Kompetenztest Mathematik

  • Guten Abend zusammen,
    heute habe ich die Kompetenztests in Mathematik meiner 3. Klasse nachgeschaut und war geschockt. Nur wenige Kinder konnten einen angemessenen Teil der Aufgaben lösen. Ich arbeite sehr individualisierend mit meinen Schülern und achte auch in Mathematik auf die Entwicklung von Kompetenzen (dachte ich).
    Da ich eine Referendarin betreue, wurde ich auch von den Fachleitern stets bestärkt, den Unterricht so weiterzuführen. Und jetzt das. Ich bin frustriert. Es wurden Dinge abgefragt, die ich noch gar nicht bearbeitet habe, da durch das individualisierte Arbeiten natürlich noch nicht alle Schüler auf demselben Stand sind. Was soll dann also der Kompetenztest zu diesem Zeitpunkt? Warum macht man ihn nicht Mitte des 4. Schuljahres?
    Wie sind eure Erfahrungen?

  • Also ich denke, man macht ihn genau deshalb, damit du mit den Ergebnissen weiterarbeiten kannst insofern, dass du siehst, was bei wem noch offen ist. Kurz vor Schulwechsel hättest du ja keine Chance bzw. Zeit mehr, an den Lücken zu arbeiten?!
    Ich kenne jetzt den Test nicht, aber vermute die Wahl des Zeitpunktes deshalb.
    Ansonsten sind mir manche Vergleichsarbeiten und Test und Evaluationen auch ein absolutes Rätsel. wir testen und evaluieren uns noch zu Tode. Nur wird aus der Testerei nur dann auch guter Unterricht, wenn man aus den Ergebnissen Rückschlüsse für das weitere Vorgehen zieht.
    Werden die Dinger benotet?
    Wenn nicht, entspannen und die offenen Sachen in die individuellen Pläne einbauen. Viel Kraft.

  • Auf dem Nachhauseweg sprach / rief mich eine Kollegin an, die sichtlich erleichtert war. Denn ihre Klasse, mit der sie auch "individualisierend" arbeitet, hat etwas besser abgeschnitten, als die Klasse von der Kollegin, die eher gleichschrittig vorgeht. Interessant wäre, zu erfahren, was du unter "individualisiert unterrichten" verstehst. Letztendlich ist es aber so, wie mir mal vor vielen Jahren ein alter "Schulmeister" sagte:


    Schulklassen sind wie Wein. Es gibt gute Jahrgänge und es gibt schlechte. ;-)


    VERA zu diesem Zeitpunkt finde ich sehr sinnvoll. Es zeigt dir zwar nicht, "wo" du stehst. Möglicherweise gibt es dir eine Hilfe dafür, worauf es - in diesem Falle - in Mathe ankommt. Vielleicht war dein bisheriger Fokus ein anderer? Denn die Komplexität der Aufgaben ist doch oft eine höhere, als ich in so manchem Schulbuch entdecke. Wobei auch Entwickler des VERA-Tests Mathe sagen, - ich habe vor wenigen Wochen einen der daran beiteiligten Profs kennengelernt -, dass es noch nicht gelingt zu unterscheiden, ob ein Kind an der mathematischen Aufgabe oder aber an der sprachlichen Hürde selbst gescheitert ist. Sind die Kinder in den Stadtstaaten kognitiv wirklich schwächer als in den Flächenländern oder ist nicht einer der Gründe für ihr schwaches Abschneiden, ihr relativ höherer Ausländeranteil und damit verbunden ein im Durchschnitt schwächeres sprachliches Niveau?


    Bei den VERA-Aufgaben ist einiges im Umbruch. ;-) Es wird daran gearbeitet, Aufgabenpools zu erstellen, aus deren sich dann jede Schule wird bedienen können.


    Mach dich wegen VERA nicht verrückt. Betrachte VERA als diagnostischen Nadelstich, der dir eine Hilfe sein will. Du musst das Ergebnis qualitativ einschätzen und bewerten. A propos, bei Twitter wurde neulich diese aktuelle Rede viele Male 'retweetet': http://www.ted.com/talks/ken_r…ation_s_death_valley.html - auch hier wird darauf hingewiesen, Tests doch als Hilfe zu betrachten.

    Einmal editiert, zuletzt von MarekBr ()

  • Es wurden Dinge abgefragt,...


    Das liest sich jetzt aber , als hätte ein Wissenstest anstatt eines Kompetenztestes stattgefunden.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P


    8_o_)Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

  • Guten Abend zusammen, danke für eure Beiträge. Ich denke, dass unser Kompetenztest dasselbe ist wie VERA.
    Ich arbeite mit meinen Schülern auch in Mathematik mit individuell erstellten Plänen. Dabei können sich die Schüler auch die Reihenfolge der Lerninhalte aussuchen. Ich gebe ihnen da im Rahmen der Vorgaben der Richtlinien die mögliche Freiheit. Sehe ich, dass ein Schüler Probleme in einem Bereich hat, arbeite ich mit ihm alles noch einmal auf und versuche so bestehende Lücken zu schließen. Besonders habe ich, neben den zu erlernenden Grundfertigkeiten, immer viel Wert gelegt auf die Entwicklung mathematischer Kompetenzen. Dabei stoße ich bei einigen Schülern aber immer wieder sehr schnell an meine Grenzen. Sachaufgaben z.B. stellen doch für gewisse Schüler eine schier unüberwindliche Hürde dar. Dabei versuche ich stets mit viel Anschauung zu arbeiten und verschiedene Zugänge zu den Aufgaben mit ihnen zusammen zu finden. Der Kompetenztest hat mir jetzt wieder gezeigt, dass die betreffenden Schüler nicht in der Lage waren zu übertragen, oder logische Schlussfolgerungen zu ziehen. Das macht mich doch so langsam mürbe. Die intellektuellen Anforderungen scheinen mir doch recht hoch zu sein. Natürlich ist auch die mangelnde sprachliche Kompetenz ein großes Problem. In anderen Bundesländern zwar mehr als bei uns (Sachsen), doch genaues Lesen und sinnentnehmendes Lesen sind, glaube ich, ein allgemeines Problem.
    Ich frage mich jetzt natürlich, wie ich weiter vorgehen soll und bin immer noch sehr ratlos.

  • Vera heißt bei uns Kermit und ist der letzte Mist, sorry das ich das sagen muss. Da sind teilweise Dinge aus dem 3. Schuljahr drin (wir haben Kermit 2 geschrieben) und ich weiß auch warum das so ist, da wir eine Kollegin haben, die da mitarbeitet.

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