Umfrage: Frauen und Männer - Umgang mit Schulstress

  • Mal ne (nicht ganz ernst gemeinte) Umfrage.


    Wenn ich nach Hause komme und nach der Schule kaputt bin, mach ich mir Musik an und bin froh, dass ich meine Ruhe habe und mir keiner mehr vollquatscht, wie das nun mal der Beruf so mitbringt.


    Meine Freundin, die unterrichtet auch, geht damit etwas anders um. Wenn sie nach Hause kommt, muss sie von allem in allen Details berichten und sich so "auskotzen".


    Da sich diese beiden Meinungen nun ja doch etwas gegensätzlich gegenüber stehen, mach ich mal ne Umfrage.
    Ist das "Problem" so ein typischen Männer-Frauen-Ding oder wie erlebt ihr das?

  • Hallo!
    Wenn ich nach Hause komme, ist leider keiner da - mein Mann arbeitet bis abends. Eigentlich bin ich aber auch ganz froh, ich kann nicht sagen, dass ich nach den "sprachlastigen" Vormittagen noch mehr Redebedarf habe. Ich rede mit meinen Kollegen vor und nach dem Unterricht und in den Pausen viel, mit meiner LAA, da freue ich mich nach der Schule über ein bisschen Ruhe.
    Wenn etwas Besonderes war, erzähle ich natürlich abends davon, aber mehr als ein paar Minuten eigentlich nie. Vielleicht ist aber auch der Vorteil, dass mein Mann in einer ganz anderen Branche arbeitet, viele Dinge aus der Schule kann und muss er dann auch nicht so nachvollziehen.
    LG pinacolada

  • Da mein Freund kein Lehrer ist, muss ich etwas allgemeiner Antworten. ;) Wobei leicht einschränkend hinzu kommt, dass wir nicht zusammenwohnen, ich also auch in eine leere Wohnung komme und erst mal für mich bin.


    Grundsätzlich ist es bei uns aber auch ähnlich wie bei euch: Um Dinge zu verarbeiten muss ich sie schon verbalisieren, mich im Zweifel eben auch "Auskotzen", gelegentlich auch länger drüber reden, bis ich eine Lösung für mich finde bzw. mir klar wird, warum genau mich das gerade eigentlich so beschäftigt.
    Da ist mein Freund schon anders. Er erzählt zwar auch von der Arbeit, regt sich auch mal auf, aber mehr so als kurzes Statement und auch nicht bei allen Dingen.
    Dass ich Dinge durchkauen muss, kann er auch nicht ganz verstehen, akzeptiert es aber - und inzwischen versteht er es auch zu erkennen, wann ich von ihm Lösungstipps haben möchte und wann er einfach nur zuhören muss (letzteres ist im Übrigen deutlich öfter der Fall - und wenn er den Fehler macht, mir in dieser Phase Vorschläge zu geben, wie ich damit umgehen kann, oder - noch schlimmer - was ich hätte anders machen sollen, reagier ich echt fuchsig, denn dann fühl ich mich bevormundet... :D - er hat es schon nicht leicht... ;) ).


    Bei meinen vorherigen Beziehungen ist es im Übrigen ähnlich gewesen (nur haben die Männer da meistens länger gebraucht, bis sie raus hatten, dass ich nur selten möchte, dass sie das Problem für mich lösen :D).
    Was mir - im Sinne Freuds - gerade richtig unheimlich wird, ist, dass ich ein ähnliches "Problem" mit meinem Vater habe... der wollte/will mir auch immer für alles die Lösung präsentieren und kann nicht verstehen, dass ich es einfach nur loswerden wollte, um dann selber zu entscheiden, wie es weitergeht... :rolleyes:

    "Et steht übrijens alles im Buch, wat ich saje. ... Nur nit so schön." - Feuerzangenbowle

  • Ich bin definitiv ein sehr wortreicher Auskotzer - psychischer Druck muss zwecks Katharsis sprachlich symbolisiert und in grandiose Worthüllen gekleidet werden. :) Meine Lehrergattin ist genau so.


