Quereinstieg mit dem Fach DEUTSCH

  • Wenn Philo dein Nebenfach ist, wirst du dich auch nicht explizit auf eine Philo-Stelle bewerben können. Zumindest nicht in NRW oder NDS, ich kann es mir anderswo auch kaum vorstellen..


    In NRW geht das! Habe ich mir von verschiedenen Stellen im Schulministerium bestätigen lassen, da ich einen Magister in Philosophie und einen Bachelor in Musik habe. Eine Bewerbung auf Stellen, die für "Philosophie, beliebig" ausgeschrieben sind, wäre für christopher demnach möglich.


    Ich erlebe es allerdings nicht so, dass die Chancen mit Philosophie höher wären als mit Deutsch. Natürlich gibt es zu wenige in der Fachwissenschaft ausgebildete Lehrer, aber es wird häufig fachfremd unterrichtet oder von Lehrern, die einen Zertifikatskurs gemacht haben.

  • In NRW ist die Stellenlage ohnehin so dünn, dass selbst die fertigen Referendare kaum Ausschreibungen finden - und Deutsch ist nach meinem Empfinden ein übersättigtes Fach, ob der Bedarf an Philo da ausgleichen kann, wage ich zu bezweifeln.

  • Hallo,
    ich bin in einer ähnlichen Situation und habe mich sehr ausführlich über alle Möglichkeiten, den M.Ed. nachzuholen, informiert. Seit Bologna sind die Studienstrukturen viel unflexibler als vorher, so dass man realistisch betrachtet auch mit bis zu dreieinhalb Jahren oder mehr rechnen muss, je nach Fach und Uni. So sieht es zumindest in meinem Fall aus (Deutsch/ Englisch). Allein durch die vielen Praktika, die man kaum bündeln kann (Beispiel: man muss 3 Praktika machen, und das geht jeweils nur im WiSe und nie 2 gleichzeitig oder sowas...), kommt es zu irre langen Studienzeiten. Und nebenbei arbeiten ist nicht so einfach - wer hat schon einen Job, in dem er jedes Semester seine Arbeitszeiten neu verhandeln kann und dann auch noch alle paar Semester für mehrere Monate ins Schulpraktikum verschwindet (und das soll dann bitte auch ein Job sein, von dem man allein leben kann, nicht nur ein kleiner Nebenverdienst!)? Zudem hat man ab 35 keinerlei Anspruch mehr auf irgendwelche Förderungen wie z.B. Studienkredite.
    Leider sind das meine Erfahrungen (und ich habe mich wirklich ausführlich erkundigt und mit x Studienfachberatern und Sachbearbeitern gesprochen). Im Einzelfall mag es anders aussehen; es hängt auch immer von den Studienfachberatern ab, die die Anerkennungen vornehmen. Manche sind bereit, ihren Ermessensspielraum auszunutzen, andere nicht.
    Also "mal schnell Pädagogik nachholen" ist eine Illusion. Es DAUERT. Das sollte man sich in jedem Fall bewusst machen! :(

  • In Rheinland-Pfalz gab es mal ein Projekt, da konnten Leute, die ein Mangelfach studieren wollten (Mathe, Physik, Religion etc.) schon mal unterrichten und nebenher dann das Fach studieren. Das wurde aber leider abgeschafft, nicht weil diese Fächer keine Mangelfächer mehr wären, sondern weil kein Geld da ist.


    LG ORomaYeti

  • Hallo Susi,


    ich frage mich wirklich, warum es nicht die Möglichkeit gibt, einem fachlich ausgebildeten Akademiker ein pädagogisches Aufbaustudium anzubieten - speziell mit dem Ziel Lehramt für Master/Magister-Absolventen. Das würde einiges vereinfachen, da es sicherlich einen großen Bedarf bei Leuten gibt, die sich für ein reines Fachstudium entschieden haben, aber später doch noch an einem Lehrerberuf interessiert sind.


    An welcher Uni hast du dich denn nun entschieden, den M.Ed. / 1. Staatsexamen nachzuholen?


    Viele Grüße
    Christoph

  • ich frage mich wirklich, warum es nicht die Möglichkeit gibt, einem fachlich ausgebildeten Akademiker ein pädagogisches Aufbaustudium anzubieten - speziell mit dem Ziel Lehramt für Master/Magister-Absolventen. Das würde einiges vereinfachen, da es sicherlich einen großen Bedarf bei Leuten gibt, die sich für ein reines Fachstudium entschieden haben, aber später doch noch an einem Lehrerberuf interessiert sind.


    Das geht doch. Du gehst mit Deinem Abschluss/Deinen Abschlüssen zu einer Universität, zunächst z. B. zur Zentralen Studienberatung. Dann wird Dir von Seiten der Universität gesagt, was Du alles noch für den M. Ed. belegen musst. Im Mindestfall, der aber durchaus eintreten kann, sind das die beiden Fachdidaktiken und das, was in der Lehrerausbildung an Didaktik-, Pädagogik- usw. Veranstaltungen belegt werden muss. Evtl. wird auch erwartet, dass man einzelne Teile der Fachwissenschaften nachstudiert.


    In der Summe dürfte man so auf 50 bis 80 Semesterwochenstunden kommen. Wie gesagt, wird das von den Universitäten festgelegt, es gibt für solche Fälle keine zentrale Anerkennung mehr. Mit zwei bis vier Semestern Vollzeit- oder mit vier bis acht Semestern Teilzeitstudium muss man also rechnen. Plus Praktika, wobei eine Anerkennung der Arbeit als Vertretungslehrer da zumindest teilweise möglich sein sollte.

  • Unglaublich. Das man in MINT-Fächern und beruflichen Fächern Quereinsteiger braucht leuchtet mir ein. Das jetzt aber fast alle Fächer für Quereinsteiger, auch von der FH und ohne 2. Fach geöffnet sind... ist das tatsächlich ernst gemeint oder blinder Aktionismus Seitens des Senats?


    Und da rede noch einer von einem angeblichen Überschuss an Deutschlehrern.

  • Hallo Christoph,


    es gibt theoretisch diese Möglichkeit, die du suchst, wird aber nur bei Bedarf angeboten. Es macht keinen Sinn, Leute auszubilden, die nachher ohne Job dastehen, wenn es schon genug Lehrämtler gibt, die keinen Job haben.


    Ich habe mich nun auch in diversen Bundesländern, einschließlich Österreich, informiert, denn ich möchte auch unbedingt ins LA. Mir wurde gesagt, früher ging das auch mal mit dem Quereinstieg, aber mit Fächern wie wir sie haben, sieht es extrem schlecht aus, es ist einfach kein Bedarf. Selbst die Leute mit dem passenden Abschluss finden kaum einen Job als Lehrer mit "08/15" -Fächern. :(


    Was du aber machen könntest, wäre vielleicht ein DaF Zertifikat, damit sieht es schon etwas besser aus. Ich werde mir ein solches für alle Fälle zulegen.


    Vertretungsstellen wären an sich denkbar, sind aber meistens eh nur paar wenige Stunden in der Woche, man kann also davon meistens nicht leben. In Bayern z.B. bräuchtest nicht mal ein Staatsexamen hierzu. Aber auch für solche Jobs werden Leute mit dem passenden Abschluss bevorzugt.


    Was mich aber interessieren würde, wie bist du an die Stelle in B rangekommen?

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