Referendariat im fortgeschrittenen Alter

  • Das sind Geisteswissenschaftler im weiteren Sinne ;)


    Davon gibt es halt auch wirklich viele, deswegen ist der Wettbewerb sehr hoch und es gibt halt deswegen auch recht viele "schlechte" Jobs.

    Ja, leider auch wahr. Liegt auch an der Spezialisierung innerhalb des BWL-Studiums: Bei Marketing gibt es massenhaft "Quereinsteiger", die ohne Studium in ähnliche Positionen drängen.

    So - und jetzt ist wirklich Schluss damit.

    Einig sind wir uns sicherlich alle darin, dass Spaß am und Leidenschaft für einen Beruf immer wichtiger sein sollten als die Bezahlung...

  • Ja, mit den Jahren. Aber als Einsteiger doch auch nicht unbedingt, auch nicht in der Unternehmensberatung (weil das hier als Beispiel kam). Allerdings sind in diesen entsprechenden Industrie-Branchen die Gehaltssteigerungen (oder zumindest die Möglichkeiten dazu) besonders in den späteren Jahren wesentlich höher. Also auch PRO Jahr, und da kommt dann auch keine Erfahrungsstufe im ÖD mehr mit.

    Doch. Es sind Diplommathematiker bei Banken und Versicherungen bzw. Doktoren in der chemischen Industrie (Einstiegsgehalt vor knapp 30 Jahren zwischen 80 000 - 100 000 DM (damals war beides noch nicht überlaufen, inzwischen sind sie aufgestiegen. Notwendig war anfangs die Bereitschaft, auch ins Ausland zu gehen).

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Einig sind wir uns sicherlich alle darin, dass Spaß am und Leidenschaft für einen Beruf immer wichtiger sein sollten als die Bezahlung...

    Ja und nein. :D eine vernünftige Bezahlung ist für die langfristige Zufriedenheit sehr wichtig.

  • eine vernünftige Bezahlung ist für die langfristige Zufriedenheit sehr wichtig.

    Ich war echt schockiert, als ich mal gesehen habe, was Marketing-Assistenten so verdienen. Das ist schon fast moderne Sklaverei.


    Bei BWL ist es m.W. so, dass die Bereiche Marketing und Personal total überlaufen sind, und so wird mit den Leuten häufig dann auch umgegangen - nach dem Motto: Wir finden jederzeit Ersatz.

  • Ja und nein. :D eine vernünftige Bezahlung ist für die langfristige Zufriedenheit sehr wichtig.

    Definiere mal "vernünftige Bezahlung". Und dann setze das auch in Bezug zu anderen Variablen wie Fahrtweg, Möglichkeiten des Homeoffices, etc. Und da kommt es sicher nicht nur auf die Bezahlung an - und ich behaupte mal, dass ab einem bestimmten Punkt die Bezahlung eher unwichtig ist. Ich hätte den jetzigen Job als Lehrerin auch gemacht, wenn er so vergütet gewesen wäre wie der Job vorher im Marketing. Einfach weil mir der jetzige Job viel mehr Spaß macht und viel sinnvoller ist. Oder noch krasser: Ich hätte ihn auch für weniger Geld geamcht. Ich halte es vielmehr sogar für gefährlich, den Job nach dem Verdienst auszuwählen. Siehe die megagut bezahlten Jobs in Unternehmensberatungen. Oder die richtig gut bezahlten Jobs im Vertrieb: Was nutzt dir so ein Job, wenn er dir überhaupt keinen Spaß macht?

  • Ich war echt schockiert, als ich mal gesehen habe, was Marketing-Assistenten so verdienen. Das ist schon fast moderne Sklaverei.


    Bei BWL ist es m.W. so, dass die Bereiche Marketing und Personal total überlaufen sind, und so wird mit den Leuten häufig dann auch umgegangen - nach dem Motto: Wir finden jederzeit Ersatz.

    Jepp, richtig erfasst. Da will jede(r) rein und da gibt es auch enorm viele "Quereinsteiger", die nach einer Ausbildung in einem kaufmännischen Beruf irgendwo einen Marketing-FAchwirt "draufgesetzt" haben (Dauer teilweise unter einem Jahr) und dann dasselbe Gehalt verdienen wollen wie du. Und es auch bekommen. Und es ist ja auch absolut gerechtfertigt, weil die wenigsten Berufe im Büro wirklich ein BWL-Studium an der Uni "brauchen". Ich wusste z.B. auch, dass die Spezialisierung z.B. im Controllingbereich mir mehr Gehalt gebracht hätte. Bringt ja aber auch nichts, wenn du bei den Vorlesungen fast einschläfst... Die genannten Verhältnisse setzen dann aber im Marketing- und Personalbereich noch eine ganz andere gefährliche Bewegung in Gang: Die Unternehmen bekommen - für dasselbe Geld - megagut qualifizierte BWL-Absolventen. Die wiederum - aufgrund der beschriebenen großen Konkurrenz - ihre Gehälter nicht verhandeln können. Diese jungen - mega gut ausgebildeten - Angestellten werden dann oft sehr schnell unzufrieden und langweilen sich schnell in ihren Jobs, wechseln häufig - mit Glück irgendwann in Positionen, in denen sie nicht nur besser bezahlt werden (was aber nicht das Hauptproblem ist), sondern auch mehr gefordert werden. Die Unternehmen täten also eigentlich besser daran, entweder die eingestellten jungen BWLer besser zu bezahlen oder ihnen zumindest qualifiziertere Aufgaben zu geben. Sie frustieren ihre Angestellten - merken es aber oft auch nicht ...

