Impfpflicht für Lehrkräfte

  • Ich schon. Eine Schülerin. Wir haben das Thema besprochen, ich habe die Unterschiede erklärt, die Schülerin ist unterdessen geimpft.

    Ich würde mal behaupten, die allermeisten meiner Schüler*innen haben noch nie etwas von Contergan gehört...

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Es gilt das gleiche.

    Das sehe ich nicht so.


    Eine Folgeerkrankung sehe ich als Langzeitfolge an, und das ist nicht das Gleiche wie eine Nebenwirkung. Beispiele habe ich genannt.


    Ansonsten magst du recht haben, was die Erforschung anbelangt.



    Wobei mRNA trotzdem etwas ganz Neues ist, auf das man u.U. nicht die bisherigen Erkenntnisse einfach übertragen kann, da man gar keine weitergehende Erfahrung damit haben kann. Es ist schließlich kein Impfstoff im klassischen Sinne. Die Wirkungsweise ist doch ganz anders.

  • Ich würde mal behaupten, die allermeisten meiner Schüler*innen haben noch nie etwas von Contergan gehört...

    Ich war erstaunt wie häufig ich danach gefragt wurde. Einige wussten zwar den Namen des Medikaments nicht, aber sie konnten die Geschichte grob beschreiben.

  • Ich habe in der Vergangenheit das Thema ja auch angesprochen, wenn du dich erinnerst, @Antimon.

  • Wobei mRNA trotzdem etwas ganz Neues ist

    Nee. mRNA gibt es auf diesem Planeten seit es Lebewesen gibt. Falls Du den therapeutischen Einsatz von mRNA meinst, nein, auch dazu findest Du 15 Jahre alte Fachpublikationen.

  • Das Hauptproblem ist doch nach wie vor, dass noch kein Impfstoff für alle Altersklassen zugelassen ist. Dann bräuchten wir solche Diskussionen eigentlich gar nicht führen.


    Und ich frage mich ernsthaft, warum einem die wissenschaftlichen Ergebnisse, auf deren Basis die USA agiert, nicht reichen, und man eigene Studien/Zulassungsverfahren durchführen muss. Die verimpfen doch dort auch hauptschlich oder ausschließlich Biontech an Kinder.


    Und wo wir gerade bei der FDA sind:


    Offenbar kann der Impfstoff von J&J eventuell eine seltene Nervenkrankheit auslösen - dies wird zumindest in Betracht gezogen. Soviel zu keine Langzeitfolgen möglich...


    https://www.rnd.de/gesundheit/…2ECPYYFXZQPO3WP4BZUA.html

  • Ich selbst bin zwar keine "junge" Frau mehr, aber ich kenne keine einzige junge Frau, die die Corona-Schutzimpfung mit Contergan in Verbindung gebracht hat. :nein:

    Ich bin wohl (am Ende meines Studiums) noch eine junge Frau, zumindest noch vor Kinderplanung - und weder ich selbst noch irgendeine der mir bekannten Kommiliton:innen hat Contergan mit den Impfungen in Verbindungen gebracht. Uns sind die Unterschiede zwischen Medikament und Impfstoff grundsätzlich bewusst, wir können zwischen Dauergebrauch während der Frühphase der Schwangerschaft und 2maligem Einsatz differenzieren und auch ansonsten die Entwicklung der Arzneimittelsicherheit seit vor 60 Jahren einordnen. Insofern: nein, Serenana, es gibt definitiv sehr viele junge Frauen, die nicht an Contergan denken und deshalb Impfungen ablehnen.

  • Persönlich hätte ich mit der Impfpflicht kein Problem (bin ja schon geimpft).


    Ich hätte auch ganz allgemein mit einer Impfpflicht kein Problem.


    Aber: Ich hätte allgemein ein Problem mit einer Impfpflicht NUR für LehrerInnen und ErzieherInnen.


    - es gibt genügend andere Berufsgruppen, die für so eine Pandemie eine größere Rolle spielen (sagen nicht soooo viele Studien, dass Schulen kein Pandemieträger sind? Achso ... nur wenn es darum geht, sie nicht schließen zu müssen ...)


