Englisch-Thema "Situationen im beruflichen und privaten Alltag 2" wie unterrichten?! (Berufskolleg)

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    • Englisch-Thema "Situationen im beruflichen und privaten Alltag 2" wie unterrichten?! (Berufskolleg)

      Hallo,

      ich bin frisch fertig mit dem Ref am Gymnasium und dank der Jobsituation jetzt mit Englisch am Berufskolleg in BaWü gelandet und im Moment noch etwas überfordert mit den Bildungsplänen, da der für das Gymnasium inhaltlich deutlich konkreter war. Ich wäre daher sehr dankbar, wenn ihr mir mit dem Berufseinstieg in der neuen Schulform helfen könntet.
      Jetzt zu meiner Frage:
      Im BP für Bildungsgänge, die in 3 Jahren zur FHS führen steht für das 2. Schuljahr "Situationen im beruflichen und privaten Alltag 2 - Besprechungen, Diskussionen, Präsentationen (vgl. LPE 1.2)" . Auf was verweist denn "LPE 1.2"? Und im Lehrwerk (Freeway: Englisch für berufliche Schulen) ist gar nichts zu den Themen Besprechungen, Diskussionen, Präsentationen, da geht es immer nur um Bewerbungen. Hat irgendjemand einen Tipp für mich, wie man das sinnvoll unterrichten kann bzw Links zu Material? Was sollen überhaupt die Schüler am Ende dieses Themas genau können? Es muss ja auch entsprechend detailliert bearbeitet werden, da es nur 1 von 2 Jahresthemen ist, d.h. nur ein paar discussion phrases einüben reicht da nicht. (was treibt man eigentlich ein Jahr lang mit nur 2 Themen?... :staun: )

      Vielen Dank für eure Hilfe - ich bin echt überfordert im Moment :autsch:

      lG, Frau M.
    • Hallo Frau M.,

      LPE 1.2 bedeutet "Lehrplaneinheit 1.2". Darin steht (im selben Curriculum einfach der Punkt 1.2):
      "Die Schülerinnen und Schüler können sich aktiv und ohne größere Anstrengungen an längeren Gesprächen über allgemeine und berufsrelevante Themen beteiligen. Sie können eigene Stand-punkte entwickeln und vertreten und den Gang einer Diskussion steuern. Sie können Präsentatio-nen angemessen und zielgruppenorientiert sprachlich bewältigen."

      Wie viele Stunden habt ihr denn pro Woche? Ich finde, dass die drei größeren inhaltlichen Schwerpunkte durchaus ausreichen, da du bedenken musst, dass du alle kommunikativen Kompetenzen abdecken und sprachliche und methodische Kompetenzen vertiefen musst. Wenn du damit frühzeitig durch bist, kannst du immer noch etwas Schönes mit den Schülern machen - einen Jugendroman lesen oder so.

      Mit freundlichen Grüßen
      I am vulnerable, I am raw;
      I am human, I have flaws.
    • Bei uns in NRW steht das etwas konkreter, in meinen Büchern auch. Ich bin aktuell nur in Gesundheit/Soziales. Da mache ich so was wie:
      - zuhören und Ratschläge geben
      - Umgang mit Trauer
      - Problematische Lebensumstände
      -...

      Vielleicht hilft dir mal der Blick in einen anderen Lehrplan: berufsbildung.nrw.de/cms/uploa…bfsc_ges-soz_englisch.pdf Ab Seite 26!

      Was machen denn deine Kollegen?
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Vielen Dank für eure Antworten!

      das mit dem LPE ist mir jetzt ein bisschen peinlich ...da hätte ich drauf kommen können :D
      bei uns haben alle Englischklassen 2 Stunden Englisch pro Woche und ich habe (fast) alle Klassen - den einzigen anderen Kollegen habe ich schon gefragt aber irgendwie so keine richtige Antwort erhalten, wie er den Unterricht eigentlich gestaltet.
      Ich lasse mich glaube ich im Moment noch zu sehr irritieren, dass Besprechen/Diskutieren/Präsentieren als eigenes Jahresthema gilt - ich kannte das bisher nur als Teilziel der kommunikativen Kompetenz, das konkret an einem Sachthema (zB Schüleraustausch/Umwelt/civil rights movement etc) erarbeitet und vertieft wurde. Die große Kompetenzaufgabe am Ende der jeweiligen thematischen Einheit war dann eben eine Präsentation oder eine Debate z.B. zum Thema Umwelt. Es fehlt mir also in dem Bildungsplan quasi an einem Sachthema, zu dem man sinnvoll die Meinungsbildung und das Präsentieren üben kann.
      ich kann mir einfach im Moment noch nicht so richtig vorstellen, wie man das sinnvoll aufzieht - klar, das Fernziel von diesem Jahresthema ist eindeutig (Diskustieren und präsentieren können) aber alle Schritte dazwischen sind mir gerade noch ein bisschen schleierhaft, vorallem weil mir schon gesagt wurde, dass ich als frisch gebackene Gymnasiallehrerin sehr wahrscheinlich völlig falsche Vorstellungen und Erwartungen vom Unterricht am Berufskolleg haben werde.
    • Ich komme nicht aus dem Berufsschulbereich, würde dir aber gerne helfen, daher meine Einschätzung zu der Problematik: Sicher, wenn es inhaltlich enge Vorgaben gibt, ist es leichter, aber so hättest du den Vorteil, dass du ganz nach deinen Interessen (und im Idealfall den Interessen deiner Schüler) inhaltlich vorgehen kannst.
      Ich mache mal ein grobes Beispiel für das von dir genannte Inhaltsfeld (Anfang Schuljahr bis Herbstferien):

