Beiträge von qchn

    ich war diese Woche bei einer Implementationsveranstaltung zur neuen Apo und finde, die Projektkurse sind jetzt maximal unattraktiv geworden, weil sie quasi irgendwie strukturell kontraproduktiv verankert sind. Vertiefungskurse sind imho die neuen Projektkurse; wäre cool, wenn bei den ganzen zusätzlich einzurichtenden Kursen noch Stunden dafür übrigblieben..

    Vieles an der Reform ist zwar doch nicht so schlimm, wie erwartet, aber ich hatte oft den Eindruck, als wäre da ex-post mit aller Gewalt durch krude Praxisanweisungen irgendein Sinn in eine eine verschwurbelte Verordnung gebracht worden und weiterhin stehen Aufwand und Ergebnis in keinem Verhältnis. Das 5. Abiturfach ist irgendwie einfach nur noch unsinnig. Ich bin mir nichtmal mehr sicher, ob die Grundfunktion der neuen Apo, nämlich mehr SuS durchs Abi zu kloppen, wirklich erreicht wird.

    Lustig ist auch, dass sich anscheinend der Philologenverband irgendwie mit seinen kürzeren Klausurzeiten (in der Q1 sogar noch unter der Bandbreite, wenn ich mich recht erinnere) durchgesetzt hat, aber gleichzeitig alle KLP tausend Klausur- bzw. Klausurersatzformate vorsehen, die irgendwie eingeübt werden sollen, weil das Abitur bis jetzt weiterhin noch 5 Stunden dauert.

    muss nicht die 1. sein, sondern nur eine in der EF. könnte man zb die 4. wählen, die parallel zu den ZP liegt. wieauchimmer: ich meinte, man solle in der Q-Phase im Extremfall, abgesehen vom Vorabitur nur einmal Sprachmittlung und sonst immer HV smachen, weil das weniger Arbeit ist. wie gesag, es geht mir hier nicht darum, ob das sinnvoll ist oderso, sondern nur, ob man regelkonform Korrekturzeit sparen kann.

    Sprachen sind natürlich megaätzend. da muss man den Spielraum wirklich mit der Lupe suchen, aber es ist nicht so, dass jede Klausur vorgegeben ist. Die Höchstgrenze an Hörverstehen und Sprachmittlung ausreizen, Aufgabe 3 erst in Q2.2 mit Wahlmöglichkeit, 2 statt 6 Inhaltskriterien, auf Fehlerquotient verzichten, nur W, G, R und Z und eben das "schrittweise anpassen" sehr wörtlich auslegen bei Textlänge und Zusammenfassung von Aufgaben. da brauchts halt ne mutige Fachschaft. (ich unterichte die Fächer selbst nicht, aber ne Freundin ist Mitglied einer solchen mutigen Fachschaft.

    Wenn Du nicht zwischendurch Lehrerwechsel erzwingen möchtest, setzt das voraus, dass Du keine neunte Klasse und keine Q1 parallel in einem Kernfach bekommst.

    nein, Du hast mich missverstanden: ich empfahl eine Intervention, wenn man ausschießlich (also sein komplettes Deputat) in der Q2 und der 10 parallel eingesetzt wird.

    Nützt halt in der Oberstufe nichts, wo alles genau vorgeschrieben ist.[...] Und mindestens 1 Arbeit muss ja auch dem späteren Prüfungsformat entsprechen, sowohl in Sek I (ZP 10) als auch die Vorabiturklausur.

    Das ist genau das was sich meine: es wird behauptet, es gäbe keinen Spielraum, um dann beispielhaft anzuführen, dass 1 (EINE!) von 10 Klausuren in der Oberstufe einer vorgegebenen Form entsprechen muss. Unbenommen, dass es am BK mehr Möglichkeiten der Kreativität bei der Aufgabenstellung gibt, aber 9/10 sind jetzt nicht gerade wenig Spielraum:
    man kann sich als Fachschaft darauf verständigen, nur das Minimum abzudecken, was Klausurenzahl- (abhängig vom Fach) und Dauer im Rahmen der Bandbreite angeht.
    Zahl der Teilaufgaben, Materialumfang und Gewichtung sind frei, solange die AFB-Progression Richtung Abitur erkennbar bleibt. Muss man halt mal fachschaftsintern darüber nachdenken, mit wie wenig Text man auskommt, um "Schreiben" abzuprüfen. Letztlich können konkretere Vorgaben in Aufgaben das Schreibvolumen auch massiv reduzieren. mglw. kann man ja Aufgabenteile als MC (geht auch in intelligent mit AFB2) gestalten. Warum auch kein Lückentext? Muss ja nicht alles MC oder Lückentext sein.
    Auch wird gerne behauptet, jede Klausur müsse alle drei AFB abdecken, was nicht der Fall ist. Wenn die Fachschaft darauf besteht, dann nutzt man halt son Zwitter-Operator wie "erörtern" und hat trotzdem ne Aufgabe weniger.
    ansonsten kann man im Normalbetrieb einfach oberfächlicher korrigieren. Wenn eine Formulierung unverständlich ist oder vage, dahh schreib ich halt "vage" oder "unverständlich/?" und mach mir nicht erst die Mühe zu verstehen, was da vlt. gemeint gewesen sein könnte, um dann nen wall of text dahinzukorrigieren, die eh niemand liest und mir damit einzuheimsen, dass die SchülerIn beim nächsten mal genauso wenig Sorgfalt an den Tag legt. Im Abitur versuch ich natürlich alles zu verstehen, aber da muss ich auch keine Positivkorrektur machen.

