Beobachtungsaufträge Szenische Darstellung

  • Hallo zusammen,

    ich habe bald meine UPP und merke, dass Frust und auch etwas Angst vor dem Durchfallen aufkommen.
    Aktuell brauche ich Unterstützung bei den Beobachtungsaufträgen.

    Es geht um eine 8. Klasse an der Hauptschule und die Kurzgeschichte Sommerschnee.
    Ich habe den Arbeitsauftrag sowie die Reflexionsfragen angehängt.

    Meine Frage:
    Haltet ihr die Reflexionsfragen für passend und realistisch beantwortbar für die Schüler? Habe die Sorge, dass die Schüler schon bei Frage 1 Gefühle beschreiben...
    Szenische Darstellung habe ich im UB bisher noch nicht eingesetzt und daher auch kein Feedback von meiner Fachleiterin dazu erhalten.

    Ich danke im Voraus!


    Arbeitsaufträge + Beobachtungsaufträge1.pdf

  • Zunächst mal: Ganz ruhig. UPP ist nervenaufreibend, aber machbar.

    Vielleicht bin ich ja auch etwas schwer von Begriff, aber: Für mich sind die beiden Situationen schon in ihrer Beschreibung unverständlich:

    Zitat

    Die Hauptfigur telefoniert mit ihrer Freundin, nachdem sie den Zettel gefunden hat und über

    ihre Gefühle spricht.

    Der Halbsatz ist für mich merkwürdig. Wenn ich das davor weglasse, steht da: Die Hauptfigur telefoniert mit ihrer Freundin, nachdem sie über ihre Gefühle spricht.

    Was bedeutet das? Mit wem spricht sie? Wann spricht sie? Im Telefonat? Ist die gewählte Zeitform die korrekte?

    Solche Beschreibungen müssen wirklich mehr als eindeutig sein, ansonsten haben die Schüler keine Chance das zu tun, was Du gern von ihnen hättest.

    Weiter hab ich nicht gelesen, da ich hier schon nicht richtig mitkomme.

  • Stimmt, du hast recht! Danke für den Hinweis.


    So sollte es korrekt heißen:

    A: Die Hauptfigur telefoniert mit ihrer Freundin und spricht über ihre Gefühle, nachdem sie den Zettel gefunden hat.

    B: Der Freund der Hauptfigur telefoniert mit seinem besten Freund und spricht über seine Gefühle, nachdem er Vera wiedergetroffen hat.

  • Ich habe die Kurzgeschichte gelesen und verstehe die Aufträge auch nicht. Also abgesehen von der Satzstellung weiß ich beim 2. Auftrag nicht, wer mit wem spricht.

    Ich vermute, dass du schon 5 Schritte weiter bist als die Klasse an der Stelle. Habt ihr den Text gemeinsam gelesen? Habt ihr darüber gesprochen? Welche Vermutungen stellen die SuS über die Beziehung an, zwischen der Person, die den Zettel geschrieben hat und Vera? Haben sie über die Gefühle aller Beteiligten gemeinsam reflektiert?

    Ich würde den Text nicht einfach so in Gruppen reingeben und dann einen Arbeitsauftrag dazu, selbst wenn dieser klarer formuliert wäre. Zumal eine Szene vorzuspielen Mut braucht und dann noch über Gefühle und mit 3 Fremden hinten drin...

  • Thema der Unterrichtsstunde: Darstellung von Gefühlen und Gedanken literarischer Figuren am Beispiel der Kurzgeschichte „Sommerschnee“ von Tanja Zimmermann mithilfe einer szenischen Darstellung und Reflexion der Wirkung

    Stundenziel: Die Schüler*innen sind in der Lage, Gefühle und Gedanken einer literarischen sowie weiterer erdachter Figuren am Beispiel der Kurzgeschichte „Sommerschnee“ von Tanja Zimmermann darzustellen, indem sie ein fiktives Telefonat entwerfen, Gedanken, Gefühle und mögliche Reaktionen szenisch darstellen und die Wirkung ihrer Darstellung mithilfe von Reflexionsfragen reflektieren.

