Empfehlungen Philosophie/Ethik U-Planung

  • Hallo zusammen,


    ich wollte mal nachfragen, ob ihr Empfehlungen für das Fach Philosophie/Ethik habt bzgl. Unterrichtsplanung, Ideen etc. Ich befinde mich aktuell im Referendariat (1. Ausbildungsabschnitt, noch keine eigenen Klassen) in BW und tue mich sehr schwer bei der Unterrichtsplanung. Das Unterrichten an sich macht mir keine so großen Probleme, jedoch gerate ich öfter beim Planen der Stunden in eine Art „Freeze“-Zustand und weiß nicht so recht, wie ich vorgehen/ was ich beachten soll und muss. Die Stunden laufen auch sehr oft einfach nicht gut. Ich habe vor allem Probleme in der Vertiefungs/Reflexionsphase Kontroversität reinzubringen. Meine Mentorin ist mir leider keine große Hilfe, da ich sehr wenig konstruktives Feedback erhalte. Ich unterrichte bei einem weiteren Lehrer und sein Feedback hilft mir größtenteils, jedoch habe ich weiterhin Probleme beim Planen und fühle mich deshalb sehr oft einfach überfordert. Über jegliche Tipps und Hilfe würde ich mich sehr freuen.

    LG

  • Das sind sehr allgemeine Fragen.
    Im Prinzip gilt bei allen Fächern:

    erst ein Lernziel definieren, dann die Planung darauf zuschneiden.

    pingo, ergo sum

  • Welches Planungsvorgehen empfiehlt das Seminar für Standardstunden bzw. hat es bisher vermittelt? Vielleicht kannst du hier Tipps für die praktische Umsetzung bekommen.

    LG DFU

  • Welches Planungsvorgehen empfiehlt das Seminar für Standardstunden bzw. hat es bisher vermittelt? Vielleicht kannst du hier Tipps für die praktische Umsetzung bekommen.


    Bisher wurde uns das „Lernen im hermaneutischen Zirkel“ vermittelt. Vom Bonbonmodell hält mein Fachleiter nicht viel.

  • vorab: sei froh, dass Dein Fachleiter nicht dem Bonbon"modell"-Virus verfallen ist. als Idee bestimmt erstmal ganz brauchbar, für Personen, die halt vlt. Zertifikatskurs oder fachfremd in Sek I unterrichten, aber bei uns wird die mittlerweile auf eine Art von FachleiterInnen verlangt, die man nur totalitär nennen kann. dieses hemdsärmelige Vereinfachung eines komplexen Lernprozesses überhaupt ein Modell zu nennen ist schon frech genug - dass das Ganze auch noch von PhilosophInnen kommt, einfach nur unterirdisch.

    ungeachtetdessen: Du kannst statt hermeneutisch auch einfach problemorientiert vorgehen - ich wüsste nur wenige Fächer, bei denen die Anwendung dieses Uraltprinzips so fachinheränt ist, wie Philosophie. Letztlich haben wir es ja explizit nur mit Problemen zu tun. sprich: Problemfrage (durch Dilemma, Film, Karikatur, Tafelanschrieb wasweissich), antizipierter Antwortversuch der SuS, philosophische Experten erarbeiten, bewerten, nächste Frage und wieder von vorne. Bestenfalls nicht Stunde für Stunde, sondern halt eine Frage suchen, die eine ganze Unterrichtsreihe und mehrere Experten trägt, also z.B. "Ist die Welt wirklich so, wie wir sie wahrnehmen" mit zB Idealismus, Realismus, Rationalismus, Konstruktivismus, Pragmatismus. Idealerweise bleibt am Ende jeder Expertenposition mindestens ein großes Problem offen, das dann der nächste Experte versucht zu beantworten usw., dh die SuS kommen selbst auf die Fragen. Am Ende dann irgendwie ne größere Aufgabe zur Bewertung und Abwägung der Positionen mit eigenem Urteil und/ oder Kreativaufgabe mit Transfer und/oder Debattenformat zu aktuellem Problem. und wieder von vorne.

    gundsätzlich muss man das Rad, was die Texte angeht, nicht neu erfinden - die entscheidenen Textstellen finden sich in den meisten Schulbüchern (nicht empfohlen: Zugänge) und müssen nur auf die Lerngruppe angepasst werden. Natürlich muss man auch nicht für alles Texte nehmen - ich gehör da eher der alten Schule an - sondern kann auf andere Formen des Inputs zurückgreifen. für die Sek I bin ich ein großer Fan der alten FairPlay-Ausgabe. da wird nicht nur die ganze Zeit eine Befindlichkeit, nach der nächsten durchgelabert, sondern man hat es auch mal mit echter Theorie zu tun, gleichzeitig sind aber Texte und vorallem Aufgabenstellungen dem Niveau angemessen.

  • Was DFU wahrscheinlich meint, sind weniger theoretische Modelle, als Handlungsleitfäden für die Planung. Also du hast Unterrichtsziele aus dem Lehrplan, du bastelst daraus thematisch eine Unterrichtseinheit, du formulierst dafür Teilziele als Stundenziele, du ermittelst den Lernstand. Also "wo will ich hin und was können sie schon". Dann suchst du eine Methode, mit der sich dein Ziel umsetzen, die Kompetenzen vermitteln lassen.

    Was meinst du mit "nicht kontrovers genug", mach vielleicht mal ein konkretes Beispiel, dann lässt sich besser nachvollziehen, womit du noch unzufrieden bist.

    Edit: qchn war schneller und ist offenbar vom Fach...

    Einmal editiert, zuletzt von Quittengelee (3. Mai 2026 22:32)

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