Gedicht verklanglichen - aber wie?

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    • Gedicht verklanglichen - aber wie?

      Hallo liebe Community,

      ich bin Lehramtsstudentin für die Grundschule und werde demnächst meinen ersten Unterrichtsversuch in einer dritten Klasse "absolvieren". Hierfür habe ich von meiner Praktikumslehrkraft ein Gedicht bekommen, das ich mit der Klasse verklanglichen soll. Ich weiß nur noch nicht wirklich, wie ich an das Ganze herangehen soll und wie ich die Stunde aufbauen soll... Die Klasse in Gruppen aufzuteilen und jede bearbeitet eine Strophe und man selbst "sitzt nur daneben" ,ist doch auch irgendie langweilig/unkreativ. Habt ihr vielleicht Ideen?

      Das ist das Gedicht:
      Den Frühling, den wollte ich endlich jetzt sehen.
      Doch konnte und wollte ich nicht recht weit gehen.
      Da habe ich mich auf den Boden gestreckt
      und mit meinen Ohren den Frühling entdeckt.

      Ich hörte die Blumen sich recken und strecken,
      ich hörte die winzigen Knospen sich necken.
      Sie kuscheln und tuscheln und schwatzen dahin,
      sie kichern, sind lustig voll fröhlichem Sinn.

      Ich lauschte, wie Bienen und Hummeln fein brummen,
      ich hörte die Maulwürfe lachen und Fliegen schon summen.

      Nun kam noch der Wind, schob die Wolken rasch fort.
      Die Strahlen der Sonne vermehrten sich dort.
      Da drang es noch lauter und stärker ans Ohr.
      Mir war so, als hört’ ich den lieblichsten Chor.

      So lag ich und horcht’ in die Welt hinein
      und dachte: Wie schön kann der Frühling doch sein.
    • Welches Fach Deutsch oder Musik (oder beides?)? Was ist das Ziel der Unterrichtsstunde, also was wissen oder können deine Schüler am Ende der Stunde, was sie vorher nocht nicht wussten oder konnten? Warum ist die Verklanglichung des Gedichts dafür ein zielführender Weg? Welche Schritte musst du mit deinen Schülern gehen auf diesem Weg, damit das Unterrichtsziel erreicht wird und das geforderte Produkt -verklanglichtes Gedicht- steht?
    • Nadja_K schrieb:

      Hallo liebe Community,

      ich bin Lehramtsstudentin für die Grundschule und werde demnächst meinen ersten Unterrichtsversuch in einer dritten Klasse "absolvieren". Hierfür habe ich von meiner Praktikumslehrkraft ein Gedicht bekommen, das ich mit der Klasse verklanglichen soll. Ich weiß nur noch nicht wirklich, wie ich an das Ganze herangehen soll und wie ich die Stunde aufbauen soll... Die Klasse in Gruppen aufzuteilen und jede bearbeitet eine Strophe und man selbst "sitzt nur daneben" ,ist doch auch irgendie langweilig/unkreativ. Habt ihr vielleicht Ideen?

      Hallo Nadja_K,

      für eine dritte Klasse ist das Vorhaben sicherlich anspruchsvoll, von daher wirst du viele didaktische Hilfen auffahren müssen, damit am Ende ein ansprechendes Ergebnis herauskommen kann. Wenn nur 45 Minuten zur Verfügung stehen und die Stunde mit einer vorzeigbaren Ergebnissicherung abschließen soll (wovon ich ausgehe), solltest du mit einfachen Klangmitteln arbeiten und jeder Gruppe eventuell sogar den Ablauf bereits vorgeben, so dass sie "nur" noch das Programm einstudieren und sich dabei wechselseitig koordinieren müssen.

      Hier mal eine Anregung, ist aber eine 6. Klasse, prinzipiell bekommen die Geräusche aber sicherlich auch 3. Klässler auf die Reihe. Die Kunst bzw. der Anspruch für dich wird sein, die Abläufe vorausschauend und klar zu koordinieren, die Klangmittel zu beschaffen und die Einzelbeiträge am Ende zu einem harmonischen Ganzen zu "dirigieren". Ich habe so ein Projekt schon durchgeführt, aber über mehrere Stunden hinweg. Das Ergebnis war super und wurde aufgezeichnet.

      Es kommt sicherlich sehr auf die Klasse an, ob solch ein Unterfangen überhaupt ansprechend gelingen kann. Sie sollten Kooperation gewohnt sein und prinzipiell konstruktiv zusammenarbeiten können. Ist das nicht der Fall, dann würde ich allenfalls Partnerarbeit vorschlagen und jeder Gruppe ein Geräuschmittel geben, das dann in entsprechender Reihenfolge zum Besten gegeben wird.

      Hier das angekündigte Beispiel: youtube.com/watch?v=DhpuAvaNpGk

      Viel Spaß und gutes Gelingen! :top:

      der Buntflieger
    • Wie viele Schüler hat die Klasse?
      Haben sie Erfahrung mit Orff- Instrumenten und der Notation von Klängen?

      Beim Gedicht verklanglichen steht schon die Gruppenarbeit im Zentrum und das Präsentieren der Ergebnisse.