    - es bringt mMn nicht so viel, wenn nur die Erwachsenen in solchen Einrichtungen geimpft sind. Kinder erkranken zwar wohl nicht so schwer, können das Virus aber dennoch weiter geben und über long Covid Folgen bei Kindern weiß man auch nicht so viel. Außerdem unterrichte ich nicht nur "Kinder", sondern auch Jugendliche und junge Erwachsene. => Wenn, dann Impfpflicht für alle an der Schule (zumindest an weiterführenden Schulen). Und da gibt es dann wieder andere Gründe, warum man dagegen sein kann.

  • Bezüglich Nebenwirkungen schrieb ich ganz bewusst nur über die mRNA-Impfstoffe. Bei den Vektor-Vakzinen gibt es auch von Experten-Seite durchaus noch Bedenken. Guillaume-Barré ist meines Wissens aber therapierbar (ich kenne jemanden der es hatte), in dem Fall fällt das also nicht per se unter "Langzeitfolgen".


    Warum es nun für die EMA umfangreichere Studien braucht ist eigentlich ziemlich klar: Die EMA erteilt keine Notfallzulassung, die FDA aber schon. Die zugrundeliegenden Gesetze sind einfach andere. Zudem sind die Expertengremien andere und die Entscheidungen werden nicht nur basierend auf wissenschaftliche Fakten sondern auch ethischen Überlegungen getroffen. Und da hat nun mal jedes Land seine eigenen Vorstellungen. Astrazeneca ist in der Schweiz nicht zugelassen und wird in Dänemark nicht mehr verimpft. Deutschland hat mit dieser Vakzine keine Bedenken.

  • Woher nehmen die um die Familienplaung besorgten eigentlich die Sicherheit, dass einen Covid-19-Erkrankung keine Auswirkung auf die Zeugungsfähigkeit hat?

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • ...Zudem sind die Expertengremien andere und die Entscheidungen werden nicht nur basierend auf wissenschaftliche Fakten sondern auch ethischen Überlegungen getroffen.

    Es gibt tatsächlich noch was, das hier noch nicht geschrieben wurde:bete:. Danke, wieder mal interessant!

  • Woher nehmen die um die Familienplaung besorgten eigentlich die Sicherheit, dass einen Covid-19-Erkrankung keine Auswirkung auf die Zeugungsfähigkeit hat?

    Eine Impfung ist das Resultat einer bewusst getroffenen Entscheidung, während eine Infektion in der Regel ungewollt passiert. Ich glaube, wenn die Familienplanung in beiden Fällen gefährdet werden sollte, dann kann man mit dem großen Unbekannten eher leben als wenn man an seinem eigenen Schicksal "selbst Schuld" ist.

  • DeadPoet: Richtig, eine flächendeckende Impfpflicht brächte uns sicher weiter. Vielleicht könnte eine Impfpflicht für bestimte Berufsgruppen aber der EInstieg in eine generelle sein. Insofern. Ernsthaft diskutieren kann man beides erst nach der Wahl. Also, wenn es zu spät sein wird.

    „Kinderlähmung ist grausam, Schluckimpfung ist süß.“

  • Woher nehmen die um die Familienplaung besorgten eigentlich die Sicherheit, dass einen Covid-19-Erkrankung keine Auswirkung auf die Zeugungsfähigkeit hat?

    Die Erkrankung hat einen ganz erheblichen Einfluss auf die Familienplanung. Ich suche nachher mal den link auf die entsprechende Publikation raus. Bezüglich Zeugungsfähigkeit weiss ich gar nicht, aber im Falle einer bereits bestehenden Schwangerschaft ist eine Covid-Erkrankung fatal.


    Ich finde es sehr schade, dass mit so viel Nonsens "argumentiert" wird obwohl es durchaus ethische Gründe gegen eine Impfpflicht gibt.

