Referendariat und Partnerschaft (Sachsen, Thüringen, Brandenburg)

  • Hallo,
    mein Freund geht 2015 ins Referendariat und ich ein Jahr später. Das ist eine recht blöde Kombination, denn wenn ich anfange ist bei ihm bereits ein Jahr um und wenn ich fertig bin, hat er bereits eine feste stelle und ich nicht.
    Ich möchte allerdings auch keine 4-5 Jahre warten bis ich mit ihm etwas gemeinsames aufbauen kann. Ich habe gehört, dass es Sozialpunkte in der Ref.-Bewerbung geben soll, allerdings habe ich die Auflistung nur für NRW gefunden. Kennt jmd diese für Sachsen, Thüringen und Brandenburg?
    Wisst ihr ich möchte einfach nicht, dass er wegzieht. Ich dann ev. dort eine Stelle bekomme und er dann aber für seine Festanstellung wieder weg zieht (man also nur ein Jahr zusammenlebt) und dann bekommt man dort keine Stelle. Und ein KInd machen, nur um nicht versetzt zu werden, finde ich beispielsweise auch recht lieblos.
    Habt ihr da irgendwelche anderen Erfahrungen gemacht, wie man das regeln könnte?
    LG und danke für Eure Hilfe

  • Klar, aber Ehe sollte man schon ziemlich lange zusammen sein. Wir sind es dann drei Jahre. Zusammen ins Ref. ist eine tolle Idee, aber mein Partner ist ja auch auf das Geld dabei angewiesen. Außerdem will er langsam mal Lehrer werden...Gibt es noch andere Begründungen wie Vereinstätigkeiten, Nähe zur Uni wegen LEW oder so? Und kann man es zumindest angeben, dass der Partner dort ist? weil ich weiß, dass es in NRW den Faktor: AUSBILDUNGSort des Partners (2Punkte) gibt?

  • Also in NRW bekommst du (bei mir war es zumindest vor 1,5 Jahren so) 1 Sozialpunkt, wenn du in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebst. Du musst also nicht verheiratet sein, sondern nur zusammenleben. Du bekommst die 2 Sozialpunkte für den Arbeitsort des Partners aber nur, wenn ihr verheiratet seid. Bei uns im Freundeskreis war es tatsächlich so, dass viele vor dem Referendariat geheiratet haben, um die Sozialpunkte und somit einen "tollen" Seminarkreis zu bekommen...


    Bist du nicht zufällig irgendwo ehrenamtlich tätig? In NRW gibt es dafür auch noch Punkte. Achte vielleicht auch drauf, dass nicht jeder Seminarkreis, alle Fächer ausbildet. Je nach dem welche Fächer ihr zwei habt, kann es sein, dass dein Freund an einen Seminarort kommen kann, an den du nicht kommen kannst, weil dein Fach nicht ausgebildet wird. Da kannst du noch so viele Sozialpunkte haben.

  • Dann seht Ihr Euch halt nicht so oft, geehrte djamileh ! Wo ist das Problem ? Meine Freundin und ich hatten früher auch keine Sozialpunkte, waren voneinander weit weg und leben noch.


    Von etlichen meiner Nachbarinnen sind die Männer auch wochenlang weg, weil sie irgendwelchen Jobs auswärts nachgehen müssen. Mein direkter Nachbar ist oft in Russland geschäftlich tätig. Und da jammert auch niemand.


    Das Lehramtsstudium ist kein Rundum-sorglos-Wohlfühl-Paket ! 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Hi,

    Ich möchte allerdings auch keine 4-5 Jahre warten bis ich mit ihm etwas gemeinsames aufbauen kann.


    Warum meinst du, dass du 4-5 Jahre nichts aufbauen kannst?
    Ihr lebt doch trotzdem weiter.... ;)
    Referendariat, wochentags getrennte Wege (Orte), etc. heißt doch nicht, dass man sich nichts aufbauen kann.


    Oder geht es um "mein Haus" "mein Auto" "mein Boot"?

  • Zitat Sunny08 :

    Zitat

    Hmmm... trotzdem oder deshalb... ??

    Ich würde sagen, deshalb ! Ich zumindest habe es immer (mental) genossen, wenn ich meine Freundin in der Woche nicht gesehen habe. Aber schon lange Schnee von vorgestern, geehrte Sunny08 ! In der heutigen Zeit werden die Karten in dieser Hinsicht sowieso öfter neu gemischt. Das Verhältnis von Mann und Frau in unserer Gesellschaft ist eh nicht mehr so ganz einfach und deshalb auch nicht mehr von längerer Dauer.


    Die Zeiten, auch in beruflicher Hinsicht, haben sich nun mal gewandelt, wobei die Lehrerspezies die Letzte zu sein scheint, die an der Heimkröten- und Familien-Dauer-Präsenz-Mentalität (noch) festhält. Deswegen auch die zahlreichen Sozial-Punkte-Jammer-Threads.


    Von Freunden und Bekannten, die in der Freien Wirtschaft tätig sind, erfahre ich immer wieder, dass es immer normaler geworden ist, dass man um der Karriere/Jobs willen
    von der Familie oft weit weg und für längere Zeit getrennt ist. Für einen meiner Bekannten, der in der Führungsriege eines Konzerns tätig ist, heißt es konkret, z.B. heute in San-Francisco, nächstes Jahr in Shanghai, danach in Dubai, und das meistens ohne Familie. Einmal im Monat heimwärts fliegen, und das wars.


    Was mir auffällt, ist die Tatsache, dass in diesen o.g. Kreisen kaum oder gar nicht darüber gejammert wird, dass die Familien oft und für längere Zeit nicht zusammen ist. Aber natürlich verdienen meine o.g. Bekannte und Freunde wesentlich mehr als wir Lehrer. Das wiegt gewisse Nachteile auf.


