Neu in einer Schule/Klasse: Vorstellen und Kennenlernen

  • Hallo,


    ich habe erst vor kurzem mein Studium abgeschlossen und arbeite jetzt bis zu meinem Referendariat an einer Haupt- und Realschule. Ich unterrichte dort in den Klassen 5, 6 und 8 Deutsch.
    Da jetzt einiges auf mich zukommt wollte ich einfach mal fragen, wie ihr das handhabt, wenn ihr neu in eine Klasse kommt. Was gebt ihr von euch preis und wie lernt ihr die Schüler kennen? Habt ihr Ideen für Kennenlernspiele? Die Schülerinnen und Schüler kennen sich untereinander bereits.
    Welche Regeln setzt ihr außerdem zu Beginn fest?


    Hilfeeeee :staun:

  • "Hallo, mein Name ist (Vorname, Nachname), ich unterrichte seit XYZ hier die Fächer A und B." Wenn für die Kids eventuell interessant, dann noch: "Bevor ich an diese Schule kam wohnte und arbeitete ich in Stadt C".


    Kennenlernspiele finde ich furchtbar, wenn sich die Kinder untereinander schon kennen. Sowas mache ich daher nicht. Ausnahme: Wenn ich von einer Klasse besonders schnell die Namen lernen will (z.B. weil es meine eigene Klasse ist und ich bald einen Elternabend habe bei dem ich gern wüsste, wessen Eltern da vor mir stehen), dann mache ich ein "Ich packe meinen Koffer"-Spiel mit den Vornamen und einem mitd emselben Buchstaben beginnenden Buchstaben. "Ich bin der ahnungslose Alex." - "das ist der ahnungslose Alex, ich bin die bitterböse Britta." usw.


    Die Schüler selbst lernt man im Laufe der Zeit ganz natürlich kennen. Wenn jeder mir am Anfang ein x-beliebiges Hobby nennt kann ich mir das schlussendlich eh genauso wenig auf einmal merken wie die ganzen Namen.


    Ansonsten sage ich erstmal dass bei mir die üblichen Regeln des guten Verhaltens gelten (zuhören, nicht dazwischenquatschen, einander unterstützen, sich melden etc.pp.). Außerdem stelle ich die Grundsätze meiner Leistungsbewertung vor und frage (wenn ich die Lerngruppe irgendwann übernehme), was sie bisher im Schuljahr schon gemacht haben.

    Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?

  • Die Schülerinnen und Schüler kennen sich untereinander bereits.

    In dem Fall stell ich mich (habe allerdings ältere) kurz vor mit Name, Fächern/Lernfeldern und Funktionen (Prüfungsausschuss etc.). Die Vorstellung der Schüler langweilt die meist, weil sie eben ja schon vieles voneinander wissen.


    Privates gibt's je nach Klasse mal mehr, mal weniger, DAS ist tatsächlich einer der wenigen Punkte, die auf Sympathie und Vertrauen basieren, das sich im Laufe des Jahres entwickelt. Ich glaub, meine aktuellen Abschlussklassen wissen so ziemlich alles über mich, was jugendfrei ist... und vom Rest auch locker die Hälfte :-)


    Zum Thema Regeln lasse ich mal denen den Vortritt, die mit der Altersgruppe mehr Erfahrung haben. Ich denke aber ein allgemeingültiger Tipp ist "lieber am Anfang etwas strenger und dann "nachlassen", anstatt gleich auf Kumpel zu machen".


    Gruß,
    DpB


    EDIT: Hat sich überschnitten, deshab Kurzversion: +1 zu Midnatsol.

  • Wenn man selber neu dazu kommt, kann man die SuS auch einen Fragebogen zum Fach ausfüllen lassen. Was gefällt dir an Deutsch, was nicht? Wie schätzt du deine RS ein? Was würdest du gerne machen? Gibt es etwas, was du gerne noch üben würdest? Was liest du gerade für ein Buch? Liest du regelmäßig? Daneben können auch Hobbies, Lieblingsfächer o.ä. nachgefragt werden. So kann man einen Eindruck von den Klassen bekommen.

    Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.