  • Ich habe die Kurzgeschichte gelesen und verstehe die Aufträge auch nicht. Also abgesehen von der Satzstellung weiß ich beim 2. Auftrag nicht, wer mit wem spricht.

    Ich vermute, dass du schon 5 Schritte weiter bist als die Klasse an der Stelle. Habt ihr den Text gemeinsam gelesen? Habt ihr darüber gesprochen? Welche Vermutungen stellen die SuS über die Beziehung an, zwischen der Person, die den Zettel geschrieben hat und Vera? Haben sie über die Gefühle aller Beteiligten gemeinsam reflektiert?

    Ich würde den Text nicht einfach so in Gruppen reingeben und dann einen Arbeitsauftrag dazu, selbst wenn dieser klarer formuliert wäre. Zumal eine Szene vorzuspielen Mut braucht und dann noch über Gefühle und mit 3 Fremden hinten drin...

    Vielleicht habe ich das nicht deutlich genug gemacht.

    Die Szene mit dem Freund der Hauptfigur ist bewusst eine erdachte, fiktive Szene.
    Im Text steht, dass der Freund Schluss gemacht hat und dass er Vera wiedergetroffen hat – mehr erfahren wir nicht. Genau diese Leerstelle wird im Unterricht produktiv genutzt.

    In meiner Stunde telefoniert der Freund der Hauptfigur nicht mit der Hauptfigur, sondern mit seinem besten Freund (fiktive Figur), nachdem er Vera wiedergetroffen hat. Dieses Telefonat kommt im Text nicht vor, sondern dient dazu, die Gefühlslage und den inneren Konflikt der Figur sichtbar zu machen. Es geht also nicht darum, den Text nachzuspielen, sondern eine mögliche Situation zwischen den Textstellen auszugestalten.

    Zur Einordnung:
    Der Text wird vor der Stunde gemeinsam gelesen und inhaltlich besprochen. Der Arbeitsauftrag setzt also nicht bei null an...

  • Okay, das ist schonmal gut. Aber woher weißt du das Geschlecht der Personen? Außer dem von Vera freilich. Und wieso telefoniert der Freund der Hauptfigur mit jemandem, ich hatte erst gedacht, du meinst damit einen Freund und das ergibt keinen Sinn. Der Typ (wenn es denn einer ist), der den Zettel schrieb ist nicht klar erkennbar der feste Freund der Hauptfigur.

    Aber vielleicht finde ich es zu kompliziert gedacht, weil meine SuS schwächer sind und deine Klasse hat damit gar keine Probleme.

    Edit: der Text gefällt mir persönlich übrigens. Ich hätte ihn ansprechend gefunden in dem Alter.

  • Okay, das ist schonmal gut. Aber woher weißt du das Geschlecht der Personen? Außer dem von Vera freilich. Und wieso telefoniert der Freund der Hauptfigur mit jemandem, ich hatte erst gedacht, du meinst damit einen Freund und das ergibt keinen Sinn. Der Typ (wenn es denn einer ist), der den Zettel schrieb ist nicht klar erkennbar der feste Freund der Hauptfigur.

    Aber vielleicht finde ich es zu kompliziert gedacht, weil meine SuS schwächer sind und deine Klasse hat damit gar keine Probleme.

    Der Text lässt bewusst vieles offen, das ist mir klar. Diese Leerstellen werden im Unterricht aber auch thematisiert.

    Die Kurzgeschichte stammt aus 1984. Ohne eine Diskussion eröffnen zu wollen, gehe ich hier nicht von einer gleichgeschlechtlichen Beziehung aus. Außerdem halte ich es auch eher für unwahrscheinlich, dass es sich bei der Person, die den Zettel geschrieben hat, um den festen Freund der Hauptfigur handelt. Die Aufforderung, „fünf Mal zu klingeln“, deutet für mich eher auf eine lockere Beziehung oder eine Affäre hin. Genau darüber sprechen wir auch in der vorherigen Stunde.

