Auswahlverfahren - Die ganze Wahrheit

  • Hallo,


    ich seh es eigentlich so wie Nele...ich kann es verstehen, dass die Schulen jemanden haben wollen, den sie vielleicht bereits kennen. Wenn ich mir so manche Mitreferendarin vorstelle - dann kann ich das auch verstehen. Letztendlich war es für mich auch blöd. Ich konnte mich auf drei Stellen bewerben, von denen ich genau wusste, für wen sie ausgeschrieben sind. Es wird wohl auf Geld statt Stellen hinauslaufen. Aber da lerne ICH dann Schulen kennen, die Schulen lernen mich kennen. Und vielleicht erbarmt sich dann eine, die eine Stelle ausschreibt, die dann eben quasi auf mich zugeschnitten ist. Ich sehe Geld statt Stellen als Chance :)


    Ach ja...das mit dem Anklopfen: Da denke ich wird man nicht so erfolgreich sein. Soweit ich weiß halten sich manche Schulen so bedeckt, dass nicht einmal der entsprechende Kandidat selbst weiß, dass die Stelle für ihn ist und er es sich nur denken kann.

  • Zitat

    Justus Jonas schrieb am 16.12.2006 00:20:
    Im Übrigen ist es dabei normal, dass man bis zu irgendeinem Level an Noten einläd - und dann muss die Einladung ja an ALLE Bewerber bis zu dieser Note gehen. Es ist also nicht ungewöhnlich, dass Bewerber mit einer schlechteren Ordnungsgruppe als du dabei sind und dann auch Chancen haben, denn die OG zählt im Gespräch ja nichts mehr.


    Aber genau das soll ja Stylez zufolge so nicht abgelaufen sein, es sind Leute eingeladen worden, die unter ihm standen, er dagegen nicht.
    Wenn dem wirklich so war und er nicht übersehen hat, dass bestimmte Kombinationen oder das Fehlen bestimmter Qualifikationen zum Ausschluss führen, wäre das ein heftiger formaljuristischer Verstoß.
    Eventuell handelte es sich um selbstständige Schulen (auch wegen des frühen Termins)!? Keine Ahnung, ob die sich auch an die Ranglisten halten müssen ...


    Kopf hoch, Stylez, wenn du notenmäßig gut und pädagogisch fit bist, kommt für dich bald der Tag der Einstellung, da bin ich ganz zuversichtlich (allerdings nicht rechtsverbindlich ) .


    lg Orinoco

    Hear me my chiefs, I am tired.
    My heart is sick and sad, I will fight no more.
    (Rednex, The spirit of the hawk)

    • Offizieller Beitrag

    Es kann schon sein, dass jemand mit einer schlechteren OG eingeladen wird, weil dieser die harten Kriterien erfüllt (im Grundschulbereich z.B. die Englisch-Quali). Es kommt auch vor, dass die Schule auf die OG-Liste blickt und feststellt, dass einer der dort verzeichneten Kandidaten keine Bewerbung geschickt hat bzw. umgekehrt. Meine Chefin erzählt nach Schulleiterkonferenzen so manche Geschichten, dass ich mir die Haare raufe. Es kam wohl auch schon vor, dass eine sichere Kandidatin ihr Gespräch so verpatzte, dass sie nach formaler Auswahl nicht genommen werden konnte. Die Kommission muss ihre Auswahl schriftlich begründen und erst wenn die BezReg dieser Begründung zustimmt, ist der Kandidat angenommen!
    Ich kann nur jedem empfehlen, der dieses Verfahren noch vor sich hat, den Personalrat anzusprechen und sich umfassend über die Formalitäten informieren zu lassen. Bei uns schreiben einige Schulen schon nicht mehr gerne aus, weil das Verfahren so zeitintensiv ist und unser Schulamt bzw. die BezReg Düsseldorf alles hinterfragt, was nicht den Vorgaben entspricht. Eine Nachbarschule hat z.B. - auch mangels kompetenter Schulleitung - einen zu offenen Ausschreibungstext verfasst und sah sich einem riesigen Berg Bewerbungen gegenüber. Zu ihrem Glück hatten sie eine Formalie bei der Rückmeldung an die BezReg nicht beachtet und mussten die Ausschreibung zurückziehen. Sie bekamen dann einen Kandidaten per Liste und waren erleichtert.
    Ich kann also durchaus nachvollziehen, wenn einige Schulen sich die Arbeit erleichtern möchten und einen Kandidaten ausgucken oder Vorgespräche führen. Von Letzterem habe ich allerdings im Grundschulbereich noch nie gehört. Bei uns darf übrigens trotz der Auswahlgespräche kein Unterricht ausfallen. Also wird oft erst mittags gestartet und im Grenzfall bis 20 Uhr Kandidatenschau betrieben. Eine Freundin von mir war kürzlich in einer Kommission und meinte nur: "Nie wieder!".