    nennt das ruhig malign compliance, aber niemand dankt es uns, wenn wir uns im vorauseilenden Gehorsam mehr Arbeit machen, als vorgeschrieben ist.

    klar, wenn man jetzt nur Abitur- und ZP10-Klassen hat, nutzt das in dem Quartal wenig, aber dann sollte der LR schon lange bzgl. der Unterrichtsverteilung interveniert haben.

    Und was ist, wenn man Korrekturfristen hat, die man einhalten muss, die Menge an Korrekturen aber zu hoch bzw. die Zeit zu knapp ist um in der "normalen" Arbeitszeit damit durchzukommen? Klar, an der Vor- und Nachbereitung des Unterrichts Zeit einsparen ... ? Geht aber auch nur bedingt.

    Klassenarbeiten und Klausuren korrekturfreundlich gestalten. imho ist das der Punkt, an dem gerade besonders belastete KorrekturfachlehrerInnen ungern Zeit sparen, weil sie sich bei der Konzeption der Arbeiten an Wünschen oder Traditionen orientieren, anstatt die tatsächlichen Vorgaben opportun umzusetzen.

    Hast du es jemals durchgezogen? Ich glaube, ich kenne nur einen Fall.

    also im Abi selbst hab ich tatsächlich noch nie zwei Punkte in der Darstellungsleistung abgezogen, sondern immer nur einen, weil ich sonst einfach auch sehr viele Punkte abziehe:

    Meine Strategie, um die Noten in "Laberfächern" bei schlechten Leistungen adäquater zu gestalten ist es, nicht das zu zählen, was die SchülerInnen vielleicht meinen, sondern genau das zu bewerten, was geschrieben wurde. Wenn im AFB 1 nur irgendwelche zusammenhanglosen Buzzwords mit willkürlich verteilten Konjunktionen ("non sequitur") ohne Erklärung stehen ("vage") bleibt von 4 Spalten ganz schnell nur noch ein inhaltsleerer Einleitungssatz (im Folgenden werde ich blabla) übrig. Darüber hinaus dann noch konsequent Paraphrasen und nicht in eigenen Worten erläuterte direkte Zitate nicht zählen, weil eine Textanalyse keine Grammatikübung ist, bei der einfach ein Text ins Passiv gesetzt werden soll, und schon bleibt nur noch ein Halbsatz übrig. Hat sich bisher noch niemand beschwert.

    vorab: sei froh, dass Dein Fachleiter nicht dem Bonbon"modell"-Virus verfallen ist. als Idee bestimmt erstmal ganz brauchbar, für Personen, die halt vlt. Zertifikatskurs oder fachfremd in Sek I unterrichten, aber bei uns wird die mittlerweile auf eine Art von FachleiterInnen verlangt, die man nur totalitär nennen kann. dieses hemdsärmelige Vereinfachung eines komplexen Lernprozesses überhaupt ein Modell zu nennen ist schon frech genug - dass das Ganze auch noch von PhilosophInnen kommt, einfach nur unterirdisch.

