Beiträge von FrozenYoghurt

    Fachspezifische Methoden, natürlich. Alleinverantwortlicher für das Beherrschen der dazu notwendigen deutschen Sprache bin ich dadurch noch lange nicht. Letzteres bedingt ersteres.

    Werden die Kinder wirklich schlechter, oder kommen einfach immer mehr Kinder ans Gymnasium ohne dafür geeignet zu sein? Wir sind nächstes Jahr in der fünften Klasse übrigens wieder vierzügig.

    Irgendwas in der Mitte von beidem, denke ich.

    Was ich definitiv merke (ob Gym oder Gesamtschule) in der Oberstufe, ist, dass das Schreiben lesbarer, kohärenter und auf die Aufgabenstellung bezogener Texte überhaupt nicht mehr funktioniert. Gerade im Fach Geschichte haben da Leute bei uns den LK gewählt, die nicht dazu imstande sind, Quellenanalysen zu verfassen und dabei erkennbar zu differenzieren, wo sie sich kurz fassen können und wo sie definitiv konkrete Ereignisse oder Zusammenhänge darlegen müssen. Alles liest sich als Einheitsbrei, oberflächliche und phrasenhafte Allgemeinplätze.

    Die wenigen einigermaßen begabten SuS haben diese Probleme nicht, obwohl sie auf die gleiche Schule gingen. Da wird dann auch zuhause wahrscheinlich ein anderer Bezug auf Bildung und Leistung vorgelebt.

    Und wenn Du eine gute Altersvorsorge hast, bekommst Du auch sogar etwas mehr. Aber das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Das ist die Besoldung für den geleisteten Unterricht und das andere ist die Pension/Ruhegehalt. Da man im voraus bezahlt wird, gibt es nun mal keine Zahlung mehr am Ende des letzten Monats. Dass in der Regel dann die Pension startet und diese ebenfalls im voraus bezahlt wird, hat damit nichts zu tun. Aber letztlich ist doch die Aussage klar. Du wirst als Beamter im voraus bezahlt. Darum geht es doch...

    Doch. Ich bekomme dann am Ende des Monats auch Kohle. Ist halt Pensionskohle. Warum hängst du dich so sehr an deiner Aussage auf?

    Nicht ganz.
    -> Teilt die SL dich trotzdem dafür ein UND DIE LEHRKRAFT REMONSTRIERT (signalisiert, dass sie sich nicht in der Lage, das Fach zu unterrichten), haftet sie und handelt grob fahrlässig.

    (aber die SL darf einen gar nicht einsetzen.)

    Für alle anderen Fächer gilt: Nein, du kannst dich nicht "wehren".

    Richtig, da war ich jetzt irgendwie von ausgegangen aber klar, das muss man machen!

    Inwiefern kann man sich eigentlich gegen fachfremden Unterricht wehren? Kann ich zur Schulleitung sagen "Nein, ich unterrichte nur meine studierten Fächer"? Was passiert dann?

    Ja, kann man. Manche Fächer haben "harte" Zulassungsbedingungen, z. B. Religion, Sport, Physik & Chemie, Technik (wegen der Fachräume). Teilt die SL dich trotzdem dafür ein, haftet sie und handelt grob fahrlässig.

    Und was hat euch in den ersten Jahren geholfen?

    Gedanke an die Kohle am Monatsende, egal, wie gut die Stunden waren.

    Weniger machen, zeitökonomisch arbeiten.

    Vorhandenes Material verwenden, im Notfall anpassen.

    Sich klar machen, dass das System Schule und der Alltag in jenem einem Theaterstück gleicht, dessen Teil man ist.

    Erwartungen zurückschrauben.

    Wichtig: Sich nichts aufschwatzen lassen

    Entlastungskonzept der Schule sichten und zu seinem Vorteil nutzen.

    Elternarbeit auf das Nötigste reduzieren.

    Erreichbarkeitszeiträume und -plattformen klar definieren (z. B. nur Mail, kein Teams-Chat etc.)

    Freizeitplanung ernst nehmen.

    Wir sollten hier mal die Kirche im Dorf lassen. Auch für Akademiker ist das Gehalt sehr gut als Lehrer.

    In NRW verdient man beispielsweise als Senior Developer (Softwareentwickler) im Schnitt 80 000 EUR Brutto/p.a., wenn man wirklich gut ist, läuft es so auf die 100 000 EUR hinaus. Natürlich gibt es einige wenige, die dadrüber liegen, aber das ist nicht die Regel. Gehen wir mal von den 80 000 EUR aus, dann liegen wir bei 4000 EUR netto/Monat.

    Ein Studienrat, A13Z/7, nicht verheiratet, keine Kinder, liegt schon bei 4800 EUR Netto, auch abzüglich PKV liegt er damit deutlich besser als der o.g. Softwareentwickler.

    Obwohl ich mit deinen Zahlen nicht einverstanden bin (NRW, A13Z/7 liegt als Single ohne Kinder bei 4333€ Netto, selbst mit dem neuen Rechner ab April), finde ich die Grundaussage richtig. Sicherlich lassen sich in der freien Wirtschaft / selbständig andere Gehälter erzielen, jedoch müssen dann dort andere Faktoren zusammenkommen (Lage des Unternehmens, persönliche Leistung, Branche). So zu tun, als wäre das einfach so für jeden zu erreichen, ist nicht aufrichtig. Dafür, dass im Lehramt wirklich jeder, der die Bedingungen für die Verbeamtung erfüllt und die Probezeit irgendwie übersteht, diese Beträge erhält, ist die Besoldung schon okay. Wäre trotzdem nett, wenn diese nicht verfassungsgemäß zu gering wäre.

    Vielleicht ist ja das Alimentationsprinzip veraltet und sollte durch ein anderes ersetzt werden.

    Das Ding hat zwei Weltkriege überlebt. Ich glaube nicht, dass unsere Generationen daran Änderungen erleben werden. Man würde gegen die Verfassung verstoßen. Pacta sunt servanda und so.

    Trotzdem, die Stimmung beim Mob ist ja zur Zeit wirklich feindselig. Ich sorge privat gut vor, um auf den Fall vorbereitet zu sein, dass irgendeine Regierung Verfassungsbruch begehen wird und die Bedingungen für die Beamten sich noch massiv weiter verschlechtern. Wenn das so weit ist, wird es aber auch um uns herum nicht rosig aussehen. Das wäre der Zeitpunkt, wo ich wirklich hinschmeißen und mir, auch wenn ich dann etwas älter bin, etwas anderes suchen würde.

    Deine Ignoranz ist, dass Du an einem Prinzip aus den 50er Jahren krampfhaft festhältst und nicht verstehen kannst, dass andere Menschen sich eine Anpassung an die aktuelle Lebenswirklichkeit wünschen.

    Es gibt bestimmt viele Beamte, wo der Ehepartner nicht arbeitet. Aber oft auch aus freien Stücken. Sicherlich gibt es diejenigen, wo das Geld knapp wird und wo ein Ehepartnerzuschlag hilft. Aber da sollte dann vielleicht das Grundgehalt erhöht werden. Und es gibt halt auch bei uns Lehrkräften ganz viele Situationen, wo dieser Zuschlag lächerlich ist. Und ich würde sogar so weit gehen, dass ich behaupte, dass das die große Mehrheit der Lehrkräfte betrifft.

    Das Berufsbeamtentum ist älter als die 50er Jahre. Lies dir mal historisch ein bisschen was an. Die Phase, in der nur der Mann arbeitet und die Frau nur zuhause bleibt, ist einmalig in der Geschichte und auch nicht allzu lange geblieben.

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