Inklusion : Ich kann es nicht !


  • Zu silicium ... Grundaufgaben sind Grundaufgaben, das ist ein Fachbegriff. Und solche ausfuehrlichen Beurteilungen schreibt bei uns jeder Erstklasslehrer fuer x Schueler. Warum sollte das spaeter nicht moeglich sein? Wenn die Eltern und Schueler transparent erfahren, welches die zu erreichenden Kompetenzen sind, kann man sehr wohl erkennen, woran man ueben kann ...


    Okay, interessant. Ein Erstklasslehrer hat seine erste Klasse, die sieht er wahrscheinlich in allen Stunden außer Religion und evtl. Sport. Also ca. 20 Stunden die Woche. Wenn die Klasse sehr groß ist, hat sie 30 Schüler. Wenn man davon ausgeht, dass der Lehrer noch ca. 2-3 weitere Klassen hat, die eben so groß wären, dann hätte er für 90-120 Kinder Bemerkungen zu schreiben. Wenn 30 Schüler in der GS überhaupt erlaubt sind.
    Wenn ich davon ausgehe, dass ich in meinen Klassen jeweils 30 Schüler hätte, dann hätte sogar im Ref im Einsatzjahr schon ca. 150 Schüler. Bei voller Stelle wären es dann 210. Wie lange brauch ich wohl, um für die alle Bemerkungen zu schreiben?

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Ich sag noch mal: Für mich klingt das - insbesondere Elternschrecks letzter Kommentar - stark behindertenfeindlich. Mit behinderten/benachteiligten Menschen zu tun zu haben ist ein Grund für die Frühpensionierung, man ist dann "fertig mit der Welt"... Wie soll man das sonst verstehen?


    Plattenspieler: du solltest elternschrecks Beiträge mal richtig lesen und nicht mit plumpen Populismus versuchen, elternschrecks Beiträge zu diskreditieren.


    Er schreibt nicht, dass die Arbeit mit Behinderten Menschen ein Grund für die Frühpensionierung ist, sondern er sagt immer, dass die Arbeitsbelastung bei der Inklusionsarbeit unter den angestrebten Umständen ein Grund für die Frühpensionierung sei. Ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.


    kl. gr. Frosch

    • Offizieller Beitrag

    IxcaCienfuegos


    In der Grundschule schreibst du in der Regel nur für eine Klasse die ausführlichen Zeugnisse. Diese Klasse kann aber auch bis zu 30 Kinder stark sein. Sicherlich hat man in der Grundschule ggf. noch andere Fächer in anderen Klassen, aber das sind dann in der Regel (nicht immer) nur Nebenfächer, da die Hauptfächer in der Hand des Klassenlehrers bleiben. Es kann passieren, dass du zu diesen Nebenfächern mal was schreibst, aber selbst wenn es ein Fach wie Englisch ist, wäre das höchstens ein - zwei Sätze pro Kind.


    @cubanita1: Wenn ich mir vorstellen würde, ich müsste zu jedem meiner Schüler an der damaligen SEK 1, die ich in Deutsch hatte (6 Klassen á 28-30 Kinder) , das schreiben, was ich zu meinen 25 Kindern in der Grundschule in Deutsch schreibe, käme ich aus dem Schreiben nicht mehr raus. Das wäre in keinster Weise vergleichbar.

  • IxcaCienfuegos: Danke, dass ist genau das was ich meinte, als ich schrieb, es mag an der Grundschule vielleicht noch gehen, am Gymnasium aber nicht mehr!


    Ich sag noch mal: Für mich klingt das - insbesondere Elternschrecks letzter Kommentar - stark behindertenfeindlich. Mit behinderten/benachteiligten Menschen zu tun zu haben ist ein Grund für die Frühpensionierung, man ist dann "fertig mit der Welt"... Wie soll man das sonst verstehen?

    Kommt doch stark auf die Behinderung an. Ein körperbehindertes Kind hat vermutlich gar keine Auswirkungen (ein Rollstuhlkind z.B.) auf die Lehrergesundheit. Ein Kind mit massiven Behinderungen im sozialen Bereich, Aggressionsattacken usw. kann durchaus Grund für eine (stressbedingte, überforderungsbedingte) Frühpensionierung sein. Vor allem wenn der Lehrer über mehrere Jahre mit solchem Kaliber umgehen muss. Ich bin als Gymnasiallehrer z.B. gar nicht ausgebildet um adäquat auf solche massiven Behinderungen zu reagieren. Aus Überforderung resultiert dann oft Burnout, welcher in Berufsunfähigkeit münden kann.
    Hast Du die Bedingungen, denen der Lehrer in dem Artikel


    http://www.zeit.de/2012/28/C-Inklusion-Bremen


    ausgesetzt war nicht gelesen?
    Ich halte die Inklusion durchaus für eine Gefahrenquelle was Frühpensionierung angeht. Selbst wenn es dazu nicht kommt im Individualfall, so könnten vermehrte Krankheitstage stressbedingt (psychische Erkrankung oder körperlich durch stressbedingt herabgesetzte Leistung des Immunsystems) auftreten.

