Meckerforum, hier darf alles rein, was doof ist

  • "Die Entwicklung des Kindes in seiner Ganzheit als Person vollzieht sich in einem jeweils bestimmten Lebensraum, der ihm Heimat ist und den es sich im Rahmen seiner Erlebnis- und Erfahrungsmöglichkeiten zunehmend erschließt. Das Fach Heimat- und Sachkunde unterstützt und fördert das Hineinwachsen des Kindes in seine Lebenswelt, so daß sich in ihm eine Wertschätzung der Heimat als persönlichem Lebensraum bilden und festigen kann. In unserer mobilen Gesellschaft ist dies für alle Kinder besonders wichtig. Heimatverbundenheit schließt notwendig Verantwortung für die Mitmenschen und den gemeinsamen Lebensraum ein. Der Unterricht öffnet deshalb auch den Blick für die kritische Auseinandersetzung mit Unzulänglichkeiten in der Umwelt und zeigt Verbesserungsmöglichkeiten auf. Heimat- und Sachkunde beschränkt sich auf grundlegende und für das Kind bedeutsame Lernziele und -inhalte. Sie vermittelt einfache Kenntnisse und Einsichten über die Heimat: Leben, Arbeit und Glauben ihrer Menschen, Kultur in Gegenwart und Vergangenheit, Wirtschaft, Technik und Verkehr, räumliche Beschaffenheit und Natur. Sie fördert das Erleben von Gemeinschaft, übt soziale Tugenden ein und läßt im Sinne einer ersten politischen Grundbildung Gemeinschaftsaufgaben und Wege zu ihrer gemeinsamen Bewältigung erkennen. Das Kind wird zu differenziertem Erleben, Wahrnehmen und Denken sowie zu selbständigem und verantwortlichem Handeln geführt."

    Aus dem Lehrplan von 1987 zum Fach Heimat- und Sachunterricht, Bayern

    Danke Magellan. Jetzt liest es sich für mich eher so, als wäre der Heimatbegriff sehr im Vordergrund. Ich habe es etwas weiter in Erinnerung. Gibt es noch andere Ausführungen?

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Ich kann zumindest für Englisch schon nachvollziehen, was meine Vorredner sagen. Natürlich sind die Themen als solche (Globalisierung, Postkolonialismus, Diversität …) Themen, die alle betreffen und selbstverständlich in die Schule gehören. Aber die Textauswahl sowohl in den Schulbüchern als auch in den Prüfungen ist politisch auffällig einseitig. Zufällig deckt sie sich meist mit meiner persönlichen Meinung, aber gerade deshalb muss ich immer wieder darauf achten, auch andere, konservativere Stimmen zu Wort kommen zu lassen, da der Unterricht ansonsten überhaupt nicht ausgewogen wäre.

  • Ich habe jetzt mal die KI bemüht:


    "Die Werteerziehung im bayerischen Grundschullehrplan von 1981 (der auch 1987 maßgeblich war) bildete das normative Herzstück des Unterrichts. Sie basierte direkt auf dem Artikel 131 der Verfassung des Freistaates Bayern, der die obersten Bildungsziele festlegt. [1]

    In der damaligen Praxis und der Präambel wurde die Werteerziehung durch folgende Säulen getragen:

    1. Das christlich-abendländische Menschenbild als Fundament

    Die Werteerziehung war stark traditionell geprägt. Im Zentrum standen die verfassungsmäßigen Verankerungen:

    • Ehrfurcht vor Gott: Dies galt als oberstes Erziehungsziel. Der Lehrplan forderte eine Erziehung, die religiöse Dimensionen des Lebens einbezieht, spiegelte dies aber gleichzeitig im Gebot der Achtung vor religiöser Überzeugung anderer wider.[1]
    • Achtung vor der Würde des Menschen: Unabhängig von Herkunft oder Leistungsvermögen stand die Würde des Kindes und des Mitmenschen im Vordergrund. [1]

    2. Tugenden der Persönlichkeitsbildung

    Die Präambel betonte, dass Schule nicht nur Wissen vermitteln, sondern „Herz und Charakter“ bilden soll. Dazu wurden konkrete Sekundärtugenden und persönliche Werthaltungen eingefordert:

    • Selbstbeherrschung und Verantwortungsgefühl: Kinder sollten lernen, egoistische Impulse zugunsten der Gemeinschaft zurückzustellen.
    • Hilfsbereitschaft: Das soziale Miteinander im Klassenzimmer galt als Übungsfeld für gesellschaftliche Solidarität.
    • Aufgeschlossenheit für alles Wahre, Gute und Schöne: Dieser klassische Bildungsanspruch sollte das ästhetische und moralische Urteilsvermögen der Kinder schulen. [1]