    Talida

  • Hallo ihr Lieben,


    danke für euren Zuspruch, die hilfreichen Kommentare und die konstruktive Kritik. Wie ich sehe gibt es sehr unterschiedliche Erfahrungen.


    Bei meinen Auswahlgesprächen waren auch selbstständige Schulen dabei. Vielleicht erklärt das die früheren Termine. In wie weit die sich an die Formalitäten halten müssen weiß ich nicht. Es ist mir auch egal. Was mich viel mehr stört, ist das Verhalten einiger Schulleitungen. Die erzählen dir in Vorgesprächen das Blaue vom Himmel. Wahrscheinlich nur um dich bei der Stange zu halten. Quasi machen sie dir schon ne indirekte Zusage. Das dann nicht mal ne Einladung folgt ist schon komisch. Übrigens bin ich damit kein Einzelfall.


    Justus
    Ob die meisten Bewerbungen wirklich fair ablaufen kann ich nicht beurteilen. Ich kann lediglich für eine Fächerkombination im einem bestimmten Gebiet sprechen. Ich spreche hierbei von einem Gebiet wo Fächerkombi und Gebiet nicht gerade klein, unbekannt und unbeliebt sind. Lassen wir doch mal Zahlen sprechen.


    In unserem Fachseminar gab es 16 Mitreferendare.


    Bei LEO waren in dieser Welle 18 Stellen ausgeschrieben in diesem RegBez.


    Jetzt muss man aber auch die Kandidaten, die trotz einser-Examen nichts gefunden haben berücksichtigen. Diese unterrichten in der Regel an den Schulen mit einem „Sondervertrag“ und bewerben sich auch bei jeder Welle auf eine feste Stelle. Außerdem gibt es auch Fluktuationen aus anderen Regierungsbezirken und Seminaren.


    Von den 18 Stellen kann ich bei 12 definitiv sagen wer sie bekommt/ bekommen wird. Jetzt schreibst Du Justus, man kann die Schulen vorher kontaktieren. Ja kann man… Manchmal wird man sogar eingeladen. Nee ich korrigier mich. Man wird sogar sehr oft eingeladen. Genau darum geht’s hier ja. Da wird dir das blaue vom Himmel versprochen.


    In diesem Zusammenhang ist noch etwas für euch interessant. Bei einem Gespräch fragte ein Schulleiter: „Wie viele informelle Vorgespräche haben Sie denn noch?“ Zu dem Zeitpunkt hatte ich keins. Er meinte dann, dass das wohl auch nicht nötig sei. Das man dann nicht mal eingeladen wird ist die eine Sache, dass er anschließend noch sechs andere, zum Teil aus meinem Seminar einlädt, eine andere. Hier hat er ebenfalls sehr dick aufgetragen so dass wahrscheinlich jeder geglaubt hat er könnte die Stelle kriegen. Die Einladungspolitik ist sehr undurchsichtig gewesen bei dieser Schule. Zum Teil wurde auch Kandidatinnen und Kandidaten mit besseren Ordnungsgruppen nicht eingeladen. Glücklicherweise läuft die Kommunikation trotz Konkurrenz sehr gut.


    Orinoco


    Richtig erkannt Ich hoffe mal Du hast Recht. Würds mir sehr wünschen. Halte mich eigentlich für eine gute Lehrkraft. Mit Noten im soliden Zweier-Bereich muss ich mich, glaube ich, auch nicht verstecken.


    Viele Grüße euer (ein bisschen niedergeschlagener)


    Styles

  • morgen früh hab ich so ein vorstellungsgespräch, bei dem die vermutung nahe liegt, dass da schon ein wunschkandidat vorliegt. das schlimme ist, dass diese stelle meine wunschstelle wäre...



    ...frustrierend!


    :rolleyes:

  • Hey Julie, hallo alle Anderen,


    morgen früh hab ich auch wieder ein Vorstellungsgespräch. Ist schon witzig. Ich hatte bei dieser Schule echt nicht mit einer Einladung gerechnet. Ich war auch nicht bei einem "informellen" Vorgesrpäch. Trotzdem die Einladung. Weiß nicht was ich dvon halten soll.


    Aus mehreren gutinformierten Kreisen vermute ich aber, dass die Stelle auch schon weg ist. Es handelt sich wahrscheinlich wieder mal um eine Pro-Forma-Einladung.


    Zum Thema Einladungszeitpunkt kann ich nur sagen, dass hier Rückschlüsse nicht möglich sind. Mein Termin ist um 9.30. ICh kenne Fälle wo sowohl der letzte, wie auch der erste angebote erhalten haben.