    Nele

  • Wenn ich nach Hause komme, warten 3 Kinder drauf ein Essen zu bekommen, mir IHREN Tag hinzuknallen, und mich als ihren Sklaven zu benutzen :D.


    Ich kann mich gar nicht mehr daran erinnern, welche Bedürfnisse ICH hätte, wenn ich heimkomme. Ist viel zu lange her, dass ich mich DA DRUM hätte kümmern können.
    - auch nicht ganz ernst gemeinte Antwort, aber im Grunde ist es so ;)


    ich finde übrigens deinen Nick Klasse - nur so beiläufig, weil grad Gelegenheit ist, dir das zu sagen =)

  • Zitat


    ich finde übrigens deinen Nick Klasse - nur so beiläufig, weil grad Gelegenheit ist, dir das zu sagen =)


    Ja, auf Matula stehen die Frauen :)

  • Hallo Matula,


    wenn ich nach Hause komme (hihi, klingt wieder Anfang einer Hausaufgabe --> "Schreibe einen Aufsatz und beginne mit den Worten...."), also, komme ich nach Hause, dann ist hier erstmal RUHE! Göttliche Ruhe. Und das ist auch gut so, denn in der Schule ist es laut, motorisch unruhig, ich habe vieles schon mit Kollegen zwischendurch besprochen bzw. auch einiges auf der Heimfahrt innerlich abgearbeitet. Meine Katzen dösen eh den lieben langen Tat, bewegen sich leise, fallen nicht vom Stuhl, petzen nicht - naja, sie sind eben keine Schüler, auch wenn sie gelegentlich Widerworte geben. ;)


    Eigentlich bin ich aber auch ein weibliches Wesen, welches sich gerne en detail der Logorrhoe hingibt. Ehe es aber zu selbiger kommt, ruft meistens schon mein Partner an - auch Lehrer - und ergießt sich höchst selbst in leicht gefilterten Details, so dass ich dann irgendwie die Lust dazu verlieren, mich auch noch zu äußern.


    Ich hoffe, das verfälscht die Umfrageergebnisse nun nicht allzu sehr. :P


    Grüße vom
    Raket-O-Katz

  • Hallo Matula,
    ich finde mich in deinem Posting absolut wieder.... wenn mein Freund aus der Schule kommt, ist für ihn erstmal Feierabend - Haustür zu, Schule draußen. Abends setzt er sich zwar an die Vorbereitung, aber ohne viele Worte... ich dagegen komme nach Hause und muss erstmal alles loswerden, und das detailliert und wortreich. Wenn die Antworten einsilbig werden, merke ich, dass ich mich bremsen muss; fühle mich aber sehr unzufrieden mit dem Gefühl, nicht alles losgeworden zu sein...


    Kurz und knapp: bei uns ist's genauso wie bei euch.


    Liebe Grüße
    Chiaro

    "Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."
    (afrikanisch)

  • Hallo,
    Hmmm, mir bleibt eigentlich keine Zeit, mich darüber auszutauschen oder auszuspannen. Nach der Schule sammele ich meine Tochter ein, muss Essen kochen, wickeln...... eigentlich geht es genauso weiter wie vormittags, nur mit jüngeren Altersstufen. :baby:
    Und abends geht es dann an die Unterrichtsvorbereitungen. Aber es gibt ja bald Ferien!!!


    Und vorher war es so wie bei euch. Ich rede, Männle hört genervt zu.


    LG Alema

  • Mein Partner kommt abends nach Hause und ist kein Lehrer, daher erzähle ich ihm von der Schule meist nur irgendwie bemerkenswerte oder lustige Dinge.
    Bevor ich die Schule verlasse, trinke ich meist mit bestimmten Kollegen noch einen Kaffee, wenn wirklich etwas war, das mich beschäftigt, rede ich dort. Ansonsten mag ich es, wenn es zu Hause ruhig ist.


