FFF Generalstreik am 20. September

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    • U.e. Fehlstunde und gut ist. Und wenn halt ne Klassenarbeit / Test geschrieben wird, ist es halt ne 6. Pech!
      Ich bin gerne bereit auf muslimische Schüler Rücksicht zu nehmen und schreibe während der Zuckerfesttage keine Arbeiten. Wenn ich aber noch jeden Freitag auf Friday for Future Rücksicht nehmen muss, dann komme ich irgendwann gar nicht mehr voran. Es gibt immer noch die Schulpflicht.

      Und ich als verbeamteter Lehrer darf eh nicht streiken ...
    • Piksieben schrieb:

      Wie unglaubwürdig machen wir uns, wenn wir engagierte Schüler*innen bestrafen?

      Also politisches Engagement während der Unterrichtszeit entbindet den Schüler deiner Meinung nach grundsätzlich von der Schulpflicht und unentschuldigtes Fernbleiben sollte in solchen Fällen nicht bestraft werden? Oder gilt das Deiner Meinung nach explizit nur für die selbsternannten "Klimaretter"?
    • Ach kommt schon Leute, müssen wir die dämliche Diskussion wirklich zum xzigsten Mal führen?!? Wer streikt muss entweder clever genug sein, dass mittels elterlicher Entschuldigung zu tarnen oder fehlt unentschuldigt. Das steht im Zeugnis als unentschuldigte Fehltage, verpassen die SuS dadurch Klassenarbeiten haben sie dummerweise die 6, Unterrichtsinhalte sind selbständig nachzuarbeiten. Reicht doch, um klar zu machen, dass die Schulpflicht durchaus auch besteht und nicht gänzlich irrelevant ist. Die SuS wägen ab, treffen ein begründetes Werturteil, demzufolge für sie die Teilnahme an der Demo schwerer wiegt, tragen die Konsequenzen. Kein Grund ein weiteres Fass aufzumachen (oder gezielt Freitags Klassenarbeiten zu schreiben- wenn man nur den Tag in der Woche hat ok, sonst kann man ja wohl auch ausweichen in den allermeisten Fällen und muss es nicht darauf anlegen SuS die 6 reinzudrücken).
      Ja, mir persönlich ist im Zweifelsfall lieber, meine SuS nehmen an einer FFF-Demo teil, als an einer Anti-Abtreibungsdemo, das spielt an der Stelle aber nicht die entscheidende Rolle. Entscheidend ist, dass meine dienstlichen Vorgesetzten (und damit meine ich nicht meine SL, sondern das KuMi) bislang keine Ansagen machen in die Richtung, dass die Teilnahme an den FFF-Demos weitergehend zu ahnden wäre, als eingangs dargestellt. Daran kann ich mich in dem Fall problemlos halten.

      Bei wem von euch fehlen denn regelmäßig massenhaft SuS immer wieder freitags (die nicht auch schon vor FFF den Freitag zum vorzeitigen WE erkoren hatten)?
    • Generalstreik heißt, dass sich der Aufruf nicht (nur) an SuS richtet, sondern an alle Arbeiter - inkl. Lehrer, Sekretärinnen, Schulleitungen, Hausmeister, you name it.

      Die Debatte über Schüler und deren Schulpflicht wurde ja schon, wie @CDL schrieb, oft genug geführt.
      Die Debatte über Lehrer und deren "Schulpflicht", insbes. der Beamten, aber nicht.

      Man darf gespannt sein wie unterschiedliche Schulleitungen, Kultusminister usw. auf sich am Streik beteiligende Lehrer reagieren werden.
    • Na ja, ich bezweifel, dass darauf großartig reagiert werden muss oder wird Morse. Ist schließlich sehr klar, dass die verbeamteten Lehrer nicht streiken dürfen. Interessant könnte das höchstens in BL werden, die nicht verbeamten oder nur einen sehr geringen Anteil an verbeamteten Lehrern haben. Hier in bei uns in BW gehe ich nicht davon aus, dass man in der Lehrerschaft großartig etwas merken wird. Klar, wir könnten uns krank melden um mitzustreiken, aber da geht mir persönlich dann meine Arbeit vor, die Demo muss bis zum Nachmittag warten, wenn ich frei habe. Soviel Respekt ich vor dem Engagement der Jungend an der Stelle auch habe, bewirke ich persönlich meines Erachtens mehr, wenn ich etwas zur Bildung meiner SuS beitrage und mein eigenes Konsumverhalten angehe.
    • CDL schrieb:

      Na ja, ich bezweifel, dass darauf großartig reagiert werden muss oder wird Morse. Ist schließlich sehr klar, dass die verbeamteten Lehrer nicht streiken dürfen. Interessant könnte das höchstens in BL werden, die nicht verbeamten oder nur einen sehr geringen Anteil an verbeamteten Lehrern haben. Hier in bei uns in BW gehe ich nicht davon aus, dass man in der Lehrerschaft großartig etwas merken wird. Klar, wir könnten uns krank melden um mitzustreiken, [...]