  • Trifft aber nicht auf jeden beliebig zu. Und dass "Fitnessstudio schließt" und "eine Pandemie von uns allen unbekannter Tragweite tritt auf" nicht dasselbe sind, ist hoffentlich einleuchtend. Es ist sicher nicht für jeden jedes Verhalten und Erleben anderer verständlich, es ist aber trotzdem verschieden. Menschen sind unterschiedlich resilient, haben unterschiedliche Bedürfnisse, verschiedene Vorerfahrungen usw.

    Stimmt. Aber wenn hier Lindbergh so tut, als wäre Bewegung per se verboten gewesen, dann möchte ich das nicht unkommentiert stehen lassen. Dass Resilienz nicht jedem gegeben (oder antrainiert) ist, ist mir klar. Kann man aber bis zu einem gewissen Punkt beeinflussen.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • 4. Dauernd werden die Regeln geändert. Astra soll nicht mehr an junge Frauen verimpft werden, jetzt gibt es Kreuzimpfungen, die sogar besser schützen sollen. Toll, kann man ja wieder in den Urlaub. Ach warte, in Ländern X Y Z wird die Kreuzimpfung nicht akzeptiert. Wer den falschen Impfstoff hat, kommt irgendwo nicht rein, muss trotzdem in Quarantäne. Du hast den Chinesischen/Russischen Impfstoff? Pech. Mir ist das alles aktuell ehrlich gesagt einfach noch zu viel Unsicherheit an allen Ecken und Enden. Sowohl in der Langzeitbetrachtung für Frauen im Bezug auf die Familienplanung, als auch die bürokratischen Aspekte.

    Mit keinem Impfstoff sind die Chancen auf Quarantäne am größten. Das ist kein Argument gegen das Impfen. Kein Land kann gezwungen werden (zumindest außerhalb des Schengenraumes) irgendjemanden aus D reinzulassen. Mit Impfung stehen die Chancen aber besser als ohne.

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  • Paradoxerweise verbreiten sich besorgniserregende Virusvarianten wie z. B. Delta gerade dort besonders gut, wo sie auf eine teilimmunisierte Bevölkerung treffen, d. h. der zunehmende Impffortschritt hat uns in Europa gerade in diese missliche Lage gebracht. Die Impfung wirkt gegen Delta eindeutig schlechter an als gegen Alpha, was Delta natürlich einen klaren Fitness-Vorteil verschafft.

    Bislang scheinen wir davon aber verschont geblieben zu sein, trotz voller Fußballstadien und geöffneter Veranstaltungen. Auch bei steigenden Fallzahlen in GB sind die Todeszahlen eher moderat, soweit ich das sehen kann.


    Das schlüssigste Argument gegen die Impfpflicht bei Lehrkräften scheint mir der Umstand zu sein, dass man trotzdem ansteckend ist. Alles andere wurde ja bereits entkräftet (mit dem Grundgesetz vereinbar, in anderen mitteleuropäischen Staaten üblich, Masernimpfung bei deutschen Schulkindern flächendeckend vorzuweisen...).

  • Contergan galt auch zunächst als unproblematisch und das Ergebnis war dann leider in vielen Fällen nicht mehr so unproblematisch. Solange man aber bspw in Studien nicht sicher klären kann, ob die Ursache für eine erhöhte Rate an Fehlgeburten in GB auf die Impfung oder doch andere Faktoren zurückzuführen ist, halte ich mich lieber erstmal an die Maßnahmen, die mich auch die letzten 1,5 Jahre vor einer Infektion bewahrt haben :) wie gesagt, am Ende kommt raus dass das alles kein Problem darstellt und dann ist gut. Ich möchte nur was das angeht kein Risiko eingehen und ich denke, es steht mir frei diese Entscheidung für mich zu treffen. Dass das mit bestimmten Auflagen verknüpft ist finde ich richtig und ich habe auch kein Problem damit, von daher lass mich im Optimalfall einem Irrglauben unterliegen und gut ist :)

    Nach Contergan wurden die Zulassungsverfahren für Medikamente und Impfstoffe komplett verändert (verschärft).

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