Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • Ich will mich hier auch mal unbeliebt machen: Ich finde Korrigieren gar nicht so schlimm; ehrlich gesagt, korrigiere ich manchmal sogar ganz gern :rotwerd: . Vielleicht sollte ich mich in dem Bereich selbstständig machen?!?

    :wink_1: So geht es mir auch. Ich korrigiere lieber als neuen Unterricht vorzubereiten, wobei sich der Korrekturaufwand in meinen Fächern auch in Grenzen hält. Pro Halbjahr habe ich nur ein oder zwei Schulaufgaben aus der Oberstufe, der Rest sind Stegreifaufgaben und die habe ich in der Regel in zwei bis vier Stunden durch. Beim Lesen läuft vieles im Gehirn automatisiert und damit auch recht flüssig und ich empfinde es daher nicht so anstrengend.

  • Andererseits werden die Schüler immer schlechter und es fehlt an basalsten Kenntnissen der Textrezeption und -produktion. Habe ich bspw. in meiner Anfangszeit eine GK-Klausur von ca. zwei Dutzend Schülern noch am Klausurtag problemlos durchkorrigiert bekommen, bremst es mich mittlerweile enorm (ggf. 45 bis 60 Min. pro Einzelfall), dass bis auf die zwei, drei 'Einhörner' pro Jahrgang das Gros der Schüler in quasi j-e-d-e-m einzelnen Satz mehrere(!) sorachliche Fehler macht (vom Schrixtbild gsnz zu schweigen). Die Arbeiten sind von oben bis unten rot... und trotzdem schtestenfalls irgendwie "befriedigend"... da kommt also noch Frustration zur sonstigen Belastung hinzu.

    Hat jemand von Euch schon mal versucht die Arbeiten nur einmal durchzulesen und spontan eine Note zu finden, sich die Note in einer Liste notiert, anschließend „richtig“ korrigiert und die Noten mit der ersten Vorabschätzung verglichen? Ich habe das mal spaßeshalber gemacht und festgestellt, dass ich nie mehr als eine Notentendenz (also 1/3 Note) daneben lag.

  • Blöd nur, dass die Kompetenz Schreiben ja geprüft werden MUSS, da ist nix mit Multiple Choice, das geht nur bei Hörverstehen, Leseverstehen oder Grammatik.

  • Hat jemand von Euch schon mal versucht die Arbeiten nur einmal durchzulesen und spontan eine Note zu finden, sich die Note in einer Liste notiert, anschließend „richtig“ korrigiert und die Noten mit der ersten Vorabschätzung verglichen? Ich habe das mal spaßeshalber gemacht und festgestellt, dass ich nie mehr als eine Notentendenz (also 1/3 Note) daneben lag.

    Natürlich ist das so. Aber es hilft ja nichts. Wir müssen

    1. Fehler anstreichen und mit dem richtigen Kürzel versehen (bei mir machen die allermeisten Schüler mehrere Fehler pro Satz - also mindestens 3 oder so, manche schaffen auch 2 pro Wort)
    2. 3 Seiten Bewertungsbogen ausfüllen (1 für den Inhalt, 1 für die Sprache + 1 für die Sprachmittlung)

    Und bevor jetzt wieder kommt, ich soll das doch anders machen und nur noch Multiple Choice anbieten: das ist so vorgeschrieben! Ich unterrichte ja mein eines Fach ausschließlich in der Oberstufe und bin momentan auch nur da eingesetzt.

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