Beiträge von Sarek

    Meine Alltagsfahrten in der Stadt erledige ich komplett mit dem Fahrrad. Bis auf die ganz wenigen Fälle, wo ich etwas mit dem Auto transportieren muss. Mittlerweile fahre ich mit dem Auto nur noch rund 3000 km pro Jahr, wenn überhaupt. Wenn mein jetziges Auto irgendwann nicht mehr ist, überlege ich, ob ich mir überhaupt wieder eines anschaffe. Es steht locker zwei Wochen in der Garage ohne dass ich es benutze.

    Mit dem Rad bin ich genauso schnell im Stadtzentrum und muss nicht erst einen Parkplatz suchen. Die Fahrt zu meinen beiden Schulen dauert 10 bzw. 15 Minuten und es ist schon interessant, was alles in den Rucksack passt.


    Sarek

    Vor zwei Jahren reiste ich nach Venedig und weiter nach Lignano Sabbiadoro, um den Ort wieder zu sehen, wo ich 45 Jahre zuvor mit meinen Eltern den Urlaub verbracht hatte. An einem Tag ging es auch in den Nachbarort Bibione. Das war im ersten Corona-Sommer und ich war platt, wie voll die Strände dort gewesen sind. Das Foto zeigt den Strand von Bibione und der war die ganze Länge, mehrere Kilometer, dicht an dicht belegt wie auf dem Foto. In Lignano war es im Prinzip genauso. Ich könnte mir nicht vorstellen, an einem solchen Strand längere Zeit zu verbringen.

    Ein halbes Jahr meines Referendariats verbrachte ich an meiner eigenen Schule (Zweigschuleinsatz). Das war von mir nicht so geplant und ich war selbst überrascht, als ich die Zuweisung erhalten hatte. Seit meinem Abitur waren schon 10 Jahre vergangen und praktisch alle meine damaligen Lehrer waren noch da. In meiner Fachschaft B/C war ich tatsächlich die erste neue Lehrkraft seit 18 Jahren. Alles in allem war es eine positive Erfahrung und ich fand es spannend, meine ehemaligen Lehrer nun von einer anderen Seite kennen zu lernen und es gab auch keine Probleme, ich war schnell als neuer Kollege akzeptiert.

    Bio/Chemie ist eine häufige Kombination und eigentlich der Klassiker, weil beide Fächer thematisch zusammenhängen, vor allem in der Oberstufe. Tatsächlich hast du die Fächer meistens zweistündig oder dreistündig. In meinem ersten Jahr als Lehrer hatte ich entsprechend 11 Klassen. Es kann dir aber gut passieren, dass du eine Klasse in Bio und in Chemie bekommst, dann hast du die Klasse vierstündig (also nur eine Klasse statt zwei) und kannst auch locker Klassenlehrer werden. Ich hatte seit 17 Jahren keine Klassenleitung mehr und kann gut damit leben.

    Zum Arbeitsaufwand: Der ist am Anfang höher, aber wenn man sich eingearbeitet und eingelebt hat, deutlich geringer. Ich finde die Arbeiten recht gut und relativ schnell zu korrigeren, da man sich nicht jedesmal durch Textmonster durcharbeiten muss (in der Oberstufe schon eher), aber es genügend andere korrekturfreundliche Aufgabenformen gibt. In Chemie Reaktionsgleichungen oder Aufgaben wie "Gib an, ob folgende Aussagen richtig oder falsch sind und stelle die falschen sinnvoll richtig." Damit kann man mit den passenden Aussagen auch Transferaufgaben erstellen und sie sind trotzdem recht schnell korrigiert. Man hat auch längst nicht in jeder Stunde ein Experiment, vor allem in Biologie nicht. Da läuft vieles über Fotos oder Filme. In Chemie habe ich viele Experimente, die nicht aufwendig sind und wo ich vor der Stunde drei Minuten brauche, um zwei Lösungen und drei Reagenzgläser herauszusuchen und anschließend die Gläser mit Wasser ausspüle und fertig. Natürlich gibt es auch aufwendigere Experimente, aber so häufig sind die auch nicht. Hängt natürlich auch ab, in welchem Zwei man unterrichtet, ob naturwissenschaftlich oder nicht.