  • Aber die Arbeitsbelastung kommt doch durch die "Sonderschüler" hinzu, oder? Also wird es schlussendlich doch auf diese zurückgeführt.


    Wie schon einmal geschrieben, sehe ich die personelle/finanzielle Umsetzung der Inklusion durchaus auch kritisch, aber bei manchen Beiträgen hier fragt man sich schon, was für Vorstellung so mancher Schreibling hier von den Schülern hat, die hier eventuell an die eigene Schule kommen könnten ...
    Ganz abgesehen von den fragwürdigen Links, die hier gepostet werden, 8 Lektionen in Englisch "nicht geschafft". Wer macht denn heute an welcher Schule wirklich noch einen gleichschrittigen Unterricht mit der gesamten Klasse?! So kann Inklusion natürlich nicht gelingen, aber so frage ich mich sowieso, wie der momentane Unterricht so aussieht. Hier liegt doch dann ein Problem vor, dass lange vor der "Inklusion" beginnt ...


    In allen integrativen Projekten, in die ich bislang Einblick erhalten konnte, klappte der "gemeinsame Unterricht" gut, auch bei vergleichsweise schlechten personellen und räumlichen Bedingungen. Manche Sorgen sind sicherlich berechtigt, aber viele hier angedeuteten Untergangsszenarien wirken schon lächerlich.

  • Zitat kleiner gruener frosch :

    Zitat

    Er schreibt nicht, dass die Arbeit mit Behinderten Menschen ein Grund
    für die Frühpensionierung ist, sondern er sagt immer, dass die
    Arbeitsbelastung bei der Inklusionsarbeit unter den angestrebten
    Umständen ein Grund für die Frühpensionierung sei. Ist ein kleiner, aber
    feiner Unterschied.

    Danke, geehrter kleiner gruener frosch ! So und nicht anders habe ich es auch gemeint !


    Unser geehrter Plattenspieler will (!) mich einfach missverstehen. 8)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

    • Offizieller Beitrag

    Nein, Plattenspieler. Die Arbeitsbelastung kommt durch die Arbeitgeber hinzu, die die Inklusion auf Kosten der Lehrer umsetzen wollen.
    Müsstest du auch schon bemerkt haben.


    kl. gr. frosch


    P.S.:

    Zitat

    Wer macht denn heute an welcher Schule wirklich noch einen gleichschrittigen Unterricht mit der gesamten Klasse?


    Du musst mal an einer weiterführende Schule hospitieren. Da ist man fast immer mit allen Schülern gleichschrittig am gleichen Thema. Wobei ich mich einmal in die These verrennen möchte, dass auch an vielen Grundschulen dies noch der Fall ist.

  • Ein Kind mit massiven Behinderungen im sozialen Bereich, Aggressionsattacken usw. kann durchaus Grund für eine (stressbedingte, überforderungsbedingte) Frühpensionierung sein.


    Wie viele solcher Kinder kennst du denn?
    Und glaubst du wirklich, der Umgang mit Sonderschülern unterscheidet sich so grundsätzlich von dem von "Regelschülern", dass du diese nicht unterrichten könntest? Auch Sonderpädagogik ist Pädagogik ...
    Gibt es am Gymnasium keine Kinder mit Verhaltensstörungen? Dass die Unterscheidung, wer klassifiziert und "sonderbeschult" wird, oft sehr willkürlich ist, sollte doch nicht wirklich neu sein ...
    Sollten dann solche Kinder, wie du sie beschreibst, gar nicht beschult werden? Oder schließt du nur dich als Gymnasiallehrer dich hier aus, mutest es anderen Lehrern aber zu?
    Wenn du dich überfordert fühlst, gibt es auch Fortbildungen etc., zu denen du als Lehrer im übrigen verpflichtet bist, gerade weil sich im Laufe eines Arbeitslebens Arbeitsbedingungen ändern können ...


    p.s.: Zu dem Artikel und dem gleichschrittigen Vorgehen habe ich oben schon etwas geschrieben. Einen Text, der im Jahr 2012 noch von "Taubstummen" schreibt, kann ich auch per se nicht richtig ernst nehmen.

