Habt ihr ne Ahnung, wie viel man als Referentenhonorar verlangen kann?

  • Hallo,


    hab diese Woche einen Elternabend gehalten, und jetzt hat ein Nachhilfeinstitut angefragt, ob ich den Elternabend auch bei ihnen halten könnte. Prinzipiell kein Problem, der Vortrag wäre ja schon vorbereitet, ich bräuchte auch keine solche Angst haben, weil ja nicht "meine" Eltern dabei sind, vor denen ich den Vortrag halte.


    Ich soll mir dabei auch gleich überlegen, wie viel ich an Referentenhonorar haben möchte. Nur habe ich überhaupt keine Ahnung, was da so die allgemeinen Sätze sind. Der Elternabend hat etwa 2 Stunden gedauert, ähnlich lange würde ich ihn wohl auch in dem Nachhilfeinstitut halten. In der Schule hab ich nichts dafür bekommen - und im Nachhilfeinstitut?


    Hat jemand eine Idee, was ich verlangen könnte oder hat vielleicht jemand schon mal einen Vortrag gehalten und kann mir sagen, was ich da als "normaler Grundschullehrer" (also kein Buchautor oder so) verlangen könnte? (Achja, müsste etwa 1 1/2 Stunden von meinem Wohnort als Fahrzeit einplanen (Hin- und Rückweg zusammen), das wollten sie mir auch irgendwie bezahlen.

  • Hallo juna,


    Idee hab ich keine, aber vergiss nicht, vorher deine vorgesetzte Dienststelle zu befragen, damit du keinen Ärger kriegst.
    Es kommt sicher noch jemand mit einem Vorschlag, was die Finanzen angeht.
    Gruß venti :)

  • Ich weiß nicht, wie viel du pro Stunde verlangen kannst, aber ich würde auf jeden Fall schauen, dass du nicht nur die zwei Stunden gehaltenen Vortrag und Fahrtzeit bezahlt bekommst, sondern auch noch die Vorbereitungszeit.
    Auch wenn der Vortrag im Grunde schon steht, steckst du sicher wieder die ein oder andere "Minute" rein.


    Darf ich mal neugierig fragen, um welches Thema es geht?
    Denn wenn es z.b. eine Thematik ist, die im Grunde Werbung für die Nachhilfeschule macht (warum sonst sollte ein Nachhilfeinstitut diesen Vortrag anbieten wollen....?) dann würde ich auch das in die Berechnung mit einfließen lassen.


    Petra

  • Nehme mal an, dass das Nachhilfeinstitut das einfach als besonderen Service für die Eltern anbieten will (Thematik ist, wie Eltern den Schülern beim Lernen und den Hausaufgaben helfen können). Eine Mutter von denen, die bei dem Elternabend war, leitet das Nachhilfeinstitut.


    Erlaubnis vom Arbeitgeber ist auch kein Problem, da ich ja ab September arbeitslos bin ... (da ist dann das Referendariat vorbei).


    Vielleicht meldet sich ja noch jemand, der Ahnung hat. Danke schon mal!

  • Ich arbeite im Bereich Kirchenführungen als Referentin und für eine Stunde Führung erhalten wir einen Betrag von 34 Euro. Es handelt sich dabei um den in der kirchlichen Bildungsarbeit üblichen Referentensatz. Vorbereitet müssen wir natürlich auch sein. Fahrtkosten kann man sich zusätzlich erstatten lassen. Ist bei uns aber nur ÖPNV.
    Gruß Delphine

  • Huch? Das finde ich aber sehr wenig! Also 100 Euro sollten in jedem Fall drin sein, plus die Fahrtkosten, würde ich rein gefühlsmäßig sagen. Zumal ein Nachhilfeinstitut ja ein auf Gewinn ausgerichtetes Unternehmen ist, im Gegensatz zur Kirche. Es ist auch nicht vergleichbar mit VHS-Preisen, denn die Referenten dort erhalten ja wohl auch noch einen staatlichen Zuschuss.
    Gruß venti :)

  • Ich muss ergänzen: Ich glaube, "echte" Referenten können sich tatsächlich die Vorbereitungszeit anrechnen lassen. Bei uns ist das ja so, dass wir da zu Beginn zwar Arbeit mit haben, dann aber überhaupt keine Vorbereitungszeit mehr haben. Ich fand das Gehalt bisher immer ziemlich gut. Wer hat schon einen Nebenjob, in dem er 34 Euro für eine Stunde Arbeit bekommt? Es stimmt aber, dass das bei einmaligen Sachen, zumal in einem profitorientierten Unternehmen mehr sein sollte. Fremdsprachige Führungen werden bei uns übrigens mit 40 Euro / Std. abgegolten.