  • -> Sitzpläne vorher besorgen, damit du die Kinder ansprechen kannst
    -> Regeln sind möglicherweise schon im Klassenzimmer, auf jeden Fall vorher bei Kollegen erkundigen, was abgemacht wurde und das gilt auch bei dir!


    ansonsten reichen 2:
    - es ist Ruhe
    - ihr macht das, was ich ansage/beteiligt euch so gut ihr könnt


    (Handys sind tabu, trinken ggf. erlaubt mit Regel 1 und 2 ist aber alles abgedeckt).


    -> freundliches „Guten Morgen“,
    ich bin Frau anele1512 (Name anschreiben).
    - Namensliste durchgehen, jeden einzeln ansprechen, begrüßen, wahrnehmen, versuchen einzuprägen... fehlende Schüler gleich ins Klassenbuch
    - Packt bitte eure Hausaufgabenhefte aus: Für Deutsch braucht ihr (anschreiben) diesen und jenen Hefter/Textmarker/was weiß ich
    - Chiara, wo ist dein Hausaufgabenheft?
    - in diesem Jahr habt ihr schon Blabla gemacht, im zweiten Halbjahr werdet ihr Blabla.
    Max, leise bitte
    - um schon mal zu sehen, wer wo steht hab ich hier (x-beliebigen) einfachen Text mit Fragen. Max! Ich spreche gerade.
    (Ggf. noch was zum Ausschneiden/zuordnen. Jeder sollte wissen, was zu tun ist.)
    - Etwa 20 min. am Text arbeiten lassen, Name drauf, abgeben lassen
    - wer fertig ist, nimmt sich vorne ein Suchsel
    - Lob, wie toll das klappt, wie leise/fleißig alle sind/ dass das ein super Jahr wird mit der Klasse...


    Und schon hast du eine ruhige Gruppe, mit der du arbeiten kannst.


    Tunlichst unterlassen würde ich mit fremden (vor allem 8.) Klassen:
    - Kennenlernspiele
    - Leerlauf
    - Provokationen irgendwelcher Art dulden

  • Was gebt ihr von euch preis

    Meine dienstliche E-Mail-Adresse.


    wie lernt ihr die Schüler kennen?

    Durch die Interaktion im Unterricht.

    Habt ihr Ideen für Kennenlernspiele? Die Schülerinnen und Schüler kennen sich untereinander bereits.

    Dann brauchen sie kein Kennenlernspiel. Damit sie dich kennen, solltest du deinen Namen nennen.



    Welche Regeln setzt ihr außerdem zu Beginn fest?

    Ich nenne die Leistungsbewertungskriterien und die Klausurtermine. Es gibt Regeln zum Tafelputz (vorm Unterricht), Lüften (entweder in der Pause wurde gelüftet oder ich lüfte im Unterricht), zur Müllentsorgung (immer unverzüglich), Einrichtung der Arbeitsplätze, Essen und Trinkem, Toilettengänge. Eigentlich alles Selbstverständlichkeiten usw., die meiner Erfahrung nach aber für viele junge Menschen gar nicht so selbstverständlich sind. Mittlerweile habe ich eine Liste von Dingen, bei denen mir aufgefallen ist, dass man sie tatsächlich erklären. Beim Durchgehen dieser muss ich dann aber immer innerlich mit dem Kopf schütteln, wenn ich merke, was ich da alles erklären muss.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Vielen Dank für eure Antworten! Dann hab ich jetzt schon mal ein paar Anhaltspunkte. Bin ziemlich aufgeregt vor der ersten Woche, aber soweit ich bisher von den Kollegen gehört habe, handelt es sich um liebe Klassen :D Da bin ich gespannt! Aber freu mich auch sehr auf die Arbeit.

  • Ich stelle mich kurz vor. Im Laufe des Schuljahres lernt man sich schon kennen.
    Dann, ebenfalls kurz: Benötigte Materialien, Leistungsbeurteilung, spezielle Verhaltensregeln (Fachraum), ...
    Das alles dauert ca. 5 - 10 Minuten und ich beginne anschließend direkt mit dem Unterricht (mit sehr straffem Programm und durchaus etwas höherem Niveau). Währenddessen fertigt mir ein Schüler einen Sitzplan an.
    Kennlernspiele sind Klassenlehrersache. Ich würde mir auch gut überlegen, was man von sich preisgibt.

Werbung