    ungeachtetdessen: Du kannst statt hermeneutisch auch einfach problemorientiert vorgehen - ich wüsste nur wenige Fächer, bei denen die Anwendung dieses Uraltprinzips so fachinheränt ist, wie Philosophie. Letztlich haben wir es ja explizit nur mit Problemen zu tun. sprich: Problemfrage (durch Dilemma, Film, Karikatur, Tafelanschrieb wasweissich), antizipierter Antwortversuch der SuS, philosophische Experten erarbeiten, bewerten, nächste Frage und wieder von vorne. Bestenfalls nicht Stunde für Stunde, sondern halt eine Frage suchen, die eine ganze Unterrichtsreihe und mehrere Experten trägt, also z.B. "Ist die Welt wirklich so, wie wir sie wahrnehmen" mit zB Idealismus, Realismus, Rationalismus, Konstruktivismus, Pragmatismus. Idealerweise bleibt am Ende jeder Expertenposition mindestens ein großes Problem offen, das dann der nächste Experte versucht zu beantworten usw., dh die SuS kommen selbst auf die Fragen. Am Ende dann irgendwie ne größere Aufgabe zur Bewertung und Abwägung der Positionen mit eigenem Urteil und/ oder Kreativaufgabe mit Transfer und/oder Debattenformat zu aktuellem Problem. und wieder von vorne.

    gundsätzlich muss man das Rad, was die Texte angeht, nicht neu erfinden - die entscheidenen Textstellen finden sich in den meisten Schulbüchern (nicht empfohlen: Zugänge) und müssen nur auf die Lerngruppe angepasst werden. Natürlich muss man auch nicht für alles Texte nehmen - ich gehör da eher der alten Schule an - sondern kann auf andere Formen des Inputs zurückgreifen. für die Sek I bin ich ein großer Fan der alten FairPlay-Ausgabe. da wird nicht nur die ganze Zeit eine Befindlichkeit, nach der nächsten durchgelabert, sondern man hat es auch mal mit echter Theorie zu tun, gleichzeitig sind aber Texte und vorallem Aufgabenstellungen dem Niveau angemessen.

    wir haben früher auch alle diese unsägliche Mittagspause gehabt, verlässlich bis 16 Uhr Schule und wirklich jeden Mist vertreten.

    Im Lehrerrat haben wir endlos mit der verantwortlichen Stundenplanerin über Sinn und Zweck diskutiert (unserer Auffassung nach war der Arbeitsschutz auch ohne die zusätzliche Mittagspause bereits durch die normalen großen Pausen erfüllt, da die vorgeschriebene Pause ja nicht am Stück genommen werden muss) und letztlich ist diese Mittagspause erst abgeschafft worden, weil die Stundenplanerin die Schule gewechselt hat und wir es uns aufgrund von Raumnot nicht mehr leisten konnten, eine komplette Stunde alle Räume leerstehen zu lassen.

    Jeden Mist in der Sek 1 zu vertreten hat dann Stück für Stück aufgehört, weil wir als Kollegium einfach krass überlastet waren und sich dann aus purer Not langsam etabliert hat, dass der Nachmittagsunterricht in den oberen SekI Klassen ausfallen darf, wenn keine Vertretungsreserve mehr übrig ist. (Sek II-Unterricht ausfallen zu lassen, damit die Sek I vertreten werden kann, wurde nach ein paar Wochen verworfen) Eltern können eine ihren Kindern eine Dauererlaubnis gebene, dann nach Hause zu gehen, ansonsten werden die Kinder verwahrt. Mittlerweile geht das bis zur 8. Klasse runter - wir haben aber auf der einen Seite wirklich viele Vertretungsreserven (5/ Stunde bei 5-zügig) und auf der anderen Seite ein recht gut funktionierendes Vertretungskonzept, bei dem Kinder die Aufgaben dann halt zu Hause alleine machen müssen.

    Lernzeiten werden zur Gänze und Mittagspausenaufsichten leider zur Hälfte abgerechnet. ist finde ich, doppelt ungerecht, weil man für eine Deputatsstunde entweder 45min mitten am Tag in der ruhigen Lernzeit abhockt, oder 2 x 45min stundenplanverlängernd sich das Geschrei von Kindern anhören muss, aber leider nicht zu ändern.

    Ganztagsschule ist aus LehrerInnensicht einfach ein schlechter Deal, wenn man auch versuchen kann, es ein wenig besser zu machen. Grundsätzlich lässt sich der Ganztagsstatus auch ändern (siehe Schlossgymnasium in Benrath bei Düsseldorf), aber da muss man Durchhaltevermögen haben.

