Beiträge von FrozenYoghurt

    Und wenn Du eine gute Altersvorsorge hast, bekommst Du auch sogar etwas mehr. Aber das eine hat nichts mit dem anderen zu tun. Das ist die Besoldung für den geleisteten Unterricht und das andere ist die Pension/Ruhegehalt. Da man im voraus bezahlt wird, gibt es nun mal keine Zahlung mehr am Ende des letzten Monats. Dass in der Regel dann die Pension startet und diese ebenfalls im voraus bezahlt wird, hat damit nichts zu tun. Aber letztlich ist doch die Aussage klar. Du wirst als Beamter im voraus bezahlt. Darum geht es doch...

    Doch. Ich bekomme dann am Ende des Monats auch Kohle. Ist halt Pensionskohle. Warum hängst du dich so sehr an deiner Aussage auf?

    Nicht ganz.
    -> Teilt die SL dich trotzdem dafür ein UND DIE LEHRKRAFT REMONSTRIERT (signalisiert, dass sie sich nicht in der Lage, das Fach zu unterrichten), haftet sie und handelt grob fahrlässig.

    (aber die SL darf einen gar nicht einsetzen.)

    Für alle anderen Fächer gilt: Nein, du kannst dich nicht "wehren".

    Richtig, da war ich jetzt irgendwie von ausgegangen aber klar, das muss man machen!

    Inwiefern kann man sich eigentlich gegen fachfremden Unterricht wehren? Kann ich zur Schulleitung sagen "Nein, ich unterrichte nur meine studierten Fächer"? Was passiert dann?

    Ja, kann man. Manche Fächer haben "harte" Zulassungsbedingungen, z. B. Religion, Sport, Physik & Chemie, Technik (wegen der Fachräume). Teilt die SL dich trotzdem dafür ein, haftet sie und handelt grob fahrlässig.

    Und was hat euch in den ersten Jahren geholfen?

    Gedanke an die Kohle am Monatsende, egal, wie gut die Stunden waren.

    Weniger machen, zeitökonomisch arbeiten.

    Vorhandenes Material verwenden, im Notfall anpassen.

    Sich klar machen, dass das System Schule und der Alltag in jenem einem Theaterstück gleicht, dessen Teil man ist.

    Erwartungen zurückschrauben.

    Wichtig: Sich nichts aufschwatzen lassen

    Entlastungskonzept der Schule sichten und zu seinem Vorteil nutzen.

    Elternarbeit auf das Nötigste reduzieren.

    Erreichbarkeitszeiträume und -plattformen klar definieren (z. B. nur Mail, kein Teams-Chat etc.)

    Freizeitplanung ernst nehmen.

    Wir sollten hier mal die Kirche im Dorf lassen. Auch für Akademiker ist das Gehalt sehr gut als Lehrer.

    In NRW verdient man beispielsweise als Senior Developer (Softwareentwickler) im Schnitt 80 000 EUR Brutto/p.a., wenn man wirklich gut ist, läuft es so auf die 100 000 EUR hinaus. Natürlich gibt es einige wenige, die dadrüber liegen, aber das ist nicht die Regel. Gehen wir mal von den 80 000 EUR aus, dann liegen wir bei 4000 EUR netto/Monat.

    Ein Studienrat, A13Z/7, nicht verheiratet, keine Kinder, liegt schon bei 4800 EUR Netto, auch abzüglich PKV liegt er damit deutlich besser als der o.g. Softwareentwickler.

    Obwohl ich mit deinen Zahlen nicht einverstanden bin (NRW, A13Z/7 liegt als Single ohne Kinder bei 4333€ Netto, selbst mit dem neuen Rechner ab April), finde ich die Grundaussage richtig. Sicherlich lassen sich in der freien Wirtschaft / selbständig andere Gehälter erzielen, jedoch müssen dann dort andere Faktoren zusammenkommen (Lage des Unternehmens, persönliche Leistung, Branche). So zu tun, als wäre das einfach so für jeden zu erreichen, ist nicht aufrichtig. Dafür, dass im Lehramt wirklich jeder, der die Bedingungen für die Verbeamtung erfüllt und die Probezeit irgendwie übersteht, diese Beträge erhält, ist die Besoldung schon okay. Wäre trotzdem nett, wenn diese nicht verfassungsgemäß zu gering wäre.

