Außerunterrichtliche Veranstaltungen

  • Irgendwie gehe ich gerade ein bisschen auf dem Zahnfleisch, deswegen frage ich euch mal....


    hier einfach die Situation, schön wären eure Meinungen dazu :)


    Ich habe ein volles Deputat an einer GS - NICHT Ganztagesgrundschule.
    Ich habe freiwillig Einiges nebenher, dass ich aber gut geregelt bekomme, so vom Zeitmanagement her, da viele Termine abends liegen, wenn meine beiden Kinder schlafen :)


    wie zb. Kooperation Kindergarten (viele Elternabende :) ) wo es auch mal nachmittags Dienstbesprechungen gibt, oder Elterngespräche. Möchte ich aber nicht hergeben, macht viel Spaß.
    Oder Betreuung von Studenten. Ist auch spannend, vieles mittags telefonisch klärbar - oder per mail.


    Mein Chef (noch recht neu im Job ;) ) ist sehr engagiert, hat tolle Ideen und ist zugänglich. Aber er bunkert uns mit Nachmittagsterminen nur so zu.


    Permament GLKs, Abrufveranstaltung, pädag. Tag, Lehrerausflug etc....alles MUSS dringend noch die nächsten 2 Wochen stattfinden.
    PLUS das, was ja eh schon läuft: Besprechungen mit Parallelkollegin, Elterngespräch.....und das, was ich oben genannt habe.....


    Ich habe so den Eindruck, er möchte alles irgendwie besser machen (??) und will natürlich Bewegung, aber ich habe da echt ein großes Problem: 3-4 Nachmittage in einer Woche Betreuung für meine Kinder????


    Hä?


    Also ich will nicht meckern - ich hab so im Schnitt 45-50 Wochenstunden Arbeit und bekomm das meistens gut geregelt, aber ich brauche definitiv IMMER einen Babysitter ....so bis 16/17 Uhr...
    Und das KANN und will ich aber auch nicht. Aber es geht auch einfach nicht.


    Was meint ihr dazu ? Und wie ist das jetzt denn schul/ beamtenrechtlich?????


    Panama

    "Du musst nur die Laufrichtung ändern..." sagte die Katze zur Maus, und fraß sie.

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke leider nicht, dass du rein rechtlich da viel machen kannst. :( Leider kenne ich ähnliche Situationen aus der Arbeit mit nur einer halben Stelle und Kleinkind und selbst da lässt sich nur bedingt was gegen die vielen Zusatztermine machen. Mit einer vollen Stelle hast du ja noch eine schlechtere rechtliches Situation. Nirgendwo sind die Präsenzzeiten des Lehrerjobs gesetzlich verankert und somit sind auch die vielen Nachmittagstermine legitim.

  • Oh je, aber dann bleibt einem ja nur eine Alternative: Wenn ich keinen Babysitter bekomme....melde ich mich krank?
    Das will ich eigentlich mal überhaupt nicht. Hört sich vielleicht doof an, aber das verstößt so ziemlich gegen alle meine Grundsätze und ich würde so was im Traum nicht machen.
    Gut, mit der SL natürlich erst mal über das Thema reden. Aber wir läuft das bei euch so?


    Panama


    P.S. Wenn die Präsenszeit nicht rechtlich verankert sind.... dann gilt das doch ebenso für Zusatztermine.... die können doch dann ebenfalls nicht einfach so massenhaft angesetzt werden, oder?

    "Du musst nur die Laufrichtung ändern..." sagte die Katze zur Maus, und fraß sie.

  • Bei uns sieht es ganz ähnlich aus. Ich habe volle Stelle an einer GS mit offener Ganztagsgrundschule. Dreimal bin ich gezwungenermaßen nachmittags in der Hausaufgabenbetreuung (je 60min) eingesetzt. Meine Präsenszeit beträgt zur Zeit stundenplanbedingt 35 Zeitstunden. Da ist aber noch kein Teamgespräch, keine Konferenz, Fortbildung, Elterngespräch, Sprechtag, Feier, Wandertag, Vorbereitung oder Korrektur enthalten. Wir haben sehr viele Aufsichten und die eine oder andere Springstunde. Leider findet sich dann nur selten ein ruhiges Eckchen um etwas in Ruhe zu arbeiten. Ich bin wirklich unzufrieden mit der Situation und überlege schon, einen Versetzungsantrag zu stellen. Unser Schulleiter ist hochgradig engagiert und hat nicht das geringste Verständnis für ein Leben außerhalb von Schule. Mit 50 Arbeitsstunden pro Woche komme ich nicht aus und in den Ferien habe ich auch oft zu arbeiten. Mit meinen Einwänden stoße ich ziemlich auf Granit und bekomme nur immer vorgehalten, dass ich ja Vollzeitkraft bin.