    Bin echt mal gespannt auf morgen. Werde euch auf dem Laufenden halten.


    Beste Grüße


    S.

  • Nabend Zusammen!


    Wie ich sehe, hat Julie bereits eine >Tread gestartet. Also dann will ich mal loslegen. Hatte ja heute auch ein Vorstellungsgespräch. Muß sagen, dass Klima war echt harmonisch und schön. Sowohl in der Kommission, wie auch unter den Bewerbern. Dies ändert jedoch nichts daran, dass die Stelle in der Tat schon vergeben war.


    Alle waren wirklich sehr nett. Wenn jetzt wieder irgendwer sagt: "die meisten Auswahlgespräche laufen fair ab...", dann sollte er das nächste mal einfach mitkommen. Ich hege jetzt keinen groll (anders als bei den letzten Gesprächen). NIchts desto Trotz, ein blöder Nachgeschmack bleibt.


    Es ist in der Tat so, dass vorvergebene Stellen und Wünsche bezüglich des Hauskandidaten eher Regel, denn Ausnahme sind. Diese Erfahrung habe nicht nur ich gemacht. Es ist wirklich bitter, sich durchs Seminar kämpfen und die Uni kämpfen und dann ohne alles dazustehen. Wir sind ja quasi zukünftige Hartz IV-Empfänger.


    Zu den Leuten hier im Forum, die die Augen vor der Realität verschließen. Ich mein das jetzt ganz wohlwollend und ohne Polemik. Wer bereits auf einer festen Planstelle sitzt, der hat gut reden. Für den sieht die Welt gaaaaanz anders aus. Vielleicht hat derjenige auch gute Erfahrungen gemacht. Trotzdem muß man sich auch in unsere Lage versetzen. Wir stehen nun vor dem totalen finanziellen Nichts und dem sozialen Abstieg. Da tut so eine Vorauslese schon weh. Bin mit dem Refigeld schon nur so grade hingekommen. Wie soll ich das mit Hartz IV schaffen?


    Nun ja, wir werden sehen.


    Viele Grüße


    Styles

  • Zitat

    Stylez schrieb am 18.12.2006 21:25:
    Wir sind ja quasi zukünftige Hartz IV-Empfänger.
    ...Wir stehen nun vor dem totalen finanziellen Nichts und dem sozialen Abstieg.


    Deinen Frust, leer ausgegangen zu sein, kann ich verstehen. Was aber Deine obigen Schlussfolgerungen angeht: Das ist totaler Quatsch. Nur, weil Du in dieser Runde keine Planstelle abbekommen hast, stehst Du nicht vor dem "totalen, finanziellen Nichts und dem sozialen Abstieg". Schau Dir mal entsprechende Statistiken an, wer dort wirklich vor dem Nichts und dem Abstieg steht: un- und angelernte Menschen, meist Hilfsarbeiter, oftmals mit Migrationshintergrund und weiblich.


    Du jedoch zählst zu den Akademikern, der Run auf die Vertretungsstellen beginnt demnächst und die Chance, dort etwas abzubekommen, besteht. Zum anderen besteht für Dich auch die Möglichkeit, Dich in anderen Bundesländern zu bewerben und somit Deine Chancen auf eine Festanstellung zu erhöhen.


    LG, das_kaddl.


    PS: Das ist ein Kommentar von einer, die sich durch die Schweizerische Hochschullandschaft von Projekt zu Projekt (Dauer: 1 - 3 Jahre), nicht auf einer "festen Planstelle" ausharrend, hangelt. Bevor ich im September 05 an die PH ging, war ich 4 Monate "arbeitslos" (1 in Deutschland, 3 in der Schweiz) und bekam gar nichts, also noch weniger als Hartz IV.

  • stylez,


    bevor der soziale Abstieg beginnt, empfehle ich räumliche Mobilität. Ohne deine Fächerkombi oder Schulform zu kennen: RLP stellt zum 01.02 ein, was das Zeug hält; und im Sommer noch einmal. Dabei sind nur wenige Stelleln "schulscharf".


    Keine Ahnung, ob das für dich eine Option ist, und es hilft auch nicht über den Frust der Bewerbungsgespräche hinweg, aber letztenendes musst du doch jetzt nach vorn schauen, obwohl ich verstehen kann und auch unterstütze, dass man diese Praktiken der Stellenvergabe nicht unbedingt hinnehmen muss.


    Viele Grüße
    A.


    Edit: ups, zu langsam für das_kaddl

  • Wow!


