Referendariat - extrem unglücklich

  • Hallo,

    ich befinde mich seit Mai diesen Jahres im Referendariat. Aus ausbildungstechnischen Gründen habe ich bereits einen Schulwechsel hinter mir. An meiner Schule fühle ich mich nicht wohl, es ist schlicht kein richtiger Unterricht durchsetzbar. Bei meinem ersten Unterrichtsbesuch haben sich die SuS so daneben benommen, richtig guter Unterricht ist kaum durchsetzbar. Ich frage mich wie ich die nächsten UB´s "überleben soll". Ich kann kaum gute Methoden anwenden, da es die SuS sowieso nicht hinbekommen.

    Auch die Rahmenbedingungen passen einfach nicht, Ausbildungslehrer habe ich bei einem dreistelligen Kollegium nur 1 pro Fach, in meinem Zweitfach haben das Fach die Ausbildungslehrer nicht mal studiert.

    Ich fühle mich einfach nur noch schlecht. Jeden Tag komme ich enttäuscht von der Schule nach Hause und mir geht es schlechter und schlechter. Auch an einen Abbruch habe ich nachgedacht.

    Was kann ich tun? Danke

  • Wenn es möglich ist, hospitiere bei vielen verschiedenen Kollegen, die deine Fächer unterrichten. So kannst du viele Lehrerpersönlichkeiten und Unterrichtsstile sehen und für dich übernehmen, womit du dich wohlfühlt. Außerdem kannst du so vielleicht auch selbst dir sympathische Kollegen finden, in deren Klassen du auch unterrichten darfst. Normalerweise sind die Kollegen hilfsbereit, solange man nicht zu viel erwartet. Die Stunden für deine Betreuung erhalten ja deine Mentoren und niemand anderer. Die wenigen Entlastungsstunden sind auch der Grund, warum dig nicht gleich mehrere Kollegen als Ausbildungslehrer an die Seite gestellt werden.

    Was die Methoden angeht, haben die Schüler sie vielleicht noch nicht gelernt. Auch eine Methode muss man einüben. Jede Methode, die du während eines Unterrichtsbesuch einsetzen möchtest, sollte die Klasse bereits mehrmals erfolgreich genutzt haben. Frag die anderen Kollegen der Klasse, ob die Klasse aus ihrem Unterricht deine Wunschmethode schon kennt, damit du weißt, ob du bei Null anfängst oder nicht.

    Füg whr als allgemeine Hinweise wären mehr Informationen hilfreich. Wir langfristig bist du schon im Referendariat und wie lange geht es noch?

    LG DFU

  • Danke. Ich habe auch ein Fach, was du hast (stark nachgefragt). Leider bin ich total unglücklich an der Schule.

    Ich bin im dritten Monat des Referendariats an einer Gesamtschule. Das Niveau ist soo gering (Brennpunktschule) und man kommt mit den Schülern leider kaum klar. Man steht vor der Klasse und hat das Gefühl, die 30 SuS nicht in den Griff zu bekommen.. . Vor jedem Ub hat man Angst, dass einem die Schüler einen Strich durch die Rechnung machen. Im Kollegium erhält man wenig Unterstützung. Man hat das Gefühl, dass sich die meisten Lehrer schon auf das Niveau der SuS "herabgelassen" haben. (Guter) Unterricht ist kaum möglich in beiden Fächern.

    Ich bin nur noch am verzweifeln..

  • Wenn Dein Referendariat erst drei Monate dauert, dann sind die Probleme in großen Klassen normal. Du lernst ja erst noch, wie du mit den verschiedensten Situationen um Klassenzimmer umgehen musst. Da muss noch nicht alles klappen. Überlege dir, was dir wichtig ist, und kommuniziere das den Schülern ganz klar. Überlege dir dann zusammen mit deinen Mentoren bzw. Lass dir erklären, welche Konsequenzen an eurer Schule üblich und durchsetzbar sind.

