Wer unterrichtet Python?

  • Wer unterrichtet Python und sucht Ideen für ein Unterrichtsprojekt?

    Überall im öffentlichen Raum findet man diese sogenannten "offenen Bücherschränke" (1). Installiert werden Schränke, Regale oder alte Telefonzellen, die zugriffsoffen sind, d.h. jeder kann Bücher hinein tun oder heraus nehmen. Seit drei Jahren beschäftige ich mich mit der Frage, ob und wie es möglich ist, trotz der Zugriffsoffenheit und der damit verbundenen Unkenntnis eines genauen aktuellen Lagerbestands mit dem Mittel der kollaborativen Nutzerkommunikaton durch eine App diese Unkenntnis zu vermindern. Meine Überlegung ist, ob eine fuzzy accessibility ausreicht, um trotzdem einigermaßen verlässlich den Charakter von einzelnen Sammlungsbeständen vorher zu sehen.
    Zu diesem Zweck habe ich einige Erkundigen angestellt und mir über die Gestaltung einer App Gedanken gemacht. Nun bin ich selbst aber kein fähiger Python-Schreiber, sondern nur ein Anfänger und Amateur ohne ausreichendes Programmier-Knowhow. Gelungen ist mir lediglich ein einfaches Kommandozeilen-Demo-Programm (2), das man praktisch als eine Projektskizze verwenden kann.
    Auch wird um so etwas zu unternehmen, eine Gruppe gebraucht, damit man die Handhabung einer solchen App testen kann.
    So war mir die Überlegung gekommen, ob es Lehrer gibt, die Ideen für ein Unterrichtsprojekt suchen. Dieses Projekt ist für den Unterricht in zweierlei Hinsicht geeignet: zum Erlernen von Programmierkenntnissen und zur Beschäftigung mit Literatur. Dieses open-source-Projekt ermöglicht, dass verschiedene Beiträge zum selben Projekt erbracht werden können: Bild- und Textverwaltung, Einbindung von Karten, Verwaltung von Datenbank, Bereitstellung von gpx-Tracks und manches mehr.

    Wer Interesse daran hat, kann gerne mit mir Kontakt aufnehmen. Ich habe inzwischen ein reichhaltiges Material gesammelt, das ich für Unterrichtszwecke und für die Gestaltung von Skripten jederzeit zur Verfügung stellen kann.

    (1) https://openbookcase.de/
    (2) https://github.com/AlfredTesta/Ho…rsion/tree/main

  • Persönlich würde ich 2-3 ESP32-Kameras an die Tür montieren und die Bücher per Bilderkennung erfassen.

    Die Grundfrage ist allerdings, ob das irgendeinen Mehrwert jenseits der persönlichen Bastelbefriedigung hat.


    Ich vermute jetzt auch mal, dass die Bücherschrank-User eher wenig Bock auf App/digitale Verwaltung haben. Beim Papierbücherlesen ist man heute ja schon mehr oder minder bewusst analog unterwegs.

  • Ich vermute auch, dass die Kamera da nicht lange hängen bleibt, selbst bei den Bücherschränken, die nur gelesene Bücher enthalten, habe ich hier schon Berichte darüber gelesen, dass diese immer mal wieder komplett leer geräumt werden.

  • Ja, deshalb was billiges. Die Kameras kosten ca. 5€ direkt aus China. Am teuersten wären Stromversorgung/Funkverbindung, wenn das nicht auf dem eigenen Grundstück ist.

  • Ist das Ziel eine mobile App? Warum dann Python? Irgendwie wird das gerade so als Zaubersprache gehandelt, weil es ja angeblich soo einfach ist. Mit MAUI/C#/.NET ist man da sicher besser beraten, ich habe da mit Hilfe von KI inzwischen echt brauchbare Apps in vertretbarem Aufwand geschrieben, wobei es immer noch Gefriemel ist. Ich hätte da aber keine passenden Lerngruppen für.

    Wer ist denn die Zielgruppe? Leute, die gerne in Bücherschränken stöbern?

    Das Schöne an Bücherschränken sind ja gerade die Überraschungen. Ich habe sogar eine kleine Sammlung von Sachen, die ich in Büchern gefunden habe (Widmungen, besondere Lesezeichen, Notizzettel, jahrzehntealte Einladungen zu Elternabenden, Fotos). Warum sollte man sich in so einem Programmierprojekt mit Literatur beschäftigen, wenn es nur um den Bestand geht? Der ist ohnehin nur so semi-interessant, ich finde zwar oft interessante Sachen, aber der Großteil ist eben irgendeine Unterhaltungsliteratur oder alte Kochbücher und sowas.

    Aber danke für den Link zu der Karte. Ich suche nämlich immer am Urlaubsort nach vorhandenen Bücherzellen.

  • "Warum sollte man sich in so einem Programmierprojekt mit Literatur beschäftigen, wenn es nur um den Bestand geht?"

    Das ist eine wichtige Frage. Um es mit einem Vergleich zu zeigen: Wenn man mit dem Hund einen Spaziergang unternehmen will, braucht man kein Knowhow. Man zieht sich an, nimmt die Leine und geht los. Das selbe gilt für diese offenen Bücherschränke. Die Benutzung ist so einfach, dass das jedes Kind versteht. Und daran wird sich auch niemals etwas ändern, wenn man das handicap nicht steigern will. Beispiel: Unterschied zwischen einem Sonntagsspaziergang und einem 2.000-Kilometer-Marsch durch die Sahara. Wer so etwas unternehmen will, braucht Knowhow, Erfahrung, Übung, Training, Kapital usw. Und der Grund so etwas zu tun ist natürlich Abenteuerlust; die Suche nach einer solchen sportlichen Herausforderung ist aber immer auch der Versuch, Grenzen zu testen, das Mögliche vom Machbaren zu unterscheiden usw.
    Warum gibt es diese offenen Bücherschränke? Es handelt sich um ein Phänomen der gesellschaftlichen Überflussproduktion, das auch in anderen Bereichen auffällt. Bei Büchern kommt der Umstand hinzu, dass es sich nicht nur um Waren wie alle anderen handelt. Eine durchaus ernstzunehmende Frage lautet: Wohin mit alldem, wenn Wegwerfen nicht die erste und beste Antwort ist? Also werden diese Bücherschränke aufgestellt. Das hilft zunächst, aber nur kurz, denn bald fällt das nächste Problem auf: Vandalismus. Von diesem Vandalismus gibt es zwei Sorten: eine absichtliche und gewalttätige Zerstörungswut, die zweite Sorte ist: Vernachlässigung, wie man das von Gärten kennt: wird er nicht gepflegt, wuchert das Unkraut und macht den Garten unfruchtbar. So ist das auch mit diesen Bücherschränken. Sie neigen zur Altpapiersammelstellen, zu Überfüllung und Vermüllung. Und dann werden sie unbrauchbar. Ehrenamtliche Betreuer dieser Schränke können zwar das Schlimmste verhindern, aber auch da macht sich bald Frust bemerkbar, ablesbar den vielen Appellen, die als Zettel an die Türen geklebt werden.

    Deshalb kommt mir die Überlegung: Kann man, wenn man knowhow für den Gebrauch einführt, die Sorge und Pflege verbessern? Das geht, wenn die Nutzer sich verständigen können, dass auch andere sorgsam und pfleglich damit umgehen wollen und können. Dazu bedarf der Kommunikation und das heißt: sie müssten sich kennen lernen können, auch dann, wenn sie sich zunächst nicht kennen.

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