      1. Besprechungen *oral* *mediation*
      - Do's and Don'ts einer Besprechung
      - Unterschiedliche Formen der Besprechung
      - Ausartungen und deren Vermeidung
      - Methode: Paraphrasing
      - Text einer Besprechung in andere Sprache übertragen
      - Besprechung zu einem zugelosten Thema in Gruppe erarbeiten
      - Besprechung zu einem zugelosten Thema in Gruppe vortragen

      2. Diskussionen *written*
      - Erarbeitung der Einstiegsthese
      - Pro- und Contra-Argumente
      - der Schluss
      - eigene Diskussion zu einem berufsbezogenen Thema schreiben
      - Methode: Revising
      - Austausch und Methode: Scanning & Skimming

      3. Präsentationen *oral*

      - Do's and Don'ts beim Präsentieren
      - Einführung Wortschatz
      - Wiederholung Grammatik
      - Arbeit mit Quellen
      - Einstieg
      - Mittelteil
      - Schluss
      - Handout und Visualisierung
      - Methode: Note-Taking & Note-Making
      - Präsentation zu einem berufsbezogenen Thema halten
      - Feedback geben

      4. cross-cultural communication *written*
      - Eigenschaften von Kommunikation von Menschen aus dem selben kulturellen Raum
      - Eigenschaften von Kommuniation von Menschen aus unterschiedlichen kulturellen Räumen
      - Kommunikationsprobleme und das 4-Ohren-Modell
      - kurzes Rollenspiel zu einem Kommunikationsproblem schreiben
      - kurzes Rollenspiel zu einem Kommunikationsproblem vorspielen

      Ich greife als Sachthemen mal das Fachgebiet "Soziales" auf:

      Besprechungen - Elternabend, Teammeeting, Krisensitzung,..
      Diskussionen - bewusst provokative Themen, z.B. Ganztag ja/nein, Inklusion ja/nein, religiöse Einrichtungen ja/nein, Männerquote in der Kita ja/nein,...
      Präsentationen - Übergang Kindergarten zu Grundschule, Montessori-Pädagogik, sprachliche Frühförderung,...
      cross-cultural communication: Kinder mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund streiten sich, Erzieher muss vermitteln

      Mit freundlichen Grüßen
      I am vulnerable, I am raw;
      I am human, I have flaws.
    • Guten Morgen,
      kurze Rückfrage: bedeutet Berufskolleg nicht, dass die Schüler*innen einen konkreten Beruf erlernen? Ich würde mal davon ausgehen, dass sie am Ende des Jahres in ihrem Job eine vernünftige Präsentation halten können sollen. Vielleicht kann jeder zu einem Thema aus seinem Berufszweig, das ihn interessiert , längerfristig eine Präsentation vorbereiten? Vokabekartei für seinen Beruf aufbauen, Powerpoint erstellen oder sowas mit anschließender Diskussion und Rückmeldekultur zur Präsi...
    • Wenn du ein Diskussionstehma brauchst:
      Arbeitsmarkt.
      Das Thema betrifft ja jeden Berufsschüler.
      Und da kannst du natürlich auch auf Englisch drüber sprechen und diskutieren.
      Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
      Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
      Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
      Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)
    • Vielen Dank für eure Antworten! Ich glaube, so langsam habe ich mein Brett vor dem Kopf überwunden... :)
      @Lehramtsstudent: Wahnsinn, danke für den detaillierten Plan - der hat mir sehr geholfen!
    • Krabappel schrieb:

      Guten Morgen,
      kurze Rückfrage: bedeutet Berufskolleg nicht, dass die Schüler*innen einen konkreten Beruf erlernen? Ich würde mal davon ausgehen, dass sie am Ende des Jahres in ihrem Job eine vernünftige Präsentation halten können sollen. Vielleicht kann jeder zu einem Thema aus seinem Berufszweig, das ihn interessiert , längerfristig eine Präsentation vorbereiten? Vokabekartei für seinen Beruf aufbauen, Powerpoint erstellen oder sowas mit anschließender Diskussion und Rückmeldekultur zur Präsi...
      kurze Antwort, nein bedeutet es nicht.