    Und gerade wenn du erst kurz an der Schule bist, nutze die Zeit die Fachkollegfn zu finden, bei denen dich bei der Zusammenarbeit wohlfühlt. Du kannst und sollst die Zusammenarbeit mit deinen Mentoren nicht einstellen, aber such dir Fachkollegen, bri denen die Chemie zwischen euch stimmt. Bek 100 Kollegen gibt es sie sicher.

    Eventuell kannst du auch Empfehlu gen bekommen, welche Klassen gut für Unterrichtsbesuche geeignet sind.

    LG DFU

  • Leider gibt es nur extrem wenige Klassen, in denen meine Fächer angeboten werden. Außerdem gibt es in Fach 1 genau eine einzige Lehrkraft, in Fach 2 ganze 2 Lehrkräfte. Man kommt mit den Leuten zurecht, trotzdem stellt man sich das Ganze etwas anders vor...

    Die Schüler sind teils so problematisch, die Lehrer kommen nicht mal richtig mit denen klar..

    Meinst du ein Schulwechsel könnte eine erneute Lösung sein?

  • Möglich ist das natürlich, aber das Referendariat ist eine Zeit, um zu Lernen. Gib dir diese Zeit, denn vorher wirst du an der nächsten Schule vermutlich die gleiche Schwierigkeiten mit ähnlichen Klassen haben. Wenige Lehrer sind so talentiert, dass sie von Beginn an keine Probleme haben. Die meisten Lehrer lernen das Unterrichten und den richtigen Umgang mit den Klassen aber erst während des Referendariats und den ersten Arbeitsjahren. Danach wird es leichter, aber man lernt auch später immer dazu.

    Wenn an deiner Schule wenige Fachkollegen sind (oder gibt es noch mehr, die es gerade nicht unterrichten?), dann nutze den Austausch mir anderen Referendaren am Seminar. Sprich deine Ideen mit ihnen durch. Du bist nicht alleine.

    LG DFU

  • Da ist auch nur noch ein weiterer, der kaum da ist.

    Danke für deine ermunternten Worte. Ich versuche im neuen Schuljahr durchzustarten und wenn es nicht klappt, muss ich mich an das Seminar wenden, was ja auch immer meine Anlaufstelle ist bei Problemen...

    Danke dir!

  • Ich arbeite seit Jahren zum Teil in sehr kleinen Fachschaften. 2-3 KuK. Ich hätte nie gedacht, dass es für einen Reffi ein Nachteil sein kann. Und: es ist auch einfach die Realität in einigen Fächern.
    Ob es mit 20 KuK besser ist, die das Fach alle paar Jubeljahre unterrichten ...?

  • Ich arbeite seit Jahren zum Teil in sehr kleinen Fachschaften. 2-3 KuK. Ich hätte nie gedacht, dass es für einen Reffi ein Nachteil sein kann. Und: es ist auch einfach die Realität in einigen Fächern.
    Ob es mit 20 KuK besser ist, die das Fach alle paar Jubeljahre unterrichten ...?

    Ich verstehe deinen Punkt. Leider wird es aber schwierig, im Ausbildungsunterricht genau die wenigen Stunden der Fachlehrer*innen zu sehen, da sie ja nicht viele Stunden haben und ich ja auch einen Tag am Seminar bin.. Ich hoffe, die Schule kriegt das geregelt..

  • Ich überlege, was du dir vorgestellt hast. (?)

    In meinem BL kann jede Lehrkraft zur Mentor:in bestellt werden, die oder der das Fach bereits unterrichtet hat. Also auch, wenn man es nicht unterrichtet hat. Bei einem kleinen Kollegium oder einer kleinen Fachschaft ist die Auswahl nicht so groß.

    Der Unterricht der Lehrkräfte muss nicht einem UB entsprechen, es ist auch schlicht mal Alltag dran.

    Zum Niveau würde ich Fragen stellen, warum es so oder so gehandhabt wird. Am Ende muss man einen Weg finden, zu differenzieren, sodass alle gut voran kommen. Herausforderung ist gut, muss aber machbar sein, damit man nicht über die Köpfe hinweg unterrichtet.

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