Leo NRW Bewerbung - mehrere Merklisten möglich?

  • gibt es zahlreiche Gründe, an ein Gymnasium zu gehen. Und zahlreiche Gründe, an eine Gesamtschule zu gehen. Viele dieser Gründe dürften hinreichend bekannt sein.

    Nö.

    #Zesame:!:


    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Nö.

    "Nö." impliziert, dass es keine Lehrer gibt, die ihre Gründe haben, lieber am Gymnasium zu unterrichten. Und dass es keine Lehrer gibt, die ihre Gründe haben, lieber an einer Gesamtschule zu unterrichten. Und diese Implikation ist, so scheint es mir, doch etwas realitätsfern.

  • Dem "Nö." ging die Frage gerade nach den Gründen voraus, die du bislang nicht beantwortet hast.
    Also ich wüsste keine pädagogischen Gründe, weshalb ich ne gymnasiale SI/SII-Kombi ner gesamtschulischen SI/SII-Kombi vorziehen sollte.

    Klischeehafte ideologische Gründe kann ich mir hingegen vorstellen.

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  • Dem "Nö." ging die Frage gerade nach den Gründen voraus, die du bislang nicht beantwortet hast.
    Also ich wüsste keine pädagogischen Gründe, weshalb ich ne gymnasiale SI/SII-Kombi ner gesamtschulischen SI/SII-Kombi vorziehen sollte.

    Klischeehafte ideologische Gründe kann ich mir hingegen vorstellen.

    Ah, entschuldige! Dann habe ich dich missverstanden.


    Es gibt Gründe, die weder klischeehaft noch ideologisch sind. In meinem Umfeld (Duisburg, Essen, Bochum) gibt es diverse Gesamtschulen, von denen ich von diversen Lehrkräften sowie Referendaren berichtet bekommen habe. Die Gründe reichen von "im Gegensatz zum Durchschnittsgymnasium steht das Fachliche weniger im Vordergrund" über "die Heterogenität (sowohl in der Leistung als auch im Sozialverhalten) ist im Gegensatz zum Durchschnittsgymnasium weitaus größer" bis hin zu "quasi kein Elternteil ist erreichbar". Mir ist bewusst, dass...

    (1) dies nicht auf jede Gesamtschule zutrifft und

    (2) dies auch auf Gymnasien zutreffen kann.


    Am Ende, da geb ich dir recht, ist die Aussage "Ich bevorzuge das Gymnasium als Schulform" oder "Gesamtschule ist für mich keine Option" sehr begründungsbedürftig. Weil es "das" Gymnasium oder "die" Gesamtschule nicht gibt. Gleichwohl kennt und hört man von vielen Gymnasien und Gesamtschulen, wodurch sich "durchschnittliche" Unterschiede durchaus feststellen lassen.


    Meinen Satz, dass "Gesamtschule für mich keine Option" sei, habe ich ja inzwischen in dieser Form zurückgezogen.

  • Dem "Nö." ging die Frage gerade nach den Gründen voraus, die du bislang nicht beantwortet hast.
    Also ich wüsste keine pädagogischen Gründe, weshalb ich ne gymnasiale SI/SII-Kombi ner gesamtschulischen SI/SII-Kombi vorziehen sollte.

    Klischeehafte ideologische Gründe kann ich mir hingegen vorstellen.

    Solange es neben den Gesamtschulen auch Gymnasien als Schulform gibt, haben Gesamtschulen nicht gerade die notwendige Durchmischung von Schülern für eine sinnvolle Arbeit. Hier in der Gegend ziehen die Gymnasien nach wie vor deutlich über 50% eines Grundschuljahrgangs an. Was dann "übrig bleibt", geht halt zur Gesamtschule. Dass damit auch ganz andere pädagogische Herausforderungen einhergehen, sollte klar sein und dass dann ein nennenswerter Anteil von (angehenden) Lehrkräften unter diesen Umständen lieber am Gymnasium als an der Gesamtschule arbeiten möchte, ist zumindest nachvollziehbar.

  • Anmeldezeiträume für die verschiedenen Schulformen in Bonn für das Schuljahr 2023/2024:


    Für das Anmeldeverfahren in die Sekundarstufe I zum Schuljahr 2023/2024 wurden für die städtischen weiterführenden Schulen in Bonn folgende Anmeldezeiträume festgelegt:


    Gesamtschulen:


    Freitag, den 20. Januar 2023 bis Freitag, den 27. Januar 2023 (13 Uhr)


    Hauptschulen, städtische Realschulen und Gymnasien:


    Montag, den 6. Februar 2023 bis Freitag, 24. Februar 2023 (13 Uhr)



    Quelle: https://www.bonn.de/vv/produkt…terfuehrenden-Schulen.php



    Um mal auf die Schnelle was zu erklären:


    Obige Anmeldefristen gelten für die weiterführenden allgemeinbildenden Schulen in NRW.

