Sicherheitsdebatte an bayerischer Schule - Flötenstunde mit Fingerabdruck

  • Naja, prinzipiell ist es egal, was für eine Schule es ist, denn es geht ja nicht um die Schüler, sondern um Fremde, die nicht in die Schule gelangen sollen. Es ist letztenendes ja auch zum Schutz der Kinder - eine offene Musikschule am Nachmittag bietet viele Versteckmöglichkeiten für Unbefugte- und auf den Gängen dürfte man an solchen Nachmittagen nicht viele Leute finden...
    Es ging ja nicht um den normalen Schulvormittag.


    Ich finde die Idee gar nicht schlecht! Die Daten sollten nur intern verwendet werden, anonymisiert. Es gibt keine Schlüssel zu verlieren, keine Nummern zu vergessen - nichts! Nur kurz den Finger auflegen.

  • Es geht ja nicht um die rechtschaffenen Bürger, sondern um Terroristen, die nicht in die Gesellschaft gelangen sollen. Es ist letztenendes ja auch zum Schutz rechtschaffener Bürger - eine offene Gesellschaft bietet viele Versteckmöglichkeiten für Unbefugte und auf der Straße dürfte man in der Regel nicht viele Leute finden...
    Es geht ja nicht um den normalen Bürger...


    Das war übrigens ein Plädoyer dafür, dass jedem Neugeborenen ein Chip implantiert wird 8)

  • Zitat

    Original von Latin_Lover
    Es geht ja nicht um die rechtschaffenen Bürger, sondern um Terroristen, die nicht in die Gesellschaft gelangen sollen. Es ist letztenendes ja auch zum Schutz rechtschaffener Bürger - eine offene Gesellschaft bietet viele Versteckmöglichkeiten für Unbefugte und auf der Straße dürfte man in der Regel nicht viele Leute finden...
    Es geht ja nicht um den normalen Bürger...


    Das war übrigens ein Plädoyer dafür, dass jedem Neugeborenen ein Chip implantiert wird 8)


    In einer Zeit, in der Pädophile Kinder aus Jugendherbergen oderschlafend aus Elternhäusern entführen und vergewaltigen, finde ich solche Ironie irgendwie fehl am Platz...

  • Ich bin für die Einführung von Halsbändern mit integriertem Chip. Diese sogenannten "Transponder" sind schon lange bewährt und werden mit Erfolg eingesetzt, um Zuteilungen und Leistungen sowie Zutrittsberechtigungen zu vergeben.


    Guggst du hier:
    http://www.schule-bw.de/unterr…/pfitzingen/album/b3f.jpg

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Also bei uns in der Schule finden nachmittags auch VHS-Kurse statt, wobei parallel Unterricht läuft. Die Schule ist sehr offen gebaut, mit zig Eingängen. Gerade in der Zeit der letzten Amokläufe habe ich mir oft gedacht, dass im Grunde jeder einfach so ungehindert hereinlaufen könnte - keine gute Vorstellung! Schon mehrfach haben wildfremde Leute auch nachmittags einfach meine Klassentür aufgerissen, reingestarrt und sind wieder gegangen - harmlos in der Tür geirrt und nicht die Erziehung vorher zu klopfen, aber ich hatte dabei durchaus auch manchmal ein mulmiges Gefühl, wenn ich einschlägige Berichte im TV gesehen habe.

  • Der Fortbildungsbedarf für Hausmeister wird aber mit der Zeit unbezahlbar... Neben Fingerabdrucklesegerät, Datenempfänger für implantierte Chips und Transponder muss er bald ja auch noch diese Dinger bedienen können.


    @ Schmeili: Ohne Ironie geht's doch nicht, wenn der Überwachungswahnsinn um sich greift.


    Gruß,
    Peter

  • Zitat

    Original von Schmeili


    In einer Zeit, in der Pädophile Kinder aus Jugendherbergen oderschlafend aus Elternhäusern entführen und vergewaltigen, finde ich solche Ironie irgendwie fehl am Platz...


