Korrekturen...

  • Hallo,


    was das Korrigieren angeht, hat ja jeder andere Ansichten was Genauigkeit und Art der Rückmeldung angeht, aber auch ob jedes Arbeitsblatt und jeder Hefteintrag korrigiert werden sollte. Auf einem Burnout-Vortrag hieß es, dass manche Lehrer doppelt soviel Zeit in die Korrekturen investieren wie andere. Ich habe den Eindruck, dass ich zu denen zähle, die zuviel Zeit an das Korrigieren "verschwenden(?)"...


    Deshalb würde mich interessieren, wie ihr das handhabt.


    Also ich korrigiere (vielleicht noch vom Seminar geprägt...) alle Hefteinträge und jedes Arbeitsblatt. Meist achte ich auf die Schrift und ob alles richtig ist. Wenn die Kinder ihre Hefte und ABs zurückbekommen, halte ich sie an, dass sie auch verbessern.


    Nur wächst mir alles über den Kopf... Obwohl sich die Korrekturen in der ersten Klasse im Rahmen halten, stapeln sich bei mir zu Hause die AB-Stapel. Ich habe nun begonnen, manche Hausaufgaben in Partnerarbeit vergleichen und verbessern zu lassen. Leider "klaut" mir das wiederum Unterrichtszeit. Wie ich's mache, hat es Nachteile...


    Deshalb meine Umfrage an euch: Korrigiert ich auch mal etwas nicht? Hakt ihr manchmal nur ab, ohne genau zu prüfen, ob alles richtig ist?


    Freue mich auf eure Antworten.
    Vielen Dank schon mal im Voraus!

  • Ich bin mal ehrlich!


    Was Hausaufgaben anbelangt:


    - Grundsätzlich sage ich den Eltern, dass ich bei 27 Kindern es nicht schaffe, IMMER und ALLES genauestens anzuschauen. Meine Unterschrift bedeutet, dass ich gesehen habe, die HA wurden gemacht.


    Trotzdem merke ich recht schnell, ob es bei einem Kind Schwierigkeiten gibt. Da brauche ich keine 100 % ige Kontrolle eines jeden Arbeitsblattes!!!!! Das kristallisiert sich ja auch im Unterricht heraus.



    Ich nehme Hefte und Arbeitsblätter auch mal mit nach hause zum genauen Durchschauen.
    Aber alles .... oh je, das würde ich nicht schaffen - ehrlich nicht! Da schaue ich lieber ganz genau im Unterricht hin.... gehe durch, schaue mir die Sachen an (vor allen Dingen von meinen "Spezies" ;) )
    und achte bei dem einen auf die Schrift, dem anderen rück ich ständig den Stuhl hin usw....


    Mir sind die "Momentaufnahmen" im Unterricht irgendwie wichtiger.


    Ist aber ein interessantes Thema. Wie handhaben das die anderen und warum???



    Zu deiner Burnout-Sache: Naja, ich denke zwar nicht, dass man das nur alleine damit in Zusammenhang bringen kann.... aber ich finde schon, dass man irgendwo Abstriche machen muss.


    Ich mache sie halt da und häng mich vielleicht woanders mehr rein. Mache einen haufen Überstunden für Kooperationsarbeit wo keiner danach kräht.


    Ich denke, jeder hat so seine "Ecke", wo er sich ein bisschen zu sehr austobt ;)




    Panama

    "Du musst nur die Laufrichtung ändern..." sagte die Katze zur Maus, und fraß sie.

    • Offizieller Beitrag

    Ich bin in der 3. Klasse und da kann man nicht alles korrigieren. Mathe lasse ich öfter im Unterricht korrigieren, teilweise mit Hefttausch. Mein Kürzel bedeutet i.d.R. "gesehen". Einiges muss meiner Meinung nach korrigiert werden (z.B. Übungen für Diktate/ Rechtschreibarbeiten/ Grammatikarbeiten), das tue ich dann auch. Ansonsten nehme ich in regelmäßigen Abständen immer mal was anderes mit.


    In der 1. Klasse habe ich bisher immer alles korrigiert, hatte aber noch nie eine 1. ganz alleine. Habe aber vor, (fast) alles nachzusehen, wenn ich ab dem Sommer eine 1. bekomme, mal sehen, ob das klappen wird.


    Gruß leppy

  • Zitat

    Original von Panama
    Ich bin mal ehrlich!


    :danke:


    Zitat

    Original von Panama
    Zu deiner Burnout-Sache: Naja, ich denke zwar nicht, dass man das nur alleine damit in Zusammenhang bringen kann.... aber ich finde schon, dass man irgendwo Abstriche machen muss.


    Burnout hat sicher mit vielen anderen Faktoren zu tun. Das mit den Korrekturen fand ich nur sehr interessant, denn ich denke, dass die Schüler von Lehrern, die doppelt so lange an den Korrekturen sitzen, nicht unbedingt besser sind als die, deren Lehrer das entspannter angehen. Es hat mir einfach zu denken gegeben - und so kommt es auch, dass ich mal hier im Forum nachfrage...