  • Aber die Arbeitsbelastung kommt doch durch die "Sonderschüler" hinzu, oder? Also wird es schlussendlich doch auf diese zurückgeführt.

    Natürlich liegt es an den "Sonderschülern". Wenn neuerdings Eliteschüler aus einem Internat oder Leistungsgranaten aus einer japanischen Austauschstadt inkludiert werden sollten, wäre die Belastung natürlich extrem gering.
    Warum liegt an einer Schule zur individuellen Lebensbewältigung denn, wie Du schreibst, der Klassenteiler bei 8 Schülern und nicht bei 30?
    Das liegt doch an der Art der zu betreuenden Schüler, die es nötig macht.


    In allen integrativen Projekten, in die ich bislang Einblick erhalten konnte, klappte der "gemeinsame Unterricht" gut, auch bei vergleichsweise schlechten personellen und räumlichen Bedingungen. Manche Sorgen sind sicherlich berechtigt, aber viele hier angedeuteten Untergangsszenarien wirken schon lächerlich.

    Meine Erfahrung aus dem Praxissemester vom Hospitieren ist, dass ein einziges Kind mit Aggressionspotential (seelischer Behinderung, sozialer Behinderung, wie nennt man das?) bzw. extremem Zappelphilipp-Verhalten eine komplette Klasse in Aufruhr versetzen kann und den ganzen Unterricht boykottieren kann.
    Diese Erfahrung wurde in dem Artikel auch gemacht:


    Zitat von Dopp


    Es war unmöglich, diese Klasse überhaupt zu unterrichten. Wir hätten fünf Lehrer pro Stunde gleichzeitig gebraucht.

  • Nein, Plattenspieler. Die Arbeitsbelastung kommt durch die Arbeitgeber hinzu, die die Inklusion auf Kosten der Lehrer umsetzen wollen.
    Müsstest du auch schon bemerkt haben.


    Vielleicht bin ich zu blöd, aber ich verstehe den Unterschied nach wie vor nicht bzw. halte ihn für konstruiert. Letztendlich sind doch immer die neuen Schüler das Übel, ohne die wäre die Situation nicht so, unabhängig davon, wer das veranlasst.

  • Zitat Plattenspieler :

    Zitat

    Wie schon einmal geschrieben, sehe ich die personelle/finanzielle Umsetzung der Inklusion durchaus auch kritisch

    Jetzt mal Butter bei die Fische, geehrter Plattenspieler !


    Ich habe in mehreren Beiträgen beschrieben, dass bei uns die Rahmenbedingungen für die Inklusion in gar keiner Weise gegeben sind, weder materiell noch personell. Du solltest da auch noch mal die Beiträge unserer geehrten rotherstein studieren. Fakt ist, dass sich die verantwortlichen Bildungspolitiker und Schulträger aus ihrer Zuständigkeit und Verantwortung davonstehlen und uns Lehrer im Regen allein stehen lassen.


    Würdest Du da im Ernst unter diesen o.g. Umständen die Inklusion befürworten ? Wenn ja, würde es mich interessieren, inwieweit es Dich berühren würde, wenn Kollegen reihenweise wegen mentalem Stress und Arbeitsüberlastung erkranken und aus dem Dienst ausscheiden müsssen und auf der anderen Seite auch die Schüler kaum so unterrichtet und gefördert werden können, wie sie es benötigen und verdienen !


    Und stimmt es Dich nicht bedenklich, dass Bildungspolitiker unter dem Deckmantel der Moral (Inklusion wird zu einem moralischen Begriff hochstilisiert!) in Wirklichkeit einfach nur die finanzielle Einsparung im Bildungswesen realisiert wissen wollen ? 8)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

    Einmal editiert, zuletzt von Elternschreck ()

    • Offizieller Beitrag

    Ob du zu blöd bist, musst du selber entscheiden. Ich werde nur noch einmal versuchen, dir zu erklären, dass es keiun konstruierter Unterschied ist.
    Also: hier im Forum und auch im RealLife sagen die wenigsten Lehrer (auch elternschreck, etc. nicht), dass man die heutigen Förderschüler NICHT an die Regelschule lassen soll, solange dies vernünftig unterstützt wird. Die Schüler sind also nciht das Übel.
    Aber: die Realität, auf die es derzeit hinausläuft, ist die, dass die Inklusion Kostenneutral umgesetzt wird. Das ist das Übel. Und dadruch fühlen sich viele Lehrer (mich eingeschlossen) überfordert.


    kl. gr. frosch

  • Zitat

    Gibt es am Gymnasium keine Kinder mit Verhaltensstörungen?

