Beiträge von Frechdachs

    In Österreich müssen wir die Onlineleistungen bewerten und das finde ich auch richtig so. Zum einen gibt es eine klare Leistungsbeurteilungsverordnung, die dies fordert und auch ermöglicht (wir haben in Österreich eh die Möglichkeit des Homescoolings). Zum anderen wäre es Blödsinn, es nicht zu bewerten, aber zu sagen, dass ihr müsst. Schüler und Eltern würden das auch einfordern. Meiner Meinung nach profitieren bei mir eher die Schwachen. Die starken Schüler schwächeln momentan eher. Warum das so ist, bin ich noch am reflektieren.


    In der Zeit vor den Osterferien sollten wir keinen neuen Stoff machen. In Mathe habe ich mich daran gehalten, da gibt es genug zum Üben und Wiederholen. In Physik habe ich neuen Stoff gemacht, das Interesse der Schüler hat dazu geführt. Es ist ihnen lieber in kleinen Experimenten zu Hause Neues zu erforschen, statt das 20. Video zum Thema Kräfte (als Beispiel) anzuschauen (wie es eher meine Kollegen handhaben).


    Nach den Osterferien müssen wir neuen Stoff durchnehmen und diesen auch bewerten. Aber meine Schüler schaffen das schon (bin ja bei ihnen - wenn auch momentan nur virtuell oder durchs Telefon).

    Ich streite mich seeeeehr stark mit Sohn über seine Schulsachen! Die erteilten Wochenpläne sind ein Witz und meine zusätzlichen Aufgaben macht er nur mit Tränen, Motzen, Türen zuschlagen, Streit. Wenn überhaupt!


    Sowas kenne ich sonst gar nicht :heul:

    Den Streit mit den Kindern zurzeit kenne ich auch. Mein Sohn hat sein Mathebuch aus Wut zerfetzt. Seine Augen wurden ganz groß, als ich ihm mein Mathebuch gegeben habe (Ich habe dieselbe Stufe und dasselbe Buch 😂).

    Ich hatte vor meinem Lehramtsstudium einen anderen Beruf. Verdiene jetzt nur noch 1/4 des Gehaltes von vorher. Aber das wusste ich und habe mich trotzdem für den Lehrerberuf entschieden. Ich bereue es nur manchmal sehr kurz! im Januar, wenn viele Rechnungen kommen :wink_1:.



    Das Bildungministerium fordert jetzt den unbezahlten, freiwilligen Einsatz von Lehrern in den Ferien, um die Betreuung von Kindern zu sichern (die "Freiwilligen" werden dem Ministerium gemeldet). Trotz der momentanen Situation sehe ich das sehr kritisch. Obwohl viele Kollegen jetzt von zu Hause aus arbeiten, haben sie einen höheren zeitlichen Aufwand. Wir greifen auf unsere privaten Geräte zurück, damit die Abläufe reibungslos funktionieren (Elterngespräche,...) mussten einige notgedrungen ihre Privatnummer an Schüler und Eltern herausgeben (Kollegen, die das nicht möchten, sind dann aber auf die angewiesen, die die Nummer herausgaben :angst:) usw. Bei unserem Gehalt wird im Gegenzug geknausert, so weit es geht 😡. Kollegen mit Zeitvertrag, die auf Weiterverwendung hoffen, sehen sich zum unbezahlten Einsatz gezwungen 😡. Wie sieht es in Zukunft aus? Die Lehrer haben ja zu viel Ferien, die können ja mal ... 😡.


    Wir gehen privat zur Zeit stark in Vorleistung und sollen jetzt auch noch unbezahlt Dienst schieben 😡. Irgendwann ist auch das Fass voll lieber Herr Faßmann (Bildungsminister Österreich).

    Geh zur Kasse und warte dort an der gelben Linie bis der Mensch vor Dir mit Einkaufen fertig

    Wartelinien bzw. Wartepunkte wurden bei uns auch angekündigt und esxsteht ein Schild an jeder Kasse, dass man am Wartepunkt warten soll. Diese Wartepunktecfehlen aber noch, sodass viele Menschen durch Geschäft streifen und die Punkte auf dem Boden suchen. Spätestens jetzt musste ich an Zombies denken 🤣.

    Wir haben gesagt bekommen, dass gewisse Gesetze, wie Datenschutzgesetze momentan eher nicht gelten, insbesondere im Hinblick auf Whatsapp. Diese Gesetze wären untergeordnet. Es ist es halt so, dass innerhalb von 2 Tagen alles auf Onlineunterricht usw. umgestellt werden muss und daher untergeordnete Gesetze umgangen werden dürften.

    Ich würde es so ausdrücken: "Guck das der Laden läuft"

    Nein, da hast du mich falsch verstanden. Das ist aber der erste Vergleich, den ich zu diesem Thema höre, weiter oben hieß es lediglich "Auch Leute unter 50 müssen intubiert werden und sterben!" Hast du einen Plan, wie viele Leute sonst intubiert werden?


    Es geht um nicht weniger als die Einschränkung unserer Grundrechte. Die Argumentation "man kann doch mal zu Hause bleiben, wenn sonst Leute sterben" ist schon wieder so gesprächsabschneidend. Natürlich kann man und tun wir ja auch aktuell. Ob die gigantischen, weltumspannenden, nicht abzusehenden Einschränkungen (Reisefreiheit, Versammlungsfreiheit, Datenweitergabe, Zusammenbruch der Weltwirtschaft usw.) gerechtfertigt sind, weil es möglicherweise mehr Lungenentzündungen gibt als sonst wird sich zeigen.


    Sorry, wenn dir das zu profan ist, aber das sind halt gerade meine Überlegungen. Und wer in der DDR aufgewachsen ist, sieht das sicher noch mal anders.