    Sorry Schmeili, aber die Kritik kann ich jetzt nicht nachvollziehen. Mir hat noch niemand nachweisen können, dass die Bedrohungslage durch Pädophile, Terroristen und Kriminelle aller Art in den letzten Jahrzehnten tatsächlich spührbar angewachsen wäre. Warum sollte das auch der Fall sein?

  • Ähem, also von Terroristen oder ähnlichen habe ICH nie gesprochen!!!


    Mir geht es nur darum, dass einem relativ unbelebten Gebäude (das IST eine Schule nachmittags) welches meist viele Gängen hat, nicht ungefährlich ist, wenn dort jedermann Zutritt hat.


    Bei uns im Ort haben sich einige trinkende Jugendliche mit MIgrationshintergrund erst in nem Parkhaus breit gemacht, nachdem sie dort vertrieben wurden, wurden sie oftmals in der VHS-mitgenutzten Schule angetroffen. Mehrfach wurden dabei auch schon Besucher massivst angepöbelt und bedroht. Inzwischen wird abgeschlossen, die Lehrer müssen ihre Kurse an der Tür abholen und einlassen, wenn jemand zu spät kommt braucht er entweder ein Handy um einen Mitkursler anzurufen, er hat Glück das es ein Erdgeschossraum zum Anklopfen ist oder er hat einfach Pech.
    Auch hierbei fällt natürlich schon Zeit weg.
    Bei Musikunterricht ist es oftmals ohnehin schon nur eine 30 Minuten-Einheit, wenn aus Zeit- und Sicherheitsgründen überlegt wird, dass ein automatisiertes Zugangssystem angeschafft wird, finde ich das noch immer gut.


    Was sind denn eure sachlichen Gründe gegen dieses Zugangssystem, bei dem lediglich der Fingerabdruck - nichts weiter - gespeichert wird?

  • Ich finde das gut. Keine Ahnung, warum die dagegen angehen wollen.
    Ich würde es begrüßen, an so einer Schule zu unterrichtet zu werden und dort zu unterrichten. Und mein Kind würde ich auch dahinschicken, auch wenn es zum Musikunterricht ginge.

  • An die Befürworter(-innen :rolleyes: :( Welche Lebensrisiken, die sich prozentual im Promillebereich bewegen, würdet ihr noch durch solche Maßnahmen scheinbar ausschließen wollen ? Gibt noch etliche Möglichkeiten, wo jemandem etwas zustoßen könnte: Kinderspielplätze, der Weg zur Schule, Einkaufszentrum, Sportplätze/Schwimmbäder usw.


    Aber warum noch argumentieren, wenns um die "Kinder" geht, ist dies scheinbar sowieso nicht möglich.
    Glücklicherweise ist die Threaderstellerin auch Grundschullehrerin, sonst wären glatt wieder alle Klischees bezüglich der "Primis" hier bestätigt worden :O

  • Zitat

    Original von Schmeili
    Ähem, also von Terroristen oder ähnlichen habe ICH nie gesprochen!!!


    [...]


    Was sind denn eure sachlichen Gründe gegen dieses Zugangssystem, bei dem lediglich der Fingerabdruck - nichts weiter - gespeichert wird?


    Stimmt, von Terroristen hast du nicht gesprochen. Den Zusammenhang habe ich hergestellt, da die Panik in der Bevölkerung vor Terror oder Pädophilen und anderen Kriminellen meiner Meinung nach in den meisten Fällen völlig irrationale Züge trägt. Auch bei den Ursachen für dieses übersteigerte Angstempfinden sehe ich Parallelen.


    Das Problem, das du in deinem Beispiel schilderst, und auch die Reaktionen darauf, kann ich nachvollziehen. Hier wird auf ein konkretes Ereignis angemessen reagiert. Im Fall der bayerischen Schule sehe ich das aber absolut nicht.


    Zu meinen Beweggründen gegen ein solches System:
    (Ich bin mir nicht sicher, ob du das als sachlich gelten lässt, aber ich versuche es trotzdem mal.)
    Ich betrachte den Fall als Teil einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Ohne es zu merken, werden unsere freiheitlichen Bürgerrechte zunehmend eingeschränkt. Wir, die Bürger, sind da oft selber schuld, fehlt es vielen doch an der entsprechenden Sensibilität für das Thema.