    • Offizieller Beitrag

    Oh je, aber dann bleibt einem ja nur eine Alternative: Wenn ich keinen Babysitter bekomme....melde ich mich krank?
    Das will ich eigentlich mal überhaupt nicht. Hört sich vielleicht doof an, aber das verstößt so ziemlich gegen alle meine Grundsätze und ich würde so was im Traum nicht machen.
    Gut, mit der SL natürlich erst mal über das Thema reden. Aber wir läuft das bei euch so?

    Wie das bei uns läuft? Hm, das war immer ein extremer organisatorischer Drahtseilakt. Ich konnte immer nur hoffen, dass entweder mein Mann das Kind betreuen kann, die Tagesmutter einspringen kann etc.
    Das Problem bei dir ist eben noch, dass du Vollzeit arbeitest. Kannst du nicht auf Teilzeit gehen, denn dann hast du wenigstens noch die Möglichkeit, dich eventuell mit einer anderen Teilzeitkraft bei den Gesamtkonferenzen abzuwechseln?


    Krankmelden kann doch keine Lösung sein, da könntest du arge Probleme bekommen.


    Nochmal dazu, wie wir das lösen (bin gerade in Elternzeit mit dem 2. Kind): Ich überlege, ob ich länger Elternzeit mache; ich überlege, ob ich deutlich unterhälftig wieder einsteige; wir haben den Kindergarten v.a. nach den Öffnungszeiten ausgesucht (was uns aber trotzdem noch vor große Probleme stellt, da die Betreuungszeiten hier anscheinend v.a. an Müttern orientiert sind, die nicht arbeiten - aber es gibt immerhin mit ein bisschen Glück hier auch Kindergärten, die schon ab 7 Uhr geöffnet haben, dafür aber nachmittags nicht lange aufhaben ;) ); wir suchen noch eine zusätzliche Kinderbetreuung für den Nachmittag und überlegen jetzt schon, wer gegebenenfalls einspringen könnte (Verwandtschaft ist leider keine in der Nähe).


    Die Situation an deiner Schule (die vielen Nachmittagstermine etc.) ist heute aber insgesamt das, was ich von allen Schulen im Freundes- und Bekanntenkreis mitbekomme. Und leider ist es bei den Nichtlehrern nicht anders. Ich glaube, 90 Prozent der Eltern, die ich hier kenne, haben diese Probleme und ich finde es zum Weglaufen. :( Ich weiß, der letzte Satz ist sehr subjektiv gefärbt, aber die momentane Situation in Deutschland, besonders in den alten Bundesländern (ich spreche hier über die Kinderbetreuungsmöglichkeiten) für Eltern mit Kleinkindern, ist ziemlich unschön: Einerseits wird mehr oder weniger erwartet, dass man nach einem bzw. allerspätestens 3 Jahren wieder arbeiten geht und die meisten Akademikerinnen, die ich kenne, wollen das auch und andererseits ist die Betreuungssituation so doof, dass sie mit der Flexibilität, die in der Arbeitswelt erwartet wird, nicht Schritt halten kann bzw. es gibt wenig gute Teilzeitmodelle für arbeitende Eltern von kleinen Kindern.

  • Guten Abend,
    mich würde nun wirklich mal interessieren, wie viele Termine eine Schulleitung als verpflichtend vorschreiben kann. Bei uns werden es auch immer mehr, und die Teilzeitleute müssen an allen Terminen ganz teilnehmen. Wenn das so weiter geht, gehn bald alle aufm Zahnfleisch..
    Von daher ist dein Tipp, Reffi, mit der Teilzeit nicht an jeder Schule eine gute Idee.
    Und Rektoren haben tolle Einfälle, was man alles noch machen könnte, und dann wird das Kollegium dienstverpflichtet - völlig unabhängig von der Zahl der Unterrichtsstunden. :(


    Gruß venti - noch in Ferien :)

  • Hier kann ich nur empfehlen, sämtliche schulische Nebenher-Aktivitäten eben möglichst bald einzustellen. Sonst ist die Chance groß, in ein richtig dickes Burn-Out-Syndrom hineinzulaufen.