    Ja, stimmt. Dann können wir Uhr lesen aus dem Lehrplan streichen.

    apropos: hab neulich überlegt, wozu ein Kind überhaupt noch das Schleifebinden können muss. motorische Fähigkeiten üben, klar, aber wirklich brauchen, tut es die Kompetenz eigentlich nicht mehr. abgesehen von UnternehmensberaterInnen sind doch sogar in der Geschäftswelt Schnürschuhe ruckläufig und die meisten Schuhe, die in der Schule getragen werden, sind doch (auch trotz Schleife) zum Reinschlüpfen. Die einmalige Schleife zum Schuhkauf und zur Hochzeit, kann dann ja jemand anders binden.

    auch nicht mehr sicher, bin ich mir beim sinnentnehmenden Lesen.

    edit: ich bin btw sowohl großer Fan des Lesens, als auch des Schleifebindens und Digitaluhrablesens. Irgendwie ist durch diese graphische Darstellung bei mir ein ganz anderes Verständnis von Zeit. Auch sowas wie ne Klausurdauer von 135min zu ermitteln, ist für mich durch die Tortenstückhaftigkeit der Oberfläche deutlich leichter zu berechnen, als digital. Aber das kann ja auch wieder alles nur Gewöhnung sein.

    Danke, denn genau das denke ich mir auch oft! Alle, die bei uns in der Führungsebene sind, sind entweder männlich (und ja: die holde Gattin ist zu Hause oder arbeitet in MiniTZ-Jobs) oder Frauen, die keine Kinder haben. Ausnahmslos

    bei uns ist das Verhältnis ziemlich ausgeglichen, zwischen Männern und Frauen, allerdings haben nur ein Bruchteil der Führungskräften Kinder und "diejenigen, welche" sind alles Männer. Ähnliches Bild bei meiner Frau an der Schule: zwar ist das Verhältnis m/w ausgeglichen, aber Kinder haben nur wenige männlichen Führungskräfte, und es ist aus unterschiedlichen Gründen eher unwahrscheinlich, dass da noch welche dazukommen. die einzige Frau mit Kind wurde noch in ihrer Elternzeit gegen ihren Willen und unter Aufbringung der schmutzigst vorstellbaren Tricks von Schulleitung und Dezernentin (beide explizite Fans von Förderung von Frauen ohne Familie), aus ihrer verantwortungsvollen Position auf eine weniger verantwortungsvolle Koordinationsstelle versetzt.

    ja.. DIMR ist für das Monitoring der Umsetzung verantwortlich. natürlich. Geschenkt.

    also ich hab jetzt tatsächlich nochmal nach dem genauen Wortlaut nachgeguckt, weil Du ja soviel Wert auf Schriftliches legst.

    in den GC 4 steht, dass zwischen einem inklusiven, einem integrierten einem segregierten etc. System zu unterscheiden ist. Die Concluding Observations von 2015 stufen das Deutsche System der Förderschulen als segregiert ein, i.e. nicht inklusiv.

    in den Concluding Obervations vom Oktober 2023 wurde explizit die Prävalenz von Förderschulen "besorgt zur Kenntnis" genommen und ein umfassender Plan zum Übergang von der Bildung in Förderschulen hin zur inklusiven Bildung (scheinen die also als Widerspruch wahrzunehmen) "empfohlen".

    wenn also Parallelstrukturen abzubauen sind, ist der Neubau einer Förderschule - gerade, wenn sie nicht aufgrund von Unsanierbarkeit oderso erneuert, sondern zusätzlich errichtet wurde - höchst verdächtig, nicht menschenrechtskonform zu sein, weil es hier in die falsche Richtung geht. dass darüber hinaus die Inklusion an Regelschulen irgendwie besser, toller und ressourcenreicher vorangetrieben werden muss, steht weder im Widerspruch dazu, die Parallelstruktur abzubauen, noch bestätigt es ihre Menschenrechtskonformität.

    dass eine Regierung irgendeine Menschenrechtsverletzung abstreitet, sollte imho nicht allzuviel Gewicht beigemessen werden ; )

    achja: Lustigerweise steht in den General Comments, dass das Recht auf Inklusion quasi ein Recht des Kindes ist, nicht das der Eltern. Fand ich ganz interessant in dem Zusammenhang, dass hier der Vorschlag kam, den Elternwillen durch den Lehrkraftwillen abzulösen.

    OT: unter uns gesagt, bin ich garnicht so ein großer Fan dieses spezifischen Teils der Behindertenrechtskonvention und favorisiere deswegen auch für die oben beschrieben pragmatische Strategie, der Aufassung, dass das Menschenrecht auf Bildung und Teilhabe von Behinderten Menschen nur im inklusiven Schulsystem gelingen kann, offensiv argumentativ entgegenzutreten, statt auf einer obskuren Minderheitsmeinung zu beharren. Da mich das Thema aber irgendwie wirklich überhaupt nicht interessiert, ist es mir auch einfach egal - bin nur drauf angesprungen, weil ich mich mit dem Menschenrechtsvertragssystem gut auskenne +g

    ich halte es nicht für zielführend, das DIMR zu diskreditieren, nur weil man seine Auslegung nicht mag. das DIMR ist offizielle Menschenrechtsinstitution des Deutschen Staates und für die Umsetzung aller Menschenrechtskonventionen, die D ratifiziert hat, verantwortlich. aus meiner Erfahrung (hatte früher in anderem Zusammenhang öfters mit denen zu tun) sind die ne Menge, aber nicht inkompetent.

