Freie Unterrichtsgestaltung?

  • Guten Tag,


    Gibt es denn auch belastbare Zahlen für diese Behauptungen? Wieviele freie Stellen gibt es aktuell? Wieviele Lehrkräfte werden jedes Jahr Jahr pensioniert? Und wieviele Referendare bestehen jedes Jahr das 2. Staatsexamen?


    Aussagen wie "In meinem Umfeld scheint es gerade "viele" Lateinreferendare zu geben" sind nicht gerade valide, um auf dieser Grundlage eine Studienentscheidung zu fällen.


    Ich habe dazu nichts gefunden, außer den Prognosen der Länder. Und die prognistizieren für Latein mittelfristig die besten Einstellungchancen.

    • Offizieller Beitrag

    Du hast noch gar nicht mit dem Studium begonnen.
    Ivh würde dir raten, genau das zu studieren, wofür du dich am meisten interessierst. Alles andere wäre halber Kram. Immerhin musst du nicht nur ein anspruchsvolles Fachstudium, sondern auch dein ganzes weiteres berufliches Leben mit dem Fach zubringen.


    Prognosen über den Bedarf und - viel entscheidender- über die Einstellungspraxis in 5-7 Jahren sind schwierig. Richtig valide werden die nie sein.


    Das mit den vielen Latein-Refs in Bayern hat mir 2011 jemand aus dem Regierungsbezirk (befasst mit Einstellungspraxis) gesagt sowie zwei der Hauptpersonalräte aus München.

  • Ich habe dazu nichts gefunden, außer den Prognosen der Länder. Und die prognistizieren für Latein mittelfristig die besten Einstellungchancen.


    Kannst du diese Prognosen bitte hier posten? Dafür interesseieren sich sicher auch andere.


    BTW: Falls du Deutsch studieren und unterrichten willst, solltest du dich langsam an die neue Rechtschreibung gewöhnen.

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • Bayern:


    Nachdem in den Jahren 2008 und 2009 die Einstellungsquote für den staatlichen Schuldienst (Haupteinstellungstermin zum Schul-jahresbeginn einschließlich Bewerbern von der Warteliste) bei rund 90 % lag, hat sich im Jahr 2010 die Situation umgekehrt: Erstmals gab es wieder mehr Neubewerber als Einstellungsmöglichkeiten und die Wartelisten diverser Fächerverbindungen begannen sich wieder zu füllen. Die Einstellungsquote lag zuletzt bei rund 40 %. Aus Bewerbersicht erschwerend wirkt sich aus, dass nicht nur die im Jahr 2011 abgeschlossene Umstellung auf die achtjährige Schulform, sondern auch künftig weiter sinkende Schülerzahlen den Gesamtbedarf am Gymnasium deutlich zurückgehen lassen. Die Folge: Bereits zur Mitte dieses Jahrzehnts wird allein das Angebot aus dem laufenden Prüfungsjahrgang auf etwa das Dreifache des jährlichen Einstellungsbedarfs am Gymnasium anwachsen.


    Mittelfristig wird in nahezu allen Fächern ein Überangebot an Bewerbern erwartet, fächerspezifisch gibt es jedoch Unterschiede: In den Fächerverbindungen Mathematik/Physik, Mathematik/Informatik und Physik/Informatik wird auch noch in den nächsten Jahren ein verhältnismäßig großer Einstellungsbedarf bestehen. In den meisten anderen Fächern hingegen wird der Bedarf weiterhin stark rückläufig sein bzw. gering bleiben.


    Lt. Prognose kommen in Bayern im Jahr 2020 auf 660 Stellen 2460 Bewerber.


    Quelle


    Zur Qualität solcher Prognosen hab ich ja weiter oben schon was geschrieben. Wenn Bayern zum G9 zurückkehrt, werden auch wieder mehr Lehrer gebraucht. Ob das kommt? Das weiß allein der Herr (Seehofer).

  • Ivh würde dir raten, genau das zu studieren, wofür du dich am meisten interessierst. Alles andere wäre halber Kram. Immerhin musst du nicht nur ein anspruchsvolles Fachstudium, sondern auch dein ganzes weiteres berufliches Leben mit dem Fach zubringen.


    So sehe ich das auch. Allerdings sollte man meines Erachtens auch nicht blauäugig irgendetwas machen, nach dem Motto:"Wird später schon irgendwie werden!", obwohl die Wahrscheinlichkeit einer späteren Einstellung extrem gering ist.


    Für die MINT-Fächer kann ich leider absolut kein Interesse aufbringen. Insofern würde es wenig Sinn machen solche Fächer zu studieren, nur weil für diese Fächer bessere Einstellungschancen prognostiziert werden.


    Es gibt 6 Fächer, für die ich ein gleichwertiges Interesse habe. Und aus diesen Fächern wäre nun die Kombination auszuwählen, die in ca. 7 Jahren mutmaßlich die besten Einstellungschancen bieten. Laut NRW-Prognose (Stand 03/2011) bestehen für das Fach Latein "hervorragende" Einstellungschancen. Deshalb habe ich es eigentlich für eine gute Idee gehalten, Latein zu wählen. Ich mag Latein und die Einstellungschancen sind auch prima.


    Aber wenn man sich auf diese Prognose des Landes NRW nun auch schon wieder nicht mehr verlassen kann und das Fach Latein bereits heute massenhaft überlaufen ist bzw. wenn absehbar ist, daß das Fach in 2-3 Jahren vollkommen überlaufen sein wird, macht das auch wieder wenig Sinn.

  • Allein schon die Tatsache, das wir hier über die guten Chancen für Absolventen mit Latein diskutieren, verschlechtert deine Einstellungschance :daumenrunter:

    Vorurteilsfrei zu sein bedeutet nicht "urteilsfrei" zu sein.
    Heinrich Böll

  • ... macht das auch wieder wenig Sinn...


    Am meisten Sinn macht es, wenn du auf dein Bauchgefühl hörst und nicht auf Prognosen und vor allem dann bald anfängst zu studieren, sonst bist du mit deinem Latein irgendwann am Ende.
    Es gibt in dem Sinne eh keine richtigen oder falschen Entscheidungen.


    Zitat

    Allerdings sollte man meines Erachtens auch nicht blauäugig irgendetwas machen,



    Blauäugig wäre etwas ganz anderes.

  • das weiß man in bayern nie. hier lernst du sehr schnell, dass die wege des kumis auch unergründlich sind. die prognosen kannst du getrost als das betrachten, was sie sind - ein blick in eine glaskugel. mach einfach mal. bildung schadet nicht.

  • Das ist leider ein Trugschluss, da sich die Gesamtstundenzahl nicht ändert.


    Weiterdenken: An unserer Realschule haben wir in die letzte 5. Jahrgangsstufe 67% der Schüler mit einer auf dem Übertrittszeugnis ausgewiesenen Gymnasialeignung aufgenommen. Ein Teil dieser Schüler ist sicherlich richtig bei uns, andere würden es aber auf dem GYM auch schaffen. Fragt man die Eltern, warum sie sich für die Realschule entschieden haben, bekommt man häufig diffuse oder sehr konkrete Bedenken im Zusammenhang mit G8 zu hören. --> Wiedereinführung G9 --> mehr Schüler auf dem Gymnasium --> mehr Lehrerbedarf.

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