      Lange Antwort: unter berufliche Schulen oder Berufskolleg ist eine ganze Reihe von Schulformen subsumiert. Eine Schulform ist dabei die Berufsschule. Außerdem gibt es Bildungsgänge zur Berufsvorbereitung, Berufsfachschule, höhere Berufsfachschule, Fachoberschule, berufliches Gymnasium und Fachschulen.

      Fun fact: den höchsten an einer Schule erreichbaren Abschluss kann nur an einer beruflichen Schule bzw. Berufskolleg erworben werden.
      Große Männer sind die Koeffizienten ihres Jahrhunderts.

      Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz (1821 - 1894), deutscher Physiker und Physiologe
    • Frau M. schrieb:

      Was sollen überhaupt die Schüler am Ende dieses Themas genau können? Es muss ja auch entsprechend detailliert bearbeitet werden, da es nur 1 von 2 Jahresthemen ist, d.h. nur ein paar discussion phrases einüben reicht da nicht. (was treibt man eigentlich ein Jahr lang mit nur 2 Themen?... :staun: )
      Klingt aber echt krass. Gibt's denn kein weiteres Englischlehrwerk? Kollegen, die schon gesammelt haben? Einen Ordner mit Texten und Themen...? Du kannst dir ja schwerlich ein ganzes Schuljahr aus den Rippen leiern und ALLES selbst zusammensuchen :ka:
    • Keine Ahnung ob es die Bücher auch in deinem Bundesland gibt und was genau du jetzt unterrichtest, aber ich komme ganz gut mit den Pulse Büchern (habe Business und Social) und mit Focus on Success (soziales) klar. Die nutze ich für Zweijährige Bildungsgänge die zur Fachhochschulreife führen. Vielleicht guckst du mal da rein?
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Krabappel schrieb:

      Frau M. schrieb:

      Was sollen überhaupt die Schüler am Ende dieses Themas genau können? Es muss ja auch entsprechend detailliert bearbeitet werden, da es nur 1 von 2 Jahresthemen ist, d.h. nur ein paar discussion phrases einüben reicht da nicht. (was treibt man eigentlich ein Jahr lang mit nur 2 Themen?... :staun: )
      Klingt aber echt krass. Gibt's denn kein weiteres Englischlehrwerk? Kollegen, die schon gesammelt haben? Einen Ordner mit Texten und Themen...? Du kannst dir ja schwerlich ein ganzes Schuljahr aus den Rippen leiern und ALLES selbst zusammensuchen :ka:
      Herzlich willkommen in der Welt der Lehrpläne an beruflichen Schulen. Jeder Kollege macht was anderes, da in den Lehrplänen nur ganz grob umrissen ist was gemacht werden soll.


      z.B. Lehrplan für die Fachschule Maschinentechnik: kultusministerium.hessen.de/si…hnik_maschinentechnik.pdf

      Jeder kann sich sein Lernfeld bzw. Fachunterricht ziemlich frei gestallten. Da viele Schulformen und Fachrichtungen relativ selten sind, gibt es wenn überhaupt uralte Fachbücher, die nur noch bedingt für modernen Unterricht taugen.
      Große Männer sind die Koeffizienten ihres Jahrhunderts.

      Hermann Ludwig Ferdinand von Helmholtz (1821 - 1894), deutscher Physiker und Physiologe
    • 1. Finde mögliche Situationen, die deine Lerner in der wirklichen Welt haben könnten.
      2. Sammele passendes Wortschatzmaterial oder finde Arbeitsaufgaben, dass deine Lerner passendes Wortschatzmaterial sammeln.
      3. Finde passende grammatische Werkzeuge und bette sie in die gefunden Szenarien ein
      4. Lass deine Lerner mit passenden Problemstellungen in den avisierten Kontexten arbeiten.
      5. Ergebnoissicherung.

      Mal ehrlich. Unsere deutsche Lehrerausbildung hat den großen Vorteil, dass sie den Lehrern vermittelt, sich selbst ihre Schulbücher zu schreiben. Das ist viel mehr als in vielen Gegenden der Welt von Lehrern verlangt wird. Nutz diese Kompetenzen doch einfach!

      P.S. Das Internet ist dein Freund.