    In sehr kleinen, wohl dosierten Schritten - die damit in ihrem Ausmaß nur schwer wahrnehmbar sind - werden in allen Lebensbereichen Systeme der Überwachung und Zugangskontrolle eingerichtet. Da es so schön schleichend geht, gibt es auch keinen Widerstand (man bedenke dagegen bspw. die Proteste gegen die Volkszählung in den 80ern!). Zudem sind diese Systeme ja durchaus auch mit Vorteilen für den Bürger verbunden, das will ich gar nicht bestreiten.


    Der Kern des Problems liegt aber meiner Meinung nach darin, dass diese Strukturen dem Missbrauch Tür und Tor öffnen. Natürlich denke ich da zu allererst an Machtmissbrauch durch den Staat. Staatliche Systeme neigen immer dazu ihre Macht auzudehnen, wenn man sie gewähren lässt. Dabei will ich der Politik hier (meist) nicht unterstellen, dass sie es auf unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung abgesehen hat. Es regiert und verwaltet sich aber einfach deutlich leichter, wenn man mehr Macht d.h. auch mehr Kontrolle und Wissen über die Bevölkerung hat. In unserem Subsystem Schule geht es uns da ja nicht anders.


    Wie auch immer die Motive aussehen, über kurz oder lang werden Strukturen aufgebaut die Machtmissbrauch ermöglichen und extrem erleichtern. Die Geschichte zeigt, dass alle Regierungssysteme irgendwann auch mal schwere Krisen durchmachen. Wie auch immer das in Bezug auf Deutschland/Europa in Zukunft aussehen würde - ich möchte nicht, dass es politische Extremisten unnötig leicht haben die Bevölkerung in solch einer Situation zu kontrollieren, manipulieren...


    Um jetzt dann mal wieder auf die bayerische Schule zurück zu kommen: Hier wird die Bevölkerung eben an eine Überwachungstechnologie gewöhnt. Wieder nur ein kleiner Schritt im konkreten Fall - viel "Kleinvieh" macht in der Summe aber eben auch viel "Mist".

  • Meine eigenen Kinder haben einen Amoklauf an ihrer Schule miterlebt. Es war für die gesamte Schulfamilie ein sehr erschütterndes Erlebnis, welches immer noch nachwirkt.
    Dennoch bin ich persönlich absolut gegen derlei Maßnahmen.


    Diese sog. Sicherheitsmaßnahmen steigern doch nicht wirklich die Sicherheit. (Falls ein Schüler der Täter wäre, könnte er doch auch mit seinem Fingerabdruck rein.)
    Da wird nur Verunsicherung gesät und Angst geschürt. Diese Reaktionen entsprechen absolut nicht der tatsächlichen "Gefährdungslage".



    Zitat

    Original von LatinLover:
    Welche Lebensrisiken, die sich prozentual im Promillebereich bewegen, würdet ihr noch durch solche Maßnahmen scheinbar ausschließen wollen ? Gibt noch etliche Möglichkeiten, wo jemandem etwas zustoßen könnte: Kinderspielplätze, der Weg zur Schule, Einkaufszentrum, Sportplätze/Schwimmbäder usw.


    Sehe ich auch so.



    Zitat

    Original von Schmeili:
    Bei uns im Ort haben sich einige trinkende Jugendliche mit MIgrationshintergrund erst in nem Parkhaus breit gemacht, nachdem sie dort vertrieben wurden, wurden sie oftmals in der VHS-mitgenutzten Schule angetroffen. Mehrfach wurden dabei auch schon Besucher massivst angepöbelt und bedroht. Inzwischen wird abgeschlossen, die Lehrer müssen ihre Kurse an der Tür abholen und einlassen, wenn jemand zu spät kommt braucht er entweder ein Handy um einen Mitkursler anzurufen, er hat Glück das es ein Erdgeschossraum zum Anklopfen ist oder er hat einfach Pech.


    Ich verstehe das Problem. Aber Abschließen ist doch in diesem Fall eine gute Methode.

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