederbekommt....?


    fällt da irgendwem was ein?
    gibts irgendwas, was ihr erfolgreich praktiziert?


    wäre für ratschläge dankbar.
    gruß,
    gutenmorgen

    • Offizieller Beitrag

    "Ist mir scheißegal" ist jedenfalls die unkonstruktivste Äußerung dazu - denn das führt für die Schüler logischerweise dazu, dass sie den Sachverhalt unter sich selber verhandeln - und das dauert halt und artet oft aus.


    In meiner 5 regelte ich das so, dass ich mir die Zeit nehme, das einmal zu klären und ein klares und freundliches Grundsatzgespräch dazu anhänge, dass solches Gehickhacke zu einer massiven Verzögerung im Unterricht führt - was logischerweise dazu führt, das alles, was wir heute nicht schaffen, in die Hausaufgaben verlegt werden muss - die können dann beliebig lang werden.
    So waren also die Stif-Heft-sonstwas-Klauer dran schuld, wenn die HA schön lang wurden und die haben sich nicht beliebt gemacht dadurch.
    Seitdem ist Ruh.

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Hallo,


    ich kann mir vorstellen, dass einem als Lehrer das auf den Zeiger geht, zumal solche albernen Spielchen wirklich nichts in Klasse 7 zu suchen haben, eher doch noch in der Grundschule.


    Also Heikes Idee finde ich gut....


    Kann es sein, dass die Kids zu Beginn der Pubertät in die Kleinkindphase zurückfallen?


    Doris

    • Offizieller Beitrag
    Zitat


    Kann es sein, dass die Kids zu Beginn der Pubertät in die Kleinkindphase zurückfallen?



    Ja, Doris, oft stimmt das leider wirklich. Gerade in der 7. Klasse fängt oft die zweite Kleinkindphase an. :D
    Ich wundere mich öfter darüber, dass die 5er anscheinend vernünftiger sind als die 7er.

    • Offizieller Beitrag

    Guten Morgen,


    ich bin auch ober genervt von diesen Spielchen, stimme aber mit Heike darin überein, dass man die Sache kurz und deutlich regeln muss, damit der Unterricht weitergehen kann.


    Ich habe den Kindern aber auch schon gesagt, dass ich eigentlich keine Lust habe, in solche Angelegenheit eingreifen zu müssen und dass dadurch ggf. die Hausaufgaben länger ausfallen.
    Zeitweise klappt das jetzt ganz gut.


    In der Grundschule nervt mich auch die ständige Fragerei:"Mit welchem Stift sollen wir schreiben?/ Dürfen wir auch mit Filzer malen?/ u.ä."


    Da diese Frage aber vielen Kolleginnen sehr wichtig ist, tippe ich auf ein hausgemachtes Problem und hoffe, es in einer zukünftigen eigenen Klasse von Anfang an mehr den Kindern überlassen zu können, welchen Stift sie benutzen.


    LG,
    Melosine

  • Das permanente Fragen kriege ich auch aus 'meinen' Achtern nicht raus - sie führen immer noch an, dass sie aber bei Frau X nicht killern durften ... bei mir aber schon! Bei 'jedem' Tafelbild fragen sie, ob sie das abschreiben sollen, dabei ist klar, dass links die Ideensammlungen stehen, aus dem sich dann das Tafelbild entwickelt und dass das in der Mitte immer das ist, was so oder so bei ihnen landen sollte.

  • Dieses Verhalten kenne ich auch, aber von meinen spätpubertierenden 12ern! 8o
    Schrecklich, wenn dann junge Erwachsene vor einem sitzen, die nichts Besseres zu tun haben, als "Frau X, der hat meinen Stift genommen!" oder "Er hat mich gehauen!" von sich zu geben.
    Schrecklich, nächstes Jahr machen sie Abi!!!


    Viele Grüße
    volare

    Eine Lösung kommt fast immer aus der Richtung, aus der man sie am wenigsten erwartet, was bedeutet, dass es keinen Sinn hat, in diese Richtung zu gucken, weil sie nicht von dort kommen wird.


    (Douglas Adams)

  • Hi,
    ich habe den SuS auch erklärt, dass es ihr Schaden ist, wenn ständig Zeit damit draufgeht. Im übirgen erkläre ich ihnen auch, dass ich nicht dafür zuständig bin, aus "Witz" versteckte Stifte zurückzuzaubern, wohl aber für einen ungestörten Unterricht für die übrigen 30, und bei wiederholten Vorkommnissen schnappe ich mir dann eben beide Streithähne und halte ihnen eine Standpauke. Das zieht eigentlich ganz gut, weil sie mitbekommen haben, dass der Dieb, Verstecker, Witzbold, sprich: Verursacher normalerweise mit dran ist.