    Noch eine Ergänzung, die mir gerade einfällt: Mein Freund arbeitet an der Uni als Mitarbeiter und hat kürzlich 500 Euro Referentengehalt für eine ganztägige Fortbildungsveranstaltung in irgendeinem Unternehmen erhalten. Ganztägig heißt 3 mal 90 Minuten, dazwischen Pausen. Ein Teil der Std. war aber durch ihn angeleitete Einzel/Gruppenarbeit.
    Gruß Delphine

  • Hallo,


    ich würde sagen, dass es schon eine große Rolle spielt, was der Referent zu bieten hat. Lehrer bekommen bei "uns" eigentlich gar kein Honorar. Speziell wenn es um etwas geht, was praktisch jeder Lehrer erledigen könnte, gibt es zuviele, die das gerne machen, als dass man dafür bereit wäre etwas zu bezahlen.


    Wenn es ein bestimmter Lehrer wäre, der gebraucht wird, weil er etwas bestimmtes bearbeitet wird, wäre die erste Stufe eine Erstattung der Fahrtkosten. Selbstverständlich nur "ÖPNV". Nicht Limousine mit Chauffeur und auch kein Stundensatz für die dafür verbrauchte Zeit.


    Die nächste Stufe wäre jemand, der ein gesuchtes Spezialgebiet hat, eine besondere Ausbildung dafür und vielleicht in der Richtung ein Buch geschrieben hat. Die wohnen dann meist etwas weiter weg. Das fängt so mit 150 ¤ an.


    Professoren mit einem Namen, den jeder kennt, bekommen auch mal 250 ¤. Das kann man sich dann nicht so oft leisten.


    Entsprechend fällt dann halt das Eintrittsgeld aus, dass man für denjenigen nehmen kann. "Angebot und Nachfrage" eben.


    Grüße Enja

  • Hallo Juna,


    du könntest bei dem Institut ja mal vorsichtig anfragen, was an Honorar da so üblich ist. Wenn eine Mutter eines Schülers dich angesprochen hat, kannst du das ruhig fragen, finde ich. Ich würde mich auf keinen Fall unter Wert "verkaufen" und schließe mich Venti an, dass ein "Hunni" schon drin sein sollte. Für Fahrtkosten haben Firmen/Institute normalerweise einen festen Satz, also so-und-soviel Cent pro km. Frag einfach mal nach!

  • Zitat

    Enja schrieb am 03.04.2006 06:49:
    ich würde sagen, dass es schon eine große Rolle spielt, was der Referent zu bieten hat. Lehrer bekommen bei "uns" eigentlich gar kein Honorar.


    Was für eine Institution ist "wir"?


    Nele

  • Dann wäre es nett, wenn du solche Nachfragen nicht provozieren würdest, indem du deine Weisheiten verbreitest ohne mitteilen zu wollen, woher sie stammen.

    Bolzbold #5

    Gutmensch und Spaß dabei (= das GG und der Diensteid sind schon 'ne gute Sache 😉)

    "Und hast du die Ausrufezeichen bemerkt? Es sind fünf. Ein sicheres Zeichen dafür, dass jemand die Unterhose auf dem Kopf trägt." (T. Pratchett)

  • Zitat

    Enja schrieb am 04.04.2006 11:25:
    Hallo nele,


    bitte keine Fragen, deren Beantwortung meine Anonymität gefährden könnte.


    Ich hatte an eine Antwort im Stile von "ein Nachhilfeinstitut" oder "ein Elternverein" oder "eine Volkshochschule" gedacht. Damit ist keine Anonymität gefährdet.