    Wir leben nun mal in einer sich zunehmend globalisierenden Welt, die eine Mobilitäts-/Flexibilisierungsanforderung im Privat- und Berufsleben zur Folge hat. Von daher würde ich alles als sehr "heimatnah" betrachten, was sich innerhalb von Deutschland befindet. 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

    • Offizieller Beitrag

    Das Lehramtsstudium ist kein Rundum-sorglos-Wohlfühl-Paket ! 8_o_)


    Wie? Nicht? Ich dachte immer, das wolltest du? Ruhe, Frieden und höheres Gehalt bei weniger Arbeit und mehr Komfort?


    Willst du in die Bildungspolitik..? Du hörst dich plötzlich so an... ;) ?

    WE are the music-makers, and we are the dreamers of dreams,
    World-losers and world-forsakers on whom the pale moon gleams
    yet we are the movers and shakers of the world for ever, it seems.

  • Zitat Meike :

    Zitat

    Wie? Nicht? Ich dachte immer, das wolltest du? Ruhe, Frieden und höheres Gehalt bei weniger Arbeit und mehr Komfort?

    Abgesehen von den KollegInnen mit gesellschaftlichem und pädagogischem Selbstaufopferungs- und Heilsimpetus will das jeder normale Mensch, geehrte Meike !


    Meine o.g. Äußerung beschreibt ja nur den Ist-Zustand. Und diese Äußerung sollte natürlich auch ausdrücken, dass ich kein Verständnis für das Gejammere der kommenden jungen Lehrergeneration habe.


    Wir konnten uns früher (meistens) auch nicht aussuchen, in welchem Einsatzort wir zum Referendariat antreten mussten. Und nach dem Referendariat hat auch kein Hahn danach gekräht, dass es für uns so gut wie gar keine Stellen gab. So wie einer meiner hat sich für einige Jahre dann halt eben abends als Barpianist und tagsüber als Bauhelfer herumgeschlagen (Nein, meinen Klavierhänden hat das nicht geschadet!). Na und ? Hat unsereins damals gejammert und Ansprüche gestellt ?


    Mein Eindruck ist der, dass die junge Generation in dieser Hinsicht zu weichlich und nicht belastungsfähig genug ist, wenn z.B. o.g. Schwierigkeiten auftauchen. Da braucht irgendeine Kleinigkeit sich nicht ganz so sofort fügen, wie man es gerne hätte, und schon geht das Gejammere und Formulieren von Ansprüchen los.

    Zitat

    Willst du in die Bildungspolitik..? Du hörst dich plötzlich so an... ;) ?

    Nicht mehr, geehrte Meike, nicht mehr ! Ich passe da in die Matrix nicht so richtig rein.8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • also um das Mal klar zu stellen: ja ich möchte ein haus und Kinder etc. Und ich finde in einem pädagogischen Beruf ist das durchaus angemessen ...
    Der Vater eines Kumpels ist Pilot. Er hat seinen Vater in der Kindheit kaum gesehen und auch jetzt fast nie. Ganz ehrlich: so ein Leben würde ich nicht wollen, auch wenn das heute normal ist! Und für manche Menschen ganz cool, ständig in Sydney oder Oslo zu sein - aber für viele eben auch nicht :(


    Und ja...es gibt Paare, deren Beziehungen besser funktionieren, wenn es Fernbeziehungen sind...aber wir wollen beide nicht immer hin und her reisen, zumal wir auch recht heimatverbunden sind.


    Das mit den Vereinen ist durchaus eine gute Idee, da ich in einem Vereinsvorstand sitze. DANKE für den Tip =)
    (Mein Partner auch - allerdings woanders^^) :( :)

  • In Sachsen gibt es nur sogenannte Härtefälle: Kinder und zu pflegende Angehörige. Das zählt aber erst ab 3!

  • Zitat djamileh :

    Zitat

    Und ja...es gibt Paare, deren Beziehungen besser funktionieren, wenn es Fernbeziehungen sind...aber wir wollen beide nicht immer hin und her reisen, zumal wir auch recht heimatverbunden sind.

    Und trotzdem müsst Ihr dann halt noch ein paar Jährchen Referendariatszeit getrennt überstehen bis Ihr später job-und ortsmäßig alles in trockenen Tüchern habt ! Wo ist das Problem ? Andere müssen da auch durch.


    Alles zur selben Zeit geht nun mal nicht. Dann müsstet Ihr Kompromisse machen, dass Du z.B. auf den Beruf ganz verzichtest, sofort zu Deinem Partner ziehst und sofort Kinder bekommst. Wär das so schlecht ? 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

    • Offizieller Beitrag

    Nicht mehr, geehrte Meike, nicht mehr ! Ich passe da in die Matrix nicht so richtig rein.8_o_)


    Dann solltest du mal deine Signatur ändern... ;)

  • Zitat Meike :

    Zitat

    Dann solltest du mal deine Signatur ändern... ;)

    Kostet alles Zeit, geehrte Meike ! Sowohl das Nachdenken über eine neue Signatur als auch das Schreiben. In der Zeit verfasse ich lieber Beiträge, die mithelfen, Deutschlands Schulen doch noch zu retten. 8_o_)

    Ihr kommuniziert mit dem künftigen Bildungsminister !

  • Zitat Meike :

    In der Zeit verfasse ich lieber Beiträge, die mithelfen, Deutschlands Schulen doch noch zu retten. 8_o_)


    Mach das.


    Für den Fall, du überlegst es dir anders: meine Stimme hast du schon mal.

  • Sagt ja auch niemand, was dagegen, aber hätte ja sein können, dass es Möglichkeiten gibt und jmd die Erfahrung gemacht hat :)

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