    Ich gehe nicht durch die Klasse und teile die Angabenblätter aus, sondern lege die abgezählten Blätter vorne in der ersten Reihe hin und lasse sie die Schüler nach hinten durchgeben. So habe ich die ganze Zeit die Klasse im Blick und die Schüler vorne haben keinen eventuellen Vorteil, während ich hinten noch austeilen würde.

    Kein Schüler verlässt den Raum, bis ich nicht durch Zählen der eingesammelten Blätter sicher bin, dass ich alle Arbeiten habe.

    Zu Beginn weise ich immer kurz auf die Regeln und erlaubten Hilfsmittel hin. ("Spicken oder Spickversuch gibt Note 6. Handy in der Hosentasche zählt als Spickversuch.") Dann kann kein Schüler behaupten, er/sie hätte das nicht gewusst.

    Auf den Tischen liegen nur die Materialien, die wirklich benötigt werden. Alles andere verschwindet in der Tasche.


    Sarek

    Kupfer? Ich kann mich erinnern, dass das Blut von Vulkanieren auf Kupfer basiert. Und das war grün und nicht blau. *kopfkratz*

    Tatsächlich gibt es bei einigen wirbellosen Tieren wie Weichtieren (Tintenfische, Muscheln etc.) und Krebsen als Blutfarbstoff das Hämocyanin, das auf Kupfer statt auf Eisen baisert. Deren Blut erscheint daher tatsächlich blau.


    Sarek (Der grünes Blut hat und einmal während einer Herzoperation sogar eine Blutspende von seinem Sohn Spock erhalten hat - "Reise nach Babel".)

    Ich schreibe sogar MIR SELBER immer wieder Zettelchen. :aufgepasst:

    Entsprechend schicke ich Emails an mich selbst. Häufig, wenn mir etwas einfällt, was ich zuhause am PC erledigen möchte. Also schicke ich vom Tablet aus eine Mail an mich, sei es aus der Schule oder manchmal abends im Bett, wenn mir beim Lesen der Zeitung gerade noch etwas einfällt, das ich morgen keinesfalls vergessen will. (Das entlastet mich mehr, weil ich dann weiß, dass ich morgen wieder daran erinnert werde. Ich muss also die restliche Zeit nicht mehr daran denken.)

    Wenn ich nachmittags am PC sitzen und u.a. meine Mails bearbeite, werde ich durch die Mail an mich daran erinnert, was ich machen will, und erledige das dann auch und kann es nicht mehr vergessen. :aufgepasst:


    Sarek

    Ich bin schon tierisch gespannt auf die Teleskopbilder und was sie uns zeigen. Alleine, was das Hubble-Teleskop sichtbar machte, ist schwer beeindruckend. Durch mein kleines Teleskop habe ich diese Woche erstmals mit eigenem Auge zwei Galaxien in 30 Millionen Lichtjahren gesehen. Noch nie konnte ich so weit entfernte Objekte sehen und denke daran, dass das Licht 30 Millionen Jahre unterwegs war, bis es in mein Auge gefallen ist.
    :laola:

    Ich freue mich über die Mail eines ehemaligen Schülers, der vor einigen Jahren Abitur machte und der nun seine Masterarbeit abschließt und in der Danksagung sich bei seinem ehemaligen Lehrer Sarek bedankt, der bei ihm das Interesse an Naturwissenschaften und Biologie geweckt hatte. Das war nun schon die dritte Mail innerhalb eines Jahres, in der ehemalige Schüler meinen Unterricht wertgeschätzt haben. 🥲😊


    Sarek

    Gerade in Biologie schaffe ich es häufig nicht, alle Themen des Lehrplans abzudecken. Weil er so überfrachtet ist, weil ich dabei noch die Kompetenzen vermitteln soll und gleichzeitig den Stoff dazu, der aber nicht weniger geworden ist. Den Kollegen geht es meistens auch so und mittlerweile denke ich mir, was soll's? Die Schüler kommen trotzdem weiter, machen ihr Abitur und letztlich fragt später niemand, wie nun der Bau des Goldhamsters ausgesehen hat. In Chemie achte ich, wenn die Zeit knapp wird, dass ich die Themen schaffe, die für spätere Jahrgänge wieder relevant sind. In der Oberstufe bekomme ich alles durch, vor allem in Hinblick auf die Abiturprüfung. Da teile ich bisweilen Skripte aus, um Schreibzeit zu sparen. Leider bleibt kaum Zeit, um mal Themen die vertiefen, die ich interessant oder wichtig finde. Und tatsächlich fällt zu viel aus, worauf ich keinen Einfluss habe. Meistens wegen irgendeiner Schulveranstaltung oder weil ich dienstlich verhindert bin. Wann immer von oben eine neue Projektwoche oder eine sontige Veranstaltung kommt, die wir nun auch noch statt Unterricht abhalten sollen, frage ich bisweilen gerne: "Was streichen wir dafür?" Antwort kommt in der Regel keine.


