Kann man richtig katholisch sein?

  • Wo wird denn in der Katholischen Kirche Homosexualität "abgestraft"? Im Katechismus steht, man solle homosexuell veranlagten Menschen mit Achtung und Takt begegnen und sich hüten, sie ungerecht zurückzusetzen.

    Ich habe mein ganzes Leben genau das Gegenteil erlebt. Als jemand, der persönlich betroffen und im katholischen Glauben erzogen worden ist, kann ich dir sagen: Du weißt nicht, wovon du da redest. Was alibimäßig im Katechismus steht, bedeutet gar nichts. Ich wurde von gläubigen Katholiken und Kirchenvertretern immer so behandelt, als wäre ich krank, bemitleidenswert oder böse.

  • Da vermutlich meine dritte Editierung keiner mehr liest:


    Valerianus : als Begründung für massive Sonderrechte, die andere Grundrechte einschränkt finde ich es arg dürftig zu sagen "War schon immer so, steht in einer alten Verfassung, muss so bleiben". Eine echte Argumentation, warum die Kirchen bestimme Dinge dürfen, die andere Organisationen, die gleiches machen, nicht dürfen, lässt du nämlich leider vermissen.


    Wenn solche Argumentationen in der Geschichte sich durchgesetzt hätten, würde heute vermutlich immer noch derjenige Chef sein, der die dickste Keule trägt. :)

  • @Kalle29: Gute Frage, ob man als Verein (und ich zähle mal die katholische Kirche dazu) Mitglieder alleine aufgrund identitärer Eigenschaften von der Aufnahme ausschließen dürfe. Eigentlich ist das nicht mit dem Grundgesetz und der damit verbundenen Ati-Diskriminierung vereinbar, andererseits gilt das Hausrecht. In dem Zusammenhang fiel mir noch ein, dass es in den USA (?) mal die Frage gab, ob eine Bäckerei verpflichtet sei, einen Hochzeitskuchen für ein gleichgeschlechtliches Paar zu backen und zu verkaufen. Wie die Sache jedoch ausging, keine Ahnung...

    Die Kirche bezieht sich ja auf den von Valerianus zitierten Artikel. Sie kann relativ leicht diskriminierend tätig werden, wenn es ihrem Glauben widerspricht. Deswegen sei froh, dass sie nicht in irgendeiner alten Schrift im Vatikan einen Text findest, der Lehrer als Teufelszeug bezeichnet. Dann hätten wir auch die Arschkarte.


    Insbesondere ist aus meiner Sicht massiv das Problem, dass ein Artikel weit hinten im Grundgesetz ein Artikel aus den ersten 20 massivst eingeschränkt wird. Daran wird nur die Zeit was ändern. Irgendwann sitzen be Verfassungsgericht nicht mehr so viele gläubige Christen. Das würde der Objektivität vermutlich gut tun. Alternativ warten wir einfach noch ein paar Jahrzehnte, bis in den Kirchen nur noch ein kleiner Teil der Bevölkerung sitzt. Die Mehrheit hat ja keine der beiden Konfessionen mehr.

  • Die Frage zur Kommentierung der WRV war nicht ernstgemeint, oder? Ich würde Sachs/Ehlers empfehlen falls doch. Gerichte können natürlich ihre Auslegung einer Rechtsmaterie ändern, aber der von dir zitierte Punkt ist doch überhaupt keine Auslegungsfrage. Das ist so, als wenn du sagst: Artikel 1 ist nur Auslegungsfrage. Was da mit Würde gemeint ist, ist ja nicht richtig klar definiert und wer genau als Mensch gilt, da muss man auch mal genauer hinschauen. Natürlich wird da ausgelegt, aber innerhalb der erkennbaren Grenzen des Willens des Verfassungsgebers. Noch einmal, vielleicht war es unklar:


    1.) Ich stimme vielen Entscheidungen des EuGH zum kirchlichen Arbeitsrecht zu. Mir ist auch nicht klar, wieso ein Chefarzt entlassen werden müsste, wenn er ein zweites Mal heiratet. Der wird das keinem Patienten auf die Nase binden und hat auch keine wirkliche Vorbildfunktion für irgendeinen Patienten. Bei einem Lehrer kann man streiten, bei einem Gemeindereferenten ist mir die Position der Kirche direkt einleuchtend. Laut Kriterien des EuGH darf die Kirche besondere Anforderungen an ihre Mitarbeiter stellen, diese müssen aber für die konkrete Tätigkeit „wesentlich, rechtmäßig und gerechtfertigt“ sein. Ich habe nur eine Frage: Du glaubst also ernsthaft, dass du Recht hast und sowohl BAG, BVerfG, als auch EuGH nur neue Richter brauchen, damit sie erkennen, dass du Recht hast? Ehrlich?