    Maria

    Was man zu verstehen gelernt hat, fürchtet man nicht mehr. Marie Curie

  • Wir sind ein Lehrerehepaar und wir sind beide auch Beratungslehrer, also für die ganz komplizierten Fälle zuständig. Wenn wir uns zuhause jeweils auskotzen würden, wären wir nachts um 2 noch nicht fertig.


    Wir haben die Regelung, dass nur bei ganz heiklen Fällen, wo es um echten Rat des anderen geht, Schule zuhause diskutiert wird. Für's auskotzen habe ich meine eigenen Kollegen, mein Mann seine, und diverse Foren, wenn's sein muss, oder die Beratungslehrersupervision. Das muss reichen und tut es auch.


    Ich stelle fest, dass aufgrund der Tatsache, dass Schule im Gespräch mit meinem Mann kaum Thema ist, wir ziemlich wenige der üblichen Lehrerehepaarmacken, die ich im erweiterten Bekanntenkreis beobachte, entwickelt haben - und: wir haben ein Leben außer der Schule, es kreist nicht immer alles um das eine.
    Was wiederum meiner Bodenhaftung und meiner Entspanntheit deutlich dienlich ist. Davon profitieren dann hoffentlich die Schüler.


    24 Stunden im Dienst bleiben halte ich für ungesund. Lieber die Stunden, die man wirklich im Dienst ist, effizient sein - und dann effizient abschalten und entspannen. Das ist für uns auch der Ehe förderlich - ich möchte nicht irgendwann feststellen, dass mein Mann und ich kein Ehepaar, sondern eine Art kleines Kollegium sind 8o8o "Schatz, dein Nudelgerichgt war jetzt aber nur ne 3 plus..." 8o


    Bei uns hat sich das bewährt.

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Ich erzähle meinen Freund abends eigentlich recht wenig. Ich glaube das liegt daran, dass ich nach einem anstrengenden Vormittag in der Schule und der U-Vorbereitung am Nachmittag einfach mal gerne an etwas anderes denken und über andere Themen sprechen möchte.


    Es könnte aber auch damit zu tun haben, dass mein Freund kein Lehrer ist und manche Situationen des Lehreralltags sowieso nicht so leicht nachvollziehen könnte.


    Ich tausche mich lieber mit Kolleginnen aus!! Das wiederum ausgiebig ;)

  • Hallo!
    Ich gehöre auch zum Typ "Auskotzen". Für mich ist es sehr praktisch, dass ich Teil einer Fahrgemeinschaft bin. Auf dem Weg von der Schule nach hause kann man schon alles prima loswerden. Das ist besser als jede Supervision und ganz umsonst. Und meinen Freund muss ich dann abends eher selten vollquatschen!
    Schönen Fußballsonntag!

  • heim kommen
    leere WOhnung genießen
    Kaffee trinken
    gelegentlich auch ein Nickerchen machen
    oder evtl. einkaufen gehen
    also ca. 1 Std. lang was anderes machen


    dann wäre die Zeit, weiterzuarbeiten (Schreibtischgedöns)
    Wenn das nicht geht, weil der Kopf noch zu voll ist, dann telefoniere ich, am besten mit meiner Lieblingskollegin o.a. einer anderen oder kurz mit meinem Mann im Büro


    dann kann cih wieder weiter arbeiten

  • Auch ich gehöre zu den "Spuckern" und eher nicht zu den "Schluckern".


    Leider musste ich feststellen, dass sich meine Umwelt komischerweise häufig nicht dafür interessiert mit mir das "Erbrochene" zu analysieren und zu bearbeiten... ;)
    Also übe ich mich in Zurückhaltung und besuche dann Foren wie dieses hier.


    Generell würde ich dir aber zustimmen, dass Männer mehr als Frauen zum stillen "Schlucken" tendieren.

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