    Mit „Freund der Hauptfigur“ ist die Person gemeint, die den Zettel geschrieben hat. Um Missverständnisse zu vermeiden, werde ich das im Unterricht noch klar benennen.
    Das Telefonat mit dem besten Freund ist bewusst fiktiv und kommt im Text nicht vor. Es soll helfen, die Gefühle und den inneren Konflikt dieser Figur sichtbar zu machen.

  • Vielen Dank für eure bisherigen Hinweise.

    Habt ihr noch weitere Anmerkungen oder Verbesserungsvorschläge?

    Und zurück zu meiner eigentlichen Frage: Haltet ihr die Reflexionsfragen für passend und für die Schüler realistisch beantwortbar?

  • Vorab: Ich schreibe als Fachfremder. Deutsch ist nicht Teil meiner Fächerkombination.

    Ich habe mir die Kurzgeschichte durchgelesen und auch die Arbeitsaufträge. In der Kurzgeschichte passiert sehr viel innerhalb kurzer Zeit und auch in den Arbeitsaufträgen geht es um verschiedene Perspektiven/Perspektivwechsel. Das zu verarbeiten, ist durchaus kognitiv fordernd. Mein erster Eindruck war erst einmal "erschlagen". Und jetzt überlege ich im nächsten Schritt, wie Hauptschüler (m/w/d) die Informationen aufnehmen und verarbeiten würden. Ich würde an der Stelle entweder noch kleinschrittiger vorgehen oder sogar Visualisierung einsetzen, um sicher zu gehen, dass die Schüler (m/w/d) wirklich in der Lage sind, den inhaltlichen Verlauf der Kurzgeschichte erfassen zu können, um darauf aufbauend in die szenische Darstellung gehen zu können.

    Das von dir formulierten Stundenziel klingt sehr nach Anforderungsbereich III. Entspricht das so auch den curricularen Vorgaben für deine Lerngruppe?

  • Der Text lässt bewusst vieles offen, das ist mir klar. Diese Leerstellen werden im Unterricht aber auch thematisiert.

    Okay, das meinte ich. Für mein Gefühl sollte dafür Raum sein. Nicht wegen des Geschlechts, sondern dass nicht eine konkrete Interpretation von den SuS erwartet wird. Lass ihnen Zeit zum Nachdenken.


    Das Telefonat mit dem besten Freund ist bewusst fiktiv und kommt im Text nicht vor. Es soll helfen, die Gefühle und den inneren Konflikt dieser Figur sichtbar zu machen.

    Das ist mir klar. Über die Person erfährt man aber nichts, daher finde ich es sehr abstrakt, sich Gefühle für sie zu überlegen. Allein dass du das Gefühl hast, uns das zu erklären, zeigt vielleicht, dass deine SuS die Erklärung besonders benötigen :)

    ...Es geht also nicht darum, den Text nachzuspielen, sondern eine mögliche Situation zwischen den Textstellen auszugestalten.

    Ja, die Reflexionsfragen lassen aber den Schluss zu, dass etwas vorgespielt werden soll, das erfordert Mut, wollte ich nur zu bedenken geben. Und sie benötigen Begriffe für die nachempfundenen Gefühle, um den Dialog zu verfassen damit am Ende nicht "voll scheiße" und "chill mal" da steht.

    ...

    Stundenziel: Die Schüler*innen sind in der Lage, Gefühle und Gedanken ... darzustellen, indem sie ... Gedanken, Gefühle und mögliche Reaktionen szenisch darstellen und die Wirkung ihrer Darstellung mithilfe von Reflexionsfragen reflektieren.

    Wenn die Wirkung der Darstellung das Ziel ist, dann kann man nach Gestik/Mimik/Stimme fragen. Sollte das wiederum vorher thematisieren. "Wie kann man denn seine Gefühle ausdrücken, so dass andere sie sehen können? Überlegt euch, was die Person am Telefon sagt und wie ihre Stimme klingen könnte, welche Gesichtsausdrücke sie macht..."

    Man muss alles, was man erwartet, vorher thematisieren, die Kinder wissen nicht, welche vielen Gedanken du dir vorher gemacht hast.

    Ich hätte auch die Frage, ob das Ziel so im Lehrplan erwartet wird. Kann durchaus sein, es ist spannend, aber eben für mein Gefühl komplex.

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