Kompetenzen im bayerischen Lehrplan Plus Gymnasium

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    • Kompetenzen im bayerischen Lehrplan Plus Gymnasium

      Im bayerischen Lehrplan Plus für das Gymnasium ist bei manchen Fächern - etwa Natur und Technik, Informatik, Physik - der Lehrplan getrennt nach "Kompetenzerwartungen" einer- und "Inhalte" andererseits. Bei anderen Fächern - etwa Deutsch, Englisch, Mathematik - steht "Kompetenzerwartungen und Inhalte" als lediglich *eine* Stichpunktliste.

      Weiß jemand, ob es da eine didaktische Begründung dafür gibt oder gab? Steht vielleicht sogar irgendwo im Lehrplan drin, aber so groß ist mein Forscherdrang auch nicht.
      "Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, daß auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören." (Platon, Gorgias)
    • Ah, danke!
      "Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, daß auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören." (Platon, Gorgias)
    • Herr Rau schrieb:

      Weiß jemand, ob es da eine ... Begründung dafür gibt oder gab?
      Ja, gibt es: Komplette Kompetenzunverständnis derjenigen, die das verfasst haben, wie auch dieses hier...

      keckks schrieb:

      aus der onlineversion des lp: "Wie bei den Bildungsstandards werden im Fachlehrplan Kompetenzerwartungen und Inhalte kombiniert ausgewiesen."
      ... zeigt. Kompetenzen sind was anderes als "nett rumlabern"!

      Fachinhalte sind Teil von Kompetenz, nämlich der Fachkompetenz.
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • keckks schrieb:

      aus der onlineversion des lp: "Wie bei den Bildungsstandards werden im Fachlehrplan Kompetenzerwartungen und Inhalte kombiniert ausgewiesen."

      ist also wohl der kmk und den bundesweiten vereinheitlichungsbestrebungen geschuldet.
      Nachdem es diese Trennung von Kompetenzbegriff und Inhalten in den aktuellen Bildungsplänen in BW nicht gibt (wo von inhaltsbezogenenen und prozessbezogenen Kompetenzen gesprochen wird) kann es wohl nicht einfach nur an Beschlüssen der KMK liegen, sondern wenn, dann der bayrischen Interpretation derselben.
    • Die "inhaltsbezogenenen und prozessbezogenen Kompetenzen" hatten wir in einer früheren Fassung des Lehrplans auch im Kompetenzstruktormodell, inzwischen sind es "Gegenstandsbereiche" und "prozessbezogene Kompetenzen".

      "Fachinhalte sind Teil von Kompetenz, nämlich der Fachkompetenz."


      Ach, so weit würde ich nur intuitiv gehen. :) Eine sinnvolle und anerkannte wissenschaftliche Definition dieses in Deutschland so beliebten Begriffs der Kompetenz gab es vor zwei Jahren noch nicht; es würde mich wundern, wenn wir da schon weiter sind bzw. wenn es ein solches Weiter gäbe. Insofern darf jeder darunter verstehen, was die Politik gerade will.
      "Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, daß auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören." (Platon, Gorgias)
    • Herr Rau schrieb:

      Eine sinnvolle und anerkannte wissenschaftliche Definition dieses in Deutschland so beliebten Begriffs der Kompetenz gab es vor zwei Jahren noch nicht; es würde mich wundern, wenn wir da schon weiter sind bzw. wenn es ein solches Weiter gäbe.
      Och... ich kann durchaus begründet definieren, was eine Kompetenz ist.
      Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :_o_P

      8_o_) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:
    • SteffdA schrieb:

      Herr Rau schrieb:

      Eine sinnvolle und anerkannte wissenschaftliche Definition dieses in Deutschland so beliebten Begriffs der Kompetenz gab es vor zwei Jahren noch nicht; es würde mich wundern, wenn wir da schon weiter sind bzw. wenn es ein solches Weiter gäbe.
      Och... ich kann durchaus begründet definieren, was eine Kompetenz ist.
      "anerkannte wissenschaftliche Definition"

      WIkipedia: "Bei mehreren internationalen Tagungen von Erziehungswissenschaftlern und Vertretern der unterschiedlichen Fachdidaktiken (Frankfurt 2005, Köln 2010, Frankfurt 2017) wurde der Begriff „Kompetenz“ als neue Leitmetapher der Bildungswissenschaften abgelehnt. Er sei weder theoretisch noch empirisch fundiert."
      "Schlimmes geschähe dir da, mein Bester, wenn du nach Athen gekommen, wo in ganz Hellas die größte Redefreiheit herrscht, dann hier als einziger an ihr nicht teilhaben solltest. Aber setze auch dagegen: wenn du weitläufig redest und nicht das Gefragte beantworten willst, daß auch mir Schlimmes geschähe, wenn ich nicht weggehen dürfte, ohne dich zu hören." (Platon, Gorgias)
    • CDL schrieb:

      keckks schrieb:

      aus der onlineversion des lp: "Wie bei den Bildungsstandards werden im Fachlehrplan Kompetenzerwartungen und Inhalte kombiniert ausgewiesen."

      ist also wohl der kmk und den bundesweiten vereinheitlichungsbestrebungen geschuldet.
      Nachdem es diese Trennung von Kompetenzbegriff und Inhalten in den aktuellen Bildungsplänen in BW nicht gibt (wo von inhaltsbezogenenen und prozessbezogenen Kompetenzen gesprochen wird) kann es wohl nicht einfach nur an Beschlüssen der KMK liegen, ...
      Doch, daran liegt es wohl, da eben für die Fächer, in denen Bayern auf die Unterteilung zwischen Kompetenzen und exemplarischen, aber verbindlichen Inhalten, an denen diese Kompetenzen zu erwerben sind, verzichtet, KMK-Standards ohne diese Unterteilung vorliegen, an die sich Bayern eben hält, während für die Fächer mit Unterteilung noch keine KMK-Standards ausgewiesen sind.
    • Das ist spannend, muss ich direkt mal vergleichend in meinen Fächern in den Bildungsplänen von BW und BY anschauen. Da dürfte es dann ja eigentlich auch im bayrischen Bildungsplan diese Trennung (die ich so eben nicht kenne) nicht geben- eh sei denn BW brät sich da ein Extra-Maultäschle (können wir, ist ja kein Hochdeutsch). :)