    Ich habe jetzt wieder eine geschlossene Grenze zwischen mir uns meiner Familie 😥. Das darf man schon kritisch hinterfragen und muss es auch.


    Ob diese Maßnahmen jetzt sinnvoll sind oder nicht, wird man wahrscheinlich erst hinterher auswerten können.


    Momentan bin ich froh, dass ich durch diese Maßnahmen meinen Sohn, der an einer schweren Krankheit leidet und daher zur Risikogruppe gehört, schützen darf. Ich habe keinen Präsenzdienst in der Schule (Beaufsichtigung von Kindern ohne sonstige Betreuungsmöglichkeit), sondern darf meine Klasse zu Hause online betreuen (meine anderen Klassen ebenfalls). Bin auch dankbar für meine Kollegen, die für mich einspringen.

    Mein Sohn sagte gestern zu mir: Man sollte keine Panik und Angst haben, für die meisten Menschen wird das schon gut ausgehen, aber man muss auf sich und andere halt ein bisschen aufpassen.

    Hier wurde aber von "Großfamilie" geschrieben und da ist dann die Zahl weder schlimm noch unwahrscheinlich, dass sie alle zusammen wohnen. Wir haben diverse Familien, die Problemlos selber die Fußballmannschaft oder auch zwei zusammen bekommen.


    Und nicht umsonst ist ein Spaziergang draußen in Österreich auch mit den Personen mit denen man zusammenlebt, gestattet.

    Familien mit mehreren Kindern sind hier auch normaler. Ein Kollege hat 8 Kinder, viele Kollegen haben 3-4 Kinder. Es werden auch noch neue Schulen gebaut. Und es sind nicht unbedingt die Zugereisten.

    Wie handhabt ihr eigentlich den Umgang mit Euren Kids im Punkt: "draußen spielen"? Lasst ihr sie noch raus? Meiner (10) ist grad draußen und im TV und in Sozialen Netzwerken geht grad der Shitstorm los, wie man seinen Kindern den Gang nach draußen erlauben kann....

    Wir haben zum Glück ein von außen nicht einsehbares, kleines Grundstück (Dreikanthof, die vierte ist durch einen Bergfluss abgetrennt - mit Minisandstrand für ca. 5 Personen) und dann kommt viel Wald. Da ist schon einiges möglich. Meine Schüler in Wien sitzen eher in kleinen Stadtwohnungen, zum großen Teil ohne Balkon. Sie jammern schon im Klassenchat 😥, aber ich kann sie (noch) ganz gut aufmuntern.

    Ich schwitze gerade die 1. Lektion im Chat Blut und Wasser aber bis auf 2 Personen sind alle der fraglichen Klasse erschienen (das Mail mit der Aufforderung dies zu tun kam gestern verdammt spät am Abend) und haben jetzt auch die Unterlagen gefunden. Ich kenne diesen Kurs erst seit Anfang des Semesters und es sind Erstklässler die praktisch keine Erfahrung im Umgang mit OneNote & Co. haben. Mit allen anderen Kursen habe ich das längst eingerichtet, die wissen alle was sie wo finden. Ist echt saumässig anstrengend die über den Chat an die richtigen Orte zu lotsen, aber irgendwie scheint es zu funktionieren. :)


    Edit: Am Ende haben es dann sogar alle in den Chat geschafft.


    Stimmt, die sind so aufgeregt jetzt dass sie mehr tun als sonst :D

    Bei mir auch. Sogar eher die schwachen.

    ich möchte und werde mich auch nicht vor der Arbeit drücken. ABER laut der neuen Mail sollen Schwangere nicht zur Notbetreuung herangezogen werden. Das verstehe ich und unterstütze ich zu 100%. Der Schutz des Kindes geht vor. Aber das möchte ich auch für mein Kind. Uns droht im schlimmsten Fall das totale Versagen beider Nieren.


    Ich drücke dir die Daumen, dass deine SL da doch noch Vernunft walten lässt.

    Hat sie zu Glück. Habe mich dafür für anderes bereiterklärt, dass die Kollegen an anderer Stelle entlastet.

    Stand bei uns:

    ein noch nicht bestätigte Verdachtsfall (Schüler, Ergebnis des Tests steht noch aus). Wir haben morgen normal nach Plan zu erscheinen. Für Dienstag wurde eine LK mit allen Kollegen angesetzt. Ich selbst habe ein Kind, das zur Risikogruppe gehört. Doofes Gefühl.

    Ich auch 😥 und es interessiert keinen. Ich muss in die Schule, obwohl ich meine Klasse komplett online betreue. Mein Weg ist mit Öffis auch nicht ohne 🙁. Aber wir haben Anwesenheitspflicht.

    Es wird kontrolliert, die Polizei patrouilliert und büsst falls gegen Anweisungen verstossen wird. Ganz genau so läuft das hier gerade. Wir waren gerade eben noch mal draussen in den Langen Erlen, da gibt es ein kleines Café das mal eben locker gegen die Weisungen verstösst (die Polizei fährt auch durch das Waldgebiet, die klopfen denen irgendwann schon noch auf die Finger). Die meisten die dort sassen natürlich Ü60. Unmittelbar ist das natürlich deren Problem, aber diese Idioten sind schlussendlich daran Schuld wenn wir nächste Woche auch eingesperrt werden. Genau damit rechne ich nämlich. Wie komme ich drauf? Baselland hat vor 2 Stunden den Notstand ausgerufen und vermutlich wird morgen schon der Schlagbaum rüber nach Deutschland fallen. :schreien::sauer:

    Ja, hier auch. Polizei und Militär kontrollieren. Habe eben mit meinem Sohn versucht in einer Eisdiele ein Eis zu bekommen, ging nicht 😟😭.

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