      Dass "großartig" reagiert werden muss, glaube ich auch nicht. Aber ich glaube schon, dass die Aktion viel Aufmerksamkeit in den Medien bekommen und wieder zu Diskussionen führen wird.

      In meiner Region gab es auch Schulen, bei denen Lehrer während der Unterrichtszeit bzw. als Teil des Unterrichts mit ihren Klassen FFF Demos besucht haben. Manche haben sogar unabhängig von FFF eigene Demos durchgeführt im Rahmen von "Umwelt- und Klimatagen".

      Wg. der Legitimität: wie Du selbst sagtest ist es leicht möglich, dass Beamte auch verbotenerweise streiken und dabei nicht erwischt werden können.
      Mal eine Frage an die Kollegen der allgemeinbildenden Schulen: kann ein Lehrer von einem minderjährigen Schüler ein Attest einfordern, oder muss ihm die Entschuldigung der Erziehungsberechtigten genügen?
    • CDL schrieb:

      Kein Grund ein weiteres Fass aufzumachen (oder gezielt Freitags Klassenarbeiten zu schreiben- wenn man nur den Tag in der Woche hat ok, sonst kann man ja wohl auch ausweichen in den allermeisten Fällen und muss es nicht darauf anlegen SuS die 6 reinzudrücken).
      Wieso "reinzudrücken"? Du hast doch selbst geschrieben, dass die Schüler für sich selbst entscheiden müssten, ob sie bereit sind die Konsequenzen hinzunehmen. Wenn für einen Freitag eine Klassenarbeit angekündigt ist und ein Schüler sich dafür entscheidet die Klassenarbeit unentschuldigt zu verpassen, dann ist das eben die Note 6. Da habe dann aber nicht ich dem Schüler die 6 "reingedrückt", sondern er hat die 6 für sich selbst wissentlich in Kauf genommen.
    • Morse schrieb:

      Mal eine Frage an die Kollegen der allgemeinbildenden Schulen: kann ein Lehrer von einem minderjährigen Schüler ein Attest einfordern, oder muss ihm die Entschuldigung der Erziehungsberechtigten genügen?
      Attestpflicht kann unter bestimmten Vss.von der SL angeordnet werden nicht vom einzelnen Fachlehrer oder KL.

      Farbenfroh schrieb:

      CDL schrieb:

      Kein Grund ein weiteres Fass aufzumachen (oder gezielt Freitags Klassenarbeiten zu schreiben- wenn man nur den Tag in der Woche hat ok, sonst kann man ja wohl auch ausweichen in den allermeisten Fällen und muss es nicht darauf anlegen SuS die 6 reinzudrücken).
      Wieso "reinzudrücken"? Du hast doch selbst geschrieben, dass die Schüler für sich selbst entscheiden müssten, ob sie bereit sind die Konsequenzen hinzunehmen. Wenn für einen Freitag eine Klassenarbeit angekündigt ist und ein Schüler sich dafür entscheidet die Klassenarbeit unentschuldigt zu verpassen, dann ist das eben die Note 6. Da habe dann aber nicht ich dem Schüler die 6 "reingedrückt", sondern er hat die 6 für sich selbst wissentlich in Kauf genommen.
      Ach Farbenfroh, wir wissen doch beide zur Genüge, was ich von deinem Demokratieverständis oder auch deinen pädagogischen Haltungen halte... *seufz*

      Wenn du nicht nur Freitags Unterricht in Klasse X hast, gezielt aber immer Freitags Klassenarbeiten schreibst,weil es dich ankäst, dass da einige SuS aus Klasse X öfters an den FFF-Demos teilnehmen, dann ist das halt eine Form von reindrücken und über Noten abstrafen. Weißt du aber doch nun wirklich auch selbst, du kennst doch dein Herz und deine Intentionen selbst am besten.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CDL ()

    • och CDL, da erwartest du echt zu viel...

      aber hier mal eine kleine Gedächtnisstütze...

      youtube.com/watch?v=Ph-CA_tu5KA
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
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      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • OT: Genial, danke. Das kannte ich gar nicht, weil ich mit Rammstein, eigentlich nichts anfangen kann. Da ist mir diese Perle doch glatt bislang entgangen. Das werde ich jetzt immer im Hinterkopf vor mich hinsummen, wenn ich die Beiträge von Farbenfroh lese. :victory:

