Wir haben auch Seiteneinsteiger/Quereinsteiger (bei TfA). Einzelne Punkte deiner Kritik könnte auch auf Einzelne bei uns zutreffenden. Das liegt aber nicht unbedingt an uns Kollegen, sondern an der Art der Ausbildung. Es ist nun mal ein Unterschied, ob man einen Beruf grundlegend studiert oder nach einem Ferien-Pädagogikkurs (bei uns, + Fortbildungen während der Schuljahre) direkt Vollzeit quer einsteigt. Fehlende Inhalte müssen halt selbstständig nachgeholt werden. Dafür sind wir an der Schule nicht zuständig.
Für Lehrer in der Induktionsphase (Ähnlich dem Ref) bieten wir Kollegen freiwillig nach Schulschluss "Ausbildungsstunden" an, wie z.B. Klassenbuch, Was tue ich, wenn..., Aufsichten, Notenlisten führen, ... Dazu laden wir die Quereinsteiger immer ein. Häufig fehlt denen aber das Interesse daran. Wir älteren Kollegen verlieren dann schon mal die Lust, ständig alles außerhalb dieser "Ausbildungsstunden" zu erklären bzw zu helfen. Das Angebot besteht ja.
Hospitationsstunden: auch dazu laden wir Quereinsteiger freiwillig ein. Auch da ist das Interesse oft leider gering. Es verbietet dir doch keiner, einen Kollegen zu fragen, ob du mal bei ihm hospitieren darfst. Sogar wir alten Hasen machen das gegenseitig.
Quereinsteiger, die unsere Hilfsangebote annehmen und auch von sich aus aktiv werden, kommen bei uns super durch und fühlen sich wohl. Die anderen nicht (leider die Mehrheit). Ich kann mir schon vorstellen, dass diese ähnliche Berichte wie du schreiben. Denen fehlt es aber oft an Selbstständigkeit, Eigeninitiative, Lernbereitschaft, Kritikfähigkeit, ...
Überlege dir, was du an deinen Situation ändern kannst. Aber nur bei dir ansetzen. Beispiel: Mir fehlen Hospitationsstunden. Dann überlege, wann du bei wem hospitieren kannst. Kannst in deinen Ferien,wenn wir Schule haben auch zu mir kommen. Aber du musst aktiv werden.