    Nele

  • Da ich ja nicht weiß, ob du an der Schule meiner Kinder unterrichtest, ist das nicht ganz so einfach.


    Die Antwort wäre etwas komplex. Einmal organisiere ich Fortbildungen in meiner Branche. "Elternverein" ginge ein bißchen in die Richtung meines Ehrenamtes. Trifft es aber nur sehr entfernt. Also auch nicht präziser als "wir".


    Wieso ist es provokant, wenn ich das schreibe, was mir halt zum Thema bekannt ist? Eine Frage meinerseits an jemanden von euch wie "an welcher Schule gibt es denn so etwas?" würde sicher als übelster Verstoß gegen die Forenregeln aufgefasst.


    Allemal soll man, wie man mir erklärt hat, sowas über PNs klären. Das würde es aber nicht besser machen. Auch dann wüsste ich nicht, wer da fragt.


    Als "wir" (ich mache das nicht allein) damals die Sache übernommen haben, war es generell üblich, nur unbezahlte Referenten zu beauftragen. Sozusagen zur Qualitätssteigerung haben "wir" das abgeschafft. Um zu sinnvollen Tarifen für die Entlohnung der Referenten zu kommen, haben wir bei ähnlichen Institutionen angefragt. Und bei der VHS natürlich. Insofern kann ich versichern, dass wir uns von den anderen nicht unterscheiden. Was bedeutet, dass es nicht so furchtbar entscheidend ist, wer wir genau sind.


    Spannend. Was die Beantwortung einer so simplen Frage doch so alles auslösen kann...


    Grüße Enja

  • Zitat

    Enja schrieb am 04.04.2006 12:52:
    Da ich ja nicht weiß, ob du an der Schule meiner Kinder unterrichtest, ist das nicht ganz so einfach.


    Wenn die Schule deiner Kinder kein nordrheinwestfälisches Weiterbildungskolleg ist und wenn dort kein Lehrer namens "Nele Abels" unterrichtet, dürfte die Antwort auf diese Frage zumindest recht unproblematisch sein...


    Zitat

    Die Antwort wäre etwas komplex. Einmal organisiere ich Fortbildungen in meiner Branche. "Elternverein" ginge ein bißchen in die Richtung meines Ehrenamtes. Trifft es aber nur sehr entfernt. Also auch nicht präziser als "wir".


    Mhm. Also gut, du hast also irgendetwas mit Fortbildungen in deinem Berufsfeld zu tun und wendest das auch auf Verantstaltungen im schulischen Bereich an. Ok.


    Zitat

    Wieso ist es provokant, wenn ich das schreibe, was mir halt zum Thema bekannt ist?


    Provokant ist das nicht. Ich frage nur deshalb nach, weil für mich der Normalfall ist, dass ich, wenn ich einen mir unbekannten Fachmann zu einem Vortrag einlade, ich ihn auch für seine professionellen Mühen honoriere. Dein Beitrag klang so, als ob es für dich selbstverständlich wäre, dass ein Lehrer sein Fachwissen umsonst bereitzustellen habe. Das hat mich gewundert - und ich würde mich im Regelfall auch nicht darauf einlassen, denn ein Vortrag bedeutet Arbeit. Weiter unten nennst du ja selbst, dass Honorierung auch qualitätssichernd wirkt - um so verwunderlicher diese Haltung.


    Eine andere Sache wäre, wenn es sich bei der einladenden Stelle um ein gemeinnütziges Unternehmen mit Geldsorgen handelte, z.B. (ich erfinde mal ein Beispiel) ein Geschichtsverein mit Jugendabteilung, der mich um Hilfe bei der Planung eines Geschichtsprojekts für Kinder bittet. Soetwas würde ich ggf. durchaus ohne Entgelt machen. Darauf zielte meine Frage, aber das scheint bei Euch ja nicht der Fall zu sein.


    Zitat

    Spannend. Was die Beantwortung einer so simplen Frage doch so alles auslösen kann...


    Geheimniskrämerei und raunendes Gemunkel lösen Nachfragen aus - das liegt in der menschlichen Natur...