    Hoffe, ich krieg noch mehr ehrliche Antworten. Dank euch schon mal im Voraus :tongue:

    • Offizieller Beitrag

    Ich habe an Korrekturen angefangen "zu sparen".


    Noch vor 3 Jahren habe ich ebenfalls fast alles korrigiert, nahm Hefte und AB mit nach Hause etc.
    Das hat mir viel Arbeit, wenig Schlaf etc. eingebracht. Die Kinder haben sich um das eigene Korrigieren meist wenig geschert bzw. es nur Zähneknirschend verbessert.
    Ferner gab es Beschwerden von Eltern, teilweise mit langen Anschreiben, wie sehr doch meine Glaubwürdigkeit leiden würde, wenn ich auf einer Seite mit 60 Rechenaufgaben 2 Fehler übersehen würde.


    Also, Strategie geändert:
    Generell gilt: Ein spezieller Stempel unter dem AB / der Aufgabe für eine gelungene Leistung, die kann auch unter 60 Rechenaufgaben bis zu 3/4 Fehler umfassen, die dann eben nicht einzeln angestrichen sind.
    Ein weiterer Stempel für eine Aufgabe, die beendet wurde, aber nicht gründlich oder sauber genug.
    Ein dritter Stempel für Aufgaben, mit deren Erledigung ich nicht einverstanden bin und die deshalb zu korrigieren sind.


    Ansonsten gehe ich eben auch rum und schaue und helfe. Manchmal lasse ich auch die Kinder mit einer speziellen Aufgabe zu mir kommen und Fehler gleich verbessern.

  • Mir ist der Sinn von Korrekturen in z.B. Deutschheften und -ordnern nicht so ganz klar...zumindest meine Schüler gucken sich das nie wieder an, wenn ich dort etwas verbessert habe.

    ~*~ Lache nicht über jemanden, der einen Schritt zurück macht - er könnte Anlauf nehmen!~*~

  • Hallo!
    Ich habe jetzt ein viertes Schuljahr und ich korrigiere nur den kleinsten Teil der Arbeitsblätter/Aufgaben.
    Das meiste bekomme ich durch Schauen im Unterricht mit, Hausaufgaben sehe ich auch nicht immer nach, die Kinder wissen inzwischen, dass sie die Hausaufgaben für sich und nicht für mich machen.
    Hausaufgabenkontrolle mache ich auch in verschiedenen Formen:
    Museumsgang, Partnerkontrolle, einfach mal Mappe hochhalten, ob es gemacht ist, vorlesen und vergleichen oder ich versuche auch Hausaufgaben mit Selbstkontrollmöglichkeit zu geben. Das geht besonders in Mathe gut.
    Für das Korrigieren im Unterricht ist mir oft die Zeit zu schade und zu Hause möchte ich den Hauptteil für die Unterrichtsvorbereitung verwenden.
    Ausgenommen davon sind natürlich Mathetests, Projekthefte, Diagnosediktate, Aufsätze, SU-Tests, Deutschtests...
    LG pinacolada

  • Ich muss hier noch einmal nachhaken:
    Korrigiert ihr alle Fehler (Deutsch) oder nur das, was sie nach längerem Erarbeiten und Üben anwenden können sollten? Wenn die Kinder einen Aufsatz zum Beispiel nochmal schön abschreiben sollen: alles korrigieren oder wirkt das demotivierend (Klasse 3)?
    Grüße und Dankeschön!

  • Ja, in den Deutschheften korrigiere ich alles, auch im Geschichtenheft, unser Heft, in das nach meiner Korrekur die Aufsätze ins Reine geschrieben werden.

  • Ich korrigiere eigentlich auch alles, von der 1. bis zur 4. Klasse und in jedem Fach. Bis auf wenige Ausnahmen.


    Wenn ich mal etwas nicht korrigiere, dann mach ich aber auch kein (!) Hakerl drunter. Denn Hakerl heißt für die, die das dann nochmal in die Finger bekommen (wer auch immer), dass es angesehen wurde. Und dann ist es schon peinlich, wenn wenn unangestrichene Fehler drin sind.


    Wenns schnell geht, z.B. mal Zahlen vergleichen, oder auch ein Wörter - Partnerdiktat, das dürfen auch schon mal meine Erstis in PA korrigieren("Lehrer spielen"). Da möchte ich aber immer, dass derjenige, der korrigiert hat, seinen "Lehrer"namen drunter schreibt.

  • Zitat

    Original von Scruffy
    Ich muss hier noch einmal nachhaken:
    Korrigiert ihr alle Fehler (Deutsch) oder nur das, was sie nach längerem Erarbeiten und Üben anwenden können sollten? Wenn die Kinder einen Aufsatz zum Beispiel nochmal schön abschreiben sollen: alles korrigieren oder wirkt das demotivierend (Klasse 3)?
    Grüße und Dankeschön!


    Alle Fehler.
    Auch die nochmal geschriebene Version.


    Damit es nicht sooooo demotivierend ist: du kannst bei der nochmal geschriebenen Geschichte mit Bleistift korrigieren und die Kinder dürfen es dann auskillern, du wirfst einen Blick drauf und dann wird der Bleistiftstrich ausradiert.

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