Versagensangst, Depression, Frustration

  • Meinst du Unsicherheit beim Tafelschreiben? Verwende Wortkarten und Magneten im UB, zum Beispiel für die Visualisierung vom Arbeitsauftrag. Übrigens kannst du einzelne Inhalte immer noch ändern, du reflektierst den Unterricht ja hinterher. Wenn du die Änderung sinnvoll begründen kannst, wird dir das auch positiv angerechnet, denn du hast 1. erkannt und eingesetzt, was geeigneter ist und 2. etwas gelernt.

    Auch wenn die Ausarbeitung schon beim Ausbilder liegt?

  • Hallo!! Das stimmt schon, aber ich bin so nervös und kann an nichts anderes denken :(
    Und doch für mich würde die Welt untergehen und ich würde ganz sicher abbrechen. Ich habe niemanden zum Reden, weil die meisten verstehen nicht wie das mit´m Ref läuft. Für sie ist es halt total einfach den Schülern "ein Arbeitsblatt hinzuklatschen" und schwierig dürfte es ja auch nicht sein, weil "man hat ja studiert".
    Aber deswegen habe ich mich auch hier registriert und freue mich total über die vielen Antworten, die ich bekomme


    Das mit dem Atmen klappt echt nicht so gut in letzter Zeit, aber ich werde es versuchen :rotwerd:

  • Ich verstehe diese Lehrbeauftragten nicht, die die Entwürfe 3 Tage vorher wollen. Was für ein Bullshit. Bei der Lehrprobe bekommen sie diese auch nur eine halbe Stunde vorher.
    Wenn Du wirklich noch etwas ändern willst, würde ich dies dem Lehrbeauftragten mailen und fragen, ob es noch möglich ist.
    Auf der anderen Seite ist die Frage, ob es dann besser wird als bislang, da Du wieder arg in Zeitnot kommen wirst.
    An welchem Seminar bist Du denn?
    Kopf hoch.
    Und als Tipp: Lese mal das Buch "Sorge Dich nicht, lebe!". Das hat mir zu Studienzeiten in Prüfungszeiten echt den Kopf freigemacht.
    Was wäre denn wirklich sooooo schlimm daran, wenn Du verlängern müsstest?


    Alles Gute.
    Herzliche Grüße
    Super-Lion

  • Ich bin auch noch im Ref, habe gerade die Lehrproben hinter mich gebracht und freue mich auf mein Zeugnis im Sommer. Aber die Zeit war/ ist schon echt hart. Vor allem die Phase mit dem Seminar am Nachmittag, welches einem oft unnötig Zeit fürs Vorbereiten raubt, hat mich tierisch angestrengt. Ich saß oft verzweifelt abends vorm PC und hatte keinerlei zündende Idee. Du bist aber auf jeden Fall nicht alleine!!! Was mir auch noch geholfen hat: Gutes Material besorgen, sich danach in der Schule und im Seminar umgucken, für den Eigenbedarf kopieren soweit möglich und auch selbst investieren/ kaufen, vor allem welches mit Ideen zur Stundengestaltung bzw. Lehrerhandreichungen. Ich profitiere täglich davon und finde, ich habe jetzt gegen Ende des Refs eine super Bibliothek zusammen, wo ich mir Anregungen holen kann. Das Internet gibt meistens doch nicht so viel her und man klickt sich doch nur gefrustet hin und her. Vor allem 4teachers ist für mich regelmäßig eine Enttäuschung.


  • Meine Probleme sind im Ablauf.. Ich habe beispielsweise die Tafel als Medium gewählt, bin aber total unsicher im Umgang mit der Tafel und frage mich jetzt, hätte ich nicht lieber doch den OHP wählen sollen. Außerdem habe ich eine Erarbeitungsphase an der Moderationswand eingeplant und diese scheint mir jetzt sowas von sinnfrei. Ich würde am liebsten den kompletten Unterricht nochmal umstellen, aber das geht ja jetzt nicht mehr :(

    Du hast die Tafel aus einem bestimmten Grund gewählt. Den rufst du dir jetzt in Erinnerung und schreibst ihn auf. Dann erarbeitest du an der Moderationswand, weil ... Du kannst deine Entscheidungen nur aufgrund deines jetzigen Wissens- und Erfahrungsstandes treffen. Dann machst du es genauso, weil deine Idee prima ist, wie sie ist. Stell dich vor deine Schüler und erarbeite fröhlich mit Moderationswand, der Inhalt ist das, was zählt, nicht der Gegenstand auf den man schreibt.