    Nele

  • Da ich den Thread ja losgetreten habe, hier mal ein kleines Update, wie ich mich jetzt verhalten habe:


    Habe gesagt, dass wohl das übliche Referentenhonorar 35 ¤ pro Stunde betragen würde, ich für den letzten Vortag aber kein Geld erhalten habe, da es ja ein Angebot von der Schule war. (Hoffe, dass die da jetzt rauslesen konnten, dass ich zwar bereit bin, mit mir handeln zu lassen, aber schon 25 ¤ die Stunde haben will).


    Vielen Dank!

  • Ja, Juna, den letzten Vortrag hast du unentgeldlich gehalten, weil du ihn im Rahmen des Elternabends an deiner Schule gehalten hast. Logo! Aber wenn du einen Vortrag in einem kommerziellen Instituts hälst, welches GELD mit seinen Kunden verdient, und wenn dein Vortrag dazu beiträgt, diesen Kunden etwas zu bieten, um somit für das Institut zu werben, kannst du selbstverständlich eine schöne Summe für den Vortrag verlangen! Mach das bloß nicht umsonst, sonst kommt nächste Woche das nächste Institut um die Ecke! Und bestehe auf mindestens 70 Euro, würde ich sagen (eher mehr, aber das ist ja jetzt offensichtlich schon zu spät...)!
    Du bist viel zu lieb mit denen umgegangen...


    :P


    Da muss man schon etwas auf "Geschäftsfrau" machen und ein wenig pokern, finde ich. DIE wollen schließlich was von DIR! Und das auch aus Geschäftsinn!
    Ob die jetzt wirklich "ahnen", dass du mind. 50 EUR anvisierst? Vielleicht zahlen sie aus Kulanz einen höheren Betrag... Ich drück dir die Daumen!

  • Ich überlege jetzt gerade, warum man meint, dass ich ein ehrenamtlich für eine kommerzielle Organisation arbeite. Nun gut. Ich habe den Eindruck, dass Auskünfte gar nicht gewünscht werden.


    Verlangen kann man natürlich soviel man will. Und dann muss man mal gucken, wieviel man bekommt. Und diese Nebentätigkeit natürlich immer schön anmelden und genehmigen lassen. Und den Erlös dann versteuern.


    Aber das ist ja wohl selbstverständlich, wenn man das kommerziell betreibt....


    Grüße Enja

  • Zitat

    Enja schrieb am 04.04.2006 22:36:
    Ich überlege jetzt gerade, warum man meint, dass ich ein ehrenamtlich für eine kommerzielle Organisation arbeite. Nun gut. Ich habe den Eindruck, dass Auskünfte gar nicht gewünscht werden.


    Du gibst ja, warum auch immer, aus Geheimhaltungsgründen keine Auskünfte, die irgendwie sinnvoll diskutiert werden könnten. Naja, heiße Luft kannst du alleine ventilieren - warte bitte nicht auf eine Antwort.


    Nele

  • Zitat

    den letzten Vortrag hast du unentgeldlich gehalten, weil du ihn im Rahmen des Elternabends an deiner Schule gehalten hast.


    Falsch! Das war Teil der Beamtenpflicht mit entsprechender 'Alimentierung'.


    Du bist Jung-Akademikerin und musst ein Akademiker-Honorar verlangen: 80 - 120 ¤ pro Stunde. Du verkaufst DEIN Wissen.
    Fahrtkosten sind mit 0,70 ¤ pro einfachen Kilometer abzurechnen.


    Rechne Dir mal das Bruttogehalt als Grundschullehrerin auf eine Stunde über's ganze Jahr um (12 1/2 Monatsgehälter geteilt durch die tatsächlich gehaltenen 3/4 Stunden minus/plus 7 Krankheitstage). Du wirst staunen.


    Wenn Du vor dem Steuerteufel Enja Angst hast, gib es ruhig bei der Steuererklärung nächstes Jahr an. Und vergiss die entsprechenden Werbungskosten nicht abzuziehen.


    "Wer nichts wert ist, verkauft sich billig".


    Viel Spaß, reiski

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