    Bei älteren als Klasse 6 oder 7 sage ich ihnen auch, dass sie sich wie 5t, 6t oder xt-Klässler benehmen und das doch bitte einstellen sollen, sonst hätten sie von mir auch nichts anderes zu erwarten. So bei auch freundliche Art bei der Ehre gepackt läuft es auch erstmal wieder besser.


    Grüße,
    JJ

    • Offizieller Beitrag

    off topic


    Zitat

    Melosine schrieb am 05.10.2005 08:11:
    Da diese Frage aber vielen Kolleginnen sehr wichtig ist, tippe ich auf ein hausgemachtes Problem und hoffe, es in einer zukünftigen eigenen Klasse von Anfang an mehr den Kindern überlassen zu können, welchen Stift sie benutzen.


    Hallo Melosine


    Ich möchte dir jetzt nicht die Hoffnung nehmen, aber bei mir haben sie das von Anfang an gefragt und auch Wahlmöglichkeiten bringen kaum was. (Ich achte aber z.B. inzwischen darauf, dass sie in den Schreibheften nicht mit Filzstift schreiben, denn das drückt sich durch auf die Folgeseite, das ist in Arbeitsheften richtig ärgerlich.)


    Grüße,
    Conni

  • hallo,


    danke für eure tipps. ein paar dinge sind dabei, die ich mal versuichen werden, anderes hab ich bereits durch (vergeblich leider).


    eine grundsatzdebatte dazu hatten wir schon (so wie zu vielem anderen auch). es is glaub ich sowieso eher ein versuch einiger schüler, mich zu provozieren. im moment testen die alles mögliche aus, auf vieles kann ich inzwischen reagieren, auf einiges aber leider nicht (oder besser: nicht so, wie ichs mir wünsche).


    die idee mit den längeren hausaufgaben (oder verlängerung des unterrichts, weil ja zeit verloren geht) war mir schon gekommen, ich möchte aber gern vermeiden, immer diejenigen mit reinzuziehen, die sich tadellos verhalten.
    vielleicht gibts da in dem zusammmenhang aber einfach nix besseres.


    vermutlich muss ich das ganze ohnehin grundsätzlicher angehen...


    viele grüße,
    gutenmorgen

  • Hallo,


    genau dieses Problem habe ich auch und es stört oft viel mehr als normales Schwätzen. Was ist denn bei dir inzwischen daraus geworden?


    Liebe Grüße,
    Gänseblümchen

  • Zitat

    genau dieses Problem habe ich auch und es stört oft viel mehr als normales Schwätzen


    ich nehme stark an es handelt sich einfach um geplänkel um den ablauf der inszenierung aufzuhalten oder umzuleiten.
    rainer winkel stellte mal fest, dass in deutschland jede unterrichtsstunde im durchschnitt alle zwei minuten "gestört" wird.
    aus meiner schulzeit erinnere ich mich an eine aktion, wo knallerbsen ausgelegt wurden und federn in die luft geblasen.
    dagegen ist doch die forderung nach einem geraubten oder gebrauchsentwendeten füller zu fahnden noch recht harmlos. allerdings auch nicht so unterhaltsam.
    werden die "störungen" vom thema oder von der inszenierung ausgelöst?

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    werden die "störungen" vom thema oder von der inszenierung ausgelöst?


    Lieber Rolf,
    ich denke nicht, dass andere Lehrer (ich mach es jedenfalls nicht!) vor ihrer Stunde ein genaues Drehbuch schreiben und entsetzt sind, wenn die Kinder dann ganz anderes von sich geben, "als es im Drehbuch"steht.
    Insofern empfinde ich es als sehr provokativ vom "normalen" Unterricht als Inszenierung zu sprechen.
    Und ich fürchte, dein Einwand wird Gaenseblümchen auch nicht viel weiter bringen, da das Thema nunmal vom Lehrplan vorgeschrieben ist.
    Manchmal wollen die Kinder auch einfach nur die Reaktion des Lehrers testen, egal wie Unterrichtsablauf oder Thema sind. Neue Lehrer und ihre Reaktionen sind immer besonders spannend.
    Meikes Strategie habe ich auch schon mal angewandt, sie klappt hervorragend- bei den Größeren wirkt aber auch das freundliche Angebot, diese Streitigkeit mit allen Beteiligten nach dem Unterricht zu klären- seither gibt es auch in höheren Klassen keine diesbezüglichen Bemerkungen mehr.
    Lg, Hermine