    3. Heimatliebe und Naturverbundenheit

    Ein spezifischer Schwerpunkt der 1980er-Jahre in Bayern war die Verknüpfung von Werten mit dem direkten Lebensumfeld:

    • Heimat- und Naturerziehung: Das Kennen und Schätzenlernen der eigenen bayerischen Heimat, ihrer Traditionen und Gebräuche war fest verankert. [1]
    • Verantwortung für die Umwelt: Angesichts des aufkommenden Umweltbewusstseins in den 1980er-Jahren (Stichwort: Waldsterben) wurde das „Verantwortungsbewusstsein für Natur und Umwelt“ zu einem zunehmend wichtigen Pfeiler, um die Schöpfung zu bewahren. [1]

    4. Methodische Umsetzung: Kein eigenes Fach

    Werteerziehung wurde ausdrücklich nicht als theoretisches Unterrichtsfach verstanden. Sie sollte im Grundlegenden Unterricht (GU) – also im fächerübergreifenden Alltag der Klassen 1 und 2 – sowie im Heimat- und Sachunterricht gelebt werden. Der Lehrer fungierte hierbei explizit als moralisches Vorbild, und der oben genannte „pädagogische Freiraum“ von einem Drittel der Zeit sollte gezielt für Konfliktlösungen und ethische Gespräche genutzt werden. [1, 2]"


    Also da haben wir es:

    • Achtung vor religiöser Überzeugung anderer
    • Würde des Kindes unabhängig von der Herkunft
    • Verantwortung für Umwelt
    • Hilfsbereitschaft und Verantwortungsgefühl zugunsten der Gemeinschaft


    • LMU München


      Bayern: Lehrplan Heimat- und Sachkunde Grundschule 1981

      Bayern: Lehrplan Heimat- und Sachkunde Grundschule 1981. Seite · Diskussion · Quelltext betrachten · Versionen/Autoren ; Datenblat...

    • Bayerische Staatsregierung


      LehrplanPLUS - Grundschule - Bildungs- und Erziehungsauftrag

      Der Bildungs- und Erziehungsauftrag der Grundschule basiert auf den in Artikel 131 der Verfassung des Freistaates Bayern genannten...

    • Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus


    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

    Einmal editiert, zuletzt von Zauberwald (8. September 2026 11:40)

  • Ich kann zumindest für Englisch schon nachvollziehen, was meine Vorredner sagen. Natürlich sind die Themen als solche (Globalisierung, Postkolonialismus, Diversität …) Themen, die alle betreffen und selbstverständlich in die Schule gehören. Aber die Textauswahl sowohl in den Schulbüchern als auch in den Prüfungen ist politisch auffällig einseitig. Zufällig deckt sie sich meist mit meiner persönlichen Meinung, aber gerade deshalb muss ich immer wieder darauf achten, auch andere, konservativere Stimmen zu Wort kommen zu lassen, da der Unterricht ansonsten überhaupt nicht ausgewogen wäre.

    Hm, mein Kind hat jetzt 4 Jahre gymnasiales Englisch hinter sich und da war noch kein "Regenbogenthema".

    Es gab Seemänner, London, Australien, Familienalltag (mit Mama, Papa, Kindern), Haustiere, Hobbys....

    Alles sehr unaufgeregt.

  • Hm, mein Kind hat jetzt 4 Jahre gymnasiales Englisch hinter sich und da war noch kein "Regenbogenthema".

    Es gab Seemänner, London, Australien, Familienalltag (mit Mama, Papa, Kindern), Haustuere, Hobbys....

    Alles sehr unaufgeregt.

    Ich würde mich auch wundern, wenn man in der frühen Spracherwerbsphase über politische Themen sprechen würde. Ich kann dir aber versichern, dass das in der Oberstufe anders aussehen wird.

    Den Begriff "Regenbogenthema" kenne ich nicht und benutze ich auch nicht.

  • Ohhhh... in der Spracherwerbsphase Französisch entdecke ich auf Anhieb Themen, die vermutlich hier einige aufregen ...
    - schwule Familie
    - ausländische Familie
    - SuS starten eine Aktion gegen Diskriminierung und für Solidarität
    - Positionen gegen Rassismus

    ?

Werbung