    Solange die Rückmeldung so unkonkret ist oder nicht bei dir durchdringt kannst du nur das machen, was du IM MOMENT für richtig hältst und das dann eben auch begründen.


    Wenn dir hinterher jemand sagt, dass xy besser gewesen wäre, weil... dann sag: "ah stimmt, super Idee" und schreibs dir auf. Sachlich bleiben, konkrete Kritik einfordern.


    Und beherzige den Rat von oben, geh in eine Beratungsstelle, zum Arzt oder/ und versuche dich an Entspannungsverfahren o.ä. (MBSR!) Das erscheint jetzt als zusätzlicher Stress aber es ist wichtig, um aus deinen nicht zielführendem Gedankenkreislauf herauszukommen.

  • Ich finde, wenn man schon im Vorfeld ein schlechtes Bauchgefühl hat, ist es legitim, Dinge noch einmal zu ändern. Auch wenn der Entwurf schon abgeschickt ist. Ich habe z.B. auch einmal kurzfristig eine Sicherungsphase geändert & ein Arbeitsblatt umgestellt und der Fachleiterin dann eben morgens die aktualisierte Version in die Hand gedrückt. Mit der Begründung, dass mir nach einmal drüber schlafen x, y, z eben doch nicht mehr schlüssig schien und ich eine andere Vorgehensweise für zielführender halte. Das sollte zwar auch nicht sein, war aber letztlich dann auch kein großes Problem. Wichtig ist ja vor allem, dass die Stunde läuft. Und wenn du den OHP nehmen willst, dann nimm ihn, auch spontan und wenn es nicht angekündigt oder festgeschrieben ist. Du kannst ja in der Nachbesprechung auch ehrlich sagen, dass du dich in dem Moment damit wohler gefühlt hast.. oder dass du es aus Gründen der Zeitersparnis gemacht hast, weil du auf Folie schneller schreibst als an der Tafel... oder weil du die Lerngruppe am OHP besser im Blick hast.. oder oder oder.. wichtig ist, die Entscheidung zu begründen und dazu zu stehen.

  • Hm, ich weiß nicht, ob das in der Situation eine gute Idee ist, den Unterrichtsentwurf noch zu ändern. Das kann leicht als erneute Unsicherheit ausgelegt werden.


    Man kann trotzdem in einer Stunde vom Plan abweichen, wenn das sinnvoll erscheint. Das flexible Reagieren auf das, was in der Stunde passiert, gehört doch zum Alltagsgeschäft und muss erlernt werden. Ich erinnere mich, dass mein Improvisationstalent in einem UB ausdrücklich gelobt wurde.

  • Ich bin auch noch im Ref, habe gerade die Lehrproben hinter mich gebracht und freue mich auf mein Zeugnis im Sommer. Aber die Zeit war/ ist schon echt hart. Vor allem die Phase mit dem Seminar am Nachmittag, welches einem oft unnötig Zeit fürs Vorbereiten raubt, hat mich tierisch angestrengt. Ich saß oft verzweifelt abends vorm PC und hatte keinerlei zündende Idee. Du bist aber auf jeden Fall nicht alleine!!! Was mir auch noch geholfen hat: Gutes Material besorgen, sich danach in der Schule und im Seminar umgucken, für den Eigenbedarf kopieren soweit möglich und auch selbst investieren/ kaufen, vor allem welches mit Ideen zur Stundengestaltung bzw. Lehrerhandreichungen. Ich profitiere täglich davon und finde, ich habe jetzt gegen Ende des Refs eine super Bibliothek zusammen, wo ich mir Anregungen holen kann. Das Internet gibt meistens doch nicht so viel her und man klickt sich doch nur gefrustet hin und her. Vor allem 4teachers ist für mich regelmäßig eine Enttäuschung.