    2.) Ich muss auch nicht begründen warum ich diese Sonderrechte für begründet halte. Sie sind begründet worden in WRV und GG. Das haben die beiden Verfassungsgeber gemacht. Du musst begründen, warum sie es deiner Meinung nach nicht sind. Wenn du das gut machst, findet sich sicher irgendjemand der für dich klagt und gewinnt. Bis dahin halte ich die Begründung des Verfassungsgebers für in Ordnung und die Umsetzung für rechtmäßig. So funktioniert ein Rechtsstaat halt...


    BTW: Mitgliedsbeitrag im Kita-Trägerverein wäre dann steuerlich absetzbar, wenn der Verein seine Hausaufgaben in der Satzung gemacht hat, das ist Kinder- und Jugendhilfe die ist steuerlich absetzbar, wenn die Satzung entsprechend ausgestaltet ist. Ich sage also nicht "haha", sondern "der Verein braucht einen vernünftigen Steuerberater, der die Satzung überarbeitet", vielleicht noch "wer auch immer die aktuelle Satzung geschrieben hat ist ein Idiot".

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Dabei musst du aber auch bedenken - und das ist jetzt keine Wertung, sondern einfach eine Feststellung - dass der Anteil an Menschen aus muslimisch geprägten Ländern innerhalb der Bevölkerung wächst und diese wiederum haben in großen Teilen ein konservatives Verständnis von Religion und Glaube, was dann wiederum die abnehmenden Anteile der Anhänger der beiden großen Kirchen ausgleicht.

  • Ich habe mein ganzes Leben genau das Gegenteil erlebt. Als jemand, der persönlich betroffen und im katholischen Glauben erzogen worden ist, kann ich dir sagen: Du weißt nicht, wovon du da redest. Was alibimäßig im Katechismus steht, bedeutet gar nichts. Ich wurde von gläubigen Katholiken und Kirchenvertretern immer so behandelt, als wäre ich krank, bemitleidenswert oder böse.

    Das gehört mit zum Schlimmsten, was man sich vorstellen kann. Das ist psychische Misshandlung.


    Ich finde auch, dass der Satz

    man solle homosexuell veranlagten Menschen mit Achtung und Takt begegnen und sich hüten, sie ungerecht zurückzusetzen.

    ein jämmerlicher Versuch ist, Menschenwürde wiederherzustellen. Was wäre los, wenn dort stehen würde, man solle Menschen mit dunkler Hautfarbe mit Achtung und Takt begegnen? Mir wird schlecht.

  • "...der beiden großen Kirchen..." ich kotz gleich im Strahl.

    Lernt endlich, dass ihr nicht alleine, schon gar nicht wichtig oder bedeutsam seid, ihr Sch.... Monotheisten. Geschichtlich gesehen seid ihr grad mal Teenager, die Moslems sogar Kleinkinder. Und entsprechend laut und aufdringlich.

    Und umso schneller werdet ihr auch wieder verschwinden.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Lernt endlich, dass ihr nicht alleine, schon gar nicht wichtig oder bedeutsam seid, ihr Sch.... Monotheisten.

    Wie würdest du diesen Satz finden, wenn jemand den Begriff "Monotheisten" durch ein Geschlecht, eine politische Anschauung, eine Nationalität oder eine Rasse deiner Wahl (vgl. Artikel 3 GG) ersetzt hätte?

    • Offizieller Beitrag

    <Mod-Modus >


    5 Meldungen heute, wegen diesem Thread.

    Sagt mal, könnt ihr euch eigentlich nicht mehr benehmen, sobald im Thread irgendwas von "Kirche" steht?

    *Kopfschüttel*


    Hier ist erst mal dicht.


    Kl.gr.Frosch, Moderator - der eigentlich gerade seinen Urlaub auf dem Fahrrad genießt.

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