    Vielleicht ist ja das Alimentationsprinzip veraltet und sollte durch ein anderes ersetzt werden.

    Das Ding hat zwei Weltkriege überlebt. Ich glaube nicht, dass unsere Generationen daran Änderungen erleben werden. Man würde gegen die Verfassung verstoßen. Pacta sunt servanda und so.

    Trotzdem, die Stimmung beim Mob ist ja zur Zeit wirklich feindselig. Ich sorge privat gut vor, um auf den Fall vorbereitet zu sein, dass irgendeine Regierung Verfassungsbruch begehen wird und die Bedingungen für die Beamten sich noch massiv weiter verschlechtern. Wenn das so weit ist, wird es aber auch um uns herum nicht rosig aussehen. Das wäre der Zeitpunkt, wo ich wirklich hinschmeißen und mir, auch wenn ich dann etwas älter bin, etwas anderes suchen würde.

    Deine Ignoranz ist, dass Du an einem Prinzip aus den 50er Jahren krampfhaft festhältst und nicht verstehen kannst, dass andere Menschen sich eine Anpassung an die aktuelle Lebenswirklichkeit wünschen.

    Es gibt bestimmt viele Beamte, wo der Ehepartner nicht arbeitet. Aber oft auch aus freien Stücken. Sicherlich gibt es diejenigen, wo das Geld knapp wird und wo ein Ehepartnerzuschlag hilft. Aber da sollte dann vielleicht das Grundgehalt erhöht werden. Und es gibt halt auch bei uns Lehrkräften ganz viele Situationen, wo dieser Zuschlag lächerlich ist. Und ich würde sogar so weit gehen, dass ich behaupte, dass das die große Mehrheit der Lehrkräfte betrifft.

    Das Berufsbeamtentum ist älter als die 50er Jahre. Lies dir mal historisch ein bisschen was an. Die Phase, in der nur der Mann arbeitet und die Frau nur zuhause bleibt, ist einmalig in der Geschichte und auch nicht allzu lange geblieben.

    Das zeigt auch wieder eine interessante Grundhaltung hier: Sek II-Lehrkräfte müssen offensichtlich „gelockt“, „geködert“ oder „belohnt“ werden, sich in die Niederungen zu begeben…


    Dass man sich da als Sek I-Lehrkraft drüber wundert, die von Grundauf das „Abenteuer“ auf sich nimmt, sollte einen wiederum wenig verwundern….

    Du bezeichnest es als "interessant", ich würde es eher als pragmatisch oder allenfalls opportunistisch bezeichnen. Natürlich will man für sich selbst das Beste rausholen. Das ist niemandem zu verdenken. Don't hate the player, hate the game

    Ich will keinen Entlastungstaui, sondern eine vernünftige Besoldungserhöhung für NRW OHNE diesen ganzen Quatsch wie Sockelbeitrag, "min. aber xxx€" etc.

    Und zwar möglichst zügig, Opportunitätskosten sind real und da will ich am Markt möglichst profitieren und das geht nur durch Liquidität.

    Das ist eine ganz blöde Thematik, bei der man echt aufpassen muss. Beim Abschluss des PKV-Vertrags über einen Makler ist es zudem ratsam, der PKV keine "Blanko-Vollmacht" zu geben, im Falle des Falles selbständig bei irgendwelchen Ärzten in deine Patientenakte schauen zu dürfen, Stichwort Schweigepflichtsentbindung usw.

    Wobei das mittlerweile bei jedem halbwegs kompetenten Makler, der sich auch genügend Zeit nimmt, berücksichtigt werden sollte. Im Konfliktfall läuft es dann so ab, dass die PKV an dich herantritt und Infos über ggf. nicht angegebene Vorerkrankungen will, du dann aber den Informationsfluss ganz genau steuern kannst. Versicherungen sind nie daran interessiert, dir zu helfen, sondern möglichst nicht zahlen zu müssen, das sollte man gerade bei dieser wichtigen Entscheidung nicht vergessen.

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