    Kannst du mir/ uns Bücher empfehlen?

  • Hallo zusammen,


    ich freue mich so riesig, dass ich so viele Antworten bekomme! Ich muss sagen: es geht mir auch schon viel besser! Ich habe viele eurer Ratschläge beherzigt und ja.. der Beratungsbesuch war auch überhaupt nicht so schlimm wie ich dachte! Mein Fachleiter hatte schon ein paar Kritikpunkte, aber im Großen und Ganzen fand er es ganz solide. Puuh ich bin so erleichtert diese Phase hinter mich gebracht zu haben!

  • Also, ich hab mir eben zur Unterrichtsvorbereitung Material und Bücher gekauft, welches/ welche zu meinen Fächern passen (Deutsch, Haushalt und Textil und Biologie für Primarstufe und Sek 1). Klar kann ich da gerne erzählen, was ich mir geholt habe. Aber allgemein (Methodik) gut fand ich:


    • Alexander Ferray: 77 motivierende Unterrichtseinstiege für die Grundschule (auch für Sek 1 geeignet)
    • Alexander Ferray: 77 effektive Unterrichtsabschlüsse für die Grundschule (auch für Sek 1 geeignet)
    • Kenneth Shore: Die große Hausapotheke gegen Unterrichtsstörungen
    • Ludger Brüning/ Tobias Saum: Erfolgreich unterrichten durch Kooperatives Lernen. Strategien zur Schüleraktivierung Bd. 1 und 2 (eher für Sek 1 geeignet)


    Und eine ENTfehlung: Alles von Hilbert Meyer!


    Super, dass es so gut geklappt hat!!! :rose:

    • Offizieller Beitrag

    Und eine ENTfehlung: Alles von Hilbert Meyer!


    DAS kann man gar nicht oft und nachhaltig gnug ENTfehlen. Schreibtischtäter ohne den geringsten Bezug zur Realität! Macht Refis nur wuschig.

    • Offizieller Beitrag


    DAS kann man gar nicht oft und nachhaltig gnug ENTfehlen. Schreibtischtäter ohne den geringsten Bezug zur Realität! Macht Refis nur wuschig.


    Aber immer gut als Quellenangabe im Unterrichtsentwurf :P


  • DAS kann man gar nicht oft und nachhaltig gnug ENTfehlen. Schreibtischtäter ohne den geringsten Bezug zur Realität! Macht Refis nur wuschig.


    Wenn ich mich über das Phänomen Meyer nicht gerade wieder aufregen muss, kann er eigentlich ganz lustig sein. Man nehme das Prinzip "Was ist guter Unterricht", die grandiose Spätsammlung seines Lebenswerkes, die eigentlich nur eine Trivialitätensammlung ist.


    Mir kommt das, auf das Beispiel Kochkunst transferiert, so vor, als ob ein Kochwissenschaftler, der seit seiner Gesellenprüfung keine Küche von innen gesehen hat aber mit revolutionärsten, wenngleich im Restaurantbetrieb untauglichen Rezeptsammlungen berühmt geworden, als Ertrag seiner jahrzehntelangen Forschungen folgende Prinzipien "Was ist gutes Essen" aufgestellt hat:


    1. Das Essen muss beim Gast warm ankommen.
    2. Es darf nicht völlig versalzen sein.
    3. Man muss davon satt werden können.
    4. Nudeln niemals kürzer als 4 Minuten und niemals länger als eine Stunde kochen!
    5. Wenn das Steak schwarz ist, dann ist es angebrannt.
    etc.


    Und alle Welt feiert den wackeren Theoretikkoch nun ob seiner außerordentlichen, bestimmt nur durch seine jahrzehntelange Forschung erworbenen fachliche Weisheit. Das ist doch ein Beleg für die Notwendigkeit der universitären, theoretischen Küchenkunst.


    Nele

  • hm, ja.....es sind zehn Trivialitäten....aber: wenn ich mir manchmal so Unterrichtsentwürfe angucke ( und auch meine ersten...) sehe ich doch, wie unbeachtet die oft gelassen werden...

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