    wie jede UN-MR-Konvention, gibt es auch bei der CRPD "General Comments", die die Rechtsauslegung spezifizieren; hier ist GC Nr. 4 relevant. darin steht tatsächlich, ziemlich klar, was auch hier schon vorher geschrieben wurde, dass inklusiv halt eben nicht heisst, dass es andere parallele Strukturen gibt. und wenn uns der Special Rapporteur deswegen gerügt hat, dann ist dies wohl recht eindeutig ein Problem in der Umsetzung.

    wenn einem das nicht gefällt, gibts imho mehrere alternative Wege vor dem Austreten:
    - man hätte bei der Ratifizierung schon die Anmerkung machen können, dass wir uns bei Artikel 24 einen Sonderweg erlauben. Vermutlich geht das im Nachhinein nicht mehr (bin da nicht mehr voll im Thema)
    - normalerweise verstehen alle diese Konventionen, dass die Rechte nur Stück für Stück ausgebaut werden; dann dauert es halt, solang man irgendwie kleine Fortschritte macht. (ein Neubau kommt da natürlich blöd..)
    - man ignoriert die Nichtbeachtung und Rügen einfach; letztlich sind wir (wie andere Staaten) bei einer Reihe von Menschenrechten (aus unterschiedlichsten Gründen) nicht 100% konform. da passiert real genau garnichts. sozial wird es natürlich Sanktionen geben: als Lieblingsland der Menschenrechtscommunity muss man es dann aushalten, dass die mit dem Finger auf uns zeigen.

    tldr: imho ist es ziemlich unsinnig die Existenz von Förderschulen als konform mit der Behindertenrechtskonvention zu behaupten; stattdessen kann man ja auch selbstbewusst und begründet unsere Abweichung vertreten.

    Und aus welchem Zeitkontigent soll so ein Rundumservice abgezwackt werden? Dass das vielleicht wünschenswert wäre, verstehe ich, halte ich aber für völlig unrealistisch. Welches Gymnasium hat denn "Partnerunternehmen"? Wer pflegt diese Beziehungen? Und rechtfertigen drei Schnuppertage diesen ganzen Aufwand?

    wie oben schonmal erwähnt, ist die KAOA wirklich ausnehmend gut mit Entlastungsstunden "bezahlt" - dieser von kodi beschriebenen Rundumservice wäre für die entsprechenden KuK imho absolut leistbar, ohne sich zu überarbeiten.

    joah, wie gesagt. meiner Erfahrung nach sind KünstlerInnen ein bisschen zu sorglos - Zeugs steht da gern überall ungeschützt und neben der Kaffeetasse rum. ChemiekollegInnen würden da keinen Fuss reinsetzen - die sind ja wiederum immer sehr empfindlich bei dem Thema.

    imho lagern in Kunsträumen auch Gefahrstoffe, weswegen da nur entsprechend belehrte Lehrkräfte befugt/ kompetent sind, Risiken entsprechend einzuschätzen. davon abgesehen sind lustigerweise erfahrungsgemäß gerade KunstlehrerInnen besonders sorglos mit Gefahrstoffen..

    Im schulischen Bereich betrifft es aber ja auch Facharbeiten, Projektarbeiten, Referate, über mehrere Stunden anlegte Arbeitspläne... hab ich immer recht gerne gemacht, im letzten Halbjahr gingen solche Aktionen aber zu 100% schief, weil überwiegend nur noch KI Ergebnisse rausgerotzt wurden. Schade, dann eben nicht mehr.

    an sich word. leider gibts die Oberstufenreform in NRW. so blöd, pünktlich zu KI ein dreistündiges Fach einzuführen, bei dem ein Grossteil der Note von zwei-drei Präsentationen immer der selben "eigenständig" erarbeiteten Inhalte abhängt, ist man offenbar nur in NRW. Ich versteh ja, jeder soll Abitur bekommen, aber hätte man dieses Ziel nicht auch weniger aufwendig für die Schulen und Hauptfachlehrer gestalten können?

    apropos: wirklich lesenswerte Sammlung an Fehlern bei der neuen APOGOst von den Philologen - man schlägt echt die Hände über dem Kopf zusammen: https://phv-nrw.de/2026/01/30/ste…st-in-nrw-2026/

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