    Doch, besagtes Kind in meinem Post davor war so ein Junge.


    Sollten dann solche Kinder, wie du sie beschreibst, gar nicht beschult werden? Oder schließt du nur dich als Gymnasiallehrer dich hier aus, mutest es anderen Lehrern aber zu?

    Natürlich sollten sie beschult werden, aber nicht an einem Gymnasium. Irgendwer hat die offizielle Definition schon mal geschrieben, es sollen dort
    leistungsstarke und zugleich leistungswillige Schüler unterrichtet
    werden. Es muss einfach eine Schulform geben, die für intelligente,
    leistungswillige Schüler mit einem Mindeststandard an sozialem Verhalten
    gemacht ist und die eben (spring mir bitte nicht an die Gurgel) frei
    gehalten wird von extremen Störenfrieden.


    Und ja, in besonders extremen Fällen muss so manches Kind meiner Meinung nach erst mal beschulbar für eine Regelschule gemacht werden durch Psychotherapie. Ständige Ausraster, Schlagen anderer Kinder usw. kann ein Kind unbeschulbar machen meiner Meinung nach.
    Eine Schule kann nicht alles auffangen. Es gibt Ausschlusskriterien soweit ich weiß. Drogen gehören dazu, Gewalt gegen andere Schüler und meiner Meinung nach sollte da auch dazu gehören, wenn ein Kind im Unterricht z.B. ständig herumschreit und nicht zu beruhigen ist. (Gibt es alles!)


    Zu Deinem zweiten Satz in dem Zitat:
    Ich schließe mich da tatsächlich selbst von aus und mute es Dir zu. Du wirst dazu ausgebildet mit solchen Schülern umzugehen und hast es Dir ausgesucht. Deine Klientel sind solche Schüler.
    Dir würde schließlich auch niemand zumuten in der Vorbereitung des Unterrichts mit potentiell gefährlichen Chemikalien zu hantieren oder komplizierte Physik in einem Profilkurs zu unterrichten, denn dazu wurdest Du nicht ausgebildet. Wenn Du Schäden durch einen Tropfen Lauge aufgrund eines Siedeverzugs in den Augen erleiden würdest, weil Du nicht damit umgehen gelernt hast, wäre Dein Geschrei groß. Wenn ich erhöhten Blutdruck bekomme, weil ein seelisch behindertes Kind jede Stunde mit 100 Dezibel rumschreit und Löcher in die Wand kloppt, dann ist dieser Gesundheitsschaden auch vorhanden. Und das meine ich ernst, unter diesen Bedingungen würde ich nicht unterrichten können.


    Besagtes Kind aus dem Praxissemester hat auf NICHTS reagiert, was die Lehrerin gemacht hat. Sie hat ihm gut zugeredet, sie hat ihn streng angesprochen, das Kind hat auf dem Tisch gestanden und die Titelmelodie seines Liebslingscomputerspiels lauthals gesungen.
    Der Methodenkatalog, den ich als Gymnasiallehrer ausführen dürfte um dieses Extremkind zur Ruhe zu bringen reicht nicht aus. Die Lehrerin war ein absoluter, geduldiger Gutmensch. Es hat nichts gebracht und die Frau war sicher in Kuschelpädagogik geschult ohne Ende. Ich gebe auch zu, dass ich bei dem Kind ohne die erlaubten Grenzen zu überschreiten auch nicht für Ruhe hätte sorgen können. (Mit allerdings schon :D )
    Das ganze Kollegium wusste mit dem Kind nichts anzufangen, sagte man mir. Ich glaubte es gern. Es standen alle hilflos diesem Tyrannen gegenüber, der auch gerne mal die Mitschülerinnen an den Haaren zog und sich gar nichts sagen ließ.
    Wenn solche Kinder an die Schule kommen, dann komme ich damit nicht klar und ich denke, dass es vielen Kollegen so gehen wird. Welcher Gymnasiallehrer würde damit klar kommen, wenn im schlimmsten Fall in jeder seiner Klassen so ein Spezialist sitzt.
    Die Nerven wären am Ende und der Unterricht fast nicht mehr möglich. Was soll sowas?

