UPP Thema in Englisch: Wortschatzeinführung?

  • Hallo zusammen,

    ich überlege aktuell stark, welches Thema ich für meine UPP in Englisch nehmen soll, und muss mich langsam entscheiden. Ich bekomme eine neue 3. Klasse und schon in der 5. Woche steht die UPP an. Bisher hatte ich Englischunterricht nur in Klasse 4 und dementsprechend noch keine Erfahrung damit, Englisch ganz neu einzuführen. Meine bisherigen UB-Themen sind laut meiner Mentorin zu komplex, um sie für eine 3. Klasse herunterzubrechen.

    Idee 1: Reihe zu „My schoolbag“ (Fokus: Sprechen)

    Die Kinder arbeiten an ihrem eigenen Lernprozess und heften sich mit ihrer Klammer an ihrem persönlichem Stand fest. So ähnlich habe ich es schon in ein paar guten UBs in der 4. Klasse umgesetzt, die allerdings auch leistungsstark war. So ca. die Idee:

    1. I can create my own school bag (Schultasche mit Materialien nach Vorlage ausmalen – ggf. im Kunstunterricht/als Hausaufgabe).
    2. I can write about my school bag (mit sehr einfachen Satzanfängen).
    3. I practise on my own.
    4. I practise with a partner (gegenseitiges Ankreuzen einer Checkliste – nur inhaltlich: Farben und mind. 3 Gegenstände).
    5. I can record my presentation.

    In der letzten Stunde würden die gemalte Schultaschen und die aufgenommenen Audio-Dateien (als QR-Codes) aufgehangen werden. Die SuS hören sich die Audios an und ordnen sie der passenden Schultasche zu (Eintragen in eine Tabelle).

    • Differenzierung: Tippstation (Fächer mit Satzanfängen, Beispiel-Audios, Scaffolding nur zum Ankreuzen der Wörter)

      Schon beim Schreiben merke ich, dass das für eine neue 3. Klasse extrem viel ist – besonders, weil ich diese Abläufe vorher kaum in anderen Reihen einüben kann. Meine Mentoren meinten auch, dass ich da den Kindern viel zu viel zumuten würde. In der UPP würde ich hier ziemlich den Anfang zeigen, wenn die meisten Kinder beim schreiben sind.

    Idee 2: Stark vereinfacht – Wortschatzeinführung (z. B. Brettspiel)

    • Einführung eines neuen Themas (evtl. pets oder farm animals).
    • Differenzierung beim Spiel:
      • Satzanfänge auf Karten ("There is a...", "There are...").
      • Alternative: Nur das Tier benennen.
      • Leistungsstärkere SuS verknüpfen evtl. schon Wortschatz mit Farben oder Zahlen (da colours & numbers das erste Thema ist).

        Ich habe noch nie eine Wortschatzeinführung im UB gezeigt. Ist das überhaupt „genug“ für eine UPP? Wie mache ich hier den Lernfortschritt gut sichtbar und wie differenziere ich vernünftig? Und was mache ich, wenn Kinder schnell fertig sind – weitere Kartenspiele zum Wortschatz anbieten?

    Hat jemand von euch schon mal eine Wortschatzeinführung in einer UPP/einem UB gezeigt und kann mir vom Feedback der Fachleitung berichten? Oder habt ihr vielleicht noch andere Ideen oder Beispiele? Gerade tendiere ich zur Wortschatzeinführung, da man das gut vorher schon üben kann.

    Danke euch schon mal!

  • Vielleicht gibt es hier jemanden, der mehr Ahnung von Fremdsprachendidaktik in Klasse 3 hat und jetzt nicht im Urlaub ist. Aber mal ganz grundsätzliche Überlegungen vorneweg:

    Wann beginnt das Schuljahr bei euch, möchtest du die Kinder vielleicht erst mal kennenlernen, bevor du eine Lehrprobe planst? Wenn du zunächst damit anfängst, alltägliche Phrasen in den Ablauf zu integrieren, Begrüßungslied, Bewegungsspiel, "open your books" usw. Dann bekommst du besser ins Gefühl, wie schnell sie sich etwas merken und was du ihnen zumuten kannst. Lernstandserhebung geht nur in Anwesenheit der Kinder.

    Dann musst du dich in erster Linie am Lehrplan orientieren, mich würde es zum Beispiel wundern, wenn man in der 5. Englischwoche Sätze schreiben soll. In welchem Bundesland unterrichtest du?

    Du kannst dich zweckmäßigerweise auch am Schulbuch orientieren, das einen Wortschatz und Methoden vorgibt.

