Precht Wissen vs. Bildung

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    • ninale schrieb:

      Es kann in diesen Zeiten m.E. nicht mehr um eine reine Output-Orientierung gehen. Die Gesellschaft braucht - m.E. egal wo - nicht Menschen, die wissen und können, sondern vor allem Menschen mit Zivilcourage, die sich engagieren und einbringen. Das kann man in einer „herkömmlichen“ Schule nicht fördern. Wenn Kinder sich als selbstwirksam erleben können sollen, müssen sie erleben, dass ihre Talente zählen.
      Wie bitte?!
    • Um aus Jugendlichen bessere Menschen zu machen reicht es eigentlich schon mit ihnen respektvoll umzugehen. Ich glaube nicht, dass meine Bierbrau-Aktionen dazu beitragen. Seit wir unser Selbstlernsemester haben holen wir ja regelmässig Feedback von der Uni Basel ein um rauszufinden, wie viel das unseren SuS eigentlich bringt. Intern evaluieren wir natürlich auch. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Positiv ist aber, dass unsere SuS signifikant häufiger als SuS von anderen Schulen schreiben, sie hätten sich bei uns "gut aufgehoben" gefühlt, das hätte ihnen für ihren Lebensweg sehr viel gebracht.
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      Früher war mehr Lametta!
    • ninale schrieb:

      Die Gesellschaft braucht - m.E. egal wo - nicht Menschen, die wissen und können, sondern vor allem Menschen mit Zivilcourage, die sich engagieren und einbringen. Das kann man in einer „herkömmlichen“ Schule nicht fördern.
      Ich behaupte mal einfach aus meiner Perspektive als GK-Lehrerin, dass wir das durchaus nicht nur fördern können an "herkömmlichen" Schulen sondern auch konstant fördern. Meine Schule ist bestimmt in vieler Hinsicht mit einem tollen Kollegium gesegnet, am Ende des Tages aber einfach eine Realschule. Meine KuK machen das, ich mache das, andere Fachlehrer machen das, Verbindungslehrkäfte, SMV oder auch Schulsozialarbeit machen das. Zusehen und wegschauen gehört nicht zu unserem Standardprogramm und wird auch nicht gefördert von uns. Nicht weil wir so viel besser wären, als andere "herkömmliche" Schulen, sondern weil wir genau wie diese unseren Bildungsplan erfüllen und unseren Job vernünftig machen.
    • Krabappel schrieb:

      Gerald Hüther hat keine besonders aufregenden Erkenntnisse, aber es ist auch nichts falsch daran, was er erzählt.

      Und bitte kein Halbwissen über ADHS verbreiten, sonst kommen wir vom Thema ab. Das übrigens Precht war ;)

      Hallo Krabappel,

      Hüther hat so viel Blödsinn verzapft, das geht auf keine Kuhhaut mehr. Gerade in Sachen ADHS vertritt er Positionen, die man mit viel Augenzudrücken vielleicht gerade noch so als "Halbwissen" bezeichnen könnte.

      Aber stimmt, Thema sollte das hier nicht sein.

      der Buntflieger
    • Buntflieger schrieb:

      Hüther hat so viel Blödsinn verzapft, das geht auf keine Kuhhaut mehr. Gerade in Sachen ADHS vertritt er Positionen, die man mit viel Augenzudrücken vielleicht gerade noch so als "Halbwissen" bezeichnen könnte.
      Ich denke, das ist durchaus ein relevantes Problem für diese Diskussion. Wenn sich jemand durch Scharlatanerie ins Abseits des wissenschaftlichen Diskurses geschossen hat, dann kann man ihn auch nicht mehr als Gewährsmann für irgendwelche Aussagen nehmen; es gibt eben keinen Maßstab außer des Zufalls mehr, ob seine Aussagen aus Zufall oder Erkenntnis zutreffend sind. Wenn sich jemand wissenschaftlich derartig desavouriert hat, dann sollte man ihn eben nicht mehr zitieren, denn sein Name ist als Beleg für Expertise nicht geeignet.

      Für die Trivialitäten, die Hüther äußert, gibt es weiß Gott ernstzunehmendere Quellen.
    • fossi74 schrieb:

      Wollsocken80 schrieb:

      Nicht schon wieder Finnland...

      Finnland ist nicht Deutschland
      ... und vor allem ist Finnland wohl auch nicht das Finnland, das die ersten PISA-Studien uns ausgemalt haben: finland.de/dfgnrw/doku/strukturfinnschulwesen.pdf
      - sehr erhellend!

      Hallo fossi74,

      vielen Dank für den Link, ein sehr lesenswerter Artikel. Ich wusste zwar bereits, dass Finnland nicht das grüne (Gesamt)Schulparadies ist/war, für welches man es gerne und oft ausgegeben hat, sondern dass dort lange Zeit Strenge und Frontalunterricht vorherrschend war (erst nach PISA hat sich das wohl verändert, dann ging es aber auch mit den Ergebnissen stetig abwärts); doch erst dieser Artikel hat mich nun umfassend informiert.

      Demnach ist/war (der Artikel ist nun schon etwas älter) in Finnland das Schulwesen extrem heterogen (aber eben nicht die Schulen/Klassen!), während die einzelnen Schulen vor allem durch Homogenität glänzten. Auch die Rolle der Lehrperson, die vor allem eben der Lehre verpflichtet ist/war, während ansonsten zahlreiche professionelle Kräfte (Schularzt, Schulschwester, Speziallehrer, Kurator/in etc.) und Hilfspersonal zur Verfügung stehen/standen, erklärt das damals gute Abschneiden sehr plausibel.

      Dieses Zitat gefiel mir besonders gut:

      "Keine finnische Klassenlehrerin begreift, daß von ihrer deutschen Kollegin erwartet wird, dem Problem [gemeint ist der Umgang mit lernschwachen SuS] schlicht durch „binnendifferenzierten Unterricht“ beizukommen. Daß das im Rahmen des Klassenverbandes, noch dazu ohne Spezialkompetenz in Diagnostik und Methodik (!), nicht geht, versteht sich in Finnland von selbst."

      der Buntflieger