  • Zitat kleiner gruener frosch :

    Zitat

    Aber: die Realität, auf die es derzeit hinausläuft, ist die, dass die
    Inklusion Kostenneutral umgesetzt wird. Das ist das Übel. Und dadruch
    fühlen sich viele Lehrer (mich eingeschlossen) überfordert.

    Und ganz schön verarscht ! 8)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

    • Offizieller Beitrag
    Zitat

    Und glaubst du wirklich, der Umgang mit Sonderschülern unterscheidet sich so grundsätzlich von dem von "Regelschülern", dass du diese nicht unterrichten könntest? Auch Sonderpädagogik ist Pädagogik ...


    Wenn es sich nicht unterscheidet, warum hast du dann z.B. den Unterschied im Klassenteiler so betont:

    Zitat

    An Schulen dieses Typus, die ich kennenlernen durfte, waren ca. 3 - 8 Schüler pro Klasse. Gibt vielleicht auch welche mit 10 (oder mehr), aber dann hoffentlich nur mit gutem Personalschlüssel.


    Zitat

    Gibt es am Gymnasium keine Kinder mit Verhaltensstörungen? Dass die Unterscheidung, wer klassifiziert und "sonderbeschult" wird, oft sehr willkürlich ist, sollte doch nicht wirklich neu sein ...


    Die gibt es auch am Gymnasium. Kann aber z.B. daran liegen, dass das AO-SF-Verfahren abgelehnt oder geschlossen wurde oder aufgrund mangelnder Erfolgsaussichten gar nicht erst eröffnet wurde. Oder der Lehrer hat sich gesagt "manchmal müsste ich das Verfahren eröffnen, aber dann bin ich mir nicht ganz sicher, ob es notwendig ist" - eröffnet wird es daher in der Regel nur bei Kindern mit massiven Verhaltensstörungen.


    Zitat

    Sollten dann solche Kinder, wie du sie beschreibst, gar nicht beschult werden? Oder schließt du nur dich als Gymnasiallehrer dich hier aus, mutest es anderen Lehrern aber zu?


    Wer spricht von "gar nicht beschult". Beschulen wie bisher, unter optimalen (wie die von die genannten) Bedingungen.


    Zitat

    Wenn du dich überfordert fühlst, gibt es auch Fortbildungen etc., zu denen du als Lehrer im übrigen verpflichtet bist, gerade weil sich im Laufe eines Arbeitslebens Arbeitsbedingungen ändern können ...


    Man ist aber nciht verpflichtet,. Fortbildungen zum Thema "wie inkludiere ich am besten" zu machen. Es können auch allgemeine methodische oder fachliche Fortbildungen sein.


    kl. gr. Frosch


    P.S.: Du hast eine PN.


  • Also: hier im Forum und auch im RealLife sagen die wenigsten Lehrer (auch elternschreck, etc. nicht), dass man die heutigen Förderschüler NICHT an die Regelschule lassen soll, solange dies vernünftig unterstützt wird.


    Also Siliciums Beiträge lesen sich da anders, wenn er von "einer Schule für leistungsstarke und leistungswillige" Kinder spricht. Aber vielleicht verstehe ich das nur wieder nicht richtig ... ?

  • In welchem Bundesland heißt die "Schule für Geistigbehinderte" denn "Schule zur individuellen Lebensbewältigung"? Interessiert mich ernsthaft; ich finde den Namen nämlich gar nicht so schlecht, auch wenn er eigentlich tautologisch ist, weil jede Schule bei der "individuellen Lebensbewältigung" helfen sollte.
    An Schulen dieses Typus, die ich kennenlernen durfte, waren ca. 3 - 8 Schüler pro Klasse. Gibt vielleicht auch welche mit 10 (oder mehr), aber dann hoffentlich nur mit gutem Personalschlüssel.


    In MV heißen die Schulen so.

    • Offizieller Beitrag
    Zitat


    Zitat von »kleiner gruener frosch«
    Wobei ich mich einmal in die These verrennen möchte, dass auch an vielen Grundschulen dies noch der Fall ist.



    Könnte schwierig sein im jahrgangsübergreifenden Unterricht.


    Den es bei weitem nicht überall gibt. Ist nach meiner Beobachtung auch eher noch selten. Hängt aber sicherlich auch stark vom Bundesland ab.


    kl. gr. frosch


    NAchtrag: sorry, Susannea, hatte mich gerade verklickt. Dein Beitrag wurde aber nicht von mir geändert.

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