    Warum sollten sie etwa in deinem Beispiel die Bilder in Kunst oder zu Hause ausmalen, du willst das doch mit ihnen erarbeiten, oder nicht? Stell dir vor, du willst 25 arabisch Sprechenden Deutsch beibringen oder selbst Arabisch lernen. Da ist nichts und du legst ganz von vorne los. Bevor an Differenzierung und QR-Codes gedacht wird, sollte klar sein, was am Ende der Stunde und der Einheit gekonnt werden muss.

    Ich vermute mal, dass es zunächst vor allem darum geht, die Begriffe und Phrasen sehr oft zu wiederholen, bis sie sitzen. Am Anfang erst mal nur wiedererkennen, zum Beispiel dass sie den Bleistift nur hochheben müssen, wenn du den Begriff nennst, bevor sie selbst die Wörter aussprechen sollen.

    Auch hier meine Frage: dazu lernt ihr etwas im Seminar, oder nicht?

  • Schon beim Schreiben merke ich, dass das für eine neue 3. Klasse extrem viel ist – besonders, weil ich diese Abläufe vorher kaum in anderen Reihen einüben kann. Meine Mentoren meinten auch, dass ich da den Kindern viel zu viel zumuten würde. In der UPP würde ich hier ziemlich den Anfang zeigen, wenn die meisten Kinder beim schreiben sind.

    Welche Vorgaben gibt es in eurem Bundesland zum Schreiben im Unterricht?

    Ich finde vieles sehr fordernd/überfordernd, bei uns steht Sprechen und Zuhören im Fokus, gelesen wird auch, beim Schreiben gibt es immer Vorlagen.

    Aber gerade am Anfang wird doch vieles mit Spielen und Liedern wiederholt und vielfach geübt.

    Bist du an offenen Unterricht gebunden? Warum ist das so wichtig?

    Was hat das Schulbuch zur Auswahl - auch da gibt es Hinweise zur Wortschatzeinführung.

    Dazu kommt:

    Welche Methoden möchtest du auf lange Sicht etablieren? Welche sind so grundsätzlich, dass du sie gleich zu Beginn der 3. Klasse einsetzen möchtest und kannst (Voraussetzungen der SuS)?

  • Palim Die Schülerinnen und Schüler schreiben, in der Regel mithilfe von Vorlagen, kurze Texte zur Realisierung persönlich relevanter Schreibabsichten und es wird als Stütze zum Sprechen genutzt.

    Bei mir wurde in den UBs der Fokus auf die Öffnung des Unterrichts gelegt und nachher positiv bewertet, dass ich den Unterricht immer weiter geöffnet habe. Aber Anfang der 3. Klasse kann ich auch gut begründen, warum sich da noch nicht drauf konzentriert wurde, denke ich.

    Wir haben leider das Playway, das ist didaktisch oft nicht so sinnvoll aufgebaut.

    Auf lange Sicht sind auf jeden Fall die Rituale wichtig, einen Wortschatz erst durch viel Hörsehverstehen und Sprechen aufbauen, Classroom Phrases können, um darauf aufbauend ihre Kompetenzen zu erweitern.

    Wie beginnt ihr denn in der 3. Klasse? Was macht ihr da oft in der Arbeitsphase? Ist die erste Stunde eine Reihe zur Wortschatzeinführung ungünstig? An sich kann der Aufbau zum Wortschatz zu anderen Themen zumindest gleich sein. Wortschatz mit Alltagsgegenständen oder Wimmelbild einführen, Chorsprechen, kleine Wortschatzspiele wie what's missing? what's wrong? teacher vs. class, Kugellager, swapping cards, Brettspiele oder Kartenspiele habe ich in der 4. Klasse genutzt. Das hätte ich aber nie in einem Unterrichtsbesuch gezeigt.

  • Bei uns war damals Vielfalt gefragt, man konnte auch eine Einführungsstunde zeigen, aber eben nicht in jedem UB.

    Aber ich weiß auch, dass das nicht bei allen Seminarleitungen so ist und dass manche vor allem Öffnung sehen wollen.

    Auch scheint eurer Klientel ja recht fit zu sein.

    Entsprechend musst du selbst abwägen, was möglich ist.
    Was können die Anfänger nach 5 Wochen (also 10 Std ?) bereits, was sich einsetzen ließe als Methode oder zur Aktivierung? Das musst du ja dann in den ersten Stunden berücksichtigen … und dabei auch bedenken, dass die Klasse neu ist und dich/ deine Methoden kennenlernen soll oder noch etwas zum Kennenlernen vorweg läuft.
    Erst dann kannst du entscheiden, was in dieser Stunde Neues erlernt oder gefestigt werden kann. Wenn dann eine neue Einheit beginnt, kannst du eine Worteinführung zeigen. Ist eine Schreibphase mit den Vorgaben konform oder gar gewünscht?

  • Bei uns war damals Vielfalt gefragt, man konnte auch eine Einführungsstunde zeigen, aber eben nicht in jedem UB.