    Sarek

    Volle Tage mit sechs Stunden (drei Doppelstunden am Stück) und noch einer Pausenaufsicht. Wenn so gar keine Zeit bleibt, mal fünf Minuten runterzukommen und man gefühlt die ganze Zeit unter Strom steht. Der ständige Input, der auf die verschiedenen Sinne einprasselt und die ständige Aufmerksamkeit/Konzentration erfordert.

    Dass ich häufig am Abend noch tätig bin, nicht mehr richtig abschalten kann, übermüdet ins Bett falle und am nächsten Morgen zu früh aufwache. Am Nachmittag bin ich so platt, dass die ersten zwei Stunden gar nichts mehr geht und ich in Folge den halben Abend am Schreibtisch verbringe.

    Beratungsresistente Kollegen/Kolleginnen, wo ich weiß, dass mir wieder ein Konfliktgespräch bevorsteht, wenn ich ihnen die respizierte Arbeit zurückgebe.

    Schüler, die sich nicht für fünf Minuten konzentrieren können .

    Wenn von oberer Stelle der Satz kommt: „Ich weiß, Sie sind derzeit alle sehr belastet, aber…“ und dann kommt etwas neues dazu.


    Sarek

    Ich freue mich, weil ich dieses Schuljahr eine Teilabordnung an eine andere Schule bei uns im Ort habe und nun die Hälfte der Unterrichtszeit in diesem Schuljahr geschafft ist. Und allmählich wird es wieder hell, wenn ich morgens zur Schule fahre.

    Ich bin 1,67 m groß. Das war in meiner gesamten Lehrerlaufbahn noch nie ein Problem und manchmal erzähle ich die Geschichte von dem Fünftklässler, der bereits größer war als ich und wie ich zum dem hochgeschaut habe, wenn ich ihn schimpfte/ermahnte. Dann schmunzeln wir gemeinsam darüber. Ich kokettiere bisweilen im Unterricht mit meiner Größe genauso wie mit den nicht vorhandenen kräftigen Muskeln 💪🏻 und brachte erst heute die Schüler damit zum Grinsen. 😊


    Sarek

    Worauf ich mich auch nicht einlasse:

    "Ich habe das nicht kapiert."

    Ich: "Was hast du nicht kapiert?"

    "Aaaaaalles." Da erwarte ich dann schon, dass der Schüler seine Aufzeichnungen durchgeht, bis zu dem Punkt, an dem er es nicht kapiert hat. Dann weiß ich, wo ich mit der Erklärung ansetzen muss.

    Einmal erlebte ich es, als sich gegen Ende des zweiten Lernjahres in Chemie abzeichnete, dass der betreffende Schüler wirklich die Grundlagen des ersten Lernjahres nicht beherrschte. Da er danach Chemie ablegte und sich offensichtlich auch keine Mühe mehr gab, ließ ich es auch dabei. Ich hätte es in oder nach der Stunde nicht erklären können, was ihm alles fehlte, um dem aktuellen Stoff zu folgen. Da es gegen Ende des Schuljahres war, hatte ich auch keine Lust mehr, da noch ein Fass aufzumachen.


    Sarek

    Flipper79 und Antimon,

    wie reagiert ihr denn, wenn die SuS sich über etwas lauthals und vorwurfsvoll beschweren, was eigentlich ihrer Unfähigkeit zuzuschreiben ist?

    Bzw. wie schafft ihr es, das nicht persönlich zu nehmen?

    In solchen (extremen) Fällen sage ich es auch mal dem Schüler:


    "Was habe ich getan, damit du das Thema/die Aufgabe verstehst? Ich habe es erklärt, ich habe Diagramme/Bilder etc. gezeigt, wir haben uns Beispeile angeschaut, ich habe die Fragen der Schüler beantwortet, wir haben Aufgaben dazu gerechnet/besprochen etc.

    Was hast du getan, um es zu verstehen? ... Hast du mal im Buch das Thema angeschaut? Hast du deine Mitschüler/mich gefragt? ..."

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