    Ihr seid ja wirklich schnell. Danke für eure Tipps. Werde natürlich versuchen eine Vertretungsstelle zu bekommen. Mit dem Hartz IV war vielleicht vorschnell. Könnte nämlich sein, dass ich auch darauf keine Anspruch habe


    RLP wäre eine Option. Leider habe ich die Frist verpasst. Wenn jemand Informationen zu den Verfahren in anderen Bundesländern hat (Fristen, etc...) bin ich für Infos dankbar.


    Trotzdem schön, dass ihr mich verstehen könnt.


    Viele Grüße


    S.

  • Und noch ein schneller Tipp: Selbst wenn die Frist um ist, schick deine Unterlagen an die ADD. Die sind im Moment wohl echt verzweifelt . Meiner Freundin werden heute noch Stellen angeboten, obwohl sie schon seit über einem Jahr eine Stelle im Saarland hat


    Viel Glück!
    A.

  • 8) schön wärs!


    Nein: das ist die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion. Hauptsitz in Trier. Sozusagen der Nabel der Lehrerwelt in RLP, außer der OFD (Oberfinanzdirektion in Koblenz!). Stellen werden von der ADD- Außerstelle in Neustadt vergeben.


    http://www.add.rlp.de/add/index.jsp


    Viele Grüße
    A.

  • Zitat

    Stylez schrieb am 18.12.2006 21:43:


    RLP wäre eine Option. Leider habe ich die Frist verpasst.


    Also ich hab gerade nochmal geschaut: "Die" Frist kannst du ja gar nicht verpaßt haben, denn


    Zitat

    Bewerbungen für das Listeneinstellungsverfahren können zu jedem Zeitpunkt erfolgen. Alle Bewerbungen, die min-destens vier Wochen vor den Stichtagen 15. Februar, 15. Mai, 15. Juni, 15. Oktober oder 15. De-zember bei der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier eingehen, werden zum jeweiligen Stich-tag in die lehramtsbezogenen Bewerberlisten einbezogen. Die Bewerbung ist ab dem Zeitpunkt des Eingangs bei der ADD Trier ein Jahr gültig. Jeweils nach Ablauf eines Jahres ist daher eine erneute Bewerbung erforderlich.


    Lehramtsbefähigungen aus anderen Bundesländern werden in Rheinland-Pfalz im Rahmen des Beschlusses der Kultusministerkonferenz vom 22. Oktober 1999 grundsätzlich anerkannt. Bei Ab-gabe einer Bewerbung ist die Vorlage von Zeugniskopien des Ersten und Zweiten Staatsexamens erforderlich (beglaubigte Zeugniskopien sind erst bei abschließender Prüfung d.h. bei einem Ein-stellungsangebot nach Aufforderung vorzulegen).


    aus dem Informationsblatt, das auf der homepage der ADD zum download zur Verfügung steht.


    Alles, was zum 15. Januar bei der ADD ist, wird also zum 15. Februar berücksichtigt.


    Grüße!
    A.

  • Stylez, keine Panik. Lehrer sind Mangelware. Bei uns turnen die ersten zwei aus der Notend es Landes heraus eingestellten Quereinsteiger herum, von denen einer ohne Lehrerausbildung und -berufsziel nun mit den Nerven blank ist und bei den Schülern unten durch - sehr schade für beide Seiten...
    Du als ausgebildeter Pädagoge wirst mit Sicherheit unterkommen. Und wenn du ein Angebot hast und die Schule ist nix, dann setz lieber auf Vertretung / GeldstattStelle etc. Ich bin vor knapp 3 Jahren aus dem Ref raus, Februar 2004. Inzwischen sind von 15 Leuten im Hauptseminar 14 auf verbeamteten Stellen, egal welch Fach, welch Note. Und der letzte wollte nicht in den Schuldienst und hat sich nie beworben...
    Mutmachende Grüße,
    JJ

    • Offizieller Beitrag

    Ich kann dich auch etwas beruhigen:


    Ich weiß von einer Freundin in Rheinland-Pfalz, dass dort der Lehrermarkt absolut leer sein soll. Sie erzählte, dass bei ihnen eine Lehrerin länger ausfällt und sie keine Vertretung bekommen, da es in ganz RP keine Lehrer gäbe, nicht einmal welche, die erst das 1. Staatsexamen haben. Sie finden einfach niemanden.


    Dort werden wohl dringendst Lehrer gesucht.

  • Und noch etwas zu den Hauskandidaten: Eine Freundin von mir hat im Vorstellungsgespräch auch die Hauskandidatin, auf die hin die Stelle ausgeschrieben war, rausgekickt. Zugegebenermaßen selten, aber nicht unmöglich...


    LG
    Britta (die vor ihrer Planstelle auch ne Elternzeitvertretung hatte)

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