    Aber ich weiß auch, dass das nicht bei allen Seminarleitungen so ist und dass manche vor allem Öffnung sehen wollen.

    Auch scheint eurer Klientel ja recht fit zu sein.

    Entsprechend musst du selbst abwägen, was möglich ist.
    Was können die Anfänger nach 5 Wochen (also 10 Std ?) bereits, was sich einsetzen ließe als Methode oder zur Aktivierung? Das musst du ja dann in den ersten Stunden berücksichtigen … und dabei auch bedenken, dass die Klasse neu ist und dich/ deine Methoden kennenlernen soll oder noch etwas zum Kennenlernen vorweg läuft.
    Erst dann kannst du entscheiden, was in dieser Stunde Neues erlernt oder gefestigt werden kann. Wenn dann eine neue Einheit beginnt, kannst du eine Worteinführung zeigen. Ist eine Schreibphase mit den Vorgaben konform oder gar gewünscht?

    Bei uns wurde immer wieder die Öffnung von Unterricht betont. Man muss natürlich auch bedenken, dass ich die Klasse nicht lange habe vorher. Ich kann es im Sinne der didaktischen Reduktion auch begründen warum ich damit noch nicht anfange und erstmal die Basis aufbaue. Ich kenne meine Prüfer auch nicht und meinen Fachleiter habe ich leider schlecht ausgesucht (wir mussten uns bei ihm früh entscheiden). Der unterrichtet auch kein Englisch.

    Wir haben 3 Englischstunden in der Woche. Habt ihr so wenig? Bei uns greifen alle Kompetenzen ineinander. Das wird vom Aufbau nicht getrennt. Der Fokus liegt im allgemeinen natürlich beim Sprechen und Hörsehverstehen. Das Schreiben kann dafür aber auch eine gute Stütze und Grundlage sein. Ist das bei euch im Lehrplan mehr voneinander getrennt ? Meine erste Idee habe ich aber auch schon verworfen jetzt wo ich mich da mehr einarbeite und rein denke.

    Ich überlege jetzt die Wortschatzeinführung zu pets zu zeigen. Das Reihenziel wäre zusammenhängended Sprechen, indem sie erarbeiten, wie sie ein Lieblingstier beschreiben, um am Ende der Reihe ein eigenes Tier-Rätsel („guess my animal“) zu erstellen und dieses in Gruppenarbeit zu präsentieren und gegenseitig zu erraten. Zeigen würde ich dann nur die Wortschatzeinführung, da ich das in vorherigen Reihen üben kann.

  • Bei mir wurde in den UBs der Fokus auf die Öffnung des Unterrichts gelegt und nachher positiv bewertet, dass ich den Unterricht immer weiter geöffnet habe.

    Kannst du einmal Beispiele nennen, wie du den Unterricht geöffnet hast?

    Ich kann dir nur sagen, wenn Englisch neu ist und die Schüler erst 4 Wochen, also ca. 12 Stunden hatten, darfst du nicht zu viel erwarten.

    Ich habe ca. 20 Jahre Englisch in der Grundschule unterrichtet. Meine Schule unterrichtet nach dem Schulbuch "Sally". Die Vorschläge, die dort drin stehen, haben meistens genau gepasst.

    In Bayern ist Englisch zweistündig. Nach 12 Stunden ist man ungefähr bei dem Kapitel "At school". Vorher hat man Einführungssachen gemacht, also einfache Begrüßungsfloskeln und Englisch-Deutsch verglichen, dann colours and numbers. Die Schüler haben da passende Songs gelernt, einfache Reime gesprochen und 1-2 einfache Dialoge geübt, Hörverstehensübungen gemacht. Geschrieben haben sie nur einzelne Wörter. Wenn es dann um school things geht, ist das ein kleiner Sprung, denn die Wörter sind schwieriger. Danach kommt body and feelings, ein langes Kapitel und wieder ein kleiner Steigerungsgrad.

    Zu Pets: Das kommt bei Sally ziemlich spät im 3. Schuljahr. Zu Recht.. Bedenke, wenn du Tierrätsel machst, müssen die Schüler Farben, Zahlen, Körperteile und ein paar Adjektive zu dem Namen vom Tier kennen. Das muss alles eingeübt sein. Ich fände das zu schwer.

  • Ich würde bei der UPP den Schwerpunkt auf jeden Fall aufs Sprechen und Hörverstehen legen. Zumindest meine letzte Referendarin hätte für eine Besuchsstunde, in der fast du geschrieben wird, keine gute Bewertung bekommen. Wortschatzeinführung als UPP halte ich persönlich auch für riskant. Hat man Kinder dabei, die den einzuführenden Standard Wortschatz schon kennen, haben diese Kinder in der UPP keinen Lernzuwachs.

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