  • Definiere mal "vernünftige Bezahlung". Und dann setze das auch in Bezug zu anderen Variablen wie Fahrtweg, Möglichkeiten des Homeoffices, etc. Und da kommt es sicher nicht nur auf die Bezahlung an - und ich behaupte mal, dass ab einem bestimmten Punkt die Bezahlung eher unwichtig ist. Ich hätte den jetzigen Job als Lehrerin auch gemacht, wenn er so vergütet gewesen wäre wie der Job vorher im Marketing. Einfach weil mir der jetzige Job viel mehr Spaß macht und viel sinnvoller ist. Oder noch krasser: Ich hätte ihn auch für weniger Geld geamcht. Ich halte es vielmehr sogar für gefährlich, den Job nach dem Verdienst auszuwählen. Siehe die megagut bezahlten Jobs in Unternehmensberatungen. Oder die richtig gut bezahlten Jobs im Vertrieb: Was nutzt dir so ein Job, wenn er dir überhaupt keinen Spaß macht?

    Vernünftig heißt, dass ich entsprechend meiner Qualifikation nicht sehr weit hinter meinen Peers bin und nicht jeden cent umdrehen muss. Mir macht der Beruf auch meistens Spaß, deswegen habe ich es ja in Kauf genommen dass ich weniger als zuvor verdiene (ok mit Nebentätigkeit ist es nun sogar ein wenig mehr).


    Nur Spaß und zu wenig Verdienst geht genauso schlecht, wie kein Spaß und (zu) viel Verdienst. Wie überall im Leben und der Natur kommt es auf das Gleichgewicht an.

  • Vernünftig heißt, dass ich entsprechend meiner Qualifikation nicht sehr weit hinter meinen Peers bin und nicht jeden cent umdrehen muss. Mir macht der Beruf auch meistens Spaß, deswegen habe ich es ja in Kauf genommen dass ich weniger als zuvor verdiene (ok mit Nebentätigkeit ist es nun sogar ein wenig mehr).


    Nur Spaß und zu wenig Verdienst geht genauso schlecht, wie kein Spaß und (zu) viel Verdienst. Wie überall im Leben und der Natur kommt es auf das Gleichgewicht an.

    Aber jeden Cent umdrehen müssen - auch im genannten Marketingbereich - die allerwenigsten. Ich persönlich kann außerdem - natürlich nur für mich - konstatieren, dass mich Vergleiche mit Peers selten "weitergebracht" haben, geschweige denn sinnvoll waren: Da ist die Tina, die im BWL-Studium zwar nicht mit Engagement und Brillanz punktete, deren Vater aber im Vorstand von Siemens sitzt und daher steigt sie deshalb nach dem Studium da gut ein - im Vergleich zu Björn, der wesentlich besser war als sie, aber über weniger Vitamin B verfügte. Oder da ist die Ina, die genausogut im Studium abgeschnitten hatte wie ich, aber einen Job in Hamburg suchte, wo es eine Jobausschreibung gab, die zu ihr passte, wo das Persönliche im Vorstellungsgespräch matchte und daher hat sie den Job - einen in jedem Fall besser bezahlten Job - wie ich bekommen. Und die Jobdiscription war auch anspruchsvoller als meine. Sagt sie, wissen tun wir das auch nicht. Und was bringt mir dann der Vergleich? Vielleicht hätte mich doch derselbe Job in derselben Stadt nur unzufrieden gemacht. Und Hamburg finde ich eh uninteressanter, weil ich das Rheinland mag. Nee, Vergleiche mit Peers haben mir aus den unterschiedlichsten Gründen nie was gebracht, bzw. mussten zwangsläufig zur Unzufriedenheit führen.


    Mir brachten und bringen Vergleiche innerhalb MEINER Jobs mehr: Ich verdiene jetzt mehr als vorher, der Job macht mir mehr Spaß und ist sinnvoller - ergo habe ich alles richtig gemacht.

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