  • liebe hermine
    dieser professor hatte festgestellt, dass in deutschland jede unterrichtsstunde im durchschnitt (manche also weniger, andere dafür häufiger) alle zwei minuten "gestört" wird.
    meine vorstellung ist: es liegt am verfahren.
    was für eine erklärung hast du dafür?
    gänseblümchen ist der verbreitet üblichen "druckerhöhung" eher abgeneigt. das problem scheinen in ihrem fall die lieben kollegen nebenan zu sein.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Rolf,
    Was ist denn Störung? Ein bisschen Schwätzen, einmal Stift runterfallen lassen?Das stört mich in meinem Unterricht nicht, ebensowenig wie die Schüler. Knallerbsen und Federn, provokative Bemerkungen und Diskussionen abseits vom Schulstoff- das sind Störungen- und ich glaube nicht, dass die in jeder Unterrichtsstunde alle zwei Minuten vorkommen.
    Aber der gute Professor wird seine Ergebnisse bestimmt belegen können, obwohl ich es schwierig finde, denn der Begriff "Störung" ist ziemlich subjektiv.
    Und mal ehrlich, Rolf: Ist es denn nicht logisch, dass du glaubst, es liegt am Verfahren?
    Meine Erklärung dafür (sie steht übrigens schon oben, aber ich wiederhole sie gern noch einmal) und das ist nicht durch Aussagen von Schülern, sondern auch von Jugendlichen aus der Jugendgruppe selbst belegt:
    Kinder wollen Grenzen und sie brauchen Grenzen.
    Wenn sie einen neuen Lehrer/eine neue Lehrerin haben, dann testen sie aus, wieweit sie bei ihm/ihr gehen können.
    Ist der Lehrer konsequent, hört sich das Austesten bald auf- kommt keine Konsequenz, dann will man erst recht ausloten, wo denn dann das Ende ist.
    Oh- und ich habe gutenmorgen mit Gänseblümchen verwechselt- kann allerdings auch nirgendswo rauslesen, dass gutenmorgen der üblichen "Druckerhöhung" abgeneigt ist(im Gegenteil, sie bittet sogar gezielt um Tipps für Maßnahmen!)- ebenso wie ich nicht verstehen kann, dass du es wohl als Druckerhöhung siehst, wenn ich ältere Schüler wie erwachsene Menschen behandele und sage:"Wir klären das nach dem Unterricht, hier stört ihr damit Mitschüler, die gerne aufpassen wollen."?
    Lg, Hermine

  • ja hermine
    stören ist unterbrechung der vom lehrer vorgesehenen abläufe
    oder hinweis auf andere bedürfnisse.
    das wirst du nicht so sehen, denke ich.
    bei dem hier:

    Zitat

    Kinder wollen Grenzen und sie brauchen Grenzen


    darüber solltest du mal mit den kinderrechtlern reden.
    ich stell mir vor dass kinder selbstständig sein wollen, nicht geführt.

    • Offizieller Beitrag

    Robischon, warum sollte ich über etwas mit Kinderrechtlern reden, was Kinder selbst einfordern?
    Und sonst finde ich, sollten wir in diesem Thread beim Thema bleiben und nicht eine Diskussion führen, bei dem beiden Diskussionsteilnehmern der jeweils andere Standpunkt hinreichend bekannt ist.
    Lg, Hermine

  • Zitat

    was Kinder selbst einfordern


    wird immer gerne behauptet von lehrern..


    zum thema: ich hatte (das kennst du schon) in der lerngruppe für deren lernzeit ich zuständig war, drei erlaubnisse und drei verbote.
    das zweite verbot war, kindern etwas wegzunehmen.
    also wurde kindern etwas weggenommen, gelegentlich.
    ohne strafverfolgungen und verhandlungen war es nach zwei jahren so weit, dass der hinweis auf das verbot von der wand verschwinden konnte.
    vielleicht haben es die fehlenden strafen gebracht?
    oder die erlaubnisse? (die gibt es in den meisten schulklassen wahrscheinlich so nicht)

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