      Für Deutsch:
      Einführen kannst du es im Klassenverband unter dem Aspekt:
      - besondere Eigenheiten des Gedichtes (lautmalerische Wörter, Knospen werden wie Personen beschrieben)
      - Reimwörter (evtl. je nach Zeit, könnte man auch am Schluss machen)

      Ich würde den Unterricht mit der Frage starten, was an dem Gedicht auffällt.
      (Nachdem es gelesen oder vorgelesen wurde.)
      Nachdem du das über irgendeine Methode gemacht hast, müsste die SuS klar sein, auf was sie bei der Verklanglichung achten sollen.
      Jetzt ist die Überlegung, welche Ergebnisse du nach der Gruppenarbeit haben möchtest und ob die Gruppenarbeit anteilig ist oder nicht.
      Ich würde anteilige Gruppenarbeit machen. Evtl. jede Gruppe eine Strophe. Ich würde einen Leser, Instrumentenspieler und "Theaterspieler" haben wollen.
      In Musik würde ich die richtige Notatation erwarten, sofern sie eingeführt ist.

      Das ist überhaupt nicht langweilig. Den Schülern macht das Spaß und du bist beschäftigt, indem du schaust, dass die Gruppen wirklich an den Sachen arbeiten. Da bist du als Lehrer schon gefordert. Außerdem machen hier die Schüler kreative Arbeit.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Caro07 ()

    • Vielen Dank schon einmal für eure tollen Ideen :) Das hat mir sehr weitergeholfen. In der Klasse sind 19 Schüler und es wird eine Musikstunde werden. Tatsächlich haben die SuS bereits Erfahrung mit Orff - Instrumenten :)
    • Das würde ja ganz gut zur Aufgabenstellung passen, da Orff wenn ich das richtig im Kopf habe der Auffassung war, Unterricht solle von der Improvisation ausgehen, also die Nachahmung von Gehörtem bzw.der Versuch Sprache in Klängen auszudrücken.

      Du könntest in einer frühen Phase die SuS ein Intrument aus der Mitte wählen lassen und gemeinsam oder auch einzeln jeweil sdens ersten Satz jeder Strophe klanglich darstellen lassen. "Wie klingt es, wenn ich den Frühling endlich sehen will/ wenn die Blumen sich recken und strecken/....? Danach können die SuS in Gruppen jeweils eine Strophe vorbereiten und am Ende kommt ihr wieder im Konzert zusammen.
    • Gute Idee. Bei einer Musikstunde würde ich sogar so anfangen, dass ich die Schüler zu einer Orffmusik, die ich spiele und auf den Frühling beziehe, Bewegungen dazu machen lasse.
      Z.B.: Der Frühling kommt, die Blumen erwachen.... und dazu passende Klänge mit den Orff- Instrumenten.
      Danach würde ich das Gedicht besprechen und die lautmalerischen Wörter heraussuchen lassen, evtl. als Kärtchen vorbereitet, zu denen man Orff- Klänge machen kann.
      In der Gruppenarbeit sollen dann die SuS alles wie oben erarbeiten (dauert ca. 15 - 25 min), je nachdem, wie schnell sie sich einig sind und das geübt haben. Da wird es kurzfristig kreativ laut.
      Ein Tipp: Teile den Schülern im Vorab ein Zeichen mit, wenn es ruhig sein soll.
      Wenn ich sie das aufschreiben lasse, habe ich ein AB vorbereitet, wo entsprechende Kästchen darauf sind um die Zeichen einzutragen (kann man auch anders machen z.B. über ein Extrablatt, da dauert das Aufschreiben länger).
      Zum Schluss gibt es die Zusammenschau.

      Übrigens, das Gedicht kannte ich noch nicht. Das eignet sich wirklich wunderbar für eine solche Aktion.
    • Nadja_K schrieb:

      Da habe ich mich auf den Boden gestreckt
      und mit meinen Ohren den Frühling entdeckt.
      [...]
      Ich hörte die Maden, die nagen, nicht zagen,
      ich hörte die fleißigen Würmchen sich laben.
      Sie beißen und reißen und fressen sich weich,
      sie mästen sich lustvoll am weißlichen Fleisch.

      Dort flach in der Wintererd' vergrub ich den Feind,
      und denk nun, wie schön kann der Frühling doch sein...

      ;) Nele

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Meerschwein Nele ()

    • Meerschwein Nele schrieb:

      Nadja_K schrieb:

      Da habe ich mich auf den Boden gestreckt
      und mit meinen Ohren den Frühling entdeckt.
      [...]
      Ich hörte die Maden, die nagen, nicht zagen,ich hörte die fleißigen Würmchen sich laben.
      Sie beißen und reißen und fressen sich weich,
      sie mästen sich lustvoll am weißlichen Fleisch.

      Dort flach in der Wintererd' vergrub ich den Feind,
      und denke nun, wie schön kann der Frühling doch sein...

      ;) Nele
      So liebe Kinder, lasst uns doch zunächst über den lautmalerischen dritten Vers austauschen. Und mit welchem Orffschen Instrument würdet ihr das Graben in der Wintererd vertonen?

      So könnte es klappen mit der Praktikumsbewertung :D