      On Topic: Mal ganz indirekt gefragt (wird sich ja niemand selbst outen im Fall der Fälle): Kennt jemand von euch KuK, die an diesem FFF-Generalstreik selbst bzw. mit Klassen teilnehmen wollen/würden?
    • CDL schrieb:


      Ach Farbenfroh, wir wissen doch beide zur Genüge, was ich von deinem Demokratieverständis oder auch deinen pädagogischen Haltungen halte... *seufz*

      Ich glaube gar nicht, dass wir uns da so grundlegend unterscheiden. Wenn in Deiner Klasse gewisse Schüler jeden Montag den Unterricht schwänzen würden um an Pegida-Demos teilzunehmen, würdest Du das wahrscheinlich ähnlich sehen wie ich. Du legst halt nur bei FFF andere Maßstäbe an, weil Du persönlich deren inhaltliches Anliegen positiv bewertest. Was ich persönlich widerum ziemlich unprofessionell finde.


      CDL schrieb:

      Wenn du nicht nur Freitags Unterricht in Klasse X hast, gezielt aber immer Freitags Klassenarbeiten schreibst,weil es dich ankäst, dass da einige SuS aus Klasse X öfters an den FFF-Demos teilnehmen, dann ist das halt eine Form von reindrücken und über Noten abstrafen. Weißt du aber doch nun wirklich auch selbst, du kennst doch dein Herz und deine Intentionen selbst am besten.
      Ich schreibe auch gerne mal Klassenarbeiten an einem anderen Tag. Dafür behandle ich dann die für die Klassenarbeit besonders relevanten Themen gerne intensiv an den Freitagen und mache am Freitag vor der Klassenarbeit nochmal ausführliche Wiederholungen. Damit haben die freitags schwänzenden Schüler entsprechende Nachteile und die freitags anwesenden Schüler werden für ihre Anwesenheit belohnt.
    • Pegida ist eine demokratiefeindliche Organisation die unter Beobachtung des Verfassungschutzes steht. Ist das falsche Beispiel würde ich sagen, denn da geht es nicht um deine oder meine persönliche politische Haltung, sondern das Fundament unserer Demokratie. Das Beispiel kam schon mehr als einmal in den beiden anderen FFF-Threads und es wird nicht richtiger durch die gebetsmühlenartige Wiederholung. Zu meinen Pegida wäre das selbe wie FFF halte ich für ziemlich unprofessionell.

      Meine persönliche Sympathie für FFF (die durchaus ihre sehr klaren Grenzen hat- habe erwachsene Bekannte, die sich bei FFF engagieren und zumindest deren Engagement mir deutlich zu dogmatisch an der Grenze zum Ökö-Fanatismus ist) spielt eine Rolle bei der privaten Bewertung ja, nicht aber bei der Art des Umgangs in der Schule: Eine TN an einer Demo einer demokratiefeindlichen Organisation würde ich selbstverständlich niemals entlasten (egal ob von links oder rechts), bei FFF kann ich zumindest versuchen SuS nicht zielgerichtet zu schaden, indem ich Klassenarbeiten auf den Freitag lege, weil es ein Anliegen ist, das mit dem GG vereinbar ist.
      Faktisch spielt Pegida bei uns aber keine Rolle, ebensowenig wie Demos rechtsradikaler Organisationen. Da müsste ich jetzt sehr lange suchen, um ein Anliegen zu finden mit dem ich nicht sympatisiere, für das bei uns unter Schüler-Teilnahme demonstriert wird um mir dann - rein hypothetisch- zu überlegen, ob das nun wirklich einen Unterschied in Bewertung und Umgang für mich macht. Nachdem ich in der Vergangenheit schon wiederholt die Grundrechte von Menschen diskursiv verteidigt habe, mit deren Ansichten ich fundamental nicht übereingestimmt habe bezweifel ich mich kennend sehr, dass ein demokratisch legitimes Anliegen von mir nur aufgrund meiner privaten Haltung anders bewertet würde bzw. ich im professionellen Kontext anders damit umgehen würde. Der Beutelsbacher Konsens gilt schließlich nicht nur für einem selbst gefällige Positionen. Bislang habe ich mich wenn es um mein professionelles Handeln ging immer daran gehalten (und bei meiner früheren Arbeitsstelle gab es mehr als einmal Situationen, in denen eben diese Art von Trennung meiner privaten Meinung/Haltung vom beruflichen Umgang erforderlich war).