    Ich kenne solche Fälle und gehöre selber zu Leuten, die es gerne allen Recht machen weil ich ich dann freue. Doch auf die Dauer verheizt man sich da nur. Dies hat nichts mit Drückbergerei zu tun sondern eher mit der Einsicht, dass Schule kein kurzfristiger Katastropheneinsatz ist sondern ein Projekt, welches man bis zur Pensionierung durchziehen muss.

  • Wenn man eine volle Stelle hat, ist Betreuungsbedarf der Kinder bis 17 Uhr rein rechnerisch nichts Besonderes. Wenn du aber täglich von 8 bis 17 Uhr und dann auch noch am Abend arbeitest und das auf zusätzliche freiwillige Aufgaben zurückzuführen ist - tja, dann ist die Burnout-Gefahr wohl wirklich gegeben. Aber freiwillige Aufgaben kann man abgeben. Ich kann auch nicht recht nachvollziehen, wie man sich so zuschaufeln kann, wenn man auch noch Kinder hat. Irgendwo ist da eine natürliche Grenze.


    Gibt es mehr als zwei pädagogische Tage im Schuljahr und mehr als einen Lehrerausflug?


    Teilzeitkräfte, die an allem immer teilnehmen müssen, sind in der Tat keine Teilzeitkräfte mehr. Es kann nicht die Lösung sein, dass man auf Teilzeit geht, weil man "nur" Vollzeit und nicht das 1,5-Fache arbeiten will.


    Es muss doch möglich sein, der Schulleitung zu sagen, dass es einem zuviel wird? Du bist doch nicht die einzige Betroffene? Die Schulleitung ist doch darauf angewiesen, dass das Kollegium mitmacht.

  • naja, das mit dem Zuschaufeln ist so:


    Meine freiwilligen Sachen habe ich eigentlich schon immer, und ich kam immer mit klar. Auch mit Kind. Mittlerweile habe ich da auch super Routine drin. Sowie mit der KL einer ersten Klasse... das mache ich schon lange und alles echt mit Spaß und durchorganisiert. Also dachte ich mir nach der Elternzeit meines zweiten Kindes: Naja, das kriegst du hin.


    Und so WÄRE es auch.... wäre da nicht mein von Eifer etwas gepackter Chef, der halt meint, er müsse in drei Monaten das Rad neu erfinden. Hätte ich DAS gewusst, würde ich max. 75% arbeiten und alle Zusatzaufgaben hätte ich promt abgegeben. Tja. So ist es nun mal.


    Die Idee mit dem Abgeben schwebt mir spätestens für das kommende Schuljahr natürlich trotzdem noch vor. Sollte DAS so weiter gehen..... :( ich wäre echt traurig, aber ich muss; wie ihr schon schreibt, an mich und an meine Familie denken. Keiner kommt in 20 Jahren mit einem Handschlag und den Worten :"Vielen Dank dafür, dass Sie sich kaputt gemacht haben und ewig mit einem schlechten Gewissen Ihre Kinder alleine gelassen haben..."
    Das kommt mir nicht in die Tüte und ich habe mir auch schon überlegt, in einem persönlichen Gespräch das so offen zu sagen. Also die Sache mit dem Abgeben meinte ich.



    Oder klingt das nach Erpressung?????? Das will ich ja AUCH nicht. Ist ja nicht so, das mein Chef das schlimmste Monster wäre, dass hier rumrennt. Ich kenn ihn halt noch nicht und kann ihn NULL einschätzen.


    Aber die Sache mit dem Burnout.... die will ich auch vermeiden. Ich will schon noch ein paar Jahrzehnte in der Schule sein......




    Panama

    "Du musst nur die Laufrichtung ändern..." sagte die Katze zur Maus, und fraß sie.

  • Es hat nichts mit Erpressung zu tun, wenn man sagt, dass man die Grenze seiner Belastbarkeit erreicht hat.


    Gerade jetzt, wo der Schulleiter neu ist, muss man ihm Grenzen setzen :!:


    Sonst denkt der, ihr seit alle so übermotiviert und unterbelastet, dass er noch weitere Projekte starten muss.

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