    Daraus ergibt sich das Dilemma der Gymnasien in NRW, dass nur diejenigen, die sich zwei Wochen vor den Anmeldeterminen an den übrigen Schulen an einer Gesamtschule angemeldet haben, dort auch einmen Platz bekommen können. Wer diesbezüglich nicht "bei 3 auf den Bäumen" ist, wie man hier so despektierlich zu sagen pflegt, muss sich halt mit dem Rest begnügen. Und da es in unserem Raum quasi keine Haupt- und keine Realschule gibt, landen die, die keinen Platz mehr an den Gesamtschulen finden, an einem Gymnasium.


    Das war politisch so gewollt. Damit müssen wir leben: Gymnasium als Restschule.


    Wenn man hinter die Paywalls der hiesigen Lokalzeitungen schauen kann, wird man schnell erkennen, dass die Gesamtschulen bei uns im hohen zweistelligen Bereich abweisen müssen.


    In NRW gibt's diesbezüglich noch ein paar politische Raffinessen. Da kommen wir hier sicher später auch noch drauf zu sprechen.

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    Konzentrieren Sie sich ganz auf den Text, wenden Sie das Ganze auf sich selbst an. (J.A. Bengel)

  • Kannst du das mit den politischen Raffinessen etwas genauer ausführen? Ich interessiere mich dafür. Scheinbar ist die Förderung der Gesamtschule politisch gewollt in NRW, anders kann ich mir diese seltsamen Anmeldefristen nicht erklären. Es kann doch nicht sein, dass SuS, die an der Gesamtschule abgewiesen werden, dann ersatzweise (!) ans Gymnasium kommen!?

  • Kannst du das mit den politischen Raffinessen etwas genauer ausführen? Ich interessiere mich dafür. Scheinbar ist die Förderung der Gesamtschule politisch gewollt in NRW, anders kann ich mir diese seltsamen Anmeldefristen nicht erklären. Es kann doch nicht sein, dass SuS, die an der Gesamtschule abgewiesen werden, dann ersatzweise (!) ans Gymnasium kommen!?

    So ist es ja auch nicht ganz. Solche versetzten Termine gibt es hier bei uns auch und das führt in Einzelfällen dazu, dass Eltern ihre Kinder zunächst an einer Gesamtschule anmelden, obwohl ein Gymnasium auch eine Option wäre. Die meisten Anmeldungen an den Gesamtschulen sind aber von vorneherein Kinder, die am Gymnasium nicht so gut aufgehoben wären, während die Gymnasien nach wie vor gut gefüllt mit entsprechend leistungsstarken Kindern sind.


    PS: Die wenigen Kinder, die an der ein oder anderen Gesamtschule trotz Erstwunsch nicht unterkommen, werden dann zunächst innerhalb des Pools der Gesamtschulen an eine andere Schule weitervermittelt. Es ist also mitnichten so, dass die Gymnasien "Resterampe" sind.

  • Kannst du das mit den politischen Raffinessen etwas genauer ausführen?


    Mach dir dazu selber ein Bild auf Basis der ministeriell verordneten Aufnahmebedingungen in NRW:


    https://bass.schul-welt.de/12691.htm#13-21nr1.1p1

    Scheinbar ist die Förderung der Gesamtschule politisch gewollt in NRW, anders kann ich mir diese seltsamen Anmeldefristen nicht erklären.

    So kann man das auch deuten.



    Es kann doch nicht sein, dass SuS, die an der Gesamtschule abgewiesen werden, dann ersatzweise (!) ans Gymnasium kommen!?

    Wo sollen die restlichen Schüler*innen denn hin, wenn es in der Stadt keine Haupt- und keine Realschule mehr gibt?

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  • Die meisten Anmeldungen an den Gesamtschulen sind aber von vorneherein Kinder, die am Gymnasium nicht so gut aufgehoben wären

    Das passt nicht zur Vorgabe der "Leistungsheterogenität".

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  • Das passt nicht zur Vorgabe der "Leistungsheterogenität".

    Richtig! Und genau darin liegt ja das Problem, was ich weiter oben aufgeführt hatte. Gesamtschulen können meines Erachtens nur funktionieren, wenn sie entweder alleinige Schulform in einer Region sind oder zumindest alle anderen Schulformen im entsprechenden Umfang noch vorhanden sind.


    In der Praxis läuft es aber nicht selten so, dass bestehende Haupt-/Realschulen oder deren Verbundformen (in NDS: Oberschulen) einfach in Integrierte Gesamtschulen umgewandelt werden, während die Gymnasien beibehalten werden. In meiner Region führte das dazu, dass es tatsächlich - von wenigen Privatschulen abgesehen - keine Haupt-/Real- oder Oberschule mehr gibt, die Gymnasien aber mit genau der gleichen Kapazität wie vorher weiterbetrieben werden. Die Gesamtschulen haben dann natürlich - trotz früheren Anmeldetermins - keine heterogene Leistungsmischung, wie sie für den Standort repräsentativ wäre.

  • Das war politisch so gewollt. Damit müssen wir leben: Gymnasium als Restschule.

    Oder man verhindert dadurch, dass die Gymnasien alle möglichen Schüler aufnehmen, die es absehbar aber nicht schaffen werden, nur um ihre Schülerzahlen in Jg 5/6